ein paar Impressionen – live von der ILMAC

Und noch einmal live – von der ILMAC: Der Messe für Industrie und Labortechnik.

Der Eingang ist doch schon ansprechend, oder?

ein paar Impressionen - live von der ILMAC

und für den Besucher wird der rote Teppich ausgerollt:

ein paar Impressionen - live von der ILMAC

Also ich habe das noch nie live gesehen: Eine Maschine, die Tabletten in Blister abfüllt, diese kontrolliert, Leer- oder nicht ganz-gefüllte aussortiert und die Blister dann in Karton-Packungen abfüllt.

ein paar Impressionen - live von der ILMAC

Aber es geht nicht immer nur ernst zu – mit diesem Mischgerät für’s Labor kann man offensichtlich auch Campari Orange mischen. Der Orangensaft schön vorgekühlt …

ein paar Impressionen - live von der ILMAC

… und für den, der noch nicht genug von Drinks hat: bei diesem Stand von HuberLab kann man sich welche mischen lassen von Liane (manchen vielleicht bekannt aus „Swiss Date“ und „Lifestyle“ … die Blonde hinten im Bild). Auf facebook haben die übrigens auch eine Seite – dort kann man mittels Drink mischen auch noch ein Wochenende gewinnen.

ein paar Impressionen - live von der ILMAC
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Live vom Lunch and Learn der ILMAC

Lunch and Learn heisst es jetzt: nützliches mit dem angenehmen verbinden. Das Thema heute ist: Arzneimittelfälschungen, was mich natürlich sehr interessiert.

Das findet statt am ILMAC Forum – Halle 1.1, das heisst sozusagen im ersten Stock – mittendrin. Die haben hier an der Messe Basel schon Platz zum versa… Verzeihung, es ist unglaublich grosszügig. Und ich bin mir bewusst, dass das hier nur eine von mehreren Hallen und Gebäuden ist, die sie haben.

Am Lunch and Learn heute geht es um Arzneimittelfälschungen. Das ist ein rasant grösser werdendes Problem, dem sich nicht nur die herstellende Industrie widmen muss, sondern auch wir in den Apotheken als Endhändler der Medikamente.
Ich muss zugeben, es macht mich nervös, daran zu denken, was da im Handel und in der Vertriebskette landen kann. Und es *kann*, auch bei uns. In Deutschland hatten wir dieses Jahr schon den grossen Omeprazol- Fall (von der allgemeinen Presse fast unbeachtet) …
Ich habe ziemlich Vertrauen hier in der Schweiz, dass das, was ich bestelle, in den Schubladen an Lager habe und abgebe auch (nur) wirklich das drin ist, was drauf steht. In guter, in kontrollierter Qualität. Dass so etwas wie mit dem Omeprazol in Deutschland passieren kann, beunruhigt. Ganz Anders sieht das jetzt schon aus in anderen Ländern, oder wenn man sich was im Internet bestellt. Das ist dann ein bisschen wie Roulette. Das ist – finde ich- im Zusammenhang mit der Gesundheit möglichst zu vermeiden.

im Moment allerdings höre ich einen Vortrag über tamper free packages – also Packen, denen ich als Apotheker es ansehen soll, wenn sie manipuliert wurden. Der Vortrag über die Fälschungen kommt etwas später, der Dozent ist noch nicht da.

ilmacforum

So, wenn ich das richtig verstanden habe, werden EU Richtlinien erarbeitet – und bis 2017 müssen alle Arzneimittelpackungen gemäss diesen Vorlagen fälschungssicher gemacht werden. Oder zumindest fälschungssicherer. Das bedeutet: Code-Identifizierung auf (und für) jede einzelne Packung, die im Handel ist. Qualitätssiegel (wie Hologramme) und Packungen, denen man es ansieht, wenn sie manipuliert wurden.

Da kommt noch etwas auf uns zu … und vor allem auf die Firmen, die das umsetzen müssen. Darum ist der Tenor vor allem: „Fangt jetzt schon damit an!“ … bis 2017 ist es nicht mehr weit.

… und hier auf der ILMAC findet man alles dafür, von Firmen für die Planung der Umstellung, Design, Packungsherstellern, Verpackungsmaschinenherstellern … etceterapepe.

Auch nett, der Wunsch, dass auf die Packungen jeweils ein Aufdruck drauf kommt, wie die Tablette drin aussieht. Nicht nur wegen den Fälschungen (finde ich), sondern: wie will ich in Zukunft den Patienten zeigen, wie das Mittel aussieht, wenn die Packung nicht mehr geöffnet werden kann … dafür?

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Live Blogging von der ILMAC

Heute einmal live – von der ILMAC: Der Messe für Industrie und Labortechnik.

Ich sitze hier irgendwo am Rand und bin gerade etwas überwältigt. So viele Firmen und Aussteller hatte ich irgendwie nicht erwartet. Aber was habe ich mir gedacht? Hier kommen wirklich alle, die mit Pharma und Prozesstechnik zu tun haben zusammen .. Und entsprechend haben sie auch viele Besucher. Ich falle also gar nicht auf…

im Moment bin ich grad im 2. von 3 Stöcken … Und ich habe such schon interessantes für mich gefunden – Wasser- und Flüssigkeitentechnik scheint sehr gefragt zu sein, aber mich interessiert mehr die „Hardware“: Pharmaverpackung.

Die Standbetreuerer waren auch sehr freundlich und haben meine Fragen beantwortet. Zum Beispiel dazu:

Interessant: eine Kindersichere Blisterpackung!

noch nie gesehen … Offenbar hier auch noch nicht so viel gebraucht, ihr Absatzgebiet ist noch vor allem Amerika. Dass das auch funktioniert, durfte ich selbst testen: ohne dass man die „Delle“ rechts oben drückt, bekommt man den Blister nicht heraus. Ausserdem ist die Verpackung extra reissfest … Wahrscheinlich haben sie das bei Ihren Tests mit den Kindern selber lernen müssen :)

Die Firma war übrigens Medipak Systems … Der Stand eine Kombi von Dividella, Rondo und Mediseal, die zusammenarbeiten.

überhaupt die Stände hier: hoch(HOCH) Professionell. Sauber, übersichtlich und grosszügig angelegt … und ganz ganz viele freundliche Leute, die einem alles erklären wollen.

ilmacverpackung

Wer auch Interesse daran hat, sich mir anzuschliessen, findet Hier „klick“ die Möglichkeit ein Ticket vorzubestellen. Mit dem Prio-Code: Blog-ILMAC2013 ist es sogar gratis!

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Bayer Aspirin und die „Phenol-Verschwörung“

So ziemlich jeder kennt Aspirin® – und wenn er es nicht selber nimmt, so hat er davon gehört, es in der Werbung gesehen oder im Medizinkästchen der Grossmutter.

In Amerika und anderen Ländern aber ist Aspirin als Generischer Name für Acetylsalicylsäure-Präparate bekannt. In Amerika heisst unser Original „Aspirin Bayer“.

Aspirin® ist der Markenname, den Bayer für ASS gebraucht hat. Der Wirkstoff wird seit 1899 medizinisch verwendet. Wobei Bayer sein Aspirin nicht frei verkäuflich, sondern zuerst nur via Arzt-Rezept und Apotheke vermarkten liess. Zu Beginn des ersten Weltkrieges 1914 bekam Bayer der bedeutendste Produzent von ASS – mit Ablegern der Firma im Heimatland Deutschland aber auch in Amerika und England. Zu der Zeit – lange vor der Entdeckung von Paracetamol (Panadol®), Ibuprofen und Naproxen war das sehr profitabel. Auch wegen des ausgezeichneten Marketing von Bayer mit ihrem Markennamen Aspirin. Den liessen sie patentieren in England, den Vereinigten Staaten und Deutschland selber– wobei sie in Deutschland das Markenrecht dafür schliesslich nicht bekamen.

Das Produkt lief gut – noch besser nachdem Bayer dazu überging Tabletten zu pressen und die Apotheken nicht mehr nur mit dem Pulver zu beliefern.

Vor dem ersten Weltkrieg baute Bayer eine Produktionsstätte in Rensselaer, New York – auch um die Import-Steuern auf das Medikament zu umgehen. Aber als der Krieg ausbrach, entstand ein neues Problem: Phenol wurde knapp. Phenol ist ein Bestandteil den es für die Synthetisierung von ASS braucht … aber auch für anderes: es ist Schlüsselbestandteil für die Produktion von Trinitrophenol – gebraucht in Munition und Explosivstoffen. Der Phenol-Mangel traf Amerika als ihr Hauptlieferant England es selber zur Sprengstoff-Produktion verwendete und die Ressourcen in Deutschland wurden blockiert durch die Britische Blockade des Nordatlantik. Die Fabrik in Rensselaer musste deshalb ihre Aspirin Produktion drosseln – ein Problem, weil das Patent, das Bayer auf Aspirin hatte dabei war auszulaufen, gerade jetzt, wo Bayer eine grosse Marketing Kampagne plante, um die Marke im Bewusstsein der Amerikaner zu verankern.

Bayer wandte sich mit seinem Problem an … Thomas Edison. Ja, der mit der Glühbirne und diversen anderen Erfindungen.

Edison war in ähnlichen Schwierigkeiten, weil er für die Herstellung seiner phonographischen Platten Phenol benötigte. Seine Lösung war, das Phenol selber herzustellen – wobei er eine Fabrik eröffnete, die mehr als das, was er brauchte produzierte. Der Überschuss war eigentlich für das Amerikanische Militär gedacht, aber die deutsche Regierung hatte andere Ideen dafür. Deutschland hatte Abgesandte in den vereinigten Staaten als Teil der Bestrebungen, Amerika neutral zu halten. Einige dieser Abgesandte entwarfen einen Plan: die Phenol-Verschwörung, sagen die Amerikaner heute – worin eine erfundene Kooperation mit Edison eine Abmachung einging, seinen Phenol-Überschuss zu kaufen. So würde das Phenol nicht in Bomben landen und Bayer weiterhin Acetylsalicylsäure produzieren können. Die Presse jedoch bekam Wind von dem Deal, der deswegen nicht zustande kam.

Der Markenname Aspirin® fiel dadurch in der Gunst und die Britische Regierung aberkannte Bayer den Markennamen Aspirin®. Als die Amerikaner sich mit England, Frankreich und Russland verbündeten, wurde das wichtig, denn die Vereinigten Statten anektierten den ganzen Besitz von Bayer in den U.S. inklusive ihren Markennamen (zumindest, wenn im Land gebraucht). In vielen Fällen wurden ähnliche Besitzergreifungen nach dem Krieg zurückgegeben, aber Bayer wurde zum Spezialfall.

Der Vertrag von Versailles beendete den Krieg was Deutschland anging – und die Deutschen mussten danach Millionen Dollar an Wiedergutmachung zahlen.

Weil ein Auszahlen des Geldes in Bar zu einer Hyperinflation der Deutschen Mark führen würde – und dadurch den Wert der Zahlungen selber vermindern, wurden die beteiligten Partien kreativ. Deutschland stimmte zu stattdessen Kohle, Stahl und andere Ressourcen zu übergeben. Und – wichtiger für diese Geschichte, Deutschland erklärte sich auch bereit ihren Anspruch auf manches „Geistiges Eigentum“ aufzugeben (ein anderes Wort für Patente) – so wie „Aspirin“ als Markenname.

Darum gilt Aspirin heute in den meisten Teilen der Welt als generischer Name.

Übrigens: ein weiterer Markenname den Bayer so verlor, war Heroin.

Zum Thema …

Rechtschreibfehler:

Kommt die Kundin – eine Frau mit Wurzeln im Osten (und dem entsprechenden Akzent) in die Apotheke.

„Das Rezept isst fürr meinen Mannn … aberr das müssen Sie mirr erklären. Ich kann ja Deutsch … aberr was isst das?“

(siehe unterste Zeile)

Rezeptschreibfehler