Was tun bei einem „stalkenden“ Kunden?

Ja, die gibt es. Auf einmal hat man da den (meist älteren) Herrn, der unsere Freundlichkeit vielleicht etwas missversteht oder zuviel hineindeutet und der anfängt einem Blumen zu bringen … oder Schokolade … oder einfach nur so mehrmals die Woche vorbeischaut um zu reden, bevorzugt natürlich mit seinem „Opfer“. Meistens trifft  das dann die Lehrlinge, die sich noch nicht so abgrenzen können – und vielleicht auch etwas naiver sind- Ausserdem wissen sie meist nicht, wie sie dann mit so einem umgehen sollen. Ignorieren? Höflich bleiben, aber nicht zu freundlich? Deutlich sagen, dass man das nicht will?

Wenn wieder mal jemand bei uns so einen Stalker hat, haben wir ein paar Verhaltensregeln.

Erstens: es gibt niemand die Adresse oder Telefonnummer der Angestellten heraus. Auf gar keinen Fall. Wir sind zwar mit Namensschildern angeschrieben, aber meist gibt es zumindest mehrere in der Schweiz mit dem gleichen Namen – und den Vornamen wissen die Kunden ja nicht.

Zweitens: Wenn der Kunde kommt, sollte möglichst jemand anders iauf ihn zugehen und hn bedienen und nicht sein „Opfer“ – oft ist das aber nicht möglich

Drittens: In dem Fall, wo das nicht möglich ist, lässt man die Angestellte nie alleine mit dem Kunden – das heisst, entweder steht jemand dabei – dann wird das Gespräch sicher nicht zu persönlich, oder man holt sie nach einiger Zeit weg – Telefon, die Arbeit ruft etc.

Dabei höflich bleiben, aber nicht „zu“ freundlich, nichts persönliches preisgeben … bis jetzt hat das und obige Massnahmen ausgereicht.

Das oben beschriebene ist nicht wirklich Stalking – das kommt noch viel extremer daher und braucht dann auch extremere Masnnahmen. Manchmal entwickelt sich so etwas über eine gewisse Zeit und wenn … ist es nötig, da so früh wie möglich einzugreifen.

Habt ihr schon einmal Bekanntschaft mit so einem hartnäckigen Verehrer oder gar Stalker gemacht?

Silber – und die Haut

Vom Höllensteinstift habt ihr in einem der letzten Posts mal was gelesen. Jetzt meldet eine Zeitung einen Vorfall damit: Eine Angestellte der Apotheke hat einem Mann zum Rasieren statt einem Blutstillerstift einen Höllensteinstift verkauft. Die ganze (peinliche Story) hier.

Aua. Mal abgesehen davon, dass die Apothekerin unbedingt lernen sollte, wie man mit Fehlern umgeht.

Silbernitrat gibt auf der Haut unschöne schwarze Flecken, so wie diese hier: (Quelle Wikipedia)

und die gehen auch nicht so einfach wieder raus. Im Prinzip ist das feinverteiltes elementares Silber. Die Flecken bleiben, bis die Haut sich erneuert hat. Man benutzt den Effekt auch bei der Bank, indem man Geldscheine mit Silbernitrat präpariert. Wer damit in Kontakt kommt (im Normalfall nur ein Dieb), der hat nachher auch länger schwarze Finger. Manche kennen das auch von ihrem Silberschmuck.

Silber wirkt aber auch antibakteriell – ein Effekt, der in Wundsalben wie Flammazine und Ialugen plus schon lange ausgenutzt wird. Dort liegt das Silber als Silber Sulfadiazin vor – auch hier kann es, vor allem bei Sonnenbestrahlung auf die Fläche zu einer Graufärbung der Haut kommen.

Silberspulen finden sich übrigens als Schutz vor Kontaminierung in Nasensprays auf denen steht „Konservierungsmittelfrei.

Und dann sollte ich hier noch ein Wort verlieren über „kolloidales Silber“.

Kolloidale Silberlösungen werden heute noch häufig als alternative Heilmittel und „natürlicher“ Antibiotika-Ersatz angeboten. Die Anwendung ist dabei sowohl topisch (also äusserlich, auf der Haut), als auch innerlich (also getrunken). Die Wirkung dabei ist eher umstritten und manche der aufgestellten Behauptungen, gegen was es alles wirkt wurde schon wiederlegt (HIV? Herpes? Immunstimulation?). Für den Einsatz als Heilmittel fehlt der Wirksamkeitsnachweis und der Nachweis, dass es tatsächlich unbedenklich ist. Tatsächlich macht es in höheren Dosen Nierenprobleme, Hautirritation und Nervenprobleme. Silber ist auch kein Metall, das wir für unseren Organismus brauchen, also kann es nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen werden. Vertrieben wird es demnach auch nicht über Apotheken, sondern (mit zweifelhaftem rechtlichen Hintergrund) via Internet – oder es wird gleich selbst hergestellt.

In geringen Mengen und kurzfristig eingenommen sollte es ok sein. Aber Vorsicht vor langfristiger Einnahme grösserer Mengen: das Silber kann sich dann, auch wenn es eingenommen wird, in der Haut einlagern und diese bläulich färben – ein Zustand, der sich Argyria nennt … und im übrigen nicht reversibel ist. Das bleibt so.

Übles Beispiel:

Irgendwie erinnert er mich an Papa Schlumpf.

Was ich mich schon gefragt habe

Wie oft ist es eigentlich anständig „Was?“ zu sagen, bevor man nur noch nickt und lächelt, weil man immer noch nicht gehört oder auch nur ein Wort verstanden hat von dem was gesagt wurde?

Wir haben so eine Kundin, die einem nach einem Einkauf immer … irgendetwas erzählt. Bruchstückhaft habe ich schon mitbekommen, dass es um ihren Mann, Sohn, die Regierung, Ferien, das Alter, die Preise und die Nachbarin geht, aber … was genau hat sie jetzt wieder gesagt?

Wie man’s macht …

Es gibt immer Leute, die mit Bemerkungen wie „Apothekerpreise“ kommen oder manches zu teuer finden. Und dann macht man mal eine Aktion, z.B. – wie in dem Fall für Vitamine und dann kommt das:

Kundin: „Warum sind die Vitamine so günstig?“

Drogistin: „Wir haben eine Aktion auf alle dieser Marke.“

Kundin: „Also … was ist mit ihnen passiert?“

Drogistin: „Passiert? Denken sie, wir würden hier etwas verkaufen, das schlecht geworden ist?“

Kundin: „Nun, da ist keine Erklärung drauf, warum sie so billig sind.“

… Sie haben recht, ich habe sie ins Lavabo fallen lassen und gedacht, dann kann ich ja nicht den vollen Preis verlangen … Ehrlich. Was denken manche Leute?

 

Apotheken (?) in aller Welt: Fes, Marrakech, Marokko

Noch der letzte Beitrag von Marias Marokko-Reise

In Fes erhielten wir eine Apotheken-Führung im Souk.
Ich fühlte mich eher wie in einer Drogerie, weil er uns verschiedene Düfte zeigte: Moschus, Rosenöl, Amber. Und Cremen, Räucherwerk usw.
Ich sah mich etwas in seiner Apotheke um. Fotografierte ohne Blitz. Erstaunlich, was er so alles hat. Von Schildkrötenpanzer über Fuchsfelle, Schlangenhäute bis zu Kräutern.

Ich denke, dass das so etwas wie ein „Marketing-Gag“ war. Anscheinend preisen sie die die Läden schon so an – speziell auf Touren, jedenfalls finden sich noch einige Bilder im Netz von diesen „Apotheken“ – aber logischerweise hauptsächlich von Touristen. Ob das wirklich eine ist?

 

die letzte Apotheke ist die im Souk von Marrakech.
Wiederum erinnerte sie mich eher an eine Drogerie. Der Apotheker freute sich darüber, fotografiert zu werden.
Er stellte uns wiederum traditionelle Gewürze aus Marokko vor, Kräutertees und Duftstoffe.
Da ich mir eine Hautallergie aufgefangen habe, fragte ich nach, ob er was habe.
Als ich die Rechnung sah, fiel ich fast aus allen Wolken: für zwei Päckchen Tee, eine Salbe, ein Gewürz bezahlte ich 45 Euro. Konnte den Kauf rückgängig machen (hab ja keine Ahnung über die Inhaltsstoffe).

Eine Besonderheit bot diese Apotheke trotzdem: eine Rücken- und Nackenmassage um 30 Dirhan (sind ca. 3 Euro). MitarbeiterInnen massierten uns an die 5 Minuten. War recht angenehm. Der Rücken war nach 6 Tage Wüstenwanderung doch ziemlich verspannt.

Der Laden sieht ja einiges aufgeräumter aus als der in Fes … allerdings glaube ich auch hier nicht, dass es sich wirklich um eine Apotheke handelt. Eher ist das eine Herboristeria – also ein Tee- Gewürz und Kräuterladen. Klar kann man die auch als Medizin anwenden, aber für eine Apotheke hat es doch bemerkenswert wenig (=keine) Medikamente hier.