Nur weil’s so schön ist.
Basteln mit Junior: knusprig-buntes Messe-Popcorn

Ein Rezept, das vor allem auf englisch-sprechenden Seiten beliebt ist: Jello-Popcorn. Ich mag ja die bunten Sachen (wie man vielleicht schon aus bisherigen Basteleien mit Junior hier gemerkt hat) und Popcorn sowieso, also wollte ich das mal ausprobieren. Hier meine Variante des bunten Popcorns – Rezept angepasst, denn es geht nicht nur das Jell-O sondern auch das hiesige Götterspeise-Pulver (Hauptsache Pulver, bunt und Geschmack drin) … und ganz so Fett wie die amerikanische Version ist es auch nicht. Das sage ich natürlich nur um davon abzulenken, wieviel Zucker das Zeug enthält: das ist wirklich nur etwas für spezielle Anlässe.

Man braucht:
- Popcornmais und Öl
- Butter
- Zucker
- Jello oder (hier besser erhältlich): Götterspeise-Pulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen/Farben
- Corn-Sirup oder ersatzweise flüssiger Honig
- etwas Wasser
- Pfanne mit Deckel,
- grosse Schüssel
- Backofen und Backblech mit Backpapier

Vorgehen: Backofen vorheizen auf 150 Grad. Blech mit Backpapier belegen.
Popcorn machen – Menge: eine grosse Pfanne voll (=ca. 5 Tassen). Eventuell in den Ofen stellen, um sie warm zu halten.
In einer Pfanne mischen und einkochen:
- 1/2 Pack Jello oder Götterspeisepulver (zum Beispiel in Berry-Blau, Kirsch-Rot, Zitronen-Gelb, Pfirsich-Orange)
- 1/8 Tasse Butter – oder 2 Löffel voll
- 1 Löffel Cornsirup oder Honig
- 1/4 Tasse Zucker
- 1 Löffel Wasser
zum kochen bringen und etwas einkochen, bis es eine zähe, fast dickflüssige Masse ist (Vorsicht: wird heiss und geschmolzene Zuckerlösung ist etwas sehr schlechtes auf Glaskeramik-Platten)

Über das Popcorn geben und schnell (!) mit 2 Löffeln vermischen.
Das Popcorn auf das mit Backpapier belegte Blech ausbreiten und im Ofen bei 150 Grad während 5 Minuten backen. (Nein, die orange Lösung oben gibt oranges Popcorn – für das blaue muss man ein anderes Jello nehmen). Mischen, eventuelle Klumpen aufbrechen und nochmals 5 Minuten backen.

Aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen. Wenn sie kühl genug sind auseinanderbrechen, damit es hauptsächlich einzelne Popcorn sind und nicht Klumpen.
Das macht man für jede Geschmacksrichtung einmal. Um Pfannen zu sparen habe ich mit der hellsten angefangen und im gleichen Topf weitergearbeitet mit den dunkleren Farben.
Das Popcorn sollte jetzt bunt und knusprig sein – und nicht mehr klebrig. Man schmeckt übrigens die unterschiedliche Jello / Götterspeise heraus. Wir hatten gelb: Zitrone, orange: Orange, Rot: Kirsche, Blau: Blueberry
Aufbewahren in einem luftdichten Behälter (bleibt so einige Tage gut, auch wenn sie es meist nicht so lange überleben … die sind fein!) oder abpacken in dekorative durchsichtige Folie und verschenken!

Bitte sehr!
Geht für Kinderparties, Geburtstage aber auch für Anlässe wie Halloween (orange-gelb-schwarz mit etwas Lebensmittelfarbe),
kleiner Rohrleitungsbruch
Bei uns vor der Wohnung. Junior kommt aufgeregt vom Spielen mit Freunden und meint: „Heh! Da kommt Wasser aus der Strasse!“
In der Tat. Es war dann ein kleiner Rohrleitungsbruch (bei grösseren Rohren schwemmt das noch gerne die Strasse mit weg). Der 112 gemeldet und sie haben innert kurzer Zeit jemanden geschickt zum anschauen und innert einer Stunde diejenigen, die das Wasser dann abgestellt und den Boden aufgerissen haben.
Lustigerweise ist das der Dritte (!) Rohrleitungsbruch, den ich in den letzten 2 Jahren gemeldet habe. Einer im Dorf vor der Post im tiefsten Winter (Glatteis quer über die Strasse, aber ich war die erste, der aufgefallen ist, dass da wohl etwas nicht stimmt), einer auf dem Arbeitsweg im Industriegebiet (danach war da auch ein hübscher neuer Flick in der Strasse) und jetzt der direkt vor dem Haus. Damit dürfte das „Gesetz der Dreier-Reihe“ erfüllt sein. Hoffe ich.
Kapseln herstellen wie die Profis
Nachdem die „herumtorkelnden Heilpraktiker“ quer durch die Presse gegangen sind haben die meisten von Euch das Bild hier wahrscheinlich auch gesehen … und sich vielleicht ähnliches gefragt, wie Leserin Lea:

Als ich im Tagi von der Homöopathischen Drogenparty las, blieb ich bei dem Bild hängen. Auf dem Bild sind Kapseln abgebildet, die sehr viel Luft und 20mg Aquarust enthalten. Als Kind durfte ich in der Apotheke zuschauen, wie mein Medikament abgewogen, zermörsert und gemischt mit ?Milchzucker? randvoll in 100 Kapselhälften gestrichen wurde, was einigermassen genau und zügig machbar ist.
Ich stelle es mir jedoch als unmöglich vor, halbwegs genau für jede Kapsel einzeln 20mg abzumessen und lose einzufüllen.
Hältst du es für machbar Kapseln wie auf dem Foto zu befüllen? Gibt es sogar Vorteile dabei?
Machbar ist es schon, die Kapseln so zu befüllen – indem man jede Kapsel einzeln einwägt. Das ist aufwändig und wohl auch nicht sehr genau. Eigentlich füllt man Kapseln so, wie du das schon gesehen hast, dann kann man viele Kapseln mit einem Durchgang machen. Dann sehen sie so aus:

Und so geht’s: Man braucht die Kapselmaschine, Kapseln, Sieb, Mörser und Pistill, Messkolben in feiner Graduierung, Wirkstoff und Füllstoff (zum Beispiel Mannitol).

Weil ich in dem Fall nur 20 Kapseln herstellen musste, habe ich den Rest der Maschine sauber abgeklebt. Die Löcher, die ich brauche werden dann mit den Kapseln gefüllt, das Oberteil der Kapseln entfernt und die Unterteile „eben“ mit dem Maschinenrand ausgerichtet.
Damit man weiss, wie viel Pulver zum Füllen man braucht (Wirkstoff plus Füllmaterial) gibt es verschiedene Methoden. Wenn man das Kapselvolumen kennt, dann kann man es ausrechnen. Wenn man es nicht kennt, dann kann man es ermitteln, indem man die Unterteile (das reicht) nur mit dem Füllstoff füllt und den danach in den Messzylinder abfüllt, wo man das Volumen dann in ml ablesen kann.

Ganz wichtig ist die Berechnung, wie viel Wirkstoff man braucht. Das kommt natürlich auf die Menge Wirkstoff in der einzelnen Kapsel und die Anzahl Kapseln an. Bei Kapseln für Kinder müssen wir oft auf Tabletten für Erwachsene mit dem Wirkstoff zurückgreifen. Die müssen dann erst mal Zerstossen werden, in anderen Fällen hat man den Wirkstoff in Reinform – das ist immer besser.
Der Wirkstoff muss gesiebt werden und abgewogen. Man gibt ihn in den Messzylinder und soviel Füllmaterial dazu, wie man berechnet oder vorher ermittelt hat (also bis zu dem ml-Volumen), das Ganze muss man nochmals gründlichst mischen und sieben. Dann kann man das alles in die Kapseln verteilen:

Wenn alles rein geht, nicht ein Teil fehlt, nichts übersteht, dann hat man es richtig gemacht. Die Kapseln werden dann geschlossen mittels der Kapselmaschine und herausgedrückt.
Zur Kontrolle schaut man noch, ob alle gleich viel wiegen, füllt sie in ein Pulvis oder Glas oder Topf ab (dicht muss er sein, die Gelatine in den Kapseln verträgt keine Feuchtigkeit und viele Wirkstoffe auch nicht). Fertig.
Dauert auch so etwas – vor allem, wenn man genau arbeitet. Und das sollte man bei Kapseln. Oft enthalten sie potente Wirkstoffe und sind häufig für Kinder gedacht (weil es da keine Fertigarzneien gibt).
hier kann man sich das auch anschauen:
Je nach Grad der …

Absolut korrektes Rezept – aber amüsant:
Laxoberon Tropfen
Dosierung: Einmal täglich 3 bis 20 Tropfen je nach Stuhlgang und Verstopfungsgrad
Ich schreibe das jetzt genau so an und hoffe still, dass der Patient mich nicht fragt, wie man das genau misst …
Apothekengeflüster
Apothekengeflüster hat mich angefragt, ob ich ihr Produkt vielleicht einmal testen möchte … und weil ich das wirklich interessant finde, habe ich zugesagt.
Es hat vielleicht etwas länger gedauert, bis das hier im Blog erscheint, aber ich wollte sehen, wie das bei unseren Patienten ankommt. „Das“ sind diese Sticker in Form von Sprechblasen (haften wie Post- its):

Die sind einerseits direkt herzig, andererseits übermitteln sie dem Patienten wichtige Informationen.
Sie bewähren sich auch im Praxistest, allerdings habe ich da ein paar Anmerkungen – zum Teil allgemeiner Art, zum Teil eventuell Schweiz-spezifisch.
Man kann das unterschiedlich handhaben: man kann die Packungen vor-kleben und so abgeben. Oder man macht das erst kurz vor der Abgabe. Beides hat Vor- und Nachteile. Die Vorgeklebten erinnern einen (und auch Pharmaassistenten) daran, was da noch erwähnenswertes ist, allerdings kann es bei Patienten, die das schon länger nehmen (und eigentlich wissen sollten) tatsächlich für Unsicherheiten sorgen. Wir hatten da einen Fall eines älteren Patienten, der schon lange Sirdalud nehmen musste und der ob dem Aufkleber, dass das müde machen kann sehr irritiert war:

In so einem Fall (Daueranwendung) ist es vielleicht sogar sinnvoll die Sticker nach der ersten Abgabe vorher zu entfernen.
Dagegen muss man, wenn man das nicht vor-klebt bei der Abgabe jeweils daran denken und das machen … und manchmal hat man dafür gefühlt einfach nicht auch noch die Zeit.
Dann zu ein paar unterschiedlichen Stickern:
Die mit der Dosierungsangabe (X Stück / Tropfen / ml / Esslöffel am …) sind nötig – allerdings übernimmt diese Aufgabe bei uns die Dosierungsetikette, die noch einiges besser klebt und wo nicht ein Multiple-Choice-Auswahl drauf ist, sondern neben der Dosierung noch der Patientenname und die abgebende Apotheke (Ja, ich weiss – ihr macht auch Stempel/Aufdrucke dafür).
Einnahmeabbruch verhindern: „.. und brauchen Sie – auch bei vorzeitiger Besserung – unbedingt den gesamten Packungsinhalt auf.“ Sehr wichtig, nur … bei uns kommt es bei Antibiotika (wo das ja hauptsächlich gebraucht wird) häufig vor, dass man das nicht in der genauen Menge Tabletten abgeben kann, wie es gebraucht wird. Co-Amoxicillin gibt es z.Bsp als 10er und 20er Packungen – und wenn dass dann 2x täglich für 7 Tage genommen werden soll … dann kann ich den Sticker so nicht brauchen. Besser wäre hier: “ -unbedingt (mindestens) so lange, wie der Arzt verschrieben hat.“
„Dieses Medikament ist das Gleiche…“: Rabattvertragsarzneimittel: die gibt es bei uns zwar nicht, aber die Sticker passen auch für Generika allgemein. Um jemanden, den man überzeugt hat das Generikum zu wählen in seiner Entscheidung zu bestärken finde ich die gut.

Kühlschranklagerung: Bei uns heisst es eigentlich: dort, wo man die Eier aufbewahrt. Das Gemüsefach könnte etwas zu feucht werden … dann sehen die Packungen bald nicht mehr gut aus. Und die Eier sind auch besser sichtbar im Kühlschrank, da denkt man vielleicht eher dran. Aber … das ist vielleicht wirklich spezifisch für die Schweiz :-)
Grundsätzlich: Finde ich eine tolle Idee! Wen das auch interessiert, findet mehr Infos darüber auf Apothekengeflüster.de
