Apotheken in aller Welt, 171: Meran, Südtirol, Italien
Leser Matthias aus Deutschland schickt uns dies:
vor kurzem war ich in Südtirol, genaugenommen in Meran. In einer kleinen Seitenstraße kam ich an einer Apotheke vorbei und musste an Dich und Dein Blog denken. Also habe ich die Apotheke fotografiert — hier sind die Bilder.
Wie die meisten Geschäfte in Meran, ist dort alles zweisprachig: italienisch und deutsch.
Das auffällige grüne leuchtende und blinkende Kreuz scheint auch in Italien der Hinweis auf Apotheken zu sein. Es ist übrigens am Nachbarhaus, an der Ecke zu einer größeren Einkaufsstraße angebracht und soll den Passanten mit auffälligen grünen Pfeilen den Weg zur Apotheke weisen.
Lustiges Haus: oben traditionell, aber hübsch renoviert, unten modern. Finde ich hübsch!
Ein loyaler Kunde
Der ältere Kunde erzählt mir, dass er gezügelt hat und von jetzt an die Medikamente gerne bei uns beziehen möchte.
Im Gepräch kommt heraus, dass er noch ein Dauerrezept in seiner bisherigen Apotheke hat.
Ich biete ihm an, anzufragen, ob sie es zu uns schicken würden, aber er sagt …
„Nein, nein. Das ist schon ok. Ich hole die Sachen drauf noch dort. Wissen sie, die haben sich immer so Mühe gegeben, da lasse ich ihnen das.“
Ein loyaler Kunde! Super – also mich freut’s, das zu hören. Ich habe ihm noch geraten ihnen dort das auch zu sagen, das freut die nämlich sicher auch.
Berufsgeheimnis, Schweigepflicht und Blog
Gestern beim Hauptstadtsani gelesen: „Klappe zu“: Ein sehr guter Artikel über die Schweigepflicht und das Bloggen. (inzwischen ist der Blog auf privat gesetzt, deshalb habe ich den Link entfernt).
Die Frage ist häufig (und ja, die stelle ich mir auch): Kann ich das im Blog bringen?
Das sagt der Hauptstadtsani:
Der wichtigste Punkt aus Sicht des Bloggers: Man darf durchaus Einsatzerlebnisse, Diagnosen oder Patienteneigenschaften weitertratschen oder veröffentlichen, aber nur, wenn nicht direkt oder indirekt erkennbar ist, wer der Betroffene ist. Neben logischerweise dem Namen kommen zur verbotenen Identifizierung von Betroffenen auch in Betracht:
- Anschriften („Wir waren heute in der Müllerstraße 123, 3. OG links, bei einer psychisch kranken Frau“)
- Detaillierte Umschreibungen („wir haben heute den Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Bank behandelt“)
- Ergänzungen zu öffentlichen Einsatzberichten, wenn die Ergänzung über bereits öffentlich Bekanntes hinausgeht. Bei einem spektakulären Einsatz, über den die Zeitungen oder beispielsweise die Polizei mit einer Pressemitteilung berichtet haben, sollte man also vorsichtig sein, gerade wenn die Identität des Betroffenen durch diese Medien (und nicht einmal durch den Blogger) bekannt gemacht wird („Heute Bild-Zeitung gelesen, von dem Typen, der nackt vom Brandenburger Tor gesprungen ist? Den haben wir behandelt, voll der Psycho!“)
Jetzt haben Sie schon wieder diesen Ton!
Meine Drogistin ist im Moment am Boden zerstört wegen einer Kundin, die sie als „Respektlos älteren gegenüber“ betitelt hat.
Nicht, dass die Kundin sehr alt war.
Oder meine Drogistin respektlos.
Tatsächlich ist es genau die Drogistin, die ich nach Möglichkeit aussuche, wenn bei mir der Geduldsfaden kurz davor ist zu reissen, z.B. wenn ich schon hoch und runter nach dem Makeup gesucht habe, das die Kundin angeblich bei uns bestellt hat – von mir will sie nicht hören, dass es die falsche Drogerie ist, aber meine Drogistin bringt das mit Engelsgeduld rüber … und gibt ihr womöglich noch die richtige Adresse.
Aber die Kundin, die sie bedient hat sie auf dem Kiecker. Nach obiger Aussage:
„Sie sind ziemlich respektlos älteren gegenüber“
hat meine überraschte Kollegin sich rasch entschuldigt: „Entschuldigen sie bitte.“ und sie ruhig weiterberaten – was soll sie dazu auch gross sagen? Sich auf Diskussionen einlassen warum die Kundin jetzt denkt, sie sei respektlos, liesse das Ganze nur eskalieren.
Aber das war noch nicht alles.
Drogistin: „Und diese Grundlage eignet sich speziell für eher trockene, empfindliche Haut …“
Kundin: „Jetzt haben sie schon wieder diesen Ton!“
Drogistin: (baff) „…….“
Die Kollegin hat dann möglichst rasch ihre Beratung beendet, verkauft, was die Kundin wollte … und ich durfte sie nachher wieder moralisch aufbauen.
Von Plastiksäcken und Winterkondomen
Kunde in der Apotheke:
„Guten Tag, ich hätte gerne die… äh … sie wissen … die kleinen Plastiksäcke um mit einer Frau zu schlafen.“
Da es ein Mann ist, habe ich mal angenommen, er meint ein Kondom. Bei einer Frau hätte es aber auch ein Femidom sein können. Was? Femidom kennt Ihr nicht? Das gibt es schon lange, wird aber recht wenig verlangt.
Meiner Meinung nach mit Grund: das Ding sieht wirklich aus wie ein Plastiksack und fühlt sich auch ein bisschen so an, besteht es doch nicht aus Latex, sondern aus Polyurethan. Oben und unten wird es stabilisiert durch 2 festere Ringe. Abgesehen davon, dass man es früh anbringen kann vor dem Geschlechtsverkehr und die Anwendung nicht von der … äh … Festigkeit des Penis abhängig ist, sehe ich keine Vorteile. Und dann ist der Pearl Index noch einiges schlechter – also mehr Schwangerschaften bei korrekter Anwendung als beim Kondom.
Apropos Kondom … schon mal etwas vom Winterkondom gehört?
Was bitte?
Ich lass das mal einen Profi beantworten: phonebitch vom blog Call me
Na Winterkondome! Das ist so wie bei den Winterreifen. Auch die Hersteller von Kondomen arbeiten saisonbedingt. Die Kondome für den Winter haben ein ganz anderes Profil. Da deine Haut wegen der Heizungluft ja auch im Winter extrem trocken wird und wirkt gilt auch hier das gleiche für deinen Penis. Normale Kondome können die trockene Penishaut reizen und dann könnte es geschehen dass er reisst.
:-) Jetzt verstehe ich langsam, wie es zu so seltsamen Anfragen kommt …
Also, Winterkondome haben wir bei uns nicht, dafür aber neue mit Energy-Drink-Geschmack.
Was haltet ihr denn davon?






