Der Run auf Baby Aspirin

In der Statistik heute: wahnsinnig viele Leute suchen nach "Baby Aspirin" – und landen auf diesem Artikel von mir: Kein Baby Aspirin mehr – vom letzten Jahr

Wieso auf einmal? So wie's aussieht hat die Bild-Zeitung (auch online zu finden) einen Artikel gebracht: Leben ohne Krankheit, ein Arzt erklärt die Zukunft

darin erklärt ein Dr. David Agus seine Rezepte für ein gesundes langes Leben.

Während ich manches noch vernünftig finde (unbequeme Schuhe sollte man wegwerfen und Fahrstühle meiden), ist anderes eher verwunderlich (verschrotten sie ihren Saftmixer, essen sie kein frisches Gemüse?) bis bedenklich (trinken sie gerne fünf mal pro Woche Rotwein: wieviel?!?).

Unter sehr bedenklich fällt meiner Meinung auch dieser Tip:

Schlucken Sie jeden Tag eine Baby-Aspirin!
Dr. Agus: „Mit 75 mg Acetylsalicylsäure verringern Sie Ihr Risiko für Krebs um 40 Prozent, für Herzkrankheiten um 22 Prozent und für einen Schlaganfall um 17 Prozent. Natürlich gibt es auch Nebenwirkungen, wie das der Blutverdünnung. Nebenwirkungen hat ein Auto aber auch. Trotzdem haben wir unterm Strich mehr Vorteile davon als Nachteile.“

Dr. Agus, Bild

Erstens: woher hat der Mensch seine genauen Angaben? Nach den letzten Infos, die ich gelesen habe, sind sie noch nicht mal ganz sicher, was die Krebsvorsorge angeht – und die Risikoverringerung hängt allgemein noch von ein paar anderen Dingen ab, wie der Vorgeschichte, dem Geschlecht und und und.

Die "Nebenwirkung" die er da erwähnt ist übrigens was die Vorbeugung von Schlaganfall und Herzkrankheit betrifft eigentlich die Hauptwirkung.

Aspirin (Acetylsalicylsäure) ist ein Medikament. Ich möchte hier speziell darauf hinweisen, weil das im Artikel sich so anhört, als könne JEDER das problemlos nehmen. "Baby-Aspirin" war/ist meiner Meinung nach eine verharmlosende Bezeichnung – die ausserdem ziemlich irreführend ist – ist es doch gerade für Babys/Kinder nicht ideal, das zu nehmen.

Wer nachlesen will, was Aspirin für Probleme macht kann das auch in meinem Artikel hier: Aspirin und die umfassende Beratung

Um es kurz zu machen: NICHT jeder kann und soll Aspirin einfach nehmen. Auch wenn es nur 75mg sind oder 100mg.

Es sollte nicht genommen werden von: Babys, Kindern und Schwangeren / stillenden Frauen. Nicht von Menschen mit Nierenproblemen (treten noch öfter im Alter auf), nicht bei Asthma. Nicht bei der Einnahme anderer Blutverdünner. Nicht bei Magenproblemen / Geschwüren. Speziell nicht, wenn man es täglich nimmt. (Bitte lesen sie die Packungsbeilage!)

Ich kann und werde hier wohl niemanden davon abhalten, das (trotzdem) zu nehmen, aber ich BITTE darum – wenn ihr das vorbeugend nehmen wollt, so wie das im Artikel beschrieben ist: Fragt Euren Arzt, ob das geht – oder zumindest den Apotheker – der kann das mit den richtigen Informationen (andere Medikamente, Vorgeschichte) auch abschätzen.

Sooo problemlos ist das nämlich eben nicht.

Und für Euch liebe Mit-Apotheker: bereitet Euch für nach dem Wochenende seelisch schon mal auf den Ansturm vor.

Für die Schweizer: Sorry, bei uns gibt es kein frei verkäufliches Aspirin, das nur 75 oder 100mg enthält. Die normalen Tabletten enthalten 500mg – man müsste sie also etwa achteln. (Davon täglich mehr zu nehmen, würde ich stark abraten). Also: vielleicht doch gleich mal rasch beim Arzt vorbei ein Dauerrezept ausstellen lassen?

Was war das seltsamste …

Frage an die Apotheker – und auch alle anderen, die in einem Geschäft arbeiten, mit Blick nach draussen:

Was ist das seltsamste, absurdeste, interessanteste, das ihr je aus eurem Geschäft heraus / vor eurem Laden gesehen habt?

Meines dürfte wohl das gewesen sein, wo irgendein A… sein Auto so ungeschickt auf den Parkplatz vor der Apotheke abgestellt hat, dass das Tram – das ja auf seinem Gleis nicht ausweichen kann – nicht mehr durchkam. Das Tram kommt. Hält. Klingelt Sturm. Autos hupen, ein kleiner Auflauf sammelt sich, aber der Besitzer des Autos ist nicht aufzutreiben. Bei uns drin war er jedenfalls nicht.

Ein paar Männer kommen auf die Idee das Auto von Hand von den Gleisen zu wuchten. Dazu versetzen sie das Auto durch rhythmisches gleichzeitiges Drücken von oben in hüpfende Bewegung. Jeweils wenn das Auto in der Luft ist, wurde es dann seitlich geschubst. Das funktionierte auch .. nur dass am Ende einer der Männer sein Bein drunter hatte, als das Auto wieder runter-kam.

*Kracks.* Bein gebrochen.

Das Tram kam dann zwar vorbei, der Mann aber danach ins Spital.

Das sah etwa so aus (wie im Mittelteil des Videos). Ja, Autos sind schwer – aber nicht unmöglich zu bewegen.

angesehen: Cloud Atlas

Alles ist verbunden

damit fängt die DVD an … und das ist auch eine gute Vorwarnung. In diesem Film ist alles verbunden. Viele dieser Überschneidungen erkennt man nicht beim ersten Mal.

6 Geschichten sind es – aus den unterschiedlichsten Epochen. Man könnte sagen, es ist für jeden etwas drin. Aber … es ist mehr. Die Summe der Geschichten ist mehr als die Einzelteile selber – eben weil sie verbunden sind.

1800irgendwas verfolgen wir die Reise eines jungen Anwalts, dessen Familie im Sklavenhandel tätig ist und der dafür über's Meer geschickt wird. Auf seiner Reise rettet er einen Sklaven – und wird schliesslich auch von ihm gerettet – beides verändert seine Sicht der Dinge.

1930 schafft es ein talentierter junger Komponist sich eine Anstellung bei einem alternden aber berühmten Komponisten zu ergattern. Er schafft eine eigene Komposition (das Cloud Sextett), aber gerät mit seinem Arbeitgeber aneinander, der das als seine eigene Musik ausgeben will und damit droht ihn und seinen Ruf endgültig zu ruinieren.

1970 geht Luisa Rey, eine schwarze Journalistin einem Skandal in der Atomindustrie nach – dabei bringt sie ihr Leben in Gefahr und das derer, die ihr helfen. Stilmässig eine Detektivgeschichte mit unwiderstehlichem 70er Jahre Stil

2012 muss Timothy Cavendish, ein mässig erfolgreicher, alter Verleger untertauchen, weil er seine Schulden bei sehr Zwielichten Gestalten nicht bezahlen kann. Sein Bruder bringt ihn an einem "sicheren Ort" unter, der sich am nächsten Tag als geschlossenes Pflegeheim herausstellt. Zusammen mit anderen abgeschobenen Insassen plant er den Ausbruch.

2144 Neo Seoul. Somni-451 ist ein weiblicher Klon, der nur dazu erschaffen wurde in einem Fast Food Restaurant zu arbeiten. Tagein tagaus dasselbe – mit der Zukunft nach einem Jahr Arbeit "aufzusteigen"- Ein anderer Klon zeigt ihr, dass es da draussen mehr gäbe – wird aber eliminiert. Sie wird von einem Revolutionär gerettet, einer Organisation die zeigen will, dass auch Klone Menschen sind.

Ferne Zukunft: Zachry lebt in einer sehr einfachen Gemeinschaft auf Hawaii, Jahrhunderte nach dem Untergang Neo Seouls. Merowyn, die Mitglied einer weit fortgeschritteneren Gruppe ist – besucht sie. Sie braucht Zachrys Hilfe um in eine unzugängliche Gegend in den Bergen zu gelangen … um um Hilfe zu rufen.

immer wieder staunt man, weil Zusammenhänge auftauchen. Kleine Dinge. Grosses, dass es "Geschichte" ist. Die Geschichten werden auch nicht nacheinander erzählt, sondern gleichzeitig. Und selbst dann ist es nicht immer chronologisch. Trotzdem bleibt der Spannungsbogen erhalten.

Dann die Figuren selber: die Schauspieler haben mehr als eine Rolle. Dieselben tauchen immer wieder auf. Sie wechseln das Alter, die Rasse und sogar das Geschlecht. Es ist nicht so, dass das "wiedergeborene Seelen" sind (oder nicht so, dass man merkt, dass das so sein soll).

Alles in allem ist es sehr schwer, diesen Film zu beschreiben. Man sollte denken, da wollte jemand zu viel aufs Mal, die Kombination ist zu überwältigend (und ich bin sicher, dass es ein Film ist, den man vor Jahren so nicht hätte zeigen können deshalb).

Aber: Er ist GUT! Er ist so gut, dass ich ihn wieder schauen will – um mehr zu sehen, Details zu erkennen, Zusammenhänge zu finden.

Empfehlung: ***** unbedingt!

– Aber: das ist kein Film, um ihn zu schauen, wie mein Kuschelbär das oft macht: so nebenbei und dabei womöglich noch einschlafend. Der braucht mehr an Aufmerksamkeit.

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Jeder kann helfen !

Alltag im Rettungsdienst hat auf seinem Blog eine Aktion laufen, auf die ich Euch gerne aufmerksam mache: Erste Hilfe Geschichten

Meine Idee ist, dass ihr liebe Leser hier eure Geschichten postet. Nicht um die Gaffer zu befriedigen, sondern anderen Lesern zu zeigen, jeder kann Erste Hilfe leisten. Und es muss keine Reanimation sein, nein auch das Händchen halten oder das absetzen eines Notrufs darf hier gerne veröffentlich werden.

Es haben auch schon ein paar Geschichten gebracht: Mamamachmal beschreibt zum Beispiel ihren unfreiwilligen Einsatz auf der Autobahn – ziemlich üble Sache, Nobelix seinen Einsatz kurz nach Feierabend in der Firma, Gordon, der das schon ziemlich professionell macht – selbst in einer Bahnhofstoilette, Christina, die als Kind ihre Mutter bei ihrer Hilfeleistung beobachtet hat … und noch mehr. Meine kommt vielleicht auch noch.

Die Aktion hat eine fast traurige Aktualität, wenn man an den Anschlag in Boston denkt. Aber wie auf manchem Blog und Twitter bemerkt wurde: es gab Menschen, die nicht wegliefen nach der Explosion, als Menschen Hilfe benötigten. Ein paar liefen hin um zu helfen. Es werden nie alle sein, die helfen. Manche können es nicht, oder denken, sie können es nicht … aber ich bin der Überzeugung, dass es immer Leute geben wird, die helfen. Vielleicht auch Du?

Ostereierfärben mit Naturfarben

(Aus aktuellem Anlass): Allgemeine Anleitung zum Färben:

eiBevor die Eier gefärbt werden, sollten sie zuerst mit einem Abwaschmittel entfettet werden.

Die Eier können entweder direkt im Farbsud gekocht werden oder zuerst weich gekocht und anschliessend in die warme oder erkaltete Farbbrühe eingetaucht werden. Am besten einen alten Kochtopf nehmen.

Die Farbtöne können variiert werden, indem man die Eier unterschiedlich lange in der Brühe ziehen lässt, oder weisse und braune Eier wählt. Zusätze wie Alaun (Alumen) oder Pottasche (Kaliumcarbonat) – die bekommt man auch in der Apotheke- verstärken die Farbintensität (jeweils 1 Teelöffel pro Liter Wasser) .

Um Fingerabdrücke zu vermeiden, sollte man bis zum völligen Trocknen das Ei nur mit Gummihandschuhen oder einem Papiertuch berühren.

Anbei eine Auflistung der im Handel erhältlichen Drogen (Naturfarben) mit den entsprechenden Farbresultat – Angaben:

Blauholz (Campechianum lignum): blau-violett . intensiv!

Gelbholz (Citrinum lignum): hellgelb bis ockergelb – schwach.

Annattosamen (Orleanae semen): rötlich-gelb

Nussschalen (Juglandis nucis pericarpium): braun

Mischung grün: (Malvae arborea flos, Citrinum lignum): hell-dunkel olivgrün

Cochenille (Coccionella): rot-violett

Sandelholz rot (Santali rubrum lignum): rötlich

Matetee grün (Mate folium): grün

– Zwiebelschalen: braun

Achtung: – Rotholz (Fernambuci lignum): helles „Fraise“ bis intensiv altrosa gibt es nicht mehr, da es neu unter Naturschutz steht!

Quelle: Pharmavista.ch (modifiziert)

Sehr schöne Effekte erzielt man übrigens, wenn man kleine Blüten und Blätter sammelt und sie mit Hilfe von einem Nylonstrumpf am Ei platziert, bevor man sie färbt (dann allerdings die Eier besser vorkochen).

Hier findet man weitere natürliche Farben und Anregungen zum dekorieren.

Ich kann mehr als Du denkst! Welt-Down-Syndrom Tag

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Am 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag und darauf will ich hier aufmerksam machen.

Ein weltweiter Tag für Menschen mit Trisomie 21 – wozu?

  • um einen Moment der Solidarität zu leben
  • um sich Zeit zum Kennenlernen zu nehmen
  • um zu verstehen und Ängste abzubauen
  • um dem Anderssein Aufmerksamkeit zu schenken
  • um sich einen Moment des Nachdenkens über die eigene Rolle und die der Gesellschaft zu gönnen, sich Zeit zum gemeinsamen Handeln zu nehmen

Das Poster hat für mich noch eine spezielle Bedeutung, kenne ich doch den … ich muss jetzt wohl sagen ‚jungen Mann‘ auf dem Rasenmäher – ein Kind ist er schon lange nicht mehr. Ich hatte das Vergnügen vor einigen (einigen!) Jahren ihn und seinen Bruder zu hüten. Ich könnte mir auch heute kaum ein lieberes Kind vorstellen und bin Dankbar, dass ich meine – zugegebenermassen nicht grossen Kenntnisse in Punkto Kinder hüten an ihm und seinem jüngeren Bruder anbringen durfte. Und ich habe auch ein paar Sachen gelernt, dabei. Ja, er sieht etwas anders aus- und er brauchte ein bisschen länger für manches, aber – was soll’s? Er ist eine Persönlichkeit – und als solche soll er auch behandelt zu werden.

Das Poster stammt von der Seite tri21.ch – mit freundlicher Genehmigung (Hallo H.!)