Mit bestem Dank an Udo für diese Apotheke!:
heute einmal ein Bild aus dem hohen Norden: Die historische Schwan-Apotheke in Husum an der Nordseeküste.

Mit bestem Dank an Udo für diese Apotheke!:
heute einmal ein Bild aus dem hohen Norden: Die historische Schwan-Apotheke in Husum an der Nordseeküste.


Eine Geschichte von einer Leserin, die anonym bleiben möchte – als Beitrag zur Blogparade.
Mein Mann ist HIV positiv, blöd, aber eigentlich heute keine Katastrophe mehr. Blöd nur, wenn an einem Samstag, eine Stunde nach der Schließzeit unserer Stammapotheke, klar wird, dass eines der ART Medikamente alle ist, blöde Depressionen. Ich selber bin nach einer Woche erst von einer Dienstreise zurück gekommen.
Nun ist guter Rat teuer, der Stammarzt ist nicht zu erreichen, die Stammapotheke hat natürlich keinen Notdienst, aber die Tabletten müssen ran.
Das war der Startschuss für eine mittelprächtige Odyssee, erst mal in der nächsten Klinik mit HIV Ambulanz angerufen, die konnten oder wollten nicht weiter helfen, nach diversen Telefonaten in der örtlichen hausärztlichen Notfallambulanz gelandet, wo, zum Glück ein Arzt mit Ahnung saß, der mir ein Rezept ausgestellt hat.
Gut, das hatte ich schon mal, aber wo einlösen? Welche Apotheke kann mir zu der Zeit ein Medikament [Kivexa] besorgen, dass die meisten Apotheken noch nicht einmal dem Namen nach kennen? Also erst mal ab in die nächstgrößere Stadt, die eine Bahnhofsapotheke haben, die Samstags bis 20.00 Uhr und auch am Sonntag geöffnet hat.
Klar, auch die hatten es nicht da, boten mir erstmal an, es auf Montag zu bestellen, nach kurzer Diskussion mit dem Apotheker, was das für ein Medikament ist, sah auch er das Problem.
Also wurde ich auf einen Stuhl verfrachtet, bekam erst mal einen Kaffee und ganz viel Zuspruch (Ja, ich war an dem Punkt schon ziemlich verzweifelt), und der Apotheker klemmte sich ans Telefon um erst mal seinen Großhändler aus dem Wochenende zu scheuchen. Nachdem der leider auch nicht weiterhelfen konnte, bekam ich den nächsten Kaffee und es wurde weiter telefoniert, bis in einer Krankenhausapotheke, ca. 50 Kilometer weiter das Medikament aufgetrieben wurde.
Mit eigens ausgedruckter Wegbeschreibung wurde ich also auf die Autobahn geschickt, um knapp eine Stunde später das benötigte Medikament entgegen nehmen zu können.
Keiner dieser Menschen, die mir heute so großartig geholfen haben, haben daran einen Pfennig verdient! Auch der, unglaublich nette und hilfsbereite, Bahnhofsapotheker hat es abgelehnt, sich für seine Mühe bezahlen zu lassen. Da er mir ja das Medikament nicht verkaufen konnte, hatte ich angeboten, das er mir wenigstens die Beratung und die Arbeitszeit, immerhin fast eine dreiviertel Stunde, in Rechnung stellt. (Ehrensache, dass zumindest eine große Ladung Kuchen und Kekse aus der benachbarten Bäckerei ihren Weg in die Apotheke fand)
Also, liebe Internetapothekenbesteller, das kann keine Internetapotheke leisten, unterstützt eure örtlichen Apotheken, wenn es Knopf auf Spitz steht, werdet ihr sie zu schätzen wissen.
Was ich immer wieder erstaunlich finde sind Patienten, die mit einem Rezept kommen, es aus der Tasche (oder dem Portemonnaie) ziehen und dann anfangen es genau zu studieren.
Wissen die denn nicht, was der Arzt ihnen aufgeschrieben hat?
Und oft ist es so, dass sie dann die Arztschrift nicht entziffern können. Dann kommt so etwas wie: „Also ich brauche das Amm Mm o …?“
Statt dass sie das Rezept dem Apotheker geben und fragen, für was es ist, oder halt, dass sie das Antibiotikum (oder was auch immer) brauchen.
Ein bisschen Eigenverantwortung gilt auch für die eigene Gesundheit. Man ist heute dem Arzt (oder Apotheker) nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, man darf auch ein bisschen mitreden.
Danke an Joel aus Luxemburg für diese musikalisch-schnuggelige Apotheke!
Ich hätte hier auch noch zwei Fotos von einer Apotheke. Ich habe sie breits vor 3 Jahren gemacht als ich dein Blog noch gar nicht kannte.
Sie befindet sich in Sibiu in Rumänien. Ich fand den Namen sehr Lustig.
Im Hinterzimmer der Apotheke wird die neue Abba Gruppe hochgezüchtet ;-)


Der Patient gibt mir sein Rezept – eine klassische Kombination von 2 Antibiotika und einem Magensäureblocker.
Mann mit Rezept: „Hier ist mein Rezept, der Arzt hat es ausgestellt, weil ich einen Helikopter Pylori habe!“
Und jetzt bekomme ich das Bild vom Bakterium mit Helikopterflügeln nicht mehr aus dem Kopf …
Gemeint ist natürlich Helicobacter Pylori, ein Magenkeim, der auch Magengeschwüre mitverursacht.
„Haben Sie Essigessenz?“ fragt mich die etwa 50jährige Kundin in der Apotheke.
Pharmama: „Nein, aber ich könnte es Ihnen bestellen. Brauchen Sie weisse oder braune?“
Frau: „Keine Ahnung.“
Pharmama: „Für was ist brauchen Sie es denn?“
Frau: „Ich habe gelesen, dass das ein günstiges Mittel ist gegen Nagelpilz.“
Pharmama: „Das habe ich zwar noch nicht gehört, aber ich kann mir vorstellen, das geht – immerhin hat es in den Nagelstiften Milchsäure drin und man macht damit ja auch nur den Nagel für den Pilz unattraktiv … Nun, ich schätze, dann ist es egal: dafür können Sie beide nehmen.“
Ich hole den Katalog zum Chemikalien bestellen.
Pharmama: „Der weisse ist etwas günstiger, die Mindestbestellmenge ist 1 Liter. Das bekommen sie für etwa 15 Franken.“
Frau: „Was?! Aber ich brauche nie so viel. Und das soll günstig sein?“
(Also ich habe das nie behauptet …, aber es ist günstiger als die Nagelstifte für fast 40 Franken, die man sonst für das verwendet)
Pharmama: „Nun, ich kann es ihnen in ein kleineres Gefäss abfüllen, aber ich kann nicht weniger bestellen als einen Liter, also bleibt der Preis gleich.“
Frau: „Das verstehe ich nicht. Mehr als 50ml brauche ich sicher nicht – dann müsste das nur etwa 1 Franken kosten! So stand das auch in der Zeitschrift!“
Pharmama: „Ja – aber da ich die Essigessenz ansonsten nicht mehr brauchen werde (das ist die erste Anfrage, die ich dafür in 10 Jahren habe), kann ich das Ihnen nicht so verkaufen.“
Das wäre ein klassisches Verlustgeschäft.
„Und auch mit den 15 Franken ist es immer noch günstiger als die Stifte – die kosten zwischen 30 und 40 Franken.“
Frau: „Das ist nicht günstig! Dann nehme ich halt meinen normalen Essig!“
Nur zu, versuchen Sie das. Solange das nicht Balsamicoessig oder welcher mit Himbeergeschmack oder Kräutern drin ist …
Interessant übrigens: Essigessenz ist bei uns praktisch nicht bekannt – findet man aber in Deutschland in jedem Kaufhaus, zum Teil in 5l Packungen. Für was eigentlich?
