Pflänzchen

Also:

Wenn Du Deine Nachbarin bittest, während Deiner Abwesenheit „meine Tomatenpflanzen zu giessen“ (siehe Bild), solltest Du vielleicht vorher sicher gehen, dass sie keine Pharmaziestudentin ist.

So geschehen einer Mit-studentin vor etwa 15 Jahren – aber das gilt heute noch.

(Yup, das ist Cannabis.)

Für Interessierte:

Ich musste letzthin für einen Arzt ein paar Fragen zum Nachweis von Cannabiskonsum nachgehen. Das ist die Kurzfassung:

  • Nachweis mittels Schnelltest im Urin (wenige Tropfen genügen): Z.B. durch Intex Drogentest THC oder / Diatest Drogentest Cannabinoide
  • Beides Qualitative Nachweise = ab 50 nanogramm/ml (das ist seeeeehr wenig!)
  • Test funktioniert mit spezifischen Antikörpern. (d.h. er ist sehr genau nur auf das Gesuchte)
  • Nachweis von Tetrahydrocannabiol und deren Abbauprodukten (THC-Carbonsäure und weiteren)
  • Nachweis bis 3 Wochen nach Rauchen / Einnahme von Cannabis – weil die Abbauprodukte lipophil sind und im Körperfett gespeichert und dann langsam freigegeben werden. Bei Abmagerungskuren kann die Zeit der Freigabe noch verlängert sein.
  • 1 x rauchen reicht, dass der Test angibt (Angeblich braucht es sogar weniger als einen Joint, sagt die Firma Imbiex)
  • Quantitative Tests existieren auch, werden jedoch nur in Labors durchgeführt:  mittels Chromatographischen  Methoden. Auch Urintest.

Zur Komplementärmedizin Abstimmung

Für einmal ein paar eher kritische Gedanken.

Die Abstimmungsfrage lautet:

Wollen Sie den Verfassungsartikel „Zukunft mit Komplementärmedizin“ annehmen?

Art. 118a (neu) Komplementärmedizin

Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin

Der Artikel ist sehr offen formuliert und enthält keine Angaben darüber, wie diese Berücksichtigung konkret aussehen soll.

Es tönt ja im Prinzip nicht schlecht, gibt aber ein paar Dinge zu bemerken:

Es gibt in der Schweiz etwa 200 verschiedene Arten und Methoden, die unter das Label „Komplementärmedizin, „alternative Medizin“ oder „traditionelle Medizin“ fallen. Das reicht von der bekannten, bewährten und in Studien getesteten Phytotherapie über relativ seriöse Dinge wie die Homöopathie, die anthroposophische Medizin und Akupunktur, über zumindest lang bewährtes wie der traditionellen chinesischen Medizin zu sehr esotherischem wie Aura Soma, Kinesiologie, Pulsierende Magnetfeld Therapie, Steinheilkunde … eigentlich sogar Uriellas gesegnetes Badewannenwasser…

Bei den letztgenannten und vielen weiteren Methoden hat man weder Studien noch Nachweise über die Wirkung  noch die Sicherheit. Oft hat man nur Erfahrungsberichte: „Ja, es hat meiner Oma geholfen, also …“

Im Moment ist es so, dass gemäss dem Schweizerischen Krankenversicherungsgesetz (KVG) Leistungen unter der Bedingung bezahlt werden, „wenn nachgewiesen ist, dass sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.“

Ich kann nicht einsehen, warum ein Standard festgelegt wird, wie die Wirksamkeit nachgewiesen werden muss, nur um dann eine ganze Gruppe von genau diesem Nachweis zu befreien.

Es gibt darüber hinaus eine Menge Zusatzversicherungen, die man für wenige Franken im Monat bekommen kann, welche dann doch eine Menge der obengenannten Methoden übernehmen. Das ist keine „Zweiklassenmedizin“!.

Und zur „Wirtschaftlichkeit“: Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust, meine Krankenkassenprämie für die Grundversicherung noch mehr steigen zu sehen – und das wäre unter Garantie der Fall, wenn auf einmal einfach alles übernommen wird,

Sicher sollte man die verschiedenen Methoden einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Eine Voraussetzung für die Zulassung einer Methode sollte sein, dass der Sicherheitsnachweis der Methode und der entsprechenden Produkte vorliegt und dass ausschliesslich Personen, die eine anerkannte Aus- Weiter- und Fortbildung absolviert haben, autorisiert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Komplementärmedizin unprofessionell angewendet wird.

Das ist übrigens auch der Standpunkt des Schweizer Apothekervereins, der sich aber in der Abstimmung vornehm zurückhält.

Im Moment finde ich den Artikel nicht annehmenswert. Da fehlt noch viel zu viel.

Allzeit bereit?? Cialis once daily

– ein Durchbruch in der Behandlung oder Marketing plot?

Im Moment wird man in der Apotheke praktisch überschüttet mit Werbung und Info zum neusten Produkt von Lilly: Cialis once daily.

Cialis ist wie Viagra und Levitra ein Medikament zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Das neue an diesem ist einfach, dass man es statt kurz vor dem Sex einmal täglich einnimmt.

Mein erster Gedanke als ich das gelesen habe war: wow. Da verdient sich die Firma ja eine goldenen Nase daran, wenn das wirklich ankommt. Hast Du eine Ahnung, wie teuer Cialis ist? Und das jetzt als regelmässige Einnahme, täglich?

Aber ich bezweifle ernsthaft, dass das in der Schweiz ankommt. In Amerika vielleicht schon, wo es erlaubt ist Werbung für rezeptpflichtige Medikamente direkt an das Publikum zu machen. Nachdem man genügend am Fernsehen und in Zeitschriften berieselt worden ist laufen sicher einige zu ihrem Arzt und verlangen das. In der Schweiz ist nur Werbung an die Ärzte und Info an die Apotheker erlaubt. Da wird das einiges schwieriger, das anzubringen.

Es gibt noch ein paar andere Dinge zu bedenken:

Die Dosis muss individuell eingestellt werden. Cialis gibt es zu 10 und 20mg. Auch von diesen sagte man, dass die Wirkung länger sein sollte als bei Viagra oder Levitra: bis 36 Stunden.

Und neu also 1x täglich zu 2.5 oder 5mg. Wenn man nun eine Dosis zu 5mg nimmt, dann bedeutet das, dass man nach dem normalen Dosismaximum (Peak) nach 30-60 Minuten eine stetig  geringer werdende Menge des Wirkstoffes im Körper hat –die dann „im richtigen Moment“ (hoffentlich) ausreicht um eine Erektion zu unterstützen. Das dürfte nicht bei allen der Fall sein.  Und diesen zu sagen, dass sie halt noch zusätzlich eine normale Tablette Cialis nehmen sollen…

Dann ist da das Problem der Compliance. Ja Sex kann ein guter Motivator sein, aber so sollten eigentlich auch potentiell tödliche Krankheiten wie Herzinsuffizienz, Diabetes etc. Trotzdem zeigen Studien über Studien dass es den Leuten schwerfällt ihre Medikamente richtig zu nehmen.

In dem Fall: wenn man ein paar Tabletten auslässt, fällt der Wirkstofflevel im Blut unter die Wirksamkeitsgrenze.

Aber Schuldgefühle können auch motivierend sein, das dürfte Cialis zu gute kommen: „Was heisst das ‚Nein’? Meinst Du ich schlucke täglich diese Tablette und jetzt bist Du nicht interessiert?

Wahrscheinlich ist es trotzdem besser und günstiger halt etwas vorauszuplanen und die Tablette kurz vor dem Sex zu nehmen. Wie gesagt, auch die bisherigen Cialis können bis 36 Stunden wirken – das reicht für ein Wochenende.

Inhalation bei Erkältung

Unter Inhalation versteht man die Anwendung eines Arzneistoffes via die Lunge.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Bei Asthma oder manchmal auch bei Bronchitis mit Atembeschwerden benutzt man im Normalfall die fertigen Medizinprodukte in Form von Dosieraerosolen, Diskus oder Pulverinhalatoren. Das sind kleine Geräte, die beim Draufdrücken oder Einatmen durch das Gerät eine bestimmte Dosis Medikament abgeben: Im Normalfall Bronchien-erweiternde Mittel und/oder Cortison. Diese sind alle rezeptpflichtig.

Es gibt auch die Möglichkeit Mischungen via Vernebler zu inhalieren. Diese funktionieren nicht über Wärme sondern versprühen die Lösungen durch Druckluft oder Ultraschall in feine Tröpfchen, die dann eingeatmet werden können.

Die bekanntesten sind die Geräte von PARI. Dabei verwendet man ebenfalls Lösungen mit Bronchien-erweiternden Mitteln und/oder Cortison in einer 0.9% Salzlösung. Die Salzlösung und das Gerät (zum mieten oder kaufen) gibt es auch ohne Rezept, aber die Lösungen sind sonst nur via Arztrezept erhältlich.

Und dann gibt es noch das, was man bei Erkältungen macht: die Inhalation von leichtflüchtigen Substanzen (meist ätherischen Ölen) durch erhitzen und verdampfen in heissem Wasser.

Das kann man machen mit reinen ätherischen Ölen, Pflanzenauszügen wie Kamille, Eucalyptus, Thymian, Rosmarin, ev. sogar Lavendel (dann nimmt man einfach die Pflanzen in getrockneter oder Teeform) oder mit Fertigprodukten, die auch Mischungen aus ätherischen Ölen enthalten: Pulmex, Nasobol, Transpulmin, Vicks, Po Ho Öl, – dabei kann man ausser den Kapseln oder Tabletten durchaus auch die Erkältungssalben nehmen und die im heissen Wasser auflösen.

Achtung: Ätherische Öle sollten bei Kinder nur vorsichtig angewendet werden, weil manche mit Bronchospasmen reagieren – d.h. die Lungenwege ziehen sich krampfartig zusammen und sie bekommen keine Luft mehr. Unter 6 Monaten keine Erkältungssalben mit ätherischen Ölen benutzen (danach geht z.B. Pulmex Baby). Richtige Inhalationen erst ab etwa 6 Jahren – vorher besser nur mit Wasserdampf arbeiten.

Man hört gelegentlich von Salzwasserinhalation. Das müsste dann aber mittels Vernebler passieren, da Salze nicht flüchtig sind und im Wasser zurückbleiben (das Phänomen kennt man vom Haushalt wenn man etwas Salzwasser einkochen lässt). Anscheinend ist das aber manchen Ärzten noch nicht so bekannt.

Anzeigenbetrug!

Aktuell sind wieder Betrüger am Werk, die einem (professionell aussehende) Vorlagen oder „Gut zum Druck“ oder Einträge in irgendwelche Register zufaxen, die man dann unterschreiben und zurückfaxen soll. Damit man das auch eher macht setzen sie den Namen eines Mitarbeiters unter Ansprechspartner darauf und sie telefonieren gleich vor oder nach dem Fax noch „das sei so in Ordnung, man solle es nur noch rasch unterschreiben und gleich zurückfaxen“.

Oder sie behaupten, dass man unterschreiben soll, wenn man keine Verlängerung wünsche von einem angeblich bestehenden Vertrag.

Klar. Was unterschreibe ich denn da?

Das Kleingedruckte ist auf dem Fax mit Mühe entzifferbar, aber da steht:

Der Anzeigenvertrag hat eine Laufzeit von einem Jahr und kommt ab dem Zeitpunkt zustande, ab dem der Auftraggeber dieses Vertragsangebot durch seine Unterschrift annimmt. Der Anzeigenvertrag kann … aus welchen Gründen auch immer, nur innerhalb 1 Woche nach Unterzeichnung und nur gegen volle Schadloshaltung des Verlages gekündigt werden. Der zu leistende Schadensersatz … beträgt jedoch mindestens 75% des Gesamtpreises. Der Schadenersatz wird bei Rücktritt sofort, für alle Auflagen fällig. Das Vertragsverhältnis beinhaltet vier kostenpflichtige Auflagen …. Für jede Auflage entsteht der Auflagepreis erneut. …

Anzeigepreis (pro Auflage): 1 Anzeigenfeld Fr. 699.- zuzüglich Farbpauschale Fr. 299.-, Satzpauschale Fr 399.- und Versandpauschale Fr. 85.-. Alle Preise verstehen sich zzgl. Mehrwertsteuer.

Zahlungsbedingungen: Die Rechnungen sind innert 30 Tagen, ohne Abzug, zur Zahlung fällig. Bei Zahlungsverzug wird pro Mahnung eine pauschale Umtriebsgebühr von Franken 40.00 berechnet. Verzugszinsen werden 7% per anno berechnet. Zusätzlich werden Kosten, die durch die Inanspruchnahme von Inkassogesellschaften oder Rechtsanwälten entstehen dem Auftraggeber belastet. Zahlungen mit befreiender Wirkung können nur an den Verlag erfolgen.

Vertragsverlängerung: Der Anzeigenvertrag verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er vom Kunden nicht spätestens 3 Monate vor Ende des Vertragsablaufes schriftlich gekündigt wird.

Das bedeutet (wenn man es mal durchrechnet):

699.- + 299.- + 399.- + 85.- = 1482.-

x4 (Auflagen)  =  5928.-

x2 (Auflagenfelder, die sie so auf die Vorlage gesetzt haben)=  Franken 11’856.-  !!

(und dann kommt noch die Mehrwertssteuer dazu)

Für ein Werbefeld von 4x6cm in einer Beilage, die sowieso niemand liest.

Und wenn man aus dem Vertrag rauswill, zahlt man trotzdem mindestens 75% = Franken 8892.-

Der Name des Verlages übrigens (dieses Mal): Nerus AG, Rapperswil

Laut K-Tip sind dies die weiteren aktuellen Firmen:

The Yellow Pages, Paris; Regionaler Wirtschaftsdienst, Berlin; Tobek Media, Berlin; FraVal Concept AG, Bern; New Media Design, Birmingham; Trend Media Regional, Rotkreuz; SM Swiss Motion, Arth; Media Print NT, Zug. Und im Internet: Webclick GmbH; HIM Swiss-Internet AG; Branchendirect24; http://www.ch-telefon.ch.

Ich kenne mindestens 3, die schon einmal auf so etwas reingefallen sind. Unter anderem auch fast mein Kuschelbär, weil sie ihm eine Vorlage geschickt haben, die der die er normalerweise für Werbung in einer Zeitschrift hat seeehr Ähnlich sieht. Aus so einem Vertrag wieder rauszukommen kostet Zeit und Nerven und Geld.

Don’t do it!