Dreister Einbrecher

Passiert zwischen Weihnachten und Neujahr bei unseren Nachbarn.

Sie sitzen gemütlich beim Nachtessen in der Küche, als die Tochter, die zu Besuch da ist sagt: „Da hat grad jemand in die Küche geschaut!“ Das ist etwas überraschend, da sie im 2. Stock sind, die Wohnungstüre und Fenster alle geschlossen sind und sonst eigentlich niemand in der Wohnung sein sollte.

Ja, sollte. Ist aber nicht.

Ein Einbrecher hat den Weg über ein Fenster in den Hausgang gefunden, mit Spezialwerkzeug die abgeschlossene Wohnungstür (ein Sicherheitsschloss) geöffnet und ist einfach reingekommen, während die Familie beim Essen sitzt.

Er nimmt das Portemonnaie der Tochter vom Tischchen in Gang, durchwühlt ein paar Schubladen im Büro, wo er das Portemonnaie und eine Uhr vom Vater findet und schaut schliesslich in die Küche.

Als er merkt, dass er entdeckt worden ist, schliesst er die Familie in der Küche ein und flieht über Fenster und unser Vordach.

Offensichtlich ein Profi, der auch noch Handschuhe getragen hat. Ziemlich skrupellos.

Da fühlt man sich in der eigenen Wohnung auf einmal nicht mehr so sicher, oder?

18 Antworten auf „Dreister Einbrecher

  1. „… der auch noch Handschuhe getragen hat…“
    was denn sonst bei der Kälte !!!
    – Spaß beiseite: das potentielle psychische Trauma durch so ein Erlebnis ist nicht zu unterschätzen. Schließlich gehört die eigene Wohnung zum intimsten Raum, in dem man sich eigentlich beschützt, wie sonst nirgendwo fühlt. Ich stelle mir das schrecklich vor.

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  2. Ja, es ist schon erschreckend, wie einfach man viele Schlösser geöffnet bekommt. Einfache Schließzylinder, wie man sie immer noch in vielen Haustüren findet. kann selbst ich – und ich bin darin nicht besonders geübt – in unter einer Minute öffnen. Profis bekommen selbst viele angeblich besonders sichere Zylinder in kurzer Zeit zerstörungsfrei geöffnet.

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  3. Ohje, irgendwie kann man trotz der schrecklichen Situation froh sein, dass der Einbrecher „nichts böses im Sinn hatte“, also nicht eben mal jemanden verletzt hat.

    Eine Freundin von mir wurde ebenfalls von einem Einbrecher heimgesucht, sie fühlte sich danach so unsicher und verletzt in ihrer Intimssphäre, dass sie umziehen musste. Sie meinte, es wäre ihr egal, dass Geld und Gegenstände weggekommen seien, aber das da jemand war, der vielleicht ihre Wäsche gesehen hat, in ihr Tagebuch schauen konnte oder sich einfach ein Bild machen konnte darüber, wer sie ist – das hat sie nicht mehr losgelassen.

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  4. na ja, drgeldgier, ganz so dramatisch ist’s ja nun nicht – oder schreibst Du für das Blatt mit den vier Großbuchstaben :-)?
    Das Trauma beginnt vor Allem, wenn „in der Wäsche gewühlt wird“.
    Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, daß Einbrecher immer dreister werden.
    Was ich jedoch nicht verstehe, ist: warum stecken in Zimmertüren überhaupt Schlüssel und warum ausgerechnet außen? Ich jedenfalls bekomme Panik, wenn ich in einem Zimmer bin, dessen Türschlüssel außen steckt (nein: ich war aber noch nie im Knast, nur damit keine falschen Interpretationen gemacht werden)

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    1. nicht mehr alle. Und an die rechtlichen Konsequenzen was das nach sich zieht, wenn man die plombierte Patronendose für so was öffnet, will ich gar nicht denken.

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  5. Da wird einem beim Lesen ja anders zumute. Und ich habe mich bis anhin immer sicher gefühlt, weil ich nicht im Parterre wohne…

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  6. Ihr Schweizer seid doch in der glücklichen Lage, recht unkompliziert eine Schusswaffe zu bekommen, zumindest für die eigenen vier Wände!
    Nutzt eure Rechte! Die Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt!
    Sonst wird es euch bald so gehen wie uns Deutschen und bald darauf so wie den Briten.

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    1. Eine Schusswaffe zu haben bedeutet noch lange nicht, dass man das Recht hat auf jemanden zu schiessen – nicht mal ein Einbruch ist ein ausreichender Grund. Die rechtlichen Folgen wären verheerend. Ein (Arzt-)kollege (mit Waffe im Haus) hat mal gesagt, wenn man schiesst, sollte man versuchen ihn gleich so zu treffen, dass er nicht mehr aufsteht. Ansonsten zieht das Urteile in Form von Schadenersatz wegen Körperverletzung bis Unterhaltsszahlungen wegen Arbeitsunfähigkeit … nach sich.
      Das ist keine Lösung.

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  7. Ich kenne das Schweizer Notwehrrecht nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es sich großartig von unserem unterscheidet.
    In .de ist ein gegenwärtiger Einbruch ein Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut, nämlich Eigentum. Er berechtigt damit zur Notwehr, auch mit massiveren Mitteln, die zwar angemessen sein sollen, aber auch effektiv und unmittelbar erfolgsversprechend sein dürfen. Damit ist der Schusswaffeneinsatz gegen einen typischen Einbrecher, sofern er noch nicht die Flucht ergriffen hat, rechtlich völlig legitimiert. Selbst wenn er schon flüchtet, aber noch Beute ansich hat, wäre ein Schuß in den Rücken rechtstheoretisch noch gedeckt, weil der Angriff auf das gestolene Eigentum ja noch andauert. Je nach Richter wird’s an dem Punkt aber in der Tat haarig.
    Bei der von dir geschilderten Situation sollte jedoch selbst nach einem töglichen Schuss die Sache rasch eingestellt werden. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. So einfach ist das.
    Oder wie die Amerikaner sagen: Better be judged by twelve, than carried by six. – Lieber wehre ich mich und werde nachher verurteilt, als dass ich dem Angreifer die Chance lasse, mich zu töten. In welcher Welt leben wir eigentlich, wo Menschen mehr Angst haben vor ihrer Justiz als vor Kriminellen?

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    1. Auszug aus einem Artikel der 20 Minuten von heute:
      „…sondern auch mit dem Opfer des Überfalls: Die Behörde prüft, ob ein Verfahren gegen den Sicherheitsmann eingeleitet wird, weil er von der Waffe gebrauch machte. Dazu war es gekommen, nach dem zwei maskierte Männer den Geldtransporter des Fahrers gestoppt und versuchten hatten, die Fensterscheiben mit Steinen zu zertrümmern. Als dies nicht geling zogen sie die Waffen und zielten auf den Fahrer, woraufhin dieser das Feuer eröffnete.“

      Wie man sieht: nicht mal ein so direkter Angriff gibt einem einen Freipass die Waffe zu gebrauchen und zieht eine Menge rechtlicher Folgen nach sich.
      Toll.

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