Kein Umtausch / Retoure für Medikamente

Öfters gestellte Frage:

„Was ist eigentlich, wenn ich ein Medikament in der Apotheke bekommen habe, es dann aber doch nicht brauche – kann ich es dann zurückbringen?“

Für Medikamente, die auf Rezept abgegeben wurden ist die Gesetzgebung sehr deutlich: So steht es z.B. auch auf der Seite der Santesuisse (der Vereinigung der Krankenkassen):

Darf der Arzt/Apotheker ein Medikament, dass vom Patienten „ungebraucht“ retourniert wurde, dem Patienten voll in Rechnung stellen?

Nach erfolgter Abgabe weiss der Arzt/Apotheker in der Regel nicht, was mit dem Medikament in der Zwischenzeit geschehen ist. Es könnte schädlichen Einflüssen ausgesetzt worden sein (blieb beispielsweise lange an der Sonne liegen usw.). Aus Gründen der Qualitätssicherung darf daher ein solches Medikament nicht mehr zurückgenommen werden.

Das (ungebrauchte) Medikament wird dem Patienten voll in Rechnung gestellt. Ein Weiterverkauf ist nicht HMG (Heilmittelgesetz) – konform.

Also, das einzige, was ich mit so einem Medikament noch machen kann ist … es entsorgen.

Aber auch, wenn es sich nicht um Medikamente sondern um Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, medizinische Hilfsprodukte oder ähnliches handelt … ich bin einfach nicht dafür, alles einfach so umzutauschen, nur damit der Kunde zufrieden ist.

Natürlich ist die Kundenzufriedenheit wichtig … und wenn es einen triftigen Grund für die Retoure / den Umtausch gibt, dann mache ich das auch gerne. Darunter fallen z.B. Allergie gegen die Hautcreme, Defekte Produkte, das Verfalldatum ist zu knapp, das Produkt ist Verfallen verkauft worden (sollte zwar wirklich nicht passieren, aber … eben), manchmal auch noch: es wurde das falsche Produkt gekauft (und das alte ist ungeöffnet, sieht noch einigermassen aus und das ist nicht ewig und drei Tage her…), sogar wenn dem Kunden aktiv etwas empfohlen wurde und es nicht „das richtige“ war … das ist alles ok.

Ausserdem sollte das Produkt auch nachgewiesen von uns sein … dazu gibt es Kassabons und die Preisetikette auf der Packung.

Und dann gibt es die Situationen, wo ich finde, dass ein Umtausch einfach nicht angebracht ist.
Wenn man immer alles macht …das ist doch nur ein weiterer Schritt, dem Menschen die Eigenverantwortung abzusprechen. Ich meine … wenn das Problem eindeutig nicht bei mir oder dem Produkt selbst liegt, wieso soll ich und das Geschäft dann den finanziellen Verlust dafür tragen?

Also: kein Umtausch

Und jetzt verreisst mich.

*Duck und weg*

17 Kommentare zu „Kein Umtausch / Retoure für Medikamente

  1. Richtig so :-) Ich finde es auch unerträglich, wie manche darauf aus sind, möglichst oft auf Kosten anderer zu profitieren – und sei es nur für ein paar Cent. Klar gibt es berechtigte Fälle wie Mangel (Defekt, abgelaufen), aber man darf nicht alles mit sich machen lassen. Nasentanz ist tabu!

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  2. „medizin muss nicht lecker sein“ hab ich als kind zu hören bekommen, wenn ich irgendwelche tropfen bäh fand ;)

    normalerweise muss man das medikament ja nicht ewig nehmen und wenn doch, kann man beim nächsten mal ja nach einem anderen hersteller mit anderem geschmack fragen. bzw. gleich nachfragen, wenn man irgendeinen geschmack gar nicht abkann (ich bekomme z.b. bei menthol brechreiz, also frage ich da bei tropfen immer gleich sicherheitshalber nach…)

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  3. Ich kauf mir doch auch im Supermarkt keinen Joghurt, und versuch den eine Woche später zurück zu geben weil ich festgestellt habe, dass ich doch keinen Joghurt wollte. Wenn das Produkt einwandfrei ist, dann ist eventuelle Unlust mein Problem.

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    1. Der Joghurt ist für mich auch immer ein gutes Beispiel, um sich die Verderblichkeit (auch von Arzneimitteln) zu veranschaulichen.

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  4. Ich finde das ok so, wie du es machst. Ich würde nämlich auch kein Medikament kaufen wollen, von dem ich nicht weiß, wie mein „Vorbesitzer“ es aufbewahrt hat …

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  5. Das Problem ist, dass viele Leute denken, dass es ein Recht auf Umtausch geben würde.
    Viele Leute begreifen nicht, dass es sich beim Umtausch des Pullovers bei Nichtgefallen immer nur um eine Kulanzleistung des Geschäfts handelt und da überhaupt kein Anspruch darauf besteht.

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  6. Einmal ist mir ein Umtausch geglückt:

    Augentropfen verlangt, Homöoschallalie-Produkt (also Wasser) untergejubelt bekommen, dies aber erst vor der Ladentür gesehen. Zurück in der Apotheke: „Ich habe eine echte Bindehaut-Reizung, da brauche ich auch echte Medizin, kein Voodoo!“.

    Die Apothekerin war zwar beleidigt, hat aber den Umtausch vollzogen.

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  7. Oh ja. Erinnert mich an die Eucerin-Kundin, die dank Kundenkarte nachweislich Tagescreme gekauft hat und die dann in einem Nachtcremekarton wieder umtauschen wollte in Nachtcreme, weil sie diese wohl brauchte, aber angeblich Tagescreme drin war. Ja, klar.

    Zu den Medikamenten: Hier in D sollen wohl demnächstirgendwanneinmal Altarzneimittel wieder auf Rezept abgegeben werden können, wenn der Apotheker keine Zweifel an der korrekten Lagerung usw. hat. Das spart dann natürlich den Kassen eine Menge Geld. Es gibt sogar eine eigene PZN für Wiederabgabe dafür (http://www.narz-avn.de/aktuelles/sonder-pzn.html). Das ist wohl etwas unpraktikabel.

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    1. Ja, und an der korrekten Lagerung hat man dann eben doch Zweifel!
      Wir werden da nicht mit machen, wenn es denn wirklich kommt.

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    2. Die Wiederabgabe gibt es schon, allerdings nur eingeschränkt:
      Wenn die Apotheke ein Heim (klassischerweise ein Alten- oder Pflegeheim) versorgt und dort ein Patient ein MEdikament nicht mehr benötigt, kann es unter Umständen für einen PAtienten des gleichen Heimes wiedereingesetzt werden.
      Es darf sicher nicht angebrochen sein, Verfall muss passen, Chargen-Bezeichnung muss übereinstimmen, bei der LAgerung dürfen keine PRobleme aufgetreten sein.
      Und die Lagerungsbedingungen müssen halbjährlich von der Apotheke kontrolliert werden.
      Und da habe ich in „meinem“ Heim schon tolle [sic] Sachen gefunden, manche AM tauchen aus dem Nichts verfallen auf (bei der Nachkontrolle 3 Wochen später ATR gefunden, die ein halbes Jahr geöffnet waren, aber bei der Kontrolle wurden laut Unterschrift alle Medis gezeigt…).

      Daher hält sich die Wiederabgabe bei uns in engen Grenzen:
      keine Temperaturempflindlichen AM
      sicherer Originalitätsverschluss, z.B. Tabletten nur verblistert (ich sehe den Tabletten in der Dose keine Chargen-Bezeichnung an)
      Medikament abgesetzt, kurz vorher (max. 1 Monat) geliefert

      Gibt es sogar für BtM, die bei „meinem“ Heim (kein Alten-/Pflegeheim) fast nie vorkommen…

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  8. Abgesehen davon, dass keiner weiss, wie und wo das Medikament (oder Creme oder sonstwas) gelagert wurde, woher soll ich wissen WAS mit dem Produkt angestellt wurde. Kann ja z.B. was in Tropfen, Creme oder ähnliches injiziert oder sonstwie reingebracht worden sein. Nein danke. Auf die Idee bin ich noch nie gekommen, ein Medikament zurück zu bringen bzw. umzutauschen.

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  9. Interessant, da dachte ich – jetzt werde ich sicher verrissen, aber … die meisten scheinen doch meiner Meinung zu sein.
    Gar keine Gegenstimmen?

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  10. Keine Gegenstimme von mir ;-). Das Problem sehe auch ich in „weiß-der-Geier-wie-das-Medikament-gelagert-wurde“.
    Als Pharmareferentin bekomme ich ab und zu Arzneimittelmuster zugeschickt. Einmal hat mich der Innendienst angerufen, der Lieferant habe sich gemeldet, weil ich auf 2 Benachrichtigungen (die ich nie erhalten hatte…)nicht reagiert habe. Der Lieferant war kurz davor, die Musterlieferung zurück in unser Lager zu schicken. Retourenware wird aus o.g. Gründen GRUNDSÄTZLICH vernichtet, in dem Fall hätte das einen Schaden von mehreren 1000 Euro bedeutet! Nur weil der Fahrer zu faul (?) war, einen Lieferversuch tatsächlich zu machen (bei einem Versuch war ich nachweislich zu Hause, die Klingel funktionierte….)

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  11. Das beste sind auch die „selbstverschuldeten Verluste“.
    Vor Weihnachten hatten wir letztes Jahr andauernd so kopflose Kunden, die Ihre Medikamente verloren oder verlegt hatten und felsenfest davon überzeugt waren, daß wir ihr Medikament nicht eingepackt hätten.
    Die haben tatsächlich verlangt, daß sie das Medikament auf Apothekenkosten nochmals erhalten.
    Soweit kommts noch. Im Supermarkt kann ich auch nicht AM NÄCHSTEN TAG vorbei kommen, und verlangen, daß ich nochmals kostenfrei meinen Champus erhalte, weil ich ihn GESTERN an der Kasse habe liegen lassen….

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  12. Ich muss Samstags arbeiten und mein Mann sollte mir bitte was aus der Apotheke mitbringen. Natürlich bringt er das Falsche (sag ich jetzt nix weiter zu). Auf jeden Fall bin ich Montag in die Apotheke mit Kassenzettel und Medi das ich nicht brauchen kann und der Typ meinte er kann das nicht umtauschen. Aber weil ich ja immer meine Sachen bei denen Kaufe (und denen schön auf die Nerven gehe *hihi*) hat er mir das dann doch umgetauscht. Voll nett.
    Geh aber trotzdem nicht gern in die Apotheke, ich halt die nicht so für sonderlich kompetent…

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