Na … verkaufen und so.

3 Schüler kommen zu uns in die Drogerie und fragen, ob sie bei uns eine Schnupperlehre machen können.

Drogistin: „Ah, und für welchen Beruf würdet ihr denn gerne hier schnuppern?“

Schüler: „Was haben sie denn?“

Drogistin: „…..“ (überlegt)

Drogistin: „Und was denkt ihr, macht ihr hier, wenn ihr hier schnuppert?“

Schüler zeigt auf den jüngsten Lehrling:  „Na, das was sie macht!“

Drogistin: „Und das wäre?“

Schüler: „Na, verkaufen und so.“

Drogistin: „Ich glaube das wird so nichts. Geht Euch erst mal informieren, was man in einer Drogerie oder Apotheke so macht und wenn Ihr dann noch Interesse habt, dann kommt Ihr wieder.“

Das ist nicht das erste Mal, dass wir derartiges hatten. Unmotivierte Schüler die keine Ahnung haben, was man in dem betreffenden Geschäft so macht – nicht einmal ansatzweise. Ich glaube, die müssen eine bestimmte Anzahl Schnupperlehren vorzeigen können … und dann nehmen sie einfach irgendetwas. Das bringt ihnen nichts und für uns als Geschäft ist das eine ziemliche Belastung. Wir machen Schnupperlehren und wir bilden auch aus – aber diejenigen, die Interesse zeigen.

Sorry für den Rest.

Und was das Verkaufen angeht – das machen wir natürlich auch, allerdings lassen wir die Lehrlinge erst auf die Kunden los, wenn sie schon ein bisschen was gelernt haben in der Schule und und bei uns – und am Anfang unter Aufsicht, erst mit der Zeit selbständig. Bei uns geht es um die Gesundheit – und dann um’s verkaufen.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 23/03/2011 in Drogerie und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 20 Kommentare.

  1. … und die Lehrer (die meisten jedenfalls) reden sich den Mund fusselig, dass man sich erst informiert und dann anfragt, und das auch nicht rudelweise…

    Berufswahl wäre auch ohne Pubertät schon kompliziert genug — und umgekehrt😉.

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  2. Vor allem Beratung… Ich bin für einen Pflegel recht firm in Pharma, aber in der Apotheke wissen die immer noch einiges, was mir unbekannt ist. Bei unserem Medi-Mix extrem wichtig. Von wegen verkaufen.

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  3. Hallo Pharmama,
    ich glaube, die Fragen Deiner Drogistin werde ich mir klauen!
    Wir haben auch immer wieder Schülerpraktikanten hier, bisher fragte ich nach der Schule, um den Tätigkeitsschwerpunkt abzuschätzen (was soll der Praktikant kennenlernen), aber vor allem die Tätigkeitsfrage ist genial!

    Wenn’s geht (k.A. wie anonym Du bloggst), bitte ein Lob dafür weitergeben.

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  4. Das Beste, was wir je hatten, war die Bewerbung einer Hauptschülerin (also der Abschluss nach 9 Schuljahren) für den Apothekerjob – die Schule hätte sie ja jetzt fertig, und Apotheker wäre ja bestimmt ein Job, der Ihr „Freude bereiten“ könne….astrein.

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    • Das kenne ich auch.
      Das kann man der Hauptschülerin aber auch nicht ganz vorwerfen. Für den gewöhnlichen Supermarkt wäre sie nämlich als Kassendame mit Hauptschulabschluss durchaus qualifiziert.

      Leider wird der Job in der Apotheke von einigen Mitmenschen als reiner Verkaufsjob, ähnlich dem Verkauf von Waren im Supermarkt, gesehen. Und leider (!) gibt es ja auch Apotheken, deren Geschäftsmodell allein darin besteht, die Schachtel rauszuholen und zu kassieren.

      Bei dieser Einstellung einiger Kollegen müssen wir uns als Apotheker auch durchaus etwas an die eigene Nase packen, wenn wir von Teilen der Bevölkerung so wahrgenommen werden und an uns arbeiten.

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      • Ohja, der liebe Profit…
        habe neulich gerade eine neue Stammkundin aus einem anderen Ortsteil gewonnen: in der dortigen Apotheke hatte man sie freundlich gefragt, ob sie ihre Blutzuckerteststreifen nicht lieber in einer anderen Apotheke besorgen könnte, das wäre ja für die Apo so ein Verlustgeschäft auf Rezept…Herrlich!
        Seitdem kommt sie zu uns, ich wohne praktischerweise im selben Stadtteil und kann ihr im Zweifelsfall abends die Medis mitbringen.

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        • Wird mit den Dingern neuerdings Geld verdient (verwundert guck)?

          Zu meiner Apothekenzeit (schon etwas her) war der Verkaufspreis mit Mehrwertsteuer (was also in den Hilfsmittellieferverträgen vereinbart ist) ziemlich nahe am Einkaufspreis ohne Mehrwertsteuer, so dass die Abgabe von Blutzuckerteststreifen bei fast allen Krankenkassen ein Verlustgeschäft war. Hat man halt mitgemacht, um den Kunden nicht zu verlieren, der noch andere Medikamente hatte.

          Also: Die Tatsache, dass Blutzuckerteststreifen in D UNTER dem Einkaufspreis abgegeben werden müssen, finde ich jetzt betriebswirtschaftlich auch nicht unbedingt sinnvoll…

          Daher bitte ich den obigen Post von heute Mittag nicht falsch zu verstehen: Geld verdienen darf man ja als Apotheker schon, man ist ja nicht die Wohlfahrt…😉

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        • Ah ja, die Blutzuckerteststreifen. Anfangs Jahr hatte ich einen, der damit „gedroht“ hat, sich die Dinger in Deutschland zu besorgen, weil die Krankenkasse nicht den vollen Preis bezahlt – tatsächlich hatten wir schon das 2. Mal eine Senkung des maximal übernommenen Preises pro Packung – und lohnen tut sich das schon lange nicht mehr, das zu verkaufen. Jetzt sind wir praktisch am Verlustgeschäft pro abgegebene Packung. Aber weil wir mit dem Preis runter sind, kommen die Kunden auch zu uns – und kaufen hier auch das Insulin (hoffentlich).

          Und Steven: ich habe das schon richtig verstanden .. und du hast recht. Es gibt Apotheken, die einfach nur Schubladenziehen und Packungen abgeben – aber dagegen „kämpfe“ ich auch. Beratung, Leute! Geben und verlangen.

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  5. Na, die hätte ich aber auch sofort wieder nach Hause geschickt. Wie alt waren die, dass die sich sowas nicht schon selber hätten denken können?

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  6. @Steve: Na sicher ist das ein Verlustgeschäft – wobei man auch da über den richtigen Einkauf einiges abpuffern. Aber keine NORMALE Apotheke würde doch den Kunden fragen, ob er seine TTR bitte woanders kauft….oder macht Ihr sowat?!

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    • Blutzuckerteststreifen und Rezepturen sind in etwa gleich unrentabel.

      Lass mich das daher mit einem Link zu „Stiftung Warentest“ beantworten:
      http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/test/Apotheken-Selten-gut-beraten-1859514-1859818/

      Schau Dir die Fussnoten an.
      Die Apotheke, auf die sich die Fussnote 4 („Laut Anbieter werden seit Anfang des Jahres Rezepte zur Herstellung einer Rezeptur nicht mehr eingelöst“) referenziert, ist eine normale Apotheke in Deutschland, die parallel zu ihrem normalen Geschäft auch Versandhandel betreibt.

      Legal ist das nicht. Praktiziert wird es leider trotzdem.

      Und der Kunde, der normalerweise immer beim Versandhandel bestellt, kommt dann in Deine Apotheke, denn Du stellst diese Rezeptur ja her.
      Dafür stellst Du Dich dann eine halbe Stunde ins Labor und berechnest dafür dann 9,53 Euro. ( https://pharmama.ch/2011/03/06/abwertend/#comment-14063 )

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  7. Oh, ja, sowas hatte ich auch mal.
    Ob man bei uns eine Ausbildung (!) machen könne.
    Ja, wofür denn?

    (Es gäbe da den PKA-Beruf, der tatsächlich ein Ausbildungsberuf mit begleitender Schule, oder aber den PTA-Beruf, der eher Schule mit anschließendem Praktikum ist. – da kann man ja mal fragen.)
    Auf die Antwort war ich allerdings nicht gefasst; „joa, Apotheker halt, ne?“ Soviel zum Thema Information. Hätte ich gewusst, dass Apotheker einfach so in der Apotheke ausgebildet werden, wozu haben meine Kollegen dann eigentlich erst studiert?? Wie unnütz, diese Zeitverschwendung des Studiums…
    Ich habe dem jungen Mann dann erklärt, dass dazu erst ein Studium notwendig ist und ihn gebeten, das doch bitte voran zu stellen und dann irgendwann kann er gerne noch einmal nach einem praktischen Jahr fragen.

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  8. Die gibts ja überall! Durfte mal einen Stand an einer Weiterbildungsmesse (u.a. für Jugendliche) „hüten“: da wurden die Prospekte (Ausbildung zur MPA, Medizinische Praxisassistentin) einfach nur eingesackt, Fragebögen runtergeleiert, unsorgfältig ausgefüllt – nur damit die Aufgabe erledigt wurde… Traurige Sache, sowas.

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