Zum Beispiel in der Apotheke:
Einer der wenigen männlichen Apotheker … bekommt nach dem „Pille danach“- Gespräch von der Patientin ihre Telefonnummer zugesteckt.
Uh. Neee!
Nur zur Erinnerung: Pille danach = sie hatte offenbar in den letzten 3 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Mit irgendjemandem.

Es kann das Kondom geplatzt sein, sie kann die Pille aus welchen Gründen auch immer vergessen haben, sie kann sie ja vielleicht auch erbrochen haben. Das muss ja nicht mutwillig passiert sein.
Und sie kann ja wohl mit den Menschen Geschlechtsverkehr haben, mit denen sie das möchte (und die das auch möchten). Ein Kondom kann immer platzen, auch in längeren Beziehungen. Vielleicht lebt sie auch in einer offenen, nicht monogamen Beziehung?
Diese Verurteilung finde ich nicht gut.
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Es bleibt dass sie in den letzten 3 Tagen mit irgendjemand anderen Geschlechtsverkehr hatte. Ich als Apotheker wäre da bei Flirtversuchen auch eher abgeneigt darauf einzugehen.
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Genau so sehe ich das auch! Man muss sicher nicht auf ein solches Angebot eingehen, wenn man andere moralische Vorstellungen hat, aber einen solchen Lebensstil als schlecht, falsch und schmutzig abzustempeln und ihn vor allem einfach mal so aus dem Kontext vorauszusetzen ist schlicht intolerant.
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Es ginge mir vor allem darum, Berufs- und Privatleben zu trennen und damit zu schützen. aber in Berufen, wo man viel mit Menschen zu tun hat, muss man auch auf so Manches gefasst sein…
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Ich kann um ehrlich zu sein nicht erkennen, an welcher Stelle Pharmama die Dame verurteilt hat. Sie hat lediglich gesagt, dass der Zeitpunkt etwas unglücklich gewählt war.
Man muss ja nicht immer gleich vom „schlimmsten“ ausgehen bzw. „man sieht auch nur, was man sehen will“…
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„Uh. Neee!
Nur zur Erinnerung: Pille danach = sie hatte offenbar in den letzten 3 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Mit irgendjemandem.“
Das klingt für mich schon arg nach moralischer Keule. Tut mir leid.
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Wo ist denn da die moralische Keule? Das ist doch einfach Fakt – sonst würde sie die Pille danach nicht brauchen. Ob und wenn warum sie nicht verhütet hat oder ob es ein „Unfall“ war ist dabei völlig nebensächlich, aber sie hatte definitiv ungeschützten Sex – Punkt
Was die eigenen Moralvorstellungen betrifft – sooo merkwürdig finde ich es nun nicht, es merkwürdig zu finden von jemandem angegraben zu werden der sehr kurz zuvor „nachweislich“ anderweitig sexuell aktiv war. Ganz ohne Keule – es ist einfach so, daß die allermeisten Menschen da nicht so drauf stehen und das steht ja auch jedem zu ;-). Versuchen kann sie es ja, aber die Erfolgsaussichten sind halt wohl eher gering
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Selbstverständlich steht es jedem zu dieses Angebot abzulehnen. Da sag ich doch nix gegen. Aber genauso steht es der guten Dame zu alle drei Tage mit wem anders ins Bett zu steigen. Mich stört einzig der leichte Ekel, der (meiner Meinung nach!) im Subtext mitschwingt und somit in meinen Augen ein moralisches Urteil fällt. Das finde ich einfach genauso unangebracht, wie ein moralisches Urteil über gleichgeschlechtlichen Sex zu fällen. Man kann das für sich gerne ablehnen. Aber man sollte es tunlichst vermeiden darüber zu urteilen wie andere das handhaben.
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Ich kann jeden Mann verstehen, wenn er nicht da einlochen will wo sich Reste der letzten Golfpartie befinden! >_<'
Und ja ich finde den Zeitpunkt sehr unglücklich gewählt. Außerdem kann ich mir nach diesem Bericht nicht vorstellen, dass bei der Frau der berühmt berüchtigte Notfall eingetreten ist (geplatztes Kondom, vergessene Pille etc.)
Wenn ich von mir ausgehe, würde ich nach Einnahme der Pille danach, beziehungsweise hier ja noch davor (!), erst einmal andere Sorgen haben, als potentielle neue Partner zu finden. Und ich halte mich für eine normale Durchschnittsfrau.
Nicht besonders stillvoll die Gute.
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Pharmama zu Donnie: „Jetzt hast du eine Beziehung mit unserer Kundin?“
Donnie: „Ja. Habe ihr gesagt, dass wir günstig PiDaNa und billig Gummi haben.“
Pharmama: „Äh…“
Donnie: „…ich will doch nur ein guter Mitarbeiter sein…“
Pharmama: „Äh…“
Donnie: „…äh?“
Pharmama: „Ähh, ja. Du hast ja schon Recht.“
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Hach Moraldiskussionen :-/
Ich sollte vielleicht meine Einstellung etwas erläutern.
Fakt: sie hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr. Aus welchen Gründen auch immer (monogam, polygam) – das ist irrelevant, oder nur in dem Sinn relevant, da man die Pille danach ja nicht als übliches Verhütungsmittel gebrauchen soll und je nach Grund auf bessere Varianten aufmerksam machen muss – unter anderem auch wegen Geschlechtskrankheiten, die dabei übertragen werden können. Das vergisst man nämlich vor lauter „ich könnte schwanger sein“ noch gerne.
Sie hat (so Abgabe möglich) die Pille danach bekommen.
Soweit der professionelle Vorgang.
Wenn Sie jetzt danach mit dem Apotheker flirten will, ist das ihr gutes Recht.
Wenn der Apotheker das aus moralischen oder anderen Gründen unschön findet ist das auch sein gutes Recht. Dabei geht es nicht einmal nur darum, dass auch ein Apotheker (wie ein Arzt) mit „seinen“ Patienten kein persönliches Verhältnis eingehen sollte. (Aber auch).
Ich weiss auch nicht, was sie ihm vorher noch erzählt hat, wie es zum ungeschützten Kontakt gekommen ist.
Was meine „moralischen Grundlagen“ angeht: Sex gehört dazu und ist nichts amoralisches. Sex vor der Ehe ist ist heute nur noch für sehr wenige amoralisch (für mich nicht), Sex unter 16 – ja, die Leute fangen immer früher an. Ist halt so – finde ich jetzt bei gegenseitigem Konsenz und „auf gleicher Ebene“ nichts verwerfliches daran (auch wenn ich als Mutter da keine grosse Freude daran hätte). Wenn jemand ständig wechselnde Partner hat – ist das sein Problem. *Ich* (!) wollte das für eine Beziehung nicht so haben wollen. Und genau darum gings bei der Begegnung oben. Der Apothekerkollege offenbar auch nicht. Aber das ist Geschmacksache.
Mich persönlich stört hier allerdings die Kombination: hatte Sex, war ungeschützt und sucht schon den nächsten Partner. Das stört mich zuallererst aus gesundheitlichen Gründen. Weil – eben – Schwangerschaft ist nur das eine. Geschlechtskrankheiten das andere.
Beziehungen sind für mich auch Vertrauenssache. In der Konstellation fehlt mir das dazu. Ja – da bin ich tatsächlich moralisierend. Im Normalfall allerdings nicht öffentlich.
In der Apotheke interessiert mich das wie und weshalb des ungeschützten Geschlechtsverkehrs nur am Rande für die Anamnese und wieviel ich noch dazu sagen muss (ich muss auf die Möglichkeit von Geschlechtskrankheiten aufmerksam machen). Von mir gibt es keine Predigten dafür – nicht mal abschätzige Blicke.
Aber jetzt interessiert es mich doch, wie das andere sehen. Vielleicht in einer Abstimmung?
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Absolut deine Meinung und so auch verstanden ;-)
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Danke – aber offenbar nicht alle. Darum die Erläuterungen (auch wenn sich das ein bisschen nach ‚Witze erklären müssen‘ anfühlte).
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100% Zustimmung von mir dazu
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Zustimmung, 1000 ‰.
Kann es sein, dass diese Frau sich gerade getrennt hatte – gerade nach dem letzten Sex, aus welchem Grund auch immer – und aus einer Verzweiflung heraus eben gerade „flirten“ wollte?
Die Frau muss ja gar nicht so „schräg“ sein.
Wie oft kommt es eigentlich vor, dass ein und dieselbe Frau mehrmals die PiDaNa braucht?
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bei uns ausgesprochen selten. Ich habe aber von Apotheken an Bahnhöfen anderes gehört.
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ja mei – im idealfall war es so: die gute lebt seit jahren in einer beziehung mit ihrem freund, test auf aids und geschlechtskrankheiten war natürlich obligatorisch bevor man anfing, nur noch via pille zu verhüten. nun hat se aber durchfall/erbrechen gehabt, und da es im moment eh ganz dolle krieselt in der beziehung und sie schon länger unglücklich war, wäre eine schwangerschaft jetzt doppelt doof. das war quasi für sie der letzte sex, während dem sie zu der erkenntnis gekommen ist, sich trennen zu wollen. jetzt gleich und sofort. also lieber schwangerschaft per pidana vermeiden. geschlechtskrankheiten kann man ja zum glück ausschließen, war ja vorher schon abgeklärt. jedenfalls: beim pidana-gespräch fand sie den berater einfach supersüß, hat sich voll verknallt, nahm im wirrwar der gefühle all ihren mut zusammen und hat verschämt die tel.-nr. zugesteckt… wohl wissend, dass das bissle komisch ausschauen könnte, aber wenn es halt liebe auf den ersten blick ist…
naja, KÖNNTE so gewesen sein – im best case – aber mal ehrlich: andere (unvorteilhaftere) storys wären auch denkbar, und wenn man bissle grißs in der birne hat, kommt man da als patientin selber drauf, dass der herr apotheker diese anderen varianten auch im kopf haben könnte…. insofern war die kundin echt nicht besonders clever…
das ist keine moralische vorverurteilung, es ist einfach nur realistisches denken, sorry.
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Ja und nein.
Ich streite nicht ab, dass es vielleicht nicht der optimale Zeitpunkt ist. Und ehrlich gesagt finde ich dieses Telefonnummern austauschen nach einer flüchtigen Begegnung schon befremdlich. Das gibt mir aber nicht das Recht oder eine Grund mir ein Urteil über diese Frau anzumaßen.
Vielleicht war es ein One-Night-Stand. Unüberlegt – möglicherweise. Vielleicht versteckt sich hinter dieser Person aber auch eine liebe und eigentlich treue und ehrliche Seele, die selber das Problem hat, keinen zu finden, der es ernst mit ihr meint.
Wie ich an anderer Stelle hier im Blog schon schrieb: Es bleibt eine Momentaufnahme. Wie alle anderen Fälle, bei denen eine Telefonnummer ausgetauscht wird ohne ein vernünftiges Gespräch vorher auch. Und der erste Eindruck kann in positiver, wie in negativer Hinsicht täuschen.
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Ich find das jetzt als Typ nicht so wirklich schlimm, auch wenn das viele hier anders sehen. Klar, der Zeitpunkt ist etwas unpassend.
Wenn ich so zurück denke, wurde man als Typ eher selten von Mädels angesprochen. Die Intention des Mädels dürfte ja sein, wieder was Nettes für die nächste Nacht zu suchen. Sie sucht mit dieser Nummer wohl kaum den Partner fürs Leben. Wenn sich beide Menschen da einig sind, why not?
Ich selbst lebe in einer festen Beziehung, daher käme es klar für mich nicht in Frage. Ich würde mich aber geschmeichelt fühlen, wenn mir eine jüngere, halbwegs passable Person derart eindeutige Avancen machen würde.
Wie ich als Single reagieren würde, weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde ich auch meinen weiblichen Kolleginnen erzählen, dass das für mich nicht in Frage kommen würde. Ob ich die Person definitiv nicht anrufen würde, würde ich aber nicht unbedingt unterschreiben.
Mir fällt da ein ehemaliger Kollege ein, der als Assistent in der Pharmazie auf einem Protokoll von einer Studentin ihre Telefonnummer fand und das auch amüsant fand. Mittlerweile sind die beiden glücklich verheiratet.
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Ich finde übrigens die neue Gestaltung des Blogs sehr schön!
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