Der Boden wackelt …

… oder zumindest hat er das, letzte Nacht um Viertel vor Zwölf:

Erdbeben bei Zug
Am Samstag, 11. Februar, um 23:45 hat sich zwischen Zuger und Ägerisee, in einer Tiefe von ca 30 km, ein Erdbeben der Magnitude 4.2 ereignet. Das Beben ist in weiten Teilen der Deutschschweiz, im Berner Jura, und bis ins Tessin verspürt worden.
Aufgrund der grossen Tiefe ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieses Beben Schäden verursacht hat.

Die Zeit dürfte auch der Grund dafür sein, dass ich diesmal gar nichts davon mitbekommen habe. Da liege ich nämlich normalerweise im Bett und schlafe.

Vor ein paar Jahren hatten wir allerdings ein Erdbeben hier, das am Tag stattfand und deutlich spürbar war – zu dem Zeitpunkt war ich in der Apotheke und das Beben war stark genug, dass die Gläser und Flaschen in den Regalen aneinander schlugen, weil der Boden sich so stark bewegte.

Ich finde Erdbeben äusserst unangenehm, wahrscheinlich, weil sie einem das Gefühl geben, dass nicht einmal mehr der Boden unter den Füssen sicher ist. Beunruhigend.

Für die in der Schweiz gibt es übrigens eine Seite, wo man sich über die aktuellsten Beben informieren kann. Sie ist vom Schweizerischen Erdbebendienst von der ETH Zürich im Auftrag des Bundes und hier zu finden: http://www.seismo.ethz.ch/index

Das rote war das Beben letzte Nacht. Wie man an den gelben Punkten (die älter sind) sehen kann, ist es aber nie wirklich „ruhig“, auch in der Schweiz nicht, deren Erdbebengefahr auf mässig bis mittel eingeschätzt wird – im Gegensatz z.B. zur Türkei, oder San Franzisco. Wobei … auch hier gibt es stärker gefährdete Regionen. In einer davon wohne ich. Vielleicht habe ich darum auch ein spezielles Interesse Erdbeben gegenüber.

In der Schweiz muss etwa alle 100 Jahre mit einem regionalen Schadensbeben der Magnitude 6 sowie etwa alle 1000 Jahre mit einem zerstörerischen überregionalen Erdbeben der Magnitude 7 gerechnet werden. Quelle

Das letzte Grosse ist jetzt etwa 70 Jahre her. Ich hoffe, es dauert noch lange bis zum nächsten.

Habt ihr Erfahrungen mit Erdbeben? Wie war das? Wieviel auf der Richterskala?

22 Kommentare zu „Der Boden wackelt …

  1. Wir waren noch wach ,-) und wie immer, wenn es hier rumpelt, waren wir uns erst nicht sicher, ob es ein Erdbeben war oder ob es in einer der benachbarten Chemiefirmen „dätscht het“ ;-)

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      1. Mein Freund und ich haben nichts bemerkt, weder den Knall, noch das Beben und das obwohl wir noch wach waren. Mein Vater und mein Grossvater haben einen lauten Knall gehört, aber nichts gespürt. Meine Grossmutter hat nichts gehört, dafür das Beben gespürt. Es war also nicht mal hier in Zug so stark, dass es alle mitbekommen haben.

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  2. Ich hab selber mal ein Erdbeben erlebt. Allerdings wirklich nur sehr klein, es waren glaube ich grad mal 3,7 auf der Richterskala. Ich befand mich zu dem Zeitpunkt auf Arbeit, das war in so nem Eckgebäude, und damals habe ich zuerst gedacht das da ein LKW um die Ecke gefahren wäre.

    Irgendwie war es als wenn der Boden vibrieren würde. Hat ein paar Sekunden gedauert bis ich realisierte was es wirklich war. Am nächsten Tag stand es dann auch in der Zeitung, den Bericht habe ich noch immer im Schrank liegen.

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  3. Ich war noch wach und habe erst ein Grollen gehört, dachte es sei ein tief fliegendes Linienflugzeug im Anflug auf Zürich, und im nächsten Moment wackelte das Haus. Mein Mann kam rauf zu mir ins Schlafzimmer gerannt, weil er dachte, dort sei ein Schrank zusammengekracht *g*.
    Ich warte dann immer ab, ob noch was nachkommt; wenn nicht dreh ich mich um und schlaf weiter.

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  4. Habe einmal eines erlebt, 2004, war wohl Stärke 4,x…
    War ebenfalls nachts, ich schlief schon und bin aufgewacht, weil das Bett gewackelt hat und die Gläser im Schrank geklirrt haben. War damals bei meinem Bruder zu Besuch, der in der Nähe einer Eisenbahnlinie wohnte (ca. 200 m) und dachte im ersten Moment, da fährt ein Zug vorbei, weil es echt lange gedauert hat. Was natürlich keinen Sinn ergibt, wenn man den ganzen Tag über und auch sonst nix merkt ;-) Am nächsten Tag stands dann in der Zeitung. Fand es irgendwie total faszinierend, weniger beängstigend. Aber wäre wohl was anderes gewesen, wenn wirklich was passiert wäre.

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  5. Als gebürtiger Saarländer sind mir bergbaubedingte Erdbeben nicht fremd. Wenn ich diese mitbekommen habe, fand ich das höchst interessant, wie alles vibrierte. Aber zum Glück waren es nie derartig starke Beben, die Schäden verursachten.

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  6. Hallo Pharmama,

    meine Erfahrungen mit Erdbeben (soweit bewußt erlebt):

    ca 1978 oder 1979, auf einmal „rummste“ es nachmittags, meine Mutter dachte, ich spiele zu wild aber ich war unschuldig ;-)
    Am nächsten Tag erfuhr meine Mutter im Büro und ich in der Schule, dass es ein Erdbeben war.

    In der Nacht vom 4.auf den 5.Dezember 2004: ich wachte nachts auf, ging zur Toilette, wieder ins Bett und dann wackelte das Haus gefühlte 5 minuten (war natürlich nicht so lange). Hatte eine Stärke auf der Richterskala von 5,irgendwas. Ich sah auf die Uhr, es war 2:52 Uhr, habe dann das Radio eingeschaltet, bereits um 3:00 Uhr wurde in den Nachrichtten darüber berichtet.

    Dann habe ich wohl noch ein paar weitere erlebt, aber da habe ich geschlafen oder die Erdstöße nicht als solche registriert.
    Ich wohne übrigens in der Nähe von Freiburg (am Oberrheingraben).

    LG Silbermondauge

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  7. Hier in der norddeutschen Tiefebene gibt es keine Erdbeben. Meine Tochter lebte einige Jahre in Rom und wachte damals vollkommen verschreckt auf, als in L’Aquila zu Ostern 2009 das große zerstörerische Erdbeben war. Ein paar Stunden später war sie hier auf Osterbesuch und erzählte mir von ihrer Verstörung, dass im römischen Zentrum im 5. Stock die Wände wackelten und einige Dinge von den Regalen fielen. Für einen Menschen aus dem Flachland ist so eine Erfahrung erschreckend – wenn auch natürlich kein Vergleich zu dem Leid vor Ort.

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  8. Ich hab mal 2007 in Oakland (bei San Francisco) ein Erdbeben erlebt.
    Es war mitten in der Nacht (4 Uhr oder sowas), es gab ein Dröhnen und das Bett wackelte für ca. 10 Sekunden.
    Noch ein wenig schlaftrunken fragte ich dann etwas verunsichert in den Raum hinein: „Was war das denn jetzt?“
    Und mein Vater, der auch in dem Hotelzimmer schlief, sagte relativ abgeklärt: „Ein Erdbeben.“
    Ich dachte dann nur: ‚Was redet der denn für nen Quatsch, das kann doch gar nicht sein!‘ Doch dann schoß es mir durch den Kopf: ‚Moment mal, wir sind hier in San Francisco. Das kann also sehr wohl sein!‘
    Am nächsten Tag haben wir dann im Fernsehen gesehen, daß das Beben (hatte, glaube ich 4,3 auf der Richterskala in 6km Tiefe) relativ geringe Schäden verursacht hatte. Nur ein Safeway in Berkeley wurde vollständig zerstört.

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  9. Anfang der Neunzigerjahre hat mich mal ein Beben geweckt, das war hier im Ruhrgebiet deutlich zu spüren. Das Gewackel hat mich alarmiert, und noch mehr unser Hund, der komplett durchgedreht ist. Ein paar Schranktüren sind aufgegangen, sonst ist nichts passiert. Nicht mal dem Strauß Barbara-Zweige in einer sehr vollen Vase auf dem Fernseher…

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    1. Oh ja, an das Beben kann ich mich auch noch erinnern. Es war irgendwann früh am Morgen, um drei oder vier Uhr herum und geweckt hat uns die erstaunliche Geräuschkulisse. Wir dachten, draußen lässt der Bauer (wir wohnen am Stadtrand zwischen Feldern) seinen schweren Trecker an, bis die Wackelei anfing. Ich glaube, ein Bild ist von der Wand gefallen, das war’s.
      An dem Tag hatte mein Vater Geburtstag und da keiner aus der Familie mehr schlafen konnte, haben wir eben schon einmal etwas gefeiert.

      Jahre später gab es noch mal ein Erdbeben, allerdings schwächer. Ich hatte mir einen faulen Morgen gemacht (ich weis nicht mehr, ob ich Ferien hatte oder es ein Wochenende war), lag im Bett und habe gelesen. Es war im Raum sehr still, und zuerst konnte ich es nicht identifizieren, aber irgendetwas war sehr komisch und hat mich aufhorchen und unruhig werden lassen. Dann hat mein Nachttischen angefangen zu wackeln und dann habe ich die Erschütterungen auch am eigenen Körper gespürt. Interessanterweise war es, im Gegensatz zum ersten Beben, komplett still, nur das leise Klappern von Gegenständen war zu hören. Ich fand es eigentlich ganz witzig, es hatte was von einer Massageliege.

      Beim zweiten Erlebnis war ich schon in der Uni und ich hatte Geophysik als Nebenfach. Ich war mir sehr sicher, dass von dem Beben keine Gefahr ausgeht und ich fand es deshalb wohl auch eher interessant als beängstigend…

      Gruß Floore

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  10. Ich war in der Apotheke; Notfalldienst… Ich habe es nicht als Erdbeben erkannt… erst als ich per SMS „Hast du das auch gespührt?!“ gefragt wurde…
    Die Seite der ETH war dann aber schon nicht mehr aufrufbar… :-(

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  11. Ich erinnere mich an das durch die Geothermie erzeugte Beben in Basel… puh war das ein Knall, ich dachte erst da sein ein Auto in die HAuswand geknallt….
    Ausserdem an ein früheres, ebenfalls in Basel. Da sass ich am PC und plötzlich rollte mein Bürostuhl leicht hin u her… Was für ein Adrenalinschub! :o

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    1. Oh ja, an dieses „Geothermie-Beben“ kann ich mich noch genau errinnern: es fühlte sich an, als sei ein Lastwagen/Zug ins Haus gerasst… Die ganze Welt hatte sich auf einen Rutsch um einige 10cm bewegt! Damals bin ich furchtbar erschrocken…

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  12. Ich habe bisher zwei 6,3er Beben erlebt und das rumpelt schon ganz ordentlich. Dagegen sind die kleineren 4er oder 3er Beben, die wir hier (Island) häufiger erleben, relativ unbedeutend.

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  13. Beim letzten Erdbebchen, das ich hier bei uns gemerkt habe, war ich gerade in meinem Büro und habe (selbstverständlich hochwissenschaftlich) an meinem PC rumgespielt. Wenn ich nicht in meinem Sessel gesessen hätte und ich sein ruckeln gespurt hätte, wäre mir das Erbenganz durch die Lappen gegangen. Meine Kolleginnen in der Apotheke hatten nichts gespürt. Wir Männer sind halt doch sensibler/empfindlicher (bitte das Wort einsetzen, das der Leserschaft besser passt).

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  14. Vor etwa 10 Jahren war ich im Elsaß, und es rumpelte und dröhnte, als führe ein schwerer LKW vor dem Haus vorbei. Nur daß der nicht unter der Eisenbahnbrücke weiter unten vorbeigekommen wäre, und auch nicht in dem Tempo den Berg rauf oder runter.
    Und dann fiel uns auf, daß die Pendellampe pendelte.

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