Apotheken in aller Welt, 399: Bamberg, Deutschland

Simop hat wieder ein paar hübsche Apotheken eingefangen …

Die Bilder im Regen stammen aus Bamberg. Dort finden sich in der Nähe des ZOB gleich 3 Apotheken hintereinander. Die beiden ersten habe ich fotografiert – zur Dritten (deren Schilder sind die überbelichteten Punkte oberhalb der Regenschirme) bin ich wegen des netten Wetters nicht mehr gelaufen – aber das ist auch eine hypermoderne, großzügig ausgestattete (dafür aber auch austauschbare) Apotheke.

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Genau das richtige für Ihr Problem!

Ich habe definitiv unterschätzt, wie sehr einen 2 Wochen fast ununterbrochene Arbeit auslaugen können. Es ist nicht nur das Geschäft und die Samstage, die ich übernommen habe. Es ist auch zuhause – es ist ja nicht so, dass meine „Arbeit“ fertig ist, wenn ich aus dem Geschäft komme. Ich habe noch eine Familie. Die will bekocht sein, Junior von der Schule, der Logopädie oder dem Schwimmen abgeholt und gelegentlich gebracht. Etwas zusammen unternommen. Und dann war da noch das Wochenende, wo ich mit meinem Mann in geschäftlicher Funktion unterwegs war. Sein Geschäft heisst das.

Jedenfalls fängt das an anzuhängen. Und da brauche ich jetzt einen Kaffee – auch als Coffeinspender. Ein Schluck und schon spüre ich die anregende Wirkung vom Coffein. Mehr wach.

Es geht doch nichts über einen anständigen Placebo Effekt!

Das lässt mich daran denken, dass ich als Pharmazeut einen enormen Einfluss auf die Wirkung eines Mittels haben könnte, einfach indem ich bei jedem Medikament, das ich abgebe es preisen würde. Das würde – sagt der Placebo-Effekt- das Ansprechen auf die Therapie enorm verbessern.

„Diese Schmerzmittel-Tabletten sind das Beste seit der Erfindung des Rades!“

… Würde das als unethisch angesehen werden?

Ich habe schon ein paar solche Aussagen gemacht, damit der Patient sich besser fühlt – und auch manchmal, damit er das Mittel überhaupt nimmt. Ist das so etwas wie eine weisse Lüge?

Frage an meine Mit-Medizinal-Personen: Wenn Du mit einem Patienten redest, übernimmst Du dann persönliche Verantwortung bei der Beantwortung seiner Fragen?

Ich meine: Benützt Du Phrasen wie „Man sagt …“ und verweist auf ein schwer fassbares Team von Experten und gemachte Studien oder sagst Du „Ich denke …“ und verweist auf Deine eigene Erfahrung?

Wie Zuversichtlich beantwortest Du Fragen auf die es bestenfalls zweideutige Antworten gibt? Es ist halt in der Medizin wie in allen Naturwissenschaften: 100% gibt es eigentlich nicht und es bleiben immer Unsicherheiten.

„Wird das meiner Allergie helfen?“ Es sollte. Es wird. Ich kann nicht sicher sein.

„Ist das das beste gegen meinen Juckreiz?“ Man sagt so. Wahrscheinlich.

„Macht das Simvastatin meine Leber kaputt?“ Studien zeigen … Experten sagen …

„Ist Aspirin oder ist Panadol besser gegen Migräne?“ Das kommt darauf an. Das ist ihre Wahl. Sie müssen es ausprobieren.

Können wir überhaupt Verantwortung übernehmen für etwas, wo wir nicht sicher sein können?

Ist überhaupt etwas sicher oder ist es überheblich zu behaupten, wir wüssten wie etwas herauskommt?

Ist X für die Behandlung von Y? – Ja.

Wird es bei meinem Y helfen? – Hoffentlich.

 

Wie beantwortet man so etwas? Oder bin ich einfach in philosophischer Stimmung, weil ich so müde bin?

Man schicke den Lehrling …

Besten Dank an Elawen für’s Aufmerksam machen:

In meinem Beruf ist es durchaus Usus, die neuen Auszubildenden am ersten Tag zu veräppeln :) Diesmal in Zusammenarbeit mit einer Apotheke.
(ich durfte das Augenmaß holen ;) )

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Original hier auf Facebook: https://www.facebook.com/DingeDieEinOptikerAugenoptikerNichtSagt

Aber Optiker sind nicht die einzigen, die ihre Lehrlinge auf unmögliche Missionen schicken:

siehe Mission impossible !

Das ist schon normal … oder?

„Könnten Sie mal mein Muttermal anschauen?“ Fragt mich die etwa 50 jährige Frau.

Pharmama: „Natürlich. Hinten im Beratungsraum können Sie es mir zeigen. Was ist damit?“

Frau: „Ich wollte nur, dass sie es mal anschauen. Ich habe eine Menge Muttermale, wissen Sie und das ist normal bei mir.“

Pharmama: „Okay?“

Inzwischen hat sie ihr Oberteil abgezogen und zeigt mir ihren Rücken. Da sind wirklich einige Muttermale, kleinere aber auch grössere – das grösste etwa 1 cm im Durchmesser – aber das ist nicht dasjenige, das ich mir anschauen soll.

Frau: „Dieses hier“ – deutet sie so gut es geht. „Das stört ein bisschen. Ich glaube der BH reibt.“

Pharmama: „Ja – das blutet auch.“

Sie dreht sich fast um die eigene Achse im Versuch da einen Blick drauf zu werfen – was schlecht möglich ist. Und einen Spiegel haben wir hier drin auch nicht – es ist ja keine Ankleidekabine sondern ein Beratungsraum.

Pharmama: „Juckt es denn?“

Frau: „Nein, eigentlich nicht. Können Sie es mir nicht verarzten?“

Pharmama: „Ich kann ihnen ein Pflaster drüber machen, ja. Aber mir gefällt nicht, dass es blutet. Zeigen sie doch ihre Male einmal einem Hautarzt. Das sollte man sowieso regelmässig machen, vor allem, wenn man ein paar hat.“

Frau: „Ja, aber das mit den Muttermalen ist normal bei mir in der Familie, meine Mutter hatte auch einige und nie Probleme. Und ich auch nicht.“

Pharmama: „Das ist schön und ich denke, die meisten sind auch kein Problem. Trotzdem haben sie hier ein paar auf dem Rücken, die würde ich von einem Spezialisten anschauen lassen.“

Frau: „Oh, ich habe die anschauen lassen, die sind okay?“

Pharmama: „Ja? Bei wem waren Sie denn – und wann?“

Frau: „Vor etwa 2 Jahren? Da hat es sich ein Apotheker angeschaut. Er meinte, die sehen okay aus.“

Pharmama: „Okay – ein Hautarzt wäre trotzdem besser – die haben auch Lupen und Lampen und so für eine genauere Analyse.“

Frau: (winkt ab) „Ach, die sind schon normal.“

Pharmama: „Nun, zumindest wegen dem der im Moment blutet würde ich gehen. Der sieht auch sonst nicht so gut aus. Unregelmässige Form und Farbe … ich bin vor einem Jahr auch eins zeigen gegangen. Zum sicher sein.“

Frau: „Ja und? Was kann da schon passieren?“

Pharmama: „Ummm – sich verändernde Muttermale können ein Hautkrebs sein. Und da ist es gut, wenn man das so früh wie möglich erwischt, da sonst die Möglichkeit besteht, dass sich der ausbreitet. Schnell. Ich würde das zeigen gehen! Einem Hautarzt.“

Frau: „Okay.“

Pharmama: „Kann ich ihnen die Adresse von einem in der Nähe mitgeben?“

abcd

Es ist immer gut, seine Muttermale im Auge zu behalten. Bei sehr vielen lohnt es sich auch, sich selber eine Körperkarte anzulegen mit den Orten / wie sie aussehen, damit man Veränderungen erkennen kann.

Auf was man achten sollte sieht man oben: die ABCD Regel: Ist es Asymmetrisch? Wie ist die Begrenzung? Wie ist die Farbe (Color)? Wie ist der Durchmesser? Verändert es sich?

Bei mehreren Muttermalen kann man auch oft vergleichen: Gibt es darunter ein Auffälliges? Ein „hässliches Entlein“ sozusagen?

Das blutende Muttermal der Frau oben war so ein hässliches Entlein. Besser, sie geht das rasch abklären. Wenn es meines wäre, würde ich es auch entfernen lassen – alleine, dass es durch den BH nicht weiter gereizt werden kann.