Was ich nicht sagen kann …

Ihr Rezept für Flagyl Ovula ist vom (1 Monat vorher) und jetzt stehen Sie hier und es ist ein NOTFALL!? …. Wenn ich auf schlechte Witze stehen würde, würde ich sagen, hier riecht etwas fischig.

Erklärung für nicht-medizinische: Flagyl ist ein Antibiotikum für (hauptsächlich) anaerobe (also nicht-Sauerstoff-brauchende) Bakterien. Verschrieben als Ovulum – also als Vaginaltablette wird es vor allem gegen Gardnerella-Infektionen. Das ist ein Bakterium, das auch in der normalen Scheidenflora vorkommt, das aber bei starker Besiedelung zu üblen Vaginalentzündungen und aufsteigenden Infektionen führen kann. Das Bakterium macht einen typischen fischig-fauligen Ausfluss …

Apotheken aus aller Welt, 334: Wolgast, Deutschland

Schreibt Simop:

Was passiert, wenn man Urlaubsbilder sortiert … Ja, dann fallen einem nochmal Apothekenbilder in die Hand… :-)
Diese hübsche, leider am Sonntag geschlossene Apotheke stammt aus Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern, die sozusagen das Eingangstor nach Usedom darstellt. Leider konnte ich die Sonne nicht dazu bewegen, sich schnell zur Seite zu begeben, daher leider etwas Gegenlicht (und mein Handy hat auch (noch) keine Gegenlichtblende…)

Wolgast

Ah, wenn das herauskommt beim Bilder-sortieren, darfst Du ruhig weitermachen …

An der Stelle möchte ich mich noch entschuldigen bei denen, die mir in den letzten Tagen (Wochen?) Bilder zugeschickt haben – sie sind angekommen, aber ich bin aus aktuellem Anlass bisher noch nicht dazu gekommen, sie anzuschauen respektive zurückzuschreiben. Das mache ich aber noch … später. Danke Euch trotzdem!

Zusammenbruch der Zusammenarbeit. Folgen der Selbstdispensation

Selbstdispensierende Ärzte können ein Problem sein.

Meine … Kollegin arbeitet in einem Kanton, wo ein Teil der Ärzte selber Medikamente abgibt – ein anderer Teil aber nicht.

Man bekommt teils Rezepte auch von den selbstdispensierenden Ärzten, vor allem, wenn sie etwas nicht haben. Lies: alles, was etwas ungewöhnlicher ist.

Rezepte können … fehlerhaft sein. Das ist unser täglich Brot: zu kontrollieren wegen Dosierung und Anwendung und im Fall einzugreifen. Meist ist es kein Problem, das mit dem verschreibenden Arzt zu klären – aber manche der SD Ärzte sind da offenbar sehr eklig gegenüber den Apothekern. Anfragen werden nicht beantwortet, es wird nicht innert nützlicher Zeit zurückgerufen, Vorbezüge für Dauermedikamente werden nicht ausgestellt und ganz allgemein ist das Verhalten mehr als kühl .. unhöflich!

So auch der Arzt, der dem 4-jährigen Kind einen Cortison-Nasenspray aufgeschrieben hat. Nach der Erläuterung der Mutter sollte das aber eher ein Inhalationsmittel sein. Also für die Lunge – nicht die Nase.

Die Apothekerin rief der Praxis an, das zu klären und eventuell zu ändern.

Der Arzt gab dann auch zu, dass er den Inhalator verschreiben wollte, aber er war am Telefon so etwas von unfreundlich … dass sie da nicht mehr so bald anrufen wird.

Lieber schickt sie die Patienten mit so einem Problemrezept gleich selber wieder zum Arzt, das zu klären. Das ist nicht sehr Patientenfreundlich und es ist wirklich eine Schande, wenn die Profis im Gesundheitssystem nicht zusammenarbeiten können um den Patienten die beste, sicherste und schnellste Service zu bieten.

Aber der Apothekerin  werfe ich das hier nicht vor.

Dosettologie – oder: es gibt keine universal-Lösung

Ich mag Dosette – das sind diese Wochendispensier-systeme. Sie sind ungeheuer praktisch und ein gutes Hilfsmittel für Leute, die eine Menge Medikamente nehmen müssen. Aber sie haben auch Grenzen in der Anwendung, das musste ich grad diese Woche wieder erfahren.

Eine Familie telefoniert, ob wir für die betagte Mutter nicht ein Dosett richten könnten? Sie ist frisch aus dem Spital entlassen worden und kommt mit den Medikamenten nicht zurecht.

Wir haben versprochen uns das anzuschauen, aber als sie mit den Medikamenten vorbeikamen … erwies sich das als nicht so einfach.

Die meisten Medikamente, die die Mutter nehmen muss, muss sie „nach Bedarf“ nehmen – nicht regelmässig. Damit kann ich kein Dosett richten. Die sind nämlich trotz allem NICHT die Lösung für alle Medikamentenprobleme. Manches kann ich auch gar nicht in ein Dosett füllen – was mache ich mit Pulverbeuteln zum auflösen im Wasser oder Inhalationsgeräten?

Am Ende habe ich ihr einen Medikamentenplan erstellt und ihn – samt Beschreibung, für was jedes Medikament ist – der Familie erklärt und gegeben. Speziell die Medikamente „nach Bedarf“ – und wann die am Besten zu nehmen sind.

Sie waren am Schluss zufrieden.

Und wenn sie es sind, bin ich es auch.