Berliner Mauer, verdünnt

Homöopathie hat sicher seinen Platz im heutigen Drogerie- und Apotheken-Sortiment, aber es gibt Firmen, die geben der Behandlungsmethode ein schlechtes Ansehen.

So musste ich letzthin lesen, dass eine englische Apotheke offensichtlich „Murus berlinensis C6“ vertreibt.

Was das ist? Berliner Mauer, zerstossen, verpulvert und homöopathisch verdünnt und dann in braune Fläschchen mit dem Aufdruck „Berlin Wall. Keep away from children“ abgefüllt.

Es soll helfen gegen Soziophobie und/oder Abgrenzungsprobleme.

Zu lesen hier.

Wie das dem Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur, Hahnemann) entsprechen soll, muss mir erst jemand erklären. Das entscheidende Auswahlkriterium für ein homöopathisches Arzneimittel ist ja, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen könne wie die, an denen der Kranke leidet.

Und eine Mauer … ist ein bisschen mehr als ein Symptom, oder?

Auf der Seite des Vertreibers steht übrigens folgender Satz:

Please note that any reference to a disease name does not indicate a treatment for this disease. Helios remedies are without therapeutic indications.

Also: wir machen Heilmittel, aber sie sind ohne gesicherte Anwendung.

Auf der anderen Seite … wenn das ein Verkaufshit ist: ich habe zuhause auch noch ein kleines Stückchen. Und mit einer C6 Verdünnung kommt man seeeeehr weit. …. irgendwelche Interessenten?

Nicht so geeignete Mitarbeiter 2: die faule Apothekerin

Nach der Pharmaassistentin nun eine Apothekerin – nur damit nicht das Gefühl aufkommt,  ich sei parteiisch. Gute und schlechte Mitarbeiter gibt es nämlich in jeder Berufsgruppe.

Da war die eine Apothekerin, die ich einstellte, weil ich dringend eine Stellvertreterin brauchte. Ich war nach dem Absprung des Verwalters vor mir eine Zeitlang die einzige Apothekerin im Geschäft –und nach ein paar Wochen 150% Pensum war ich fast bereit alles zu nehmen, was kam. Diese Apothekerin war zwar fachlich noch gut, aber wie sich herausstellte so was von faul und ihr Umgang mit Kunden … unhöflich, genervt, als ob diese sie grad bei etwas stören würden – und sei es nur, dass sie am Computer die Bestellung anschaute – was sie auch noch sitzend tat. Ist eigentlich jemandem schon aufgefallen, dass man uns nie sitzen sieht? Jedenfalls nicht im Laden vorne.

Einmal hat sie einen Fehler bei der Abgabe gemacht (nicht lebensbedrohlich, aber …) und als der Kunde mit dem Medikament zurückkam, tauschte sie es zwar aus, aber meinte dazu nur zu ihm „Das kann halt vorkommen.“ Ummm, Hallo?: erstens: das sollte es nicht und zweitens: das ist keine Entschuldigung!

Nachdem ich sie ein paar Mal auf ihr Verhalten hingewiesen habe, habe ich halt weiter nach einer geeigneten Stellvertretung gesucht und schliesslich auch gefunden. Dann durfte/musste ich sie wieder entlassen. Das ist nie lustig, gehört halt aber auch dazu.

Heute bin ich mit meinen Mitarbeitern rundum zufrieden – und das dürfen sie auch wissen!

Nicht so geeignete Mitarbeiter 1: die Psycho-Pharmaassistentin

In meinen über 10 Jahren, die ich in der Apotheke und Drogerie arbeite, gab es natürlich auch einige Fluktuationen. Die Lehrlinge, die nach 4 Jahren Ausbildung weiterziehen, einige Mitarbeiter die kündigten, um sich anderen Ausbildungen und Jobs zu widmen: wir hatten eine Pharmaassistentin, die Arztgehilfin wurde, 2 Drogistinnen, die jetzt für eine Krankenkasse arbeiten und eine Drogistin, die eine Visagistenausbildung absolviert hat und jetzt in einer grossen Kosmetikfirma arbeitet. 1 Drogist ist heute Ärztebesucher für eine Pharmafirma … Anderen Mitarbeitern mussten wir kündigen, weil ihre Arbeit nicht unseren Anforderungen entsprach.

Da war die Pharmaassistentin, die auf einmal ein paar Wochen ohne Erklärung anzugeben oder ein Arztzeugnis zu bringen nicht mehr zur Arbeit kam. (Das ist eine 100% Stelle, die einfach fehlt) Und als sie dann kam, hatte sie einen derart unmöglichen Umgang mit den Kunden, dass ihr schliesslich gekündet wurde.

Sie schien mir schon vorher ein paar psychische Probeme zu haben und brachte häufig ihre persönlichen Probleme mit ins Geschäft. Ihr zuzuhören, wenn sie erzählte, das war wie eine Seifenoper – jeden Tag was neues. Einmal ging sie mit ihrer Freundin in die Ferien, nur um sie, kaum dass sie dort einen Mann kennengelernt hatte, einfach stehenzulassen. Nett. Ein anderes Mal wetteiferte sie mit ebender Freundin um einen Mann … der sich dann als echter Stalker herausstellte. Ihr Leben war eine Aneinanderreihung von Dramen und kleinen Katastrophen.

Ihr zu kündigen erwies sich als schwierig. Mein Vorgänger entschied sich für die direkte Variante und teilte es ihr in der Apotheke mit. Sie weigerte sich, den Schein zu unterschreiben, dass sie die Kündigung zur Kenntnis nehme. Also schickte er sie ihr in einem eingeschriebenen Brief. Der kam zurück (sie habe keinen Abholzettel im Briefkasten gehabt…), er schickte noch einen. Wieder kam er zurück. Ich vermute mal, sie dachte, wenn sie die Kündigung einfach nicht annimmt, dann wäre sie auch nicht gekündet.

Am Schluss musste mein Vorgänger es so machen, dass er 2 Zeugen unterschreiben liess, die das Ganze mitbekommen haben.

Eher Unangenehm sowas.

Wärmebildung

Kunde in der Apotheke: „Warum haben sie dort Spots (deutet auf unser OTC Regal) – realisieren sie nicht, dass diese Lampen Wärme generieren und dass die Medikamente dann kaputtgehen !?“

Ummm – ohne Licht sieht man sie aber nicht, der Strahler ist über 1m von der nächsten Packung entfernt und ausserdem testen wir die Raum-Temperatur der Apotheke täglich an 3 Stellen.
Die ist in Ordnung.