Die „etwas andere Art“ abzunehmen

Die Drogistin, die immer ein bisschen mit dem Gewicht kämpft und darum auch im Weight Watchers Club ist erzählt mir, wie sie das letzte Mal beim wägen gelobt wurde, weil sie ihr gesetztes Ziel mehr als erreicht hat.

Drogistin: „Aber weißt Du auch, wie ich das geschafft habe? Das habe ich denen nämlich nicht gesagt.“
Pharmama: „Nein, wie denn?“
Drogistin: „Du erinnerst Dich noch, dass ich eine Woche krank war? Ich hatte eine derartige Magendarmgrippe … tagelang Durchfall und ich konnte absolut nichts bei mir behalten. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch keinen Appetit hatte.
Der Effekt ist ziemlich erstaunlich….“

Und dann, als Nachsatz: „Nicht dass ich das irgendjemandem empfehlen kann…“

:-)

Abnehmen mit dem Norovirus?

Wohin damit?

Coloured condoms
Image via Wikipedia

Wir haben zu einer Kondom-Bestellung einen ganzen Haufen einzelne Kondom-muster mitgeschickt bekommen. Nicht die gewöhnlichen, sondern „Performa“ – mit …ah, verlängernder Wirkung und „Senses“: genoppt, gerippt …

Und dann ging die Diskussion los, wo wir die jetzt hinstellen?

Wenn wir sie offen zu den Kondomen selbst stellen, dann gibt es einige, die sich hampfelweise Muster einpacken und keine mehr kaufen.

Wenn wir sie offen neben die Kasse stellen – traut sich dann noch jemand, die zu nehmen?

Sie selbst an die Kunden zu verteilen … ah, lieber nicht.

Woanders machen sie nicht viel Sinn. – Oder hat sonst noch jemand eine Idee?

Im Moment stehen sie also neben der Kasse. Sie werden weniger, nicht gerade rasch, aber … immerhin. Ich selbst habe nur zwei mal jemanden welche nehmen sehen. Ein netter junger Mann mit Rezept, der auch noch fragte, ob er einen haben darf (klar!). Und eine mittelalte Frau, die fand: „da nehme ich ein paar für meinen Sohn mit!“

Wo würdet ihr sie denn hinstellen?

Und noch einpacken, bitte!

Genau vor einem Jahr hat sich dies zugetragen:

Ort: Pharmama’s Apotheke und Drogerie

Zeit: 5 Minuten vor 6 Uhr und Ladenschluss

Der Laden ist soweit bereit geschlossen zu werden nach einem anstrengenden und ereignisreichem Arbeitstag, da läuft ein jüngerer Mann hinein.

Man ahnt was kommt: „Ich suche ein Parfum für meine Freundin.“
Meine liebe Drogisten-kollegin übernimmt das und hilft ihm ein passendes zu finden.

6 Uhr 05 Er hat sich für etwas entschieden– aber er hat kein Geld dabei.
„Mein Kollege kommt gleich.“ meint er – das tut er dann auch nach 3 weiteren Minuten und wir können endlich bezahlen.

„Könnten sie es noch einpacken?“ – Ja, können wir.
Die Drogistin verschwindet nach hinten, einpacken, … da fällt dem Freund ein, dass auch er noch 2 kleine Sachen braucht. Ich zeige ihm den Halbpreisständer …

6 Uhr 12– er entscheidet sich für 2 kleinere Duschgels.
„Könnten Sie mir daraus auch noch ein Geschenk machen?“
Seufz. „Ja.“
Ich mache die Geschenke, beim zweiten hilft mir die Drogistin.

6 Uhr 17. Auch er zahlt und sie gehen.

Bis wir alles geschlossen haben und draussen sind ist es 6 Uhr 25. Meine Kollegin hat wegen den beiden den Zug verpasst und wird noch später heimkommen, ich bin mit dem Velo hier, mir macht das nicht ganz soviel aus … allerdings will ich auch endlich nach Hause, zu Familie und etwas feiern!

Retoure oder Umtausch?

Kundin in der Drogerie: „Ich möchte das hier zurückgeben!“
„Das hier“ ist eine Schachtel Demovit Vitaminbrausetabletten, geöffnet, 5 Brausetabletten fehlen.
Drogistin: „War etwas nicht in Ordnung damit?“
Kundin: „Sie schmecken mir nicht. Ich hätte jetzt doch lieber die Tabletten.“
Drogistin: „Umm, nur weil sie ihnen nicht schmecken, kann ich sie ihnen aber nicht umtauschen.“
Kundin: „Waaas? Wieso nicht?“
Drogistin: „Gehen sie denn auch in den Migros einen neuen Käse kaufen und bringen ihn wieder zurück, wenn er ihnen nicht passt?“

Ich bin sicher, es gibt Leute, die auch das versuchen.

Nicht ganz richtig angeschrieben

Dass wir gelegentlich unabsichtlich auf der nicht ganz legalen Seite operieren in der Apotheke und Drogerie habe ich schon beschrieben im Bereich Heilmittel und Nahrungsergänzungen. Wie kompliziert die Chemikalien nach neuem Chemikaliengesetz angeschrieben werden müssen auch schon.

Nun. Hier haben wir ein Problem, das in beide Kategorien fällt: Zitronensäure

Zitronensäure brauchen wir noch gelegentlich in der Drogerie. Es wird für verschiedenen Sachen eingesetzt. Einerseits als Konservierungsmittel (dann fällt es unter das Lebensmittelrecht), andererseits zum Putzen / Entkalken (dann fällt es unter das Chemikalienrecht), selten auch in Rezepturen (dann fällt es unter das Arzneimittelrecht).

So wie im Bild wird es verkauft. Wir beziehen die 40g Päckchen von unserem Chemikalien- und Tee-Lieferanten. Aber eigentlich sind sie so nicht korrekt angeschrieben.

Mal sehen, was wir da alles drauf haben:

„Zitronensäure wasserfrei“ in 3 Sprachen. – nach Chemikalienrecht

Acidum citricum anhydricum PhEur – nach Arzneimittelrecht

E-330 – nach Lebensmittelrecht

„Diese Substanz ist nicht zur direkten Einnahme bestimmt, Verwendung als Konservierungsmittel …“ in 3 Sprachen – Lebensmittelrecht

Das Gefahrensymbol für Reizend, samt Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge in 3 Sprachen – Chemikalienrecht

Es ist ja schön, dass da alles drauf steht, aber eigentlich … darf es das nicht. Es ist entweder nach Chemikalienrecht ODER nach Lebensmittelrecht ODER nach Arzneimittelrecht anzuschreiben – und nicht alles gleichzeitig. Eigentlich müsste ich den Kunden jeweils fragen: „Für was brauchen sie es?“ und müsste es dann nach einem der 3 Varianten anschreiben.

Und die Zitronensäure ist nicht das einzige,

Wundbenzin ist ein Arzneimittel, Etikette gemäss Arzneimittelrecht (Pharmakopöa) (keine Chemikalienetikette)

Fleckenbenzin fällt unter das Chemikalienrecht, also Chemikalienetikette mit Gefahrensymbolen

Sturzbetrunken

Sturzbetrunken im wahrsten Sinn des Wortes war der Mann, der bei uns vor ein paar Tagen etwas gekauft hat. Am Anfang war ich nicht sicher, ob er nicht ein anderes Problem hat: er war sehr unsicher auf den Beinen. Es hätte auch ein neurologisches Problem sein können. Beim Bedienen musste ich ihn 2 x festhalten, weil er sonst einfach langsam umgekippt wäre.

Nach dem Bezahlen frage ich ihn nochmal, ob er Hilfe braucht … „Neinnn, geht schhhonn!“ meint er, macht drei Schritte … und fällt längelang hin!

Nachdem wir ihm wieder aufgeholfen haben klopft er sich kurz ab und schwankt dann aus dem Laden.

Ehrlich: dem gegenüber bin ich etwas hilflos. Kann / soll ich ihm helfen? Wie denn? Indem wir ihn und die Sachen heimbringen?

 

Hier sind noch ein paar betrunkene Leute mehr … eins haben sie alle gemeinsam: der Boden scheint auf sie eine grössere Anziehungskraft auszuüben …