Wirklich schnelle Pflanzen

Man stellt sich eine Pflanze ja immer als etwas statisches, oder zumindest sehr langsames vor, als etwas was sich praktisch nicht bewegt … gut sie wächst (und manche so, dass man täglich Veränderungen sieht), aber sonst?

Dabei gibt es durchaus welche, wo man zusehen kann, wie sie sich bewegen. Die Mimose zum Beispiel zieht sich auf Berührung zusammen, die Veusfliegenfalle fängt Fliegen, indem sie ihr Blätter rasch zuklappt, aber habt ihr schon mal das gesehen? :

Das im Video ist übrigens eine Nachtkerze. Sie findet sich inzwischen auch in europäischen Gärten, ursprünglich kommt sie aus Amerika.

Den Namen hat sie nicht von ungefähr: Weil sie vor allem durch nachtaktive Insekten bestäubt wird, blüht und duftet sie  nur nachts. Das Öffnen der Blüte erfolgt oft innerhalb weniger Minuten in einer fliessenden Bewegung. Ich finde es faszinierend zu sehen.

Nachtkerzen werden übrigens auch medizinisch verwendet. Das Öl aus den Samen ist reich an ungesättigten Fettsäuren (viel Gamma-Linolensäure) und wird verwendet bei Hautproblemen und bei Mensbeschwerden und neuerdings auch bei AD(H)S. Beispiele: Burgerstein EPO, Eopgam, Equazen und Lipoderm Omega Lotion.

Ich will aber jetzt impfen!

Ich komme gerade von einem kurzen Ausflug auf die Toilette zurück, da höre ich jemanden laut toben. Vor meiner Pharmaassistentin steht ein Mann schreiend in der Apotheke :

„WAS? Sie haben KEINEN IMPFSTOFF GEGEN DIE SCHWEINEGRIPPE?? Wie kann das sein? Sie sind doch eine Apotheke? ICH WILL ABER SOFORT GEIMPFT WERDEN! …

Schauen sie denn kein Fernsehen? Ich habe da einen kanadischen Sender auf dem bringen sie immer die Neuigkeiten und wieviele schon gestorben sind!

ICH MUSS DAS JETZT UNBEDINGT HABEN !!!“

Tut mir leid, lieber Herr Panik, aber hier in der Schweiz bekommen wir als Apotheke den Schweinegrippe-Impfstoff gar nicht. Die Impfaktion die gerüchteweise „demnächst“ starten soll (seit Ende September oder so) wird rein durch kantonale Institutionen organisiert. Ich glaube nicht mal die normalen Ärzte bekommen den Impfstoff.

Und obwohl ich seine Impfbereitschaft löblich finde … zu den Risikopersonen gehört er nicht unbedingt.

„Unglaublich!“ muttert der Mann und stapft wieder hinaus.

Übrigens: bisher sind es in Deutschland jetzt 6 Todesfälle durch die Schweinegrippe, in der Schweiz und in Österreich noch keine.

Dagegen stelle man die allein in Deutschland um die 15’000 Todesfälle jährlich wegen der saisonalen Grippe oder die etwa 1000 in der Schweiz.

Wie wärs denn mit der normalen Grippeimpfung?

Also die habe ich.

Wovor hast Du Angst?


Vor Spinnen habe ich ja nicht Angst, was wohl daran liegt, dass es in unseren Breitegraden nicht gerade viele giftige gibt, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Schön finde ich sie trotzdem nicht. Für Schlangen gilt etwa dasselbe, wobei ich denen zumindest optisch etwas abgewinnen kann.

Wirkliche Phobien – wie z.B. die Arachnophobie (Angst vor Spinnen) oder die Claustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen) können extrem einschränkend werden, v.a. wenn man sich ihnen nicht immer wieder mal stellt, sondern unangenehme Situationen vermeidet. Dann haben sie die Angewohnheit immer schlimmer zu werden, bis man z.B. nicht mehr den Lift nehmen kann, oder nicht mehr nach draussen geht aus Angst eine Spinne zu sehen.

Ich persönlich habe ja Flugangst (wenn es eine wirkliche Phobie wäre: Aviophobie), aber ich lasse mich darum nicht vom fliegen abhalten … und soll ich Euch etwas verraten? Das letzte mal, als ich während dem Flug so in Sorge war wegen Junior mit der Lebensmittelvergiftung, da hatte ich gar keine Zeit mich darüber zu ängstigen, dass das Flugzeug abstürzen könnte. Das war eine ziemlich erhellende Erfahrung, so dass ich mir jetzt auch weniger Sorgen mache um das nächste Mal.

Und vor was habt ihr Angst? – Wenn ihr euch denn getraut das zu sagen …
Eine Liste mit Phobien findet sich hier.

ich: Versuchskaninchen

Apotheker sind Pharmazeuten – und als solche auch an der Entwicklung von Medikamenten beteiligt – nicht nur am Verkauf und Vertrieb. Ein Grund mehr, die Forschung und Entwicklung ein bisschen zu unterstützen – und gleichzeitig etwas über die Prozesse zu erfahren, indem man sich als Versuchskaninchen für neue Medikamente oder Grundlagenforschung zur Entwicklung stellt.

Ich habe das bisher einige Male gemacht.

Das erste Mal der Vergleich von pflanzlichen Schlaftabletten gegenüber Placebo und Rohypnol (starkes Schlafmittel).

Dabei wurde geschaut, ob es beim pflanzlichen Schlafmittel auch einen Overhang gibt am nächsten Morgen, also ob man dann immer noch müde und reaktionslangsamer ist wegen dem Medikament. Die Studie war doppelblind und placebokontrolliert – also wusste weder Prüfer noch Proband (ich), was man bekommt. Ich musste am abend vorher einen Reaktionstest ablegen (etwas mit blinkenden Lichtern und Zahlen, sowie eine Fahrprüfung am Monitor) dann 2 Kapseln schlucken nachts um 1 Uhr – da war ich schon müde, weil ich da normalerweise tief schlafe, also kann ich nicht sagen, ob die Kapseln etwas gebracht haben. Dann am Morgen noch einmal derselbe Reaktionstest und Fahrprüfung. Ich schnitt besser ab als am Abend vorher – typisch Lerneffekt. Die spätere Auswertung zeigte dann auch, dass ich das Placebo hatte.

Ein paar Tage später ein Anwendungstest zur Entwicklung von einem pflanzlichen Schlafsirup. Das kann man schlecht gegen Placebo testen, denn der enthält Baldrian, das wirklich einen typischen Geruch hat und man nicht verstecken kann. Da musste ich wieder einen Fahr- und Reaktionstest machen, ausserdem Seitenweise p’s, d’s, q’s und b’s anstreichen. Dann den Sirup nehmen, eine halbe Stunde warten und das Ganze nochmals. Dann war ich entlassen. Dazu kann ich nur sagen: der Sirup wirkt: auf dem Nachhauseweg bin ich um ein Haar mitten in der Stadt auf dem Bus eingeschlafen.

Dann eine Studie zu PMS – das ist das Prämenstruelle Syndrom. Den Frauen dürfte das Problem bekannt sein: vor und mit Beginn der Periode auftretende Probleme wie Kopfschmerzen, Migräne, Brustspannen, Bauchkrämpfe, sehr schmerzhafte Blutungen, Stimmungsschwankungen … ja, ja, macht ihr Männer nur Witze wie Hormongesteuert wir Frauen sind. Das war auch ein Ziel der Untersuchung: zu schauen, ob die Probleme eventuell von einem phasenweise erhöhten Prolactinspiegel herstammen können … und ob ein pflanzliches Medikament mit Vitex agnus castus (Mönschspfeffer) einen Einfluss auf Hormonspiegel und Beschwerden hat. Dazu gehörte eine einige Monate lange tägliche Einnahme des Medis, Fragebogen und regelmässige Blutentnahmen. Auch da kann ich sagen: Das Medikament wirkt .. es braucht etwas Anlaufzeit (3 Wochen mindestens) und man muss es täglich nehmen. Wenn man es absetzt ist auch die Wirkung bald w … nun ja. Ich habe zum Glück nur mässig PMS, was sich mit Schmerztabletten im Zaun halten lässt.

Und zuletzt noch eine Studie zu Malariamedikamenten. Da haben meine Eltern auch mitgemacht, als wir zusammen in Südafrika waren. Jeder von uns bekam eigene Kapseln mit, zu nehmen jeweils 1 abends, anzufangen 1 Woche vor bis 2 Wochen nach dem Malariagebiet. Was wir bekamen wussten wir nicht, wir mussten nur unsere Erfahrungen festhalten. Da weiss ich bis heute nicht, was es war – aber es ist ein Medikament, das ich nicht speziell gut vertragen habe – es machte mir Kreislaufprobleme und Übelkeit. Lariam hatte ich inzwischen auch schon, das vertrage ich – es macht nur eine Menge seltsame Träume. Malarone hatte ich auch schon – und keinerlei Probleme damit.

Ich sage nicht, dass man sich unbedacht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen soll, aber es kann eine interessante Erfahrung sein, nutzt der Forschung und gelegentlich gibt es sogar etwas Geld.

Hat jemand von Euch auch schon so etwas gemacht?

Unsicheres Lebensmittel?

Auf einem Früchtetee vom Aldi:

Wichtiger Hinweis:

Pro Tasse einen Früchtetee-Beutel immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgiessen und mindestens 5 bis 8 Minuten ziehen lassen! Nur so erhalten sie ein sicheres Lebensmittel!

… Irgendwie finde ich das beunruhigend.

Auf der anderen Seite: was ist da passiert, dass sie das draufschreiben müssen?

iPhone Apps für Kleinkinder

In den Ferien habe ich wieder einmal gemerkt wie praktisch mein iPhone ist. Es ist ein wahrer Lebensretter, wenn es darum geht Junior einmal etwas beschäftigt zu halten. Zum Beispiel im Flugzeug, oder auf langen Autofahrten, oder mal kurz im Restaurant, damit er auf dem Stuhl sitzen bleibt. Es gibt Situationen, da kann man nicht einfach den Raum verlassen, wenn das Kind eine schlechte Phase hat – und dann ist etwas Ablenkung echt gut.

Ja, ich kann schon gewisse Leute hören: „Wer drückt einem so kleinen Kind (Junior ist knapp 3) ein so teures Spielzeug in die Hand? Das lässt er doch nur fallen“ (-hat er, etwa 3 mal, so oft wie ich selbst. Bisher ist nix passiert, was sicher auch an der iPhone Hülle aus Gummi liegt)  “… oder er geht ins Internet und produziert teure Rechnungen“ (-data roaming ist natürlich deaktiviert und ich habe eine prepaid Karte) „… oder er schickt SMS und telefoniert nach China“ (-SMS hat er zuhause ein paar verschickt zum erstaunen einiger Freunde, aber im Normalfall aktiviere ich den Flugmodus, dann kann er das auch nicht. Im übrigen ist das sowieso zu empfehlen von wegen der Strahlenbelastung, die ist nicht so gut für Kinder, auch wenn er sich das Telefon nicht an den Kopf hält).

Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut er mit dem iPhone zurechtkommt – ein Lob an die Hersteller, die Bedienung ist wirklich intuitiv und im wahrsten Sinn des Wortes Kinderleicht.

Ein paar Dinge sind ja schon drauf, die man gut brauchen kann:

iPod: Musik macht Spass! Man hat ja auch meist schon eine gute Auswahl raufgeladen. Und auch Junior findet es toll. Am besten gefallen ihm allerdings schon die Stücke, wo er noch was sieht dazu, also diejenigen, bei denen ein Albumcover gespeichert ist. Aber er hat auch sonst ein paar Favoriten: Die Titelmelodie der alten Miss Marple Filme zum Beispiel…

Fotos: auch immer gut. Darin kann man Fotos speichern von Familie, Freunden, Lieblingsdingen und dann spielen: Wer ist das? Oma, Opa, Omi, Gotte … das macht auch dem Junior sehr viel Freude.

Dann habe ich vor den Ferien ein paar Applikationen heruntergeladen:

Ein paar Voraussetzungen hatte ich: sie sollten nicht die Welt kosten (gratis am liebsten), keine Spiele, wo er das iPhone fest schütteln muss, nichts gewalttätiges …

Und hier ist meine Auswahl:

BaDaBoo: Mit dem Finger stösst man die grosse Kugel an, damit sie (wie beim Billard) gegen die kleineren Kugeln prallt. Die ändern dabei die Farbe und machen lustige Geräusche (Badaboo!). Ziel wäre eine bestimmte Kugelfarbe bei allen hinzubekommen, aber es ist auch einfach lustig nur drauflos zu stossen. Leider dauert ein Spiel nur kurz und insgesamt findet es Junior zwar lustig, aber nie sehr lange.

Sneezies Lite: Das ist die Gratisversion eines Spiels. Die Sneezies sind kleine runde Geschöpfe, die in Seifenblasen leben. Ziel des Spiels ist mit einer Fingerberührung Niespulver so freizusetzen, dass möglichst viele der Sneezies niesen müssen und „abstürzen“ (keine Angst, sie haben Fallschirme). Je mehr man erwischt, desto mehr kommen wieder. Optisch herziges, irgendwie beruhigendes Spiel. Junior findet es lustig, wenn sie platzen und abstürzen.

Doodle Kids: ein Zeichnenprogramm, entwickelt von einem 9 Jährigen. Man malt mit dem Finger auf den Bildschirm, Die Formen und Farben in denen man malt, bestimmt das Programm. Einfach und hübsch anzusehen. Speichern kann man die Bilder mittels der Bildschirmfotoaktion des iPhones: Home Knopf (grosser Runder unten und Power Knopf kleiner am Rand oben am iphone gleichzeitig drücken).

Shape builder: Eigentlich ein elektronisches Puzzle. Es zeigt eine vorgegebene Form (mit Unterteilungen) in die man die Puzzlestücke einfügt. Korrekt platzierte Stücke „rasten“ ein und wenn alle richtig sind, zeigt es die Form als richtiges Bild an. Z.B. ein Feuerwehrauto samt Ton. Junior liebt es und es beschäftigt ihn lange. Dazu kommt noch dass das keine nervigen ständigen Soundeffekte hat.

KidsCards: Das einzige mit ein bisschen Lerneffekt, das ich mitgenommen habe, Die Karten zeigen Tiere, Buchstaben, Zahlen, Farben, Sportarten … sie würden es auch aussprechen, aber da es ein englischsprachiges Spiel ist, bringt das nicht viel (ausser vielleicht den Eltern, die es darauf abgesehen haben ihr Kind zweisprachig aufwachsen zu lassen)… Das Spiel geht am besten, wenn man daneben sitzt, dann kann Junior demonstrieren, was er schon alles kennt und man kann helfen, wenn etwas noch nicht bekannt ist.

AniMatch: auch kleine Kinder sind erstaunlich gut und schnell im Memories wie ich feststellen durfte. Hier ist ein sehr Kindergerechtes: man sucht die passenden Tierköpfe – und bei jeder Karte ertönt das passende Tiergeräusch. Auch toll, der Effekt, wenn man 2 gleiche gefunden hat, dann vibriert das iPhone leicht. Junior liebt das Spiel … leider ist es nicht so geeignet für Umgebungen, wo es ruhig sein muss, denn ohne Ton … macht es nur halb so viel Spass.

Bounce on Lite: Eine weitere gratis-Version eines Spiels. Halt weniger Levels als das Original, aber durchaus ausreichend. Die Kugel rollt, wenn man das iPhone schräg hält abwärts, wenn man auf den Bildschirm tippt, springt sie. So sammelt man Diamanten und weicht Bösen aus, überspringt Mauern und Abgründe… Anfangs dachte ich, das sei zu kompliziert für Junior, aber: nein! Funktioniert und hält ihn lange beschäftigt.

SuperBall 3 Lite: Ein Blocks Game, das heisst man hat einen beweglichen Balken mit dem man eine (oder manchmal mehrere) Bälle auf feste Klötzchen spickt. Manche lösen sich einfach auf, andere explodieren, andere reflektieren den Ball nur. Das Spiel kann mittels Finger auf dem iphone oder nur mit wenden des iPhones gespielt werden, Viele Level, auch die Möglichkeit selbst welche zu bauen. Für Junior ist das noch ein bisschen früh, auch wenn er es gelegentlich schafft eine Zeitlang selbst zu spielen. Aber er mag es sehr zuzuschauen.

Wenn jemand noch einen guten Vorschlag hat, soll er/sie es bitte bringen!