Allzeit bereit?? Cialis once daily

– ein Durchbruch in der Behandlung oder Marketing plot?

Im Moment wird man in der Apotheke praktisch überschüttet mit Werbung und Info zum neusten Produkt von Lilly: Cialis once daily.

Cialis ist wie Viagra und Levitra ein Medikament zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Das neue an diesem ist einfach, dass man es statt kurz vor dem Sex einmal täglich einnimmt.

Mein erster Gedanke als ich das gelesen habe war: wow. Da verdient sich die Firma ja eine goldenen Nase daran, wenn das wirklich ankommt. Hast Du eine Ahnung, wie teuer Cialis ist? Und das jetzt als regelmässige Einnahme, täglich?

Aber ich bezweifle ernsthaft, dass das in der Schweiz ankommt. In Amerika vielleicht schon, wo es erlaubt ist Werbung für rezeptpflichtige Medikamente direkt an das Publikum zu machen. Nachdem man genügend am Fernsehen und in Zeitschriften berieselt worden ist laufen sicher einige zu ihrem Arzt und verlangen das. In der Schweiz ist nur Werbung an die Ärzte und Info an die Apotheker erlaubt. Da wird das einiges schwieriger, das anzubringen.

Es gibt noch ein paar andere Dinge zu bedenken:

Die Dosis muss individuell eingestellt werden. Cialis gibt es zu 10 und 20mg. Auch von diesen sagte man, dass die Wirkung länger sein sollte als bei Viagra oder Levitra: bis 36 Stunden.

Und neu also 1x täglich zu 2.5 oder 5mg. Wenn man nun eine Dosis zu 5mg nimmt, dann bedeutet das, dass man nach dem normalen Dosismaximum (Peak) nach 30-60 Minuten eine stetig  geringer werdende Menge des Wirkstoffes im Körper hat –die dann „im richtigen Moment“ (hoffentlich) ausreicht um eine Erektion zu unterstützen. Das dürfte nicht bei allen der Fall sein.  Und diesen zu sagen, dass sie halt noch zusätzlich eine normale Tablette Cialis nehmen sollen…

Dann ist da das Problem der Compliance. Ja Sex kann ein guter Motivator sein, aber so sollten eigentlich auch potentiell tödliche Krankheiten wie Herzinsuffizienz, Diabetes etc. Trotzdem zeigen Studien über Studien dass es den Leuten schwerfällt ihre Medikamente richtig zu nehmen.

In dem Fall: wenn man ein paar Tabletten auslässt, fällt der Wirkstofflevel im Blut unter die Wirksamkeitsgrenze.

Aber Schuldgefühle können auch motivierend sein, das dürfte Cialis zu gute kommen: „Was heisst das ‚Nein’? Meinst Du ich schlucke täglich diese Tablette und jetzt bist Du nicht interessiert?

Wahrscheinlich ist es trotzdem besser und günstiger halt etwas vorauszuplanen und die Tablette kurz vor dem Sex zu nehmen. Wie gesagt, auch die bisherigen Cialis können bis 36 Stunden wirken – das reicht für ein Wochenende.

Es ist für meine Tochter

Aus der Rubrik „Auch Apotheker machen Fehler“:

Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt nach Hustenmittel für ihre Tochter, sie hat ein Baby im Kinderwagen dabei.

Die Apothekerin fängt an, ihr zu erklären, dass es nicht viel gibt was man ihr geben kann, denn die meisten Hustenmittel sind erst ab 2 Jahren zugelassen.

Die Frau schaut die Apothekerin an, als sei sie verrückt und sagt: „Aber sie ist 26!“

– das Baby war ihre Enkelin!

Zugeflogen

Ich denke, die meisten, die in einer Apotheke oder Drogerie arbeiten, kennen den Typ Kunden. Es sind sicher keine mit medizinischem Hintergrund, aber offenbar glauben sie, dass wenn sie lange und fest genug die Packung anstarren, ihnen die benötigte Information über das Medikament zufliegt.

Mittelalte Frau kommt um etwas gegen den Husten und Schnupfen zu holen.

Apothekerin: Ist der Husten trocken oder verschleimt?“

Sie: „verschleimt, aber der Arzt hat ihr schon etwas gegen den Husten gegeben. Früher habe ich mal Rhinotussal genommen, aber das gibt es ja nicht mehr. Haben sie etwa das dasselbe enthält, aber von einer anderen Firma?“

Apothekerin (denkt) ok, definitiv jemand, der sich nicht auskennt, also nett sein. „Also, man hat Rhinotussal zurückgezogen, weil …“

Kundin: „Ich weiss, ICH WEISS“

Apothekerin. „Ok, es wurde zurückgezogen und alle Medikamente, die dasselbe enthielten wurden auch zurückgezogen.“

Kundin: „Haben Sie nichts ähnliches?“

Apothekerin: „Doch, sie könnten zum Beispiel Rhinopront nehmen.“

Sie gibt ihr die Packung und die Kundin starrt während etwa 4 Minuten wortlos darauf.

4 Minuten können wirklich lange sein. In der Zeit kann man: die Decke anschauen, den Boden anschauen, Bei der Beratung der Pharmaassistentin mithören. 3 Rezepte doppel-kontrollieren, auf die Uhr schauen. Die Frau anschauen, die immer noch das Medikament anstarrt, das man ihr gegeben habe – vertraut sie der Apothekerin nicht?

Endlich macht sie Anzeichen aus ihrer Trance aufzuwachen.

Kundin: „Ich habe das noch nie genommen. Vielleicht ist es besser das nicht zu nehmen.“

…. und geht ohne etwas gekauft zu haben.

Hmpf.

Apothekerwissen

Cardiospermum Salbe – enthält keine Spermien

Tiger Balsam – ist rein pflanzlich

Analgetika – sind nicht zwingendermassen Zäpfchen

2 Vitamin B6 Tabletten ergeben nicht das gleiche wie 1 Vitamin B12 Tablette.

In Aureomycin ist kein Gold drin.

Calcium Kautabletten schmecken nicht nach Knochen.