a pain in the ass …

Von der Website Not Always Right: (Übersetzung von mir)

Deutschland. Ein älterer Herr kommt in die Apotheke.

Pharmassistentin (PA): „Wie kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Mein Hinter tut weh! Ich brauche Medizin!“

PA: „In Ordnung, haben Sie ein Rezept? Oder, können Sie mir sagen, was genau das Problem ist, damit ich ihnen etwas empfehlen kann, das nicht rezeptpflichtig ist?“

Kunde: „Ich weiss nicht, was nicht in Ordnung ist. Aber mein Hinter tut weh!“

PA: „Dann sollten sie besser einen Arzt aufsuchen. Wenn ich die Ursache für ihre Schmerzen nicht kenne, kann ich nicht viel machen.“

Kunde: „Aber ich will nicht beim Arzt warten mit all den kranken Leuten! Da fange ich mir noch irgendetwas ein!“

PA: „Das ist verständlich. Vielleicht könnten sie frühmorgens gehen, wenn weniger Leute dort sind?“

Kunde: „Nein, ich will das nicht! Ich möchte, dass sie mir sagen, was nicht gut ist! Schauen sie sich meinen Hinter an!“

PA: „Entschuldigen Sie, aber das machen wir nicht -„

Der Mann hört nicht zu. Vor der Apothekerin und drei anderen Kunden lässt er seine Hosen und Unterhosen herunter, dreht sich um und steckt seinen Hintern in Richtung Apothekerin.

PA: „Bitte ziehen Sie ihre Hosen wieder hoch! Ich kann ihnen nicht sagen, was das Problem ist und wenn sie so weitermachen müssen sie den Laden verlassen.“

Kunde: „Unsinn! Wenn Sie von dort aus nicht sehen können, was nicht gut ist, kommen sie näher und schauen sie das an!“

Der Apotheker kommt um zu sehen, was vorgeht und schmeisst den Mann schliesslich aus der Apotheke.

Kunde *auf dem Weg aus der Tür*: „Warum will sich niemand meinen Hinter ansehen?!“

Pausenunterhaltung

Heute nur ein paar Witze über / mit Apotheken, die ich mal gesammelt habe:

Ein Mann kommt in die Apotheke und fragt: “Haben Sie etwas Zucker?”

Der Apotheker geht nach hinten und kommt mit einem Beutel Zucker wieder.

“Haben Sie vielleicht auch einen Löffel?” fragt der Mann.

Der Apotheker langt unter die Theke und holt einen Löffel hervor. Der Mann holt einen Löffel voll Zucker aus dem Beutel, zieht ein kleines Fläschchen aus der Tasche und träufelt vorsichtig zwanzig Tropfen auf den Zucker.

“Probieren Sie doch mal”, sagt er zum Apotheker.

Der probiert den beträufelten Zucker und fragt: “Und was soll das jetzt bedeuten?”

“Ach, nichts weiter, mein Arzt hat zu mir gesagt: Gehen Sie in die Apotheke und lassen Sie Ihren Urin auf Zucker testen …”

….

Der Polizist kommt früher als gewöhnlich vom Nachtdienst nach Hause. Die Ehefrau hat Mühe, ihren Liebhaber zu verstecken und ruft ihrem Mann zu: „Bitte mache kein Licht, ich habe so entsetzliche Kopfschmerzen.“

Rücksichtsvoll zieht sich der Gatte im Dunkeln aus.

Gerade als er ins Bett steigen will, jammert sie: „Bitte geh doch noch zur Apotheke und hole mir paar Schmerztabletten.“

Der Polizist zieht sich im Dunkeln wieder an und läuft zur Apotheke.

„Was starren Sie mich denn an?“, fragt er den Apotheker, als der ihm die Tabletten gibt. „Kennen Sie mich nicht mehr?“

„Natürlich kenne ich Sie“, antwortet der Apotheker, „Sie sind der Polizist Walther.“

„Und warum schauen Sie dann so?“

„Ich wundere mich nur, wieso ein Polizist in der Uniform eines Briefträgers herumläuft.“

Dr.Schmitt hat seine Antwort auf die Einladung zu einem Abendessen
schriftlich geschickt.

Die Gastgeberin stöhnt: „Warum müssen Ärzte nur immer so eine unleserliche
Handschrift haben! Ich kann kein einziges Wort entziffern. Kommt er nun
oder sagt er ab?“


Der Ehemann versucht es ebenfalls vergeblich. Schließlich meint er: „Geh
rüber zum Apotheker! Der hat Erfahrung im Lesen von Arzthandschriften.“

Wenige Minuten später steht sie vor dem Apotheker: „Hier, das ist von
Dr.Schmitt. Können Sie uns nicht helfen, es zu entziffern?“

Der Apotheker studiert das Papier aufmerksam mit gerunzelter Stirn.
Schließlich hellt sich seine Miene auf, und er sagt: „Jetzt hab ich’s,
gnädige Frau; nehmen Sie bitte einen Augenblick Platz! Ich mach Ihnen das
Rezept gleich fertig.“

Ein Mann geht zum Arzt und erzählt ihm, dass er sich in letzter Zeit nicht so wohl fühle. Der Arzt untersucht ihm und verschreibt ihm ein Rezept. In der Apotheke löst der Mann das Rezept ein.

Apotheker: „Nehmen Sie die grünen Tabletten mit einem grossen Glas Wasser gleich nach dem aufstehen. Nehmen Sie die roten Tabletten mit einem grossen Glas Wasser nach dem Mittagessen. Und dann kurz vor dem Zubettgehen nehmen sie eine blaue Tablette mit noch einem grossen Glas Wasser.“

Mann leicht entsetzt, dass er auf einmal soviele Medikamente nehmen muss: „Oh je, … aber, was ist denn genau mein Problem?“

Apotheker: „So wie das aussieht, trinken Sie nicht genug Wasser.“

Woher kommen unsere Medikamente – vom Wirkstoff zum Medikament

Nachdem ich im letzten Post über die Suche nach möglichen Wirkstoffen geschrieben habe, kommt jetzt der 2. Teil: vom Wirkstoff zum Medikament.

Es kostet etwa 800 Millionen Dollar und dauert 10 bis 15 Jahre um ein neues Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Weil es so viel Geld und Geduld braucht, setzt man alles ein, um dem Glück -das es bei der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff auch braucht (siehe letzter Post) – auf die Sprünge zu helfen.

Am Anfang steht die Idee. Nachdem medizinische, finanzielle und technischen Faktoren abgewogen werden, wird die Entscheidung getroffen ein Medikament für eine spezifische Krankheit zu finden.

Ein typischer Prozess fängt damit an, mögliche Ziele für das Medikament zu identifizieren und zu bestätigen, dass das Ziel auch wirklich wichtig ist im Mechanismus der Krankheit. Dafür wird Wissen aus Pharmakologie, Biochemie und Molekularbiologie gebraucht.

 

Ein solches Ziel ist ein Makromolekül (ein grosses Molekül, ein Protein) – meist ein Rezeptor und es wird oft mit einem Schloss verglichen. Ist das Ziel identifiziert ist der nächste Schritt einen geeigneten Schlüssel dafür zu finden – und möglichst nur dafür. Ein Schlüssel, der auch in andere Schlösser passt, würde unerwünschte Nebenwirkungen produzieren.

Leitsubstanzen sind aufgrund Berechnungen angenommene Vorlagen für den Schlüssel. Um den Schlüssel aber zu optimieren müssen sie erst verfeinert werden. Man synthetisiert hunderte Chemikalien die eine ähnliche Struktur haben wie die Leitsubstanz und testet sie in Tierversuchen. Neben der therapeutischen Wirksamkeit und Toxizität sucht man auch nach Varianten, die besser aufgenommen werden, verstoffwechselt, verteilt und ausgeschieden.

Nach vielen Versuchen und Tests findet man hoffentlich einen Kandidaten, der bereit ist für den Test am Menschen.

Diese Präklinische Phase der Medikamentenentwicklung dauert etwa 5 Jahre und verschlingt ein Drittel der Kosten.

Die Klinischen Versuche, die in 3 Phasen kommen – jede davon enthält 10x mehr Menschen als die vorherige, brauchen noch einmal 5 –6 Jahre und etwa die Hälfte der Gesamtkosten. Dabei fallen etwa 90% der Kandidaten raus. Von 10 Substanzen überlebt nur 1. Was in Mäusen funktioniert, muss nicht notwendigerweise bei Menschen wirken. Gründe für das Rausfallen von Substanzen können sein: zu heftige Nebenwirkungen: wir erinnern uns, das Medikament soll sicher sein; zu geringe Wirksamkeit: es wird wenn möglich mit bereits existierenden Medikamenten verglichen.  …

Endlich bekommen die erfolgreichen wenigen nach Einreichung aller Unterlagen der Studien über Wirksamkeit und Sicherheit eine Zulassung der Regierung um an Ärzte und Patienten zu gehen. Das neue Medikament bleibt aber trotzdem noch sozusagen unter Aufsicht. Es werden weiter Daten gesammelt über Nebenwirkungen, die man bei den kleineren Versuchspopulationen vorher eventuell nicht gesehen hat. Auch hat man noch nicht viel Ahnung, wie sich eine eventuelle längere (Dauer-?) Anwendung auswirkt.

Die Produktivität der Entdeckung neuer Medikamente nimmt in letzter Zeit ab. Eine Zunahme der Forschungsgelder geht nicht einher mit einer Zunahme der Menge Medikamente. Vielleicht liegt das daran, dass viele einfachere Ziele schon erreicht wurden und die jetzt noch übrigen – Chronische Krankheiten und Krebs – viel schwieriger sind zum behandeln.

Molekular Biologie, Biotechnologie und Genetik verursachen immer wieder optimistische Ausrufe, die sich auch in der Laienpresse wieder finden, aber auch spektakuläre wissenschaftliche Erfolge haben bisher nur zu eher bescheidenen therapeutischen Erfolgen geführt.

Auch haben wir das Problem, dass z.B. kaum neue Antibiotika in der Entwicklung sind. Dies, obwohl eigentlich Handlungsbedarf bestünde – das Problem hier ist die Rentabilität – Antibiotika werden immer nur relativ kurz eingesetzt … und das zahlt natürlich nie soviel zurück, wie z.B. ein Mittel gegen Bluthochdruck.

Trotzdem – wenn man sich das so ansieht ist jedes Medikament, das wir heute haben ein kleines Wunder, zu dessen Entstehung es Innovation, Glück, Fleiss … und viel Geld gebraucht hat.

Apotheken in aller Welt, 193: Saint Gengoux le National, Frankreich

besten Dank nochmal an muetze vom strickmuetze.blogspot.com aus Frankreich für dies:

Die zweite ist die Apotheke aus Saint Gengoux le National. Innen ist sie sehr modern gehalten, ich hatte mich aber nicht getraut zu fragen ob ich innen fotografieren darf.

Die ist ja schnuggelig. So ich gelesen habe, ist Saint Gengoux le National ein Kanton – also ein Verwaltungsgebiet – wie heisst denn das Dorf, wo die Apotheke ist genau?

Woher kommen unsere Medikamente – Wirkstoff-findung

Ich habe in ein paar Posts über die Entwicklung der Medikamente heute geschrieben. Was dabei auffällt ist, wie oft der Zufall dabei eine Rolle gespielt hat:

Verschiedene Umstände machen den Zufall so prominent bei der Entdeckung von Medikamenten. Unser Körper, Wirkstoffe und ihre Wechselwirkung sind so komplex, dass wir sie selbst heute noch trotz enormem wissenschaftlichem Fortschritt nicht komplett verstehen.

Während einer langen Zeit unserer Entwicklung standen wir diesbezüglich fast vollkommen im Dunkeln. Unser Unwissen dämpfte aber nicht das Verlangen nach etwas um Krankheit und Leid mindern zu können. Wir suchten nach Medikamenten und Behandlungsmethoden.
In der Verzweiflung nahm man das wenige, das man an Wissen hatte und ging Risiken ein und versuchte neues.
Die Erinnerung an die Fehler die gemacht wurden und der Preis der dafür gezahlt wurde findet sich heute noch im Wort Pharma … das griechische Pharmakon bedeutet beides: Heilmittel und Gift.

Glücklicherweise waren nicht alle Ergebnisse tödlich, manches führte zu wertvollen Erkenntnissen. Durch Versuch und Empirik gelangten unsere Vorfahren zu Wissen über das Erkennen von Krankheiten, deren Verlauf und manch Behandlungsmethoden und auch erste Medikamente.

Ein Medikament ist eine chemische Struktur die wirksam und sicher ist für die Behandlung einer Krankheit oder ihrer Symptome.
Die ersten Medikamente waren Chemikalien, die man aus Pflanzen extrahierte, von denen bekannt war, dass sie wirkten. Z.B. das Schmerzmittel Morphin aus Opium und auch der Weidenrindenextrakt, den wir im Aspirin wiederfinden.

Neben der Natur haben Medikamente heute eine zweite Quelle in chemischen Labors, welche Atome und Moleküle kombinieren um neue Verbindungen zu schaffen. Die Hersteller von Chemikalien, (speziell von Farbstoffen) bekamen ein weiterer Eckstein der pharmazeutischen Industrie.

Die Natur bietet Millionen von Substanzen aus Pflanzen und Organismen und Chemiker können nochmals so viele produzieren. Wie findet man jetzt in diesem Heustock an Substanzen die wenigen mit therapeutischem Potential, diejenigen, die sich gegen eine Krankheit einsetzen lassen?

4 G’s: Geduld, Geschick, Glück und Geld – das war die Antwort von Paul Ehrlich, dem Vater der Medikamententherapie.

Basierend auf der Beobachtung, dass verschiedene Färbemittel unterschiedlich auf verschiedene Zelltypen färbten entwickelte er um 1900 die „Rezeptor-Theorie“ – nämlich dass Chemikalien an unterschiedliche Rezeptoren der Zellen binden und so eine Wirkung auslösen.
Ein Molekül, speziell ein Toxin (Gift) könnte sich gezielt an ein Bakterium binden und es töten. Zur Zeit der Formulierung reine Spekulation entwickelte sich diese Rezeptor-Theorie 50 Jahre später zur Grundlage der Pharmakologie.
Paul Ehrlich selbst untersuchte hunderte Arsen-haltige Verbindungen um sie gegen das Bakterium, das Syphilis verursacht einzusetzen und 1909 entwickelte er so das Medikament Salvarsan. Die vielen möglichen Verbindungen zu testen ist langwierig und oft langweilig und es ist immer noch das Element des Glücks vorhanden, das einen einen wirksamen Stoff finden lässt.

Die Natur ist ein riesiges Grundlager. Der Mikrobiologe Selman Waksman und sein Team begannen 1939 Mikroben, die im Boden lebten nach Aktivitäten gegen pathogene (krankheitserregende) Bakterien zu testen. Über die Jahre testeten er und seine Gruppe einige zehntausend Mikroben … aus denen (oder deren Produkten) schliesslich 10 Medikamente entstanden. Das wichtigste davon: das Antibiotikum Streptomycin gegen Tuberkulose.

Gesponsert von pharmazeutischen Firmen, Staatsbetrieben und Universitäten durchforsteten Bioprospektoren darauf jeden Winkel der Erde um Proben der Erde, der Luft und Wasser zu nehmen und Pflanzen zu sammeln- manchmal geführt durch Erkenntnisse der Volksmedizin.
Aus dieser Sammlung kamen die Hinweise auf die meisten Antibiotika, Immunsuppressiva, Krebsmittel und über 100 der bedeutendsten Medikamente heute.

Dann in den 1970ern nahm die Zahl der neuen Substanzen ab. Nachdem man Millionen von Mikroorganismen und Pflanzen getestet hat brachten neue Tests nur dieselben alten Substanzen.
Das Pendel schwang zurück zur anderen Quelle für Wirkstoffe: synthetische Chemikalien. Medizinische Chemiker haben über die Jahrzehnte viele Wirkstoff-ähnliche Substanzen produziert. Ab den späten 1980er Jahren  wurde deren Produktivität noch erhöht durch die kombinatorische Chemie, die neue Verbindungen tausendmal schneller und zu niedrigeren Kosten produzieren kann. Bibliotheken mit Millionen von chemischen Verbindungen sind in industrie- und akademischen Labors angesammelt. Computer, Roboter, Miniturisierung und andere Technologien ermöglichen es Forschern sie effektiv zu handhaben. Man kann heute bis 100’000 Verbindungen täglich screenen.

Dieses Massen-screening ist nicht notwendigerweise blindes Suchen. Heute sucht man gezielt in „chemischen Bibliotheken“ mit entsprechenden Themen nach aussichtsreichen Verbindungen.

Je mehr wir über die Funktion des Körpers wissen, je mehr wir erkennen, welche Strukturen dabei eine Rolle spielen und wie sie aussehen desto gezielter können wir nach Substanzen suchen, die mit diesen Strukturen interagieren. Die Theorie mit den Rezeptoren verhält immer noch. Dank Elektronenmikroskopen wissen wir, wie die Rezeptor-Proteine aussehen und wo sie Andockstellen für Substanzen haben – die dann Reaktionen in der Zelle auslösen. Und dann wird gezielt nach Substanzen gesucht, die in diese Stellen passen.

Etwa 5000 oder mehr mögliche Ziele für Medikamente sind dadurch bekannt. Die praktische therapeutische Anwendung aber braucht viel mehr an Forschung was die physiologische Rolle dieser Ziele betrifft und die Wechselwirkung mit Medikamenten-ähnlichen Substanzen.

Vorher haben Menschen alles versucht ohne Ahnung, ob es auch funktionieren würde. Versuch und Irrtum spielen heute immer noch eine grosse Rolle, aber nun wird das gelenkt durch das (teilweise) Wissen um die Ziele des Medikaments. Das Wissen um die Struktur des Zielmoleküls gibt den Pharmakologen eine Idee, wie das neue Medikament aussehen sollte. Aber Zufall … und Glück, das braucht es auch heute noch.

Demnächst: vom Wirkstoff zum Medikament