Belauscht (5)

Quelle: Belauscht.de – Deutschland im O-Ton

Paderborn. In einer Apotheke.

Ein Kunde (ca. 50) betritt die Apotheke und überreicht der Apothekerin sein Rezept. Sie geht damit in den hinteren Teil der Apotheke und kommt mit einem Medikament, diskret in einer Tüte verpackt, zurück.
Apothekerin: “120 Euro bitte.”
Kunde: “Wie bitte? 120 Euro?”
Die Apothekerin erklärt freundlich, dass es sich um ein sogenanntes Lifestyle-Medikament handelt und dieses leider keine Kassenleistung ist.
Kunde: “Ach so okay. Nee, dann lasse ich das. Mit der Geliebten klappt’s auch so und mit meiner Frau ist es mir eh egal.”

Danke an aliblabla für den Link.

Filmtabletten

Filmtabletten sind auch zum einnehmen – nicht zum ansehen …

Eine Filmtablette ist eine Tablette mit einem dünnen Überzug eines Polymers. Früher wurde sie auch als Lacktablette bezeichnet, jedoch hat sich der Begriff Filmtablette durchgesetzt. Die Filmtablette unterscheidet sich vom Dragée mit Zuckerüberzug. Der Polymerüberzug kann unangenehmen Geschmack überdecken, erleichtert das Schlucken, schützt den Arzneistoff vor äußeren Einflüssen und kann bei Bedarf auch magensaftresistent sein, damit der Wirkstoff erst im Darm frei wird.

Quelle: Wikipedia

„Apotheke“ in Dänemark

Simon schickt uns eine nicht-ganz Apotheke aus Dänemark, Merci! :

ich schicke dir zwei Fotos einer „Apotheke“ aus Dänemark. Anführungsstriche deswegen, weil es eigentlich keine wirkliche Apotheke ist. Im Spar-Markt von Vejers Strand hängt hinter der Backabteilung (Bäcker wäre hier etwas übertrieben) dieser kleine Schrank mit den notwendigsten Medikamenten, die vermutlich auch alle rezeptfrei erhältlich sind. Aspirin und sowas.
Mag jetzt etwas seltsam aussehen, aber das ganze ist mitten in einem Feriengebiet, wo über den Winter überhaupt keiner wohnt, dafür im Sommer umso mehr los ist. Da ist dann sowieso jeder mit dem Auto da. Der nächste Arzt ist in Oksbøl, das nächste Krankenhaus in Varde.
Ist also eher nur eine Lösung, dass die Touristen nicht den ganzen Weg nach Oksbøl fahren müssen, sondern so „Kleinkram“ auch direkt um die Ecke bekommen.

Der Spar wäre etwas für den Shopblogger :-)

Was die „Apotheke“ angeht … interessante Sortimentszusammenstellung: Viel Mittel zum aufhören rauchen, Lutschtabletten gegen Halsschmerzen und Nasensprays bei Schnupfen, dazu noch ein, zwei Schmerz-Fiebermittel. Nicht gerade üppig. Gut dagegen finde ich, dass es nicht in „Griffwahl“ ist – das heisst, man muss wohl danach fragen, um es zu bekommen. Ob da allerdings wegen Wechselwirkungen und anderem abgeklärt wird, wage ich zu bezweifeln. Es gibt aber Apotheken in Dänemark, siehe hier und hier .… wo sie das hoffentlich machen.

Wer die Wahl hat …

Kunde in der Apotheke: „Ich hätte gerne von diesen Streifen zum Blutzucker testen.“

Pharmama: „Was für welche?“

Kunde: (überrascht) „Ja, gibt es da verschiedene?“

Pharmama: „Jaaaa…..“

Kunde: „Nein, ich habe keine Ahnung, was für ein Gerät ich habe.“

… dann gehen Sie besser nachschauen.

Im Bild: alle in der Schweiz im Oktober erhältlichen Blutzucker-messgeräte. Quelle: Schweizerische Diabetes Gesellschaft

Leber Ade!

Also – ich finde es wunderbar, dass das Spital es offensichtlich geschafft hat, den Patienten von seinen MST, die er jahrelang genommen hat wegzubekommen (das sind starke Schmerzmittel auf Opioidbasis, die bei falschen Gebrauch gerne abhängig machen).

Nicht so doll finde ich aber, dass man ihm danach erst auf einem Rezept Zaldiar aufschreibt – mit der Maximaldosis: „Zu nehmen bei Bedarf, bis maximal 8 Tabletten pro Tag“ (was alleine ok ist) und dann auf dem nächsten Rezept zusätzlich Dafalgan 500 aufgeschrieben wird: „Zu nehmen bei Bedarf, bis maximal 6 pro Tag“. Die Dosierung wäre alleine auch ok, aber wenn man weiss, dass Zaldiar auch Paracetamol enthält (325mg pro Tablette) und im Dafalgan 500mg pro Tablette drin ist – dann kommt man, wenn man sie wirklich so nimmt auf 5,2 g Paracetamol pro Tag.

Die Empfehlungen liegen bei Maximal 4 g pro Tag – neueste Empfehlungen gehen sogar auf maximal 3 g pro Tag runter. 5.2 Gramm …das ist eher schlecht für die Leber – vor allem, wenn er es auch eine Zeitlang so nimmt.

Und der Patient nimmt das so – davon bin ich überzeugt. Er hat entweder starke Schmerzen (das MST hat er auch nicht zum Spass bekommen) und/ooder ein leichtes Suchtproblem. Inzwischen hat er schon wieder eine neue Packung Zaldiar geholt (nach 6 Tagen – in einer Packung sind 60 Stück drin).

Ich habe also den Patienten darauf hingewiesen (schriftlich zur Sicherheit) und den Arzt informiert.

Ich hoffe das reicht.

Nachtrag: Ja. Das Dafalgan wurde wieder gestrichen.

Im Moment ist man ja in Deutschland daran zu diskutieren, alles mit Paracetamol rezeptpflichtig zu machen – eben weil es, wenn man zuviel nimmt, die Leber kaputt macht. (Siehe auch mein Artikel über Paracetamol: Wundermittel oder Teufelszeug?)

Ein erster Schritt, die Menge Tabletten, die man ohne Rezept bekommt auf maximal 10 g pro Packung zu reduzieren hat wohl nicht den gewünschten Erfolg gebracht – diejenigen, die mehr nehmen wollen, holen sich ihre Packungen dann einfach in verschiedenen Apotheken.

Es ist schon ein Problem: da hat man ein Mittel, das in den Augen der Öffentlichkeit als „harmlos“ angesehen wird – ist es doch auch das einzige, was auch schwangere Frauen und Kinder nehmen können … und dann hat man auf der anderen Seite Vergiftungsfälle wegen Überdosierungen. Viele. In Deutschland waren es letztes Jahr 360 – das ist etwa 1 pro Tag und etwa 5% aller Fälle laut dem Giftnotruf. (Quelle)

Auf der anderen Seite: was sind die Alternativen? Noch mehr Arztbesuche wegen Bagatellerkrankungen? Andere Schmerzmittel (NSAR) – ok, aber die haben ihre eigenen Probleme: Magenblutungen und Nierenprobleme …

Was meint ihr? Paracetamol in die Rezeptpflicht?