Machen wir so was?

Der Ferieneinsatz in der Apotheke ruft mich an am Samstag. Zuhause. Eine unserer sehr fordernden Kundinnen (mit einer Menge anderer Probleme) hat sie erwischt.

Einsatz: „Die Kundin will, dass wir ein Taxi rufen, ihr Medikament vom Dauerrezept ausführen, dem Taxi mitgeben, damit es das ihr nach Hause bringt … und das Ganze zahlen.“

… (Pause)

Einsatz: „Äh … MACHEN wir so etwas?“

Äh, nein. Sie hatte die ganze Woche Zeit das zu bestellen oder liefern zu lassen. Das ist kein Notfall – auch nicht für das Medikament. Fosamax (bei ihr muss es das Original sein)  ein Medikament mit seeehr langer Halbwertszeit, bei dem es reicht, es einmal die Woche zu nehmen. Da ist es auch kein Weltuntergang, falls das mal einen Tag zu spät sein sollte (oder zwei).

Pharmama: „Sag ihr, wenn sie es heute noch will, muss Sie selber kommen – oder ersatzweise jemanden schicken. Sie bekommt mindestens einmal die Woche etwas nach Hause geliefert und Sie weiss ganz genau, dass wir am Samstag nur im Notfall ausliefern. Beruhige Sie, dass es nicht so schlimm ist, wenn Sie das Medikament einmal einen Tag später nimmt … und falls Sie immer noch ein Problem damit hat … schieb es auf mich, ich hätte Dir das verboten.“

Sie nicht, sie auch nicht …

Kundin mit Rezept in der Apotheke:

„Nein, ich will nicht, dass Sie mein Rezept ausführen, ich habe vorher gesehen, dass Sie sich ins Gesicht gefasst haben. Nein, Sie will ich auch nicht – zuviel Parfüm. Haben Sie keinen Mann der hier arbeitet?“

Leider heute nicht.

Apotheken aus aller Welt, 333: Meissen, Deutschland

Von … anonym bleiben wollend erreichte uns diese Apotheke:

kürzlich war ich mit meiner Familie in der schönen Stadt Meißen in Sachsen (wo das berühmte Porzellan herkommt). Am Marktplatz habe ich die hübsche Apotheke gesehen. Was die Inschrift über dem Eingang bedeutet, versteh ich leider nicht. Vielleicht ja du oder jemand anderes? Hat es etwas mit der Pharmazie oder Medizin zu tun?
Ein paar Häuser weiter gab es einen kleinen Spielzeugladen, in dessen Schaufenster eine süße kleine Miniaturapotheke stand.
In die Geschäfte rein konnte ich leider nicht, weil es ein Sonntag war.

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Oh, süss die Deko – da sehe ich auch einen … wie hiess das noch? Trocknungstiegel?

Was das Schild angeht – mein Latein ist etwas eingerostet. Da steht irgendwas mit Nicht hoch, nicht niedrig? Kann da jemand helfen?

UrbaneJean schickt gerade heute noch ein update (und da ich einen Moment Zeit habe, hänge ich das dran):

so ein Mist, da ist mir doch jemand zuvorgekommen … hier noch ein paar ergänzende Fotos zur Apotheke in Meißen. Den lateinischen Text über dem Portal kann ich leider nicht übersetzen und finde unter Psalm 37 auch nicht den entsprechenden Text. Hat sich da in der Zählung etwas geändert? „Spera in domino et fac bonum“ heisst „Hoffe auf den Herrn und tue Gutes“.

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auf dem Schild neben der Tür steht:

Markt Apotheke – gegründet 1504 von Stadtarzt Dr. Christoph Leuschner. Rennaissancehaus 1555/60 erbeut. Potrtal mit dorischen Säulen und Inschriften von Hippokrates und Cicero. Erker mit Darstellung des Ikarus. In der Offizin profilierte Holzbalkendecke mit Bemalung von 1604. Hof mit Holzgalerien.

Jäger und Sammler?

Wunderbar … wenn der (männliche) Kunde einen fragt, wo ein bestimmtes Produkt ist, ich mit ihm bis vor das Regal gehe wo es ist… und da steht schon seine Frau und hat das Produkt auch schon in der Hand !

Nun, zumindest hat er sich getraut zu fragen. Frauen und Männer haben definitiv ein anderes Einkaufsverhalten. Das sieht man auch deutlich in der Drogerie / Apotheke

Neues Apothekenkonzept?

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Nach den Diskussionen von wegen „Medikamente testen“ ist mir eingefallen, dass ich da noch einen Comic habe …

ohne Kommentar.

(unter den Vorratsbehältern zum selber – rausholen steht: „Schmerz“ – „Verstopfung“ „Schlaf“. Daneben die Waage – bezahlen nach Gewicht.)

Was meint ihr? Ich bin sicher, das Konzept fände Kunden …

Neee, der bleibt einfach drauf …

Auf dem Rezept für die Kundin: Jelonet Gaze – das ist so ein Spezialverband mit Paraffin, der nicht kleben sollte.

Kundin: „Das ist also der Verband?“

Pharmama: „Ja, das ist die Gaze, sie müssen sie aber noch mit dem Verband befestigen. Reichen ihnen da 8 Meter?“

Kundin: „Das dürfte mehr als genug sein.“

Pharmama: „Wie oft sollen sie ihn denn wechseln?“

Kundin: „Wechseln? Die Gaze bleibt drauf.“

Pharmama: „Ja schon, aber im Normalfall wechselt man sie alle 2-3 Tage.“

Kundin: „Nein, der Arzt hat gesagt, die bleibt drauf.“

Pharmama: „Und wie lange?“

Kundin: „Keine Ahnung. Der Arzt hat nichts gesagt, also reicht auch eine.“

Pharmama: „Vielleicht wechselt das auch der Arzt selber? Wann müssen sie wieder zu ihm?“

Kundin: „Erst in 2 Wochen.“

Pharmama: „Solange können sie aber nicht dieselbe Gaze drauf behalten. Ich bin sicher das muss man wechseln. Das ist doch für eine offene Wunde, oder?“

Kundin: „Ja, aber …“

Pharmama: „Das liegt ja auf der Wunde und sollte sauber sein. Und die Wunde süfert wahrscheinlich auch. Darum soll man das alle 2 bis 3 Tage wechseln.“

Kundin: „Aber der Arzt hat nichts gesagt von wechseln. Rufen Sie ihn doch an und fragen Sie.“

Offenbar kann ich sie nicht anders überzeugen, also rufe ich beim Arzt an.

Arzt: „Wechseln alle 2 Tage“

Okay!

Fast schon klassisch. Wenn man nicht gefragt hätte … das hätte eine nette Sauerrei gegeben.