Wenn ich eine Frau wäre …

Der ältere, männliche Kunde macht Smalltalk, während ich dabei bin das Rezept einzugeben:

"Wissen Sie, ich mag es nicht, Medikamente zu nehmen. Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich wahrscheinlich mit 14 schon schwanger gewesen!"

Ich beim eingeben, mach so, als hätte ich das nur mit einem halben Ohr mitbekommen, was nicht stimmt, aber momentan weiss ich nicht, wie ich darauf reagieren soll … 

Der Mann (unbeeindruckt) fährt fort:

"Weil, ich hätte niemals die Pille regelmässig und jeden Tag nehmen können, wissen Sie?"

Pharmama: "Aaah."

 

(Zum Glück gibt es ja noch andere Methoden eine Schwangerschaft zu verhindern. Kondome zum Beispiel – ich bin sicher, ansonsten gäbe es wesentlich mehr Schwangerschaften … viele Frauen sind nämlich auch nicht gut im regelmässig nehmen …)

Den Apothekern eine Stimme geben

Den Apothekern eine Stimme geben … das ist ein Grund für meinen Blog. Und darum will ich heute einer Apothekerin aus dem Aargau die Gelegenheit geben sich (wie sie so schön sagt) auszukotzen.

Also hier: die Stimme einer direkt betroffenen Apothekerin:

Ich arbeite unter anderem im AG und 22. September ist Stichtag. Wie das ganze ausgeht kann ich nicht sagen, aber schon allein die Idee der Selbstdispensation treibt mich eigentlich dezent auf die Königspalme.

Ich spare mir jeglichen Kommentar zum haarsträubenden Argument der angeblichen Kostenersparnis und sage was es für mich ist. Es ist die Anmassung eine Tätigkeit an sich reissen zu wollen, für welche man gar keine ausreichende Ausbildung hat, wobei auch noch die Unkenntnis des Volkes im Durchschnitt ausgenutzt wird. denn was Leute teilweise über Apos wissen weisst Du ja .

Am meisten verärgern mich jedoch Gegenargumente wobei Birnen mit Äpfeln verglichen werden.

1. Das Vieraugenprinzip.
Zu seiner Entkräftung wird oftmalig angeprangert, dass bei der Abgabe von OTC Präparaten, dem Apotheker schliesslich auch kein Arzt auf die Finger schaut. Ja, richtig, ist aber nicht von Nöten. Der Apotheker bewegt sich im Rahmen seiner Kompetenz. Er diagnostiziert nicht sondern strenggenommen tut es der Patient selbst. Daher kann es OTC überhaupt geben. im Falle einer Verschreibung ist es nicht rechtens, dass der Arzt ein Medikament einfach abgibt. Die Gründe sind recht simpel. Das ist nicht seine Kompetenz und schon gar nicht seine Kernkompetenz, wie manche Verfechter der SD zu sagen pflegen. Er ist schlicht und einfach nicht dazu ausgebildet. Was?? Höre ich schon die Menge schreien…aber der muss doch wissen was er mir da verschreibt???? Ja sicher sicher ein Pilot fliegt sein Flugzeug auch..aber in und auswendig kennen tut es der Flugingenieur…..

2. Der Patient soll die Wahlfreiheit haben wo er seine Medikamente bezieht- beim Arzt oder in der Apo

????Dieses Argument legt den falschen Schluss nahe, dass beide Berufsgruppen die gleiche Kompetenz auf diesem Gebiet haben. dass diesem nicht so ist wissen wir. S.o. Warum wird nicht ausgesprochen, dass der Arzt ebensowenig einen Apotheker ersetzen kann?

3. Der Arzneimittel-Bezug direkt beim Arzt ist sicher

Der Arzt und Apotheker haben die Aufgabe die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten soviel ist sicher ;-) Aber Physiko-chemische WW sind nur der Anfang wo es hapert….

Ich will Zusammenarbeit. Dass es Grauzonen gibt ist klar. Aber das geht zu weit.

Ich bin durch :-)

Und ich Danke für das engagierte Mail, liebe "Apothekerin aus Leidenschaft". Ich bin ganz Deiner Meinung – es braucht beide. Es braucht Zusammenarbeit zur Sicherheit. Wenn ich sehe, wie oft ich täglich über Medikationsfehler stolpere (meist zum Glück nur kleine, aber nicht nur), dann weiss ich, dass es uns auch weiterhin braucht.

Lückenbüsserfunktion

Es kann nur schlimmer werden …

apocx519w

Oh, Ihr selbstdispensierender Arzt, von dem Sie alle ihre Medis beziehen ist in den Ferien … und sie haben nichts mehr? Aber natürlich schaue ich, dass Sie zu ihren Medikamenten kommen … und liefern? …Noch heute? … klar. (Grrrr!)

Ja, geht mir heute teils schon so.

Noch einmal der Aufruf an alle: helft den Aargauer Apothekern bei der Abstimmung am nächsten Wochenende: Ja zur Initiative „Ja zum miteinander!“

Asiatische Woche

paiyouji

Erst die Sache mit den Medikamentenretoure aus China (siehe Post gestern), dann gestern Mittag jemand mit einem Produkt, das sie bestellen wollte über uns. Sie hat einen Teil der Packung mitgebracht.

Mit dem Namen fand ich nichts im Artikelstamm (was mich nicht groß verwundert, da die Packung bis auf den Hauptnamen vollständig auf Chinesisch angeschrieben war, samt den Inhaltsstoffen). Im Internet fand ich es dann : ein Tee zum abnehmen.

Genaue Zusammensetzung nicht angegeben … Dafür fand ich eine Seite, wo die FDA (die amerikanische Gesundheitsbehörde) vor dem Produkt warnt, da es Sibutramin enthält. Dito das Lebensmittelministerium in Bayern – nur dass die auch noch Phenolphtalein drin gefunden haben. Ui! Das Sibutramin ist ein Appetitzügler, den sie wegen übler Nebenwirkungen (lies: Herzprobleme!) vor einigen Jahren außer Handel genommen haben und Phenolphtalein brauchte man zum Abführen – aber auch nicht mehr, da es krebserregend ist. Von daher habe ich der Kundin auch stark abgeraten, das via Internet zu besorgen … Wo sie wohl die letzte Packung herhatte.

Ich hoffe, sie hört auf mich.

Oh und direkt die nächste Kundin war eine Koreanerin (?) die sich wirklich herzig bemüht hat Deutsch zu sprechen.

Da die Dreier-regel damit erfüllt ist, denke ich, das war es jetzt. (So Sachen tendieren dazu immer in Dreier-Gruppen aufzutreten).