Fast.

Frau in der Apotheke: „Ich möchte gerne Tropfen gegen Halsschmerzen.“

Pharmama: „Zum gurgeln?“

Frau: „Nein, zum einnehmen.“

Pharmama: „Hmm, da kenne ich jetzt grad keine. Wissen Sie noch wie es geheissen hat?“

Frau: „Nein, aber es fängt mit einem R an und es ist rotblau gestreift.“

Pharmama: (Beim Schubladenziehen): „Resyl plus?“ 

Frau: "Ja. genau!"

Pharmama: "Das ist nicht gegen Halsschmerzen. Das sind Tropfen gegen trockenen Husten."

Frau: "Ich nehme sie trotzdem."

Pharmama: "…"

Jaja – heisst …

Mann in der Apotheke zu meiner Pharmaassistentin (PA): "Einmal Aspirin und Bexin Tabletten!"

PA: "Ist es für sie selber?"

Mann: "Für meine Frau."

PA: "Ist sie vielleicht schwanger?"

Mann: "Nein, aber sie stillt."

PA: "Dann sollte sie aber kein Aspirin nehmen – und Bexin ist auch …"

Mann: "Ach, das macht nichts, geben sie es mir einfach!"

PA: "Wirklich, das ist nicht gut für das Baby."

Mann: "Jaja"

(Laut Werner heisst das ja: ieckmichdocham… und genauso hat sich das von ihm auch angehört).

Mann (lässt sie nichts weiter sagen): "Ich bin von der Spitex, bekomme ich hier Prozente?"

(Das ist die Hauspflegehilfe hier).

PA: "Tut mir leid, nein."

Der Mann dreht sich wortlos um und zieht aus der Apotheke.

Die PA war noch fast froh, hat das doch weitere Diskussionen wegen dem Aspirin und Bexin in der Stillzeit erspart. Das ist nämlich Kontrainduziert (lies: das sollte man wirklich, wirklich nicht nehmen) und sie hat sich schon gefragt, ob sie die Abgabe verweigern sollte, wenn er doch so deutlich sagt, dass es für die stillende Frau ist.

Und der ist bei der Spitex? Brrrr.

Die machen ja einiges medizinisches in der Ausbildung, allerdings bestätigt mich diese Begegnung einmal mehr, dass es mit dem Wissen um Medikamente dabei nicht allzu weit her ist. Und sozialkompetenz? Spreche ich dem hier auch ab.

Apotheken aus aller Welt, 371: Tübingen, Deutschland

Die Mayer’sche Apotheke am Markt wurde 1569 gegründet [1] und ist damit der älteste noch existierende Betrieb in Tübingen.
Sie liegt am östlichen Ende des Marktplatzes an der Ecke zur Hirschgasse. Die restaurierte, alte Inneneinrichtung ist in dieser Form in Apotheken kaum noch anzutreffen.
Das Gebäude ist auch Stammhaus der weitverzweigten GelehrtenfamilieGmelin. An diese und an deren Begründer, den Apotheker Johann Georg Gmelin (1674-1728), erinnert eine steinerne Gedenktafel.

Micha

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Klein aber fein. Danke, Micha!

Ein bisschen Unterstützung für die Arbeit der Apotheken?

Der Kassensturz lässt abstimmen. Die Frage ist: Wollen wir mehr Verkauf von Medikamenten in Grossverteilern (Migros, Coop etc.) ?

Die Argumentation dafür ist wie immer: die Preise würden sinken.

An der Stelle möchte ich aber an ein paar Dinge erinnern: die Preise in der Schweiz sind nicht wegen den Apotheken so hoch – habe ich glaub' auch schon erwähnt. Wenn wir die Sachen günstiger bekommen würden, würden wir sie auch günstiger verkaufen. 

Dazu auch Dominique Jordan, Präsident von unserem Apothekerverband, der Pharmasuisse:  «Medikamente sind keine Konsumgüter und brauchen entweder eine Beratung oder eine Begleitung des Patienten.» Schuld an hohen Medikamentenpreisen sind oft die Hersteller …

Ich will hier wirklich keine Zustände wie in Amerika. Dort gibt es grundsätzlich nur 2 Einteilungen: entweder etwas ist rezeptpflichtig – dann bekommt man es auch nur mit Rezept vom Arzt – oder es ist es nicht. Dann bekommt man es überall. Amerika ist auch das Land wo die meisten Leute wegen Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Überdosierung von Medikamenten im Spital landen.

Schon klar: die Leute werden immer informierter und entsprechend selbständiger – aber wie zuverlässig ist die Info? Und ist es nicht gut, wenn man sich mit jemandem, der das wirklich gelernt hat abspricht? In der Apotheke (und Drogerie hier) bekommt man die Info – gratis zum Produkt.

Ausserdem möchte ich zum Nachdenken geben, dass eine Apotheke heute nicht mehr nur von Rezepten überleben kann. Das reicht nicht. Und dass die anderen Artikel, die man auch in Drogerien findet an sich schon von den Grosshändlern verkauft werden. Viele Medizinprodukte unterscheiden sich kaum von den "richtigen" zugelassenen Medikamenten – und die bekommt man jetzt schon im Migros. Mittel gegen Erkältung, zum Abführen, zum Einreiben. Einfach ohne Kontrolle der Produkte selber und ohne Beratung durch die Fachperson. (Da muss ich unbedingt auch mal drüber schreiben!). Schmerzmittel und so gehören da noch nicht dazu. Noch nicht.

Zur Umfrage geht's hier:

http://www.srf.ch/konsum/services/interaktiv/umfrage-lockerer-arznei-verkauf

Würdet ihr (Bitte) für unsere Arbeit abstimmen? 

Was würdest Du tun ?

Es gibt manchmal so Situationen in der Apotheke, da weiss man nicht recht, was man machen soll. Die Situation ist moralisch und/oder rechtlich … zwiespältig.

Beispiel gefällig?

Hatte ich vor ein paar Wochen.

Eine Frau um die 40 kommt in die Apotheke. Sie will einen dieser Drogenscreening-Tests für Zuhause bestellen.

Sie erklärt, dass sie damit ihren Sohn testen will. Der benimmt sich seit längerem seltsam und widerspenstig und sie vermutet stark, dass er irgendwelche Drogen nimmt – was er abstreitet.

Gut, Drogentests haben wir sowieso nicht an Lager, auch nicht den 6-fach Test, den sie will, das muss ich besorgen … das gibt uns etwas Zeit, darüber nachzudenken.

Also mal abgesehen von der persönlichen Situation – das Vertrauensverhältnis in der Familie scheint ja schon ziemlich angeknackst zu sein – darf die Mutter ihren Sohn überhaupt testen?

Ich nehme jetzt mal an, er ist noch minderjährig, kann aber nicht sicher sein.

Ohne sein Wissen wird sie ihn nicht testen können – das ist ein Urintest.

Und falls sie nicht darf … wie sieht das denn bei mir hier aus – darf ich den überhaupt verkaufen, wenn ich weiss, was sie damit vorhat? Ich meine … ein Drogentest … auch wenn sie das jetzt nicht so ausdrücklich erwähnt hätte…

Und: machen ist das eine, Auswerten ist das andere.

Hmmm …

Gedanken?

Was würdet ihr machen?

Was der Frau empfehlen?

Erinnert mich auch an diesen Post von vor 2 Jahren.