Stealth modus?

Ich gehe zur Kundin, die im Laden steht und etwas anschaut:

Pharmama: „Grüezi , kann ich Ihnen helfen?“

Die Kundin ignoriert mich komplett. Ich stelle mich auf ihre andere Seite und versuche es nochmal – mit dem gleichen Ergebnis.

Hmpf. Dann halt nicht. Ich bleibe in der Nähe nur für den Fall, aber die Kundin schaut nur auf die Ware, nicht auf mich, oder ob jemand anders da ist.

Etwas später.

Jemand anderes kommt herein und ich gehe zu ihr, sie zu bedienen. Die Kundin nennt mir ihren Wunsch und ich laufe quer durch den Laden, das Mittel aus der Schublade zu holen.

Dabei komme ich an der ersten Kundin vorbei.

Erste Kundin: „He Sie! Können Sie mir helfen?“

Pharmama: „Ja, sobald ich hier fertig bin.“

Vielleicht liegt es daran, dass ich einen „Stealth modus“ habe? Wenn ich jetzt noch herausfinden könnte, wie man den an- und abstellt ….

Pflaster

Kundin: „Angenommen ….ich habe ein Nikotin-Pflaster und ein Verhütungs-Pflaster. Heben die sich gegenseitig auf?“

Pharmama: „Nein.“

Kundin: „Was, wenn ich sie verwechsle?“

Pharmama: „Machen Sie das nicht.“

Wie kommt man zu dem Medikamentennamen? Heute …

Als ich angefangen habe in der Apotheke zu arbeiten, war ich fasziniert von den Namen der Medikamente. Aspirin, Panadol, Voltaren, Valium, Eltroxin, Tonopan, Sortis … die Namen haben etwas exotisches und dahinter verstecken sich die unterschiedlichsten Wirkungen und Anwendungen, die ich alle lernen musste.

Bei den einfacheren (und oft freiverkäuflichen) sind praktisch 2 Beschreibungen zusammengehängt. Derma-calm zum Beispiel. Von Derma = lateinisch für Haut und calm = ruhig.

Oder man hat einen Teil des Wirkstoffes genommen und hängt eine Beschreibung dran: Rhino-cort (Cortisonhaltiges Schnupfenmittel).

Beispiele und Erklärungen für diese finden sich hier.

Und dann gibt es reine Fantasienamen. Ich habe schon ein Post geschrieben, woher manche der älteren Medikamentennamen kommen (siehe gestern).

Von einem Apotheker in der Pharmaindustrie habe ich schon gehört, dass teilweise Brainstorming gemacht wurde, um möglichst viele Medikamentennamen zu finden, die dann erst mal registriert und erst (viel?) später einem wirklichen Medikament zugeordnet werden.

Heute zahlen Firmen grosse Summen an Branding-Spezialisten und der aktuelle Trend unter diesen „Experten“ ist es offenbar kurze, zackige Namen vorzuschlagen. Diese enthalten oft die Konsonanten X oder Z oder gar beide.

Man denke an Xarelto, Xanax, Xyzal, Zantic, Zocor, Zomig, Zyprexa, Zyrtec….

Warum?  Offenbar assoziiert man diese Buchstaben mit fortgeschrittener Technologie und Forschung. Und angeblich hinterlassen sie gedruckt einen starken Eindruck (man kann sie sich besser merken).

Ein gut gewählter Brand-Name hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei Arzt und Patient – und wird lieber gewählt als ein generischer.

Auch darum werden uns die „originellen“ Medikamentennamen nicht so bald ausgehen.  Auch wenn da eine erhöhte Verwechslungsgefahr besteht bei ähnlich klingenden Namen und es unsere Arbeit nicht wirklich einfacher macht.

Zu den Bildern: Da hat sich die Firma sozusagen selber „übertroffen“. Zyrtec ist das Original mit Cetirizin (Generika gibt es inzwischen eine Menge). Xyzal wurde aus dem Original weiterentwickelt. Es enthält Levocetirizin – ob es als Mittel wirklich besser ist, lasse ich mal dahingestellt. „Z“ ist aber schon der letzte Buchstabe des Alphabetes. Was macht man? Man nimmt die drei letzten (XYZ) und macht daraus den neuen Medikamentennamen. Clever.

Apotheken aus aller Welt, 222: Pamplona, Spanien

Besten Dank an Sebastian aus Braunschweig, bei dem ich mich auch noch entschuldigen muss: ich versuche zwar mich jeweils für die Apothekenfotos direkt zu bedanken, aber die ist mir durch die Lappen gerutscht. Dabei ist sie wirklich sehr schön!

Letzte Woche war ich in Pamplona auf Dienstreise, und entdeckte beim Streifzug durch die Altstadt die im angehängten Foto festgehaltene Apotheke. :-)