Pharmazeutische Quilts

Danke an Ingrid, die dies entdeckt und mir geschickt hat – und ich habe noch nicht einmal geantwortet … tut mir leid! Dafür kommt das hier:

ich war in der letzten Woche in Ste. Marie-aux-Mines in Frankreich zur alljährlichen Europäischen Quiltausstellung.  Dort gab es 2 Objekte, bei denen die  Apothekeraugen genauer hinsehen mussten. Bei Fathers Helper war alles Mögliche an Blistern vertreten, bei dem Gewichtheber waren alle Blister gleich, ich konnte aber nicht sehen, um welches Präparat es sich handelte.
quiltfather
Auf dem Schild steht: „Fathers little helper“ von Gudrun Heinz und Sarah Schultz
quiltmaenner1
Und das ist „Männer“ von denselben. (Die scheinen eine ergibige Quelle für die Blister zu haben … was das wohl ist?)

Dialoge aus der Apotheke / 10

apodialoge16

Kunde: „Kann ich mir die Schmerztabletten bis Montag ausleihen, und zurückbringen, wen ich sie nicht brauche?“

Sowas macht mich immer ein bisschen sprachlos. Vor allem, wenn dahinter dann noch so etwas kommt wie: Dann kann ich am Montag beim Termin beim SD-Arzt grad dort etwas nehmen / bis dann ist es vielleicht da, ich habe das schon im Internet bestellt / die Apotheke, wo ich sonst gehe hat schon zu (und ähnliches).

Jetzt, hier bin ich gut genug … aber nur bis Montag? (Und: lohnt sich das wirklich für sie bei einem Medikament unter 10 Franken??)

Tageslichtstunden?

Patient: „Da steht drauf alle 12 Stunden 1 Tablette.“

Pharmama: „Das ist richtig, Also 2 pro Tag.“

Patient: „Ein Tag hat aber nur 12 Stunden!“

Pharmama: „Äh, nein. Wir zählen nicht nur die mit Licht.“

(Und jetzt im Winter wäre das noch weniger?)

Gibaud – Stütze und Wärme. Therapie

sponsored-post

Merkt ihr’s? Es wird wieder kalt. Auch wenn wir hier nach dem verregneten Sommer einen ausgesprochen schönen (und warmen) Herbst hatten, jetzt geht es wirklich in Richtung Winter und kalt.

Genau der Richtige Zeitpunkt also, Euch hier eine Firma vorzustellen, die mit Wärmewäsche gross geworden ist und mit ihren orthopädischen Produkten auch in vielen Apotheken vertreten ist – in der Schweiz vor allem in der Romandie, aber sie sind auch international tätig: Gibaud.

Die haben eine amüsante Entwicklungsgeschichte: 1890 wurde die Firma von den Pichon Brüdern im französischen St. Etienne gegründet. Das Spitzenprodukt war ein Flanellband, das sich die Arbeiter um die Hüfte binden, um sich warm zu halten. Man kann sich vorstellen, dass das früher ein grosses Problem gewesen ist, nicht nur draussen, sondern auch wenn man in schlecht geheizten Räumen arbeiten muss.

1935 hat ein Dr. Gibaud nach einem Angelausflug mit Maurice Pichon dann den ersten schlauchförmigen Gürtel zum wärmen erfunden – statt Flanell nahm man jetzt Wolle und musste nicht mehr mühsam binden, sondern konnte ihn einfach überziehen. Der Slogan „Reins au Chaud du Dr Gibaud“ – etwa „warme Nieren von Dr. Gibaud“ macht die Marke bekannt.

Bild: links Vintage Werbung, rechts die moderne Version desselben.

Es folgen weitere Produkte der Thermotherapy wie Wollunterwäsche und dann ein komplettes orthopädisches Produktsortiment: die Marke Gibortho mit rezeptpflichtigen Produkten, spezialisiert auf Rheumatologie und Traumatologie zum Beispiel Cervikalstützen mit abnehmbarem und waschbarem Bezug und noch weitere innovative Produkte im Bereich Orthesen für Knie, Handgelenke etc.

Seit 2006 gibt es von ihnen den ersten Lendenstützgurt aus Jeansstoff: Lombogib®. Von diesen machen sie auch Schwangerschaftsgurte: Lombogib Maternity, den meine aktuell schwangere Kollegin testen durfte – an der Stelle ein herzliches Dankeschön für’s testen!

6653-ceinture-denim-zoom

Der Lendengürtel (Bild) wurde für die speziellen Anforderungen in der Schwangerschaft entwickelt. Hinten gut stützend, vorne elastisch unter dem Bauch. In der Grösse einstellbar besteht er aus 2 Teilen. Es gibt ihn in den Farben (Jeans-)blau und Grau.

Meine Kollegin meinte dazu: „Der Gurt stützt sehr gut – er ist sehr stabil, das Material sehr fest, fast dick. Für jetzt (im Winter) ist das gut, im Sommer vielleicht etwas zu „viel“. Einstellen und anziehen geht sehr gut, vorne ist er auch elastisch genug. Grundsätzlich eine sehr gute Sache.“

Anzufügen vielleicht noch, dass sie ihn nicht unbedingt „bräuchte“. Der Lombogib ist für Rückenschmerzen gedacht und Leute mit Rückenproblemen, die etwas Stütze brauchen können, auch nur phasenweise, bei belastenderen Aktivitäten.

Der Katalog von Gibaud, enthält noch eine Menge mehr an orthopädische Stützen, Kompressionsstrümpfen und Wärmetherapie-Wäsche – den werde ich in der Apotheke weiterhin brauchen, da ich das noch gelegentlich brauche. Auf den Packungen hat es übrigens QR Codes drauf, die (Patienten und Fachpersonal) zum Youtube Kanal von Gibaud führen, wo man sich (bisher zwar nur auf französisch) kurze Lehrfilme zu den Produkten ansehen kann.

pädiatrische Intimpflege?

Ich weiss nicht, wie ihr das seht, aber für das neue Produkt, das mir in der Apotheke letztens vorgestellt wurde, würde ich am liebsten eine neue Blogsparte eröffnen: Unsinnprodukt der Woche (oder des Monats):

girlwash.jpg

Echt jetzt? Intimwaschlotion für Mädchen ab 3 Jahren? Ja. Laut Vertreter ist das „vom Markt gewünscht!“

Kann ich so nicht bestätigen. Tatsächlich hatte ich das gerade einmal in all den Jahren: (das habe ich hier beschrieben) … und fand das damals schon … fraglich. Ist das wirklich nötig? Und: hinterlässt das bei anderen auch so einen … äh …seltsamen Nachgeschmack? (Vielleicht liegt das auch nur am Pfirsich-Geruch, den das auch noch hat … es kommt übrigens im Girly-Rosa Spender).

Dann bekomme ich das hier nicht?

Der junge Mann mit Basketballmütze in der Apotheke verlangt Makatussin Sirup.

Jetzt … weil das bei uns in der Gegend leider stark missbraucht wird, sind wir dazu übergegangen den Sirup nur noch auf Rezept an jüngere abzugeben, (Altersgrenze ca. 25 Jahre) den Rest verweisen wir auf die (zahlreichen) Alternativen ohne Codein.

Bei dem hier bin ich etwas unschlüssig – Alter … an der Grenze zu dem, wo wir es wieder abgeben. Trotzdem. Ich erkläre ihm, was Sache ist und die Alternativen.

Er: „Nein, ich will den Makatussin Sirup. Dann bekomme ich das hier nicht?“

Pharmama: „Nein.“

Er: „Na – ich weiss, wo ich das herbekomme.“

Sagt’s, bleibt noch einen Moment stehen, als ob ich es mir jetzt vielleicht anders überlege und geht, als ich keine derartigen Anstalten mache.

Gut – mir ist dann auch klar, dass das die richtige Entscheidung bei ihm war. Sowas ist unangenehm, aber ich denke, wenn wir das nicht machen (und wir sind bei weitem nicht die einzige Apotheke in der Gegend, die das so handhabt), werden die Codeinhaltigen Sirupe bei uns irgendwann auch alle rezeptpflichtig … und das wäre doof für diejenigen Patienten, die das wirklich brauchen können.

Interessant ist, dass die Jungen hier das mit dem Makatussin anscheinend mitbekommen haben – jetzt versuchen sie dasselbe einfach mit dem Benylin. Und es ist immer dieselbe Geschichte, die wir dann hören: „Ich hatte Kontakt mit dem Arzt und er meinte, ich soll den XXX Sirup nehmen.“ – Seltsamerweise wollen sie aber nicht, dass wir dann den Arzt anrufen um das zu bestätigen …