In (Land in Afrika/Asien) bekomme ich das günstiger!

„Ich kaufe mein Malaria-medikament in Afrika (oder Asien), da bekomme ich es viel billiger.“

Wer Reiseberatung macht in der Apotheke hat das so oder ähnlich sicher auch schon gehört.

Bisher habe ich den Leuten davon abgeraten – nicht nur, dass an die 40% der in manchen afrikanischen und asiatischen Ländern erhältlichen Medikamente gefälscht sind (und so ziemlich alles enthalten können), gibt es offenbar auch ein Problem mit den regulär hergestellten Medikamenten.

So schreibt die DAZ (deutsche Apotheker Zeitung), dass 10% der von der WHO zugelassenen Antimalaria-Medikamente nicht die geforderte Menge an Wirkstoff enthalten.

Bei einer Vielzahl der minderwertigen Produkte handele es sich nicht schlicht um Fälschungen, so die Autoren der Studie; vielmehr seien mangelhafte Produktionsprozesse für die Qualitätsmängel verantwortlich, Sie sprechen sich daher für Arzneimittel-Kontrollen auch in ärmeren Nationen aus …

Das Problem betrifft nicht nur Malaria Medikamente (wo es offensichtlich schon für erste Resistenzen verantwortlich ist) sondern auch Medikamente zur Tuberkulose-Therapie und anderen bakteriellen Infektionen.

In die Studie wurden Arzneimittel aus Afrika, Brasilien, Russland, China, Indien und Thailand sowie der Türkei einbezogen die vor Ort in Apotheken bezogen wurden.

Ich weiss aus eigener Erfahrung vom Reisen, dass die Medikamente in diesen Ländern oft sehr viel günstiger sind. Aber ich nehme die wichtigen von zu Hause mit – da bin ich, was Qualität und Wirkung angeht zumindest sicher.

Auf dünnem Eis

… bewegt sich in meinen Augen momentan die Migros hier.

Gestern war ich einkaufen und dabei wird man gelegentlich mit Werbung beschallt. Im Moment für Früchte und Gemüse – und wie gesund das ist. Dagegen ist gar nichts einzuwenden, aber wie sie es machen, *da* musste ich doch aufhorchen:

„… kaufen Sie jetzt Zitronen, sie enthalten viel Vitamin C, stärken die Immunabwehr und senken das Fieber!“

Vollbremsung meinerseits, ungläubiger Blick auf den Lautsprecher über mir. Erst mal: seit wann senkt Vitamin C das Fieber? Zweitens: das ist eine Heilanpreisung … dürfen die das überhaupt? Auch wenn sie hier ganz offensichtlich keine Medikamente sondern Lebensmittel anpreisen.

Wenn ich dasselbe bei mir in der Apotheke oder Drogerie machen würde – zwar mit Nahrungsergänzungsmitteln, aber das halte ich für Vergleichbar, dann stände innert kürzester Zeit der Kantonschemiker und der Kantonsapotheker im Laden und ich hätte diverse rechtliche Konsequenzen zu tragen.

Aber das mit den Zitronen war nicht das einzige. Das nächste was ich hörte waren glaub für Kohl?

…hilft das Cholesterin zu senken und kurbelt die Fettverbrennung an!“

Aaargh!

Nichts wie raus hier.

Geschlechterverwirrung (die zweite)

Hmmm, schwierig.

Gestern fragt mich meine Mit-Apothekerin, was sie im Dossier unter „Ansprache“ und „Geschlecht“ bei einem speziellen Fall eingeben soll.

Sie hatte am morgen den Fall, dass zwei gut aussehende, anscheinend weibliche Personen in die Apotheke gekommen sind.

‚Anscheinend‘ schreibe ich, denn der Schein kann trügen.

Eine der beiden reicht meiner Kollegin das Rezept – für Cialis. (Das ist ein Potenzmittel – für Männer)

Ausgestellt auf sich.

Oookay. Doch keine Frau. Auch nicht unbedingt Transsexuell – Transgender vielleicht? Oder „nur“ Crossdresser?

Aber … wie / was gebe ich da im PC ein? Ganz offenbar hat er (sie?)  ja noch die Ausrüstung, die einen als Mann definiert und benutzt sie auch.

Und ich habe im System nur die Wahl zwischen der Anrede Herr / Frau respektive männlich / weiblich beim Geschlecht.

ein ähnliches Problem hatten wir schon einmal: siehe Geschlechterverwirrung. Da haben wir das gelassen, was noch auf der Krankenkassenkarte stand. Die haben wir aber in dem Fall nicht.

Gehe ich jetzt nach dem, was er/sie wohl gerne hätte? Oder nach den biologischen Gegebenheiten?