Apotheken in aller Welt, 173: Eisenach, Deutschland

und nochmals Daniela:

als zweites die Rats-Apotheke in Eisenachs Innenstadt, eine sehr alte Apotheke, man beachte das 425-Jahres-Schild im Schaufenster. Die haben eine ganz tolle google-maps-ähnliche Anzeige, welche Apotheke in der Stadt gerade Notdienst hat. Fand ich toll.

Die dritte Apo ist ebenfalls in Eisenach, die Stadt-Apotheke, ebenfalls ziemlich alt seit 1800. Das Gebäude finde ich sehr schön, das kommt auf dem Foto leider nicht 100% zur Geltung.

Oh, zwei sehr schöne, klassische Apotheken!

Schuld und Krankheit

Der 63 Jahre alte Mann kommt mit einer Liste Medikamente in die Apotheke. Mit dabei die Familie (erwachsene Tochter), die sich lauthals beklagt, dass „Opa schon wieder krank ist!“ – man hört heraus, dass sie mit dem Arzt unzufrieden ist.

Er hatte schon 2 Herzanfälle, eine mit Bypass Operation und jetzt hat er den 3. Herzinfarkt in 6 Jahren.
Ja… aber Opa raucht auch immer noch sehr viel – das kann man riechen – 2 Päckchen am Tag, sagt er selber; er wiegt über 100 kg und isst ausgiebig – was man ausser an seinem Gewicht auch an den Diabetes-Medikamenten sehen kann.

Vielleicht … wenn man ihn aus dem Sofa raus bekäme, wo er den ganzen Tag sitzt und weg vom Fernseher nach draussen zum Bewegen – dann könnte es besser werden.
Von den Medikamenten alleine und den Notoperationen sicher nicht.

Viele der Krankheiten, die wir heute häufig sehen, haben einen Zusammenhang mit dem Lebensstil. Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, sogar Darmkrebs sind alle stark beeinflusst vom Lebensstil. In dem Zusammenhang „verdienen“ sich eine Menge Leute den Gang zum Arzt tatsächlich selbst.

Darum ist es aber auch ziemlich frustrierend, wenn man mitbekommt, wie manche Patienten sich einfach weigern Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen.

Das kann erstaunlich weit gehen. Manche haben einfach eine Entschuldigung für alles. Es wurde ihm kein Rezept ausgestellt, die falschen Tabletten waren aufgeschrieben. Niemand hat je mit mir über meine Ernährung geredet. Keiner hat mir gesagt, dass Pommes schlecht für einen sind. Man hat mir gesagt, die Medikamente sind um 2 Uhr hier (statt um 4). Der Arzt ist Schuld, wir (die Apotheke) sind Schuld- Es ist immer jemanden anderers Schuld.

Eigentlich ist es mir total egal wer denn Schuld ist. Was für einen Unterschied macht das? Am Ende zählen doch nur die Resultate.

Dein Körper ist wie dein Auto. Was du zuhause damit machst hat einiges mehr mit der Leistung des Fahrzeugs zu tun als das, was die Service-Station macht.

In dem Sinn: Raus mit Euch!

Apotheken in aller Welt, 172: Ilmenau, Deutschland

Vielen Dank an Daniela, der wir schon einige Apotheken-Bilder hier verdanken:

hier schicke ich dir noch einmal ein paar Apotheken-Bilder:
als erstes die Stadt-Apotheke im Zentrum von Ilmenau, einer eher kleinen Universitätsstadt am Rande des Thüringer Waldes. Ich kenne leider die Bedeutung dieser zwei Skulpturen nicht :-)

Ziemlich massive Grundmauer jedenfalls.

Bedienungsnotstand

„Den bediene ich nicht!“ Sagt die Drogistin und verschwindet.

„Und ich auch nicht“ – das war die Pharmaassistentin. Weg ist sie. Ich selbst bin grad an einem Rezept – ich kann nicht.

Die ältere Drogistin nimmt ihn dann.
Widerwillig.

„Was ist das Problem?“ frage ich sie, als sie danach zurückkommt.

Drogistin: „Der Typ kauft Kondome und erzählt einem, was er damit macht. Ausführlich. Und das sind Dinge, die ich weder hören, noch wieder erzählen möchte. Der ist pervers.“

Das ist alles, was ich aus ihnen herausbekomme. Und was ich weiss ist, dass sie sicher nicht prüde ist.

Aber so wie es aussieht, hat der wirklich bald niemanden mehr, der ihn bedient.

Homöopathische Probleme

Die schwangere Kundin bringt ein Rezept, auf das die Ärztin ein homöopathisches Medikament aufgeschrieben hat.

Gegen Übelkeit sagt sie.

Dummerweise steht auf dem Rezept aber nicht drauf in welcher Potenz das Mittel jetzt genommen werden soll.

Und die Ärztin ist in der Zwischenzeit ins frühe Wochenende abgedüst.

Naja, man könnte noch der Firma die das Mittel herstellt anrufen und fragen, in welcher Potenz das dann normalerweise angewendet wird – immerhin ist das doch etwas, was die Kundin lieber früher als später (lies: in 3 Tagen) nehmen will. Ihr ist jetzt schlecht.

Also ruft die Kollegin der Firma an und fragt.

Und hängt dann ziemlich konsterniert wieder auf.

Pharmama: „Was haben sie gesagt?“

Pharmaassistentin: „Sie sagen, wenn ein Arzt das aufgeschrieben hat, dann dürften sie da nicht reinreden, was es sein soll und wir sollen den Arzt direkt fragen.“

Na toll. – Irgendwie halte ich das für Vermeidungsstrategie.

Rufen wir halt etwas später nochmals an und formulieren das ganze etwas um:

Pharmama: „Wir haben hier einen Fall von Schwangerschaftsübelkeit, das sie mit … behandeln will. Welche Potenz ist dafür geeignet?“

Und dann bekommt man die Auskunft.

Bah!