5 Uhr morgens

… und ich sitze mit Junior vor dem Fernseher und schaue „Cars“, bis er sich wieder runtergeschraubt hat.

Junior ist seit dem letzten Ferienmorgen krank. Hohe Fieberschübe, Schnuddernase nach dem 2. Tag, voll verklebte Augen, Appetitlosigkeit.

Wahrscheinlich eine Virusinfektion, die jetzt zudem noch mit einer Superinfektion einhergeht: der Schleim wird langsam gelb.

Ich gebe Algifor Sirup, wenn er über 38.5 °C Fieber hat, Salzwasser Nasentropfen zum spülen, Triofan Tropfen vor dem Schlafen und Augentropfen mit Antibiotika.

Eigentlich dachte ich, dass es langsam besser wurde, aber vorher hat er uns aus dem Bett gejagt (er schläft jetzt schon die 3. Nacht bei uns), weil er kaum mehr Luft bekam und auf einmal anfing beim Einatmen so ein Pfeifgeräusch zu haben. Im Badezimmer den Wasserhahn voll heiss aufgedreht und ihn Ventolin inhalieren lassen (noch von seiner üblen Erkältung als er knapp 1 Jahr alt war übrig) und inzwischen geht es wieder.

Nur die Nachbehandlung mit Augen- und Nasentropfen hat ihn noch mehr aufgeregt (die hasst er) und darum sitzen wir – weil im Moment an Schlaf nicht mehr zu denken ist) halt vor der Glotze und schauen sein geliebtes „Auto“.

Ja, ich weiss das das nicht gut ist, aber das  ist eine Notsituation!

Und heute geht’s zum Arzt!

Perfektes Kleine-Jungen Essen (7)

Heute: Lasagne à la Pharmama:  (für 3 Personen)

Sauce:

250-300 g Hackfleisch in etwas Olivenöl anbraten. Hackfleisch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

1 kleingeschnittene Zwiebel

1-2 feingeschnittene Knoblauchzehen in der gleichen Pfanne anbraten.

Dazu 1 grosses Rüebli (in kleinen Würfeln) geben, anbraten.

Ablöschen mit etwas Wein (Rot) oder Bouillon

1 Dose Passierte Tomaten dazu

etwas Tomatenpüree und das Hackfleisch, würzen mit Salz, Pfeffer, Oregano oder italienischer Gewürzmischung

leise 10 Minuten köcheln lassen

Lasagne zusammenstellen:

Gratinform nehmen

Als erste Schicht: etwas Sauce,

Lasagneblätter (ungekocht) darüber.

darauf ein paar Löffel Creme fraiche geben (nehme ich lieber statt der Bechamel-sauce. Das muss auch nicht flächendeckend sein, mehr tupfenweise)

Wieder eine Schicht Sauce, eine Schicht Lasagneblätter und darauf Creme fraiche.

Weiter, bis der Platz oder die Zutaten ausgehen.

Zum Abschluss zuoberst immer etwas Creme fraiche.

Mit Käse bestreuen.

Backen:

Im vorgeheizten Backofen bei etwa 200 Grad etwa 30 Minuten backen, bis der Käse verlaufen ist und es an den Seiten Blasen macht.

Gute Nacht Lied für Junior

Original:

La Le Lu

nur der Mann im Mond schaut zu

wenn die kleinen Babys schlafen

drum schlaf auch du.

La Le Lu

vor dem Bettchen stehn zwei Schuh

und die sind genau so müde

gehn jetzt zur Ruh.

Dann kommt auch der Sandmann

leis tritt er ins Haus

sucht aus seinen Träumen

für dich den schönsten aus.

Meine Version: Ich hab das Original nur einmal gehört und mir darum selbst etwas zusammengedichtet. Die Wiederholungen sind gar nicht schlecht, jedenfalls klappt es bei Junior heute noch genauso gut mit dem Beruhigen und Einschlafen wie früher, wenn es mal nötig ist. Inzwischen summt er es sogar vor sich her, wenn er müde ist.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

wenn die vielen Babies schlafen geh’n,

dann schläfst auch Du.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

Wenn die Sonne abends untergeht,

dann schläfst auch Du.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

wenn die Sterne nachts am Himmel steh’n,

dann schläfst auch Du.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

wenn die vielen Kinder zu Bett geh’n,

dann schläfst auch Du.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

wenn die Wolken über den Himmel ziehn

dann schläfst auch Du.

Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

Wenn die Regentropfen fallen

Dann schläfst auch Du.

und der letzte:             Ha Le Lu

Nur der Mann im Mond schaut zu,

Wenn der Junior endlich schläft

Ja, dann ist Ruh’.

Vorletzte Nacht funktionierte allerdings auch das nicht mehr. Junior hat anscheinend wieder den Norovirus erwischt und die ganze Nacht im Stundenrhythmus alles vollgekörbelt. Die grausigen Details erspare ich Euch aber diesmal.

Ganz toll ist es, wenn man danach 10 Stunden arbeiten gehen muss.

Nicht da.

Nein, ich bin noch da. Was nicht da ist oder genau gesagt „Nid do“ ist der Nuggi.

Nicht dass er verloren gegangen wäre, aber weil Junior so oft den Nuggi (oder Schnuller) im Mund hat, hat er jetzt so eine fleckige Rötung rund um den Mund herum. Darum versuche ich – wieder einmal – ihm den Nuggi so oft wie Möglich wegzunehmen.

Naja, erste Auswirkungen hat das schon. Junior weiss zwar, dass das Ding Nuggi heisst, aber gesagt hat er das noch nie. Auch jetzt nicht. Dafür deutet er auf seinen Mund und sagt: Nid do! Nid do? Das ist also jetzt sein Wort dafür.

Hab ich schon erzählt, dass er Frauen in den Ausschnitt fasst?

Daran bin ich schuld.

Ich habe nämlich einmal, als ich ihm den Nuggi wegnahm und eine Hose ohne Hosentaschen anhatte, mir den Nuggi vorne in den BH gesteckt – ich meine, es war in dem Moment der beste Ort, damit ich ihn nicht verliere. Weil er das aber gesehen hat, sucht er jetzt halt auch dort nach ihm wenn er weg ist. Und eben nicht nur bei mir. Beide Omas und die Betreuerin vom Tagi sind schon Grapsch-Opfer geworden.

Ausserdem entdeckt Junior im Moment die Fotographie. Er hat herausgefunden, wie er die Digitalkamera einschalten und auf den Auslöser drücken kann. Vorläufig produziert er allerdings nur viele Fotos von der Decke und ab- und zu ein paar Ecken von Köpfen.

Dass er durch den Auslöser schauen muss und nicht in die Linse hat er noch nicht ganz draussen. Aber das kommt. Ich bin gespannt, was sich dann auf den Bildern findet …

Neues vom Zahnarzt

Gestern mittag hatte ich das Vergnügen des 2. Besuches wegen meines Zahnimplantats. Zur Erinnerung: in den Ferien ist mir ein schon Wurzelbehandelter Zahn teilweise abgebrochen. Beim Röntgen hat der Zahnarzt gesehen, dass darunter eine chronische Entzündung ist, er also nicht einfach ein Krone darüber machen kann. Darum musste der Zahn ganz raus und die Entzündung herausgekratzt werden.

Gestern (4 Wochen später) also der nächste Besuch, wo der Zahnarzt in den Kieferknochen bohrt und eine Schraube einsetzt, die dann als Halter für den künstlichen Zahn dient. Ein Implantat halt.

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen hingegangen – eigentlich wäre ich am liebsten vom Stuhl aufgestanden und wieder gegangen, vor allem, als ich die Vorbereitungen gesehen habe:

und das ist erst die Hälfte davon. Die Bohrer, die aussehen wie die vom Baumarkt sind da nicht mal dabei!

Jedenfalls hab ich’s irgendwie überstanden, ich denke die Rescue Tropfen haben mitgeholfen – und natürlich die Spritze mit dem Lokalanästhetikum.

Aber bei der anschliessenden Besprechung des neu angefertigten Röntgenbildes meinte der Zahnarzt er habe nicht allzuviel Knochen gehabt das Implantat zu befestigen und darum mit relativ viel Knochenzement arbeiten müssen – darum weiss er nicht, ob das auch hält, wie es soll. Arrrgh!

Die äussere Wende (2. Teil)

(Hier findet sich der erste Teil)

Freitag morgen: Wir sind sehr früh ins Spital, weil die Schwester noch die ganzen Aufnahmeformulare durchgehen muss. Ich bekomme einen Wehenmesser umgeschnallt. Die Schwester meint: „Aha, sie haben Vorwehen. Spüren Sie etwas?“ Nö.

Als nächstes bekomme ich einen Zugang in die Handvene und werde an einen Tropf mit Wehenhemmer gehängt.

Der Arzt kommt und stellt sich vor.

Um 8 Uhr ist es soweit und ich werde in den Operationssaal gekarrt. Gottseidank ist Kuschelbär bei mir, denn ich hasse Operationssäle. Sobald ich das Grün der Ärzte sehe, werde ich nervös. Ich glaube das ist bei mir noch ein Überbleibsel von der Mandeloperation, die ich als Kind hatte – kein angenehmes Erlebnis. Man hängt mich an ein automatisches Blutdruckmessgerät und an der anderen Hand einen Finger an die Blutsauerstoffmessung. Man liegt auf dem Schragen mit den Armen rechts und links von sich gestreckt – fast wie festgeschnallt.

In dem Moment, wo alles bereit ist und das Ärzteteam sich bereitmacht (da sind neben meinem Mann noch mindestens 5 andere Personen im Raum, alle in Grün) – kommt ein Alarm hinein. Man hängt mich wieder ab und fährt mich ins Wartezimmer zurück.

Offenbar haben sie eine Schwangere, die ihr 3. Baby bekommt. Bis gestern abend war alles in Ordnung, aber als jetzt die Wehen anfingen haben sie bei der Untersuchung bemerkt, dass sich das Baby in letzter Minute in Steisslage gedreht hat! Sie wollen versuchen, ob sie es doch durch eine normale Geburt bekommen kann, aber falls nicht, brauchen sie den OP für den Kaiserschitt. Auch das gibt es offensichtlich.

Ich bin (als Nicht-Notfall) in Wartestellung.

Die Zeit vergeht. 11 Uhr – Inzwischen haben sie mir über den Zugang Glucoselösung gegeben: ich musste ja nüchtern kommen und darf bis nach der Prozedur nichts essen. Aber inzwischen habe ich Hunger!

12 Uhr und die Nachricht kommt, dass die Frau doch einen Kaiserschnitt bekommt. Danach müssen sie den OP wieder reinigen und vorbereiten.

3 Uhr und es ist (endlich) soweit.

Ich werde wieder in den OP gerollt. Kuschelbär muss sich ein neues grünes Gewand anziehen. Man schnallt mich wieder auf den Schragen.

Jetzt werde ich super-nervös und fange tatsächlich an zu zittern am ganzen Körper – Schüttelfrost vor Nervosität. Ich bekomme etwas Beruhigendes via Infusion, Kuschelbär hält meine Hand, dann geht es los.

Eine Person ist für die Überwachung des Babys zuständig: Pulskontrolle.

2 Personen drehen am Bauch. 2 weitere Personen stehen für alle Eventualitäten bereit.

Es ist echt nicht angenehm. Vorher wurde anhand eines Ultraschalls noch bestimmt, in welche Richtung gedreht wird (im Uhrzeigersinn bei mir, weil er schon etwas in diese Richtung liegt), dann geht es los. Der eine Arzt sucht durch die Bauchdecke hindurch den Kopf des Babys, der andere den Po. Und dann wird gedrückt und geschoben. Die Krafteinwirkung ist gewaltig. Es schmerzt auch recht, ist aber auszuhalten.

Man dreht nur bis Knapp über die Mitte, den Rest muss das Baby selbst machen.

Erster Versuch. Drück! Quetsch! Schieb! Es ist anstrengender als man meinen sollte, wenn man ja nur da liegt und nichts aktiv macht. Dann lockerlassen und schauen. Junior rutscht wieder in die Ausgangslage zurück. Mist.

Also noch ein Versuch. Einen Moment sammeln und weiter. Drück! Quetsch! Schieb! Es schmerzt. Auf einmal meldet sich die Person, die das Baby überwacht: Pulsabfall! Der Puls ist von normal 140 auf 80 abgesunken. Das ist gar nicht gut. Die Ärzte beraten sich kurz, dann sagt der Chef: „Es wäre besser, wenn wir jetzt einen Kaiserschnitt machen, um ihn herauszuholen. Ist das ok?“ (Huh? Kann/soll ich jetzt etwa Nein sagen?). Ja, ok.

Ich denke nur: „Oh mein Gott. Jetzt bekomme ich das Baby doch noch heute. Jetzt! Per Kaiserschnitt. (Mist!).“

Der Anästhesist: „Bitte drehen sie sich zur Seite. Machen Sie einen runden Rücken. Jetzt pickst es etwas.“ (Die Epiduralanästhesie). „Drehen Sie sich wieder zurück auf den Rücken. Ich zwicke Sie jetzt, spüren Sie etwas?“ (Nein). In der Zwischenzeit hat man schon einen Sichtschutz zu meinem Unterbauch aufgebaut. Ich bekomme eine Art Klebefolie aufgeklebt, dann wird mit raschen Schnitten die verschiedenen Schichten bis zur Gebärmutter geöffnet. (Davon sehe und spüre ich aber nichts).

„Mach ein Foto!“ Sage ich noch zu meinem Kuschelbaer, jetzt kommt Junior auf die Welt.

Ein Ziehen und das Gefühl, dass etwas rausrutscht. Dann ein Schreien! Junior ist da. Und so wie es sich anhört ist er fit.

Ja, ihm geht’s gut. Offenbar war das Drücken von aussen ein rechter Stress für ihn, aber er hats gut überstanden.

Als ich ihn auf die Brust gelegt bekomme und er mich das erste Mal ansieht, ist mir aber klar: Es ist total egal, wie er auf die Welt gekommen ist.

Hauptsache er ist da! Und gesund.