Nachgefragt

Zur Abwechslung mal eine Begebenheit aus dem Spital, das mir so von einem Arzt erzählt wurde.

Man darf ja manche Medikamente nicht nehmen, wenn man schwanger ist … aber das muss abgeklärt werden.

Also:

Arzt: „Besteht die Möglichkeit, dass sie schwanger sind?“

Patientin: „Nein?“

Arzt: „Sind sie sicher?“

Patientin: „Ja.“

Arzt: „Sind sie sexuell aktiv?“

Patientin: „Ja!“

Arzt: „Haben sie noch ihre Periode?“

Patientin: „Ja!“

Arzt: „Benutzen sie die Pille oder andere Verhütungsmittel?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Benutzen sie Kondome?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Hat Ihr Mann / Freund / Sexualpartner eine Vasektomie gemacht?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Also lassen sie mich das mal zusammenfassen: Sie haben noch die Periode, haben ungeschützten Geschlechtsverkehr … sie versuchen aktiv schwanger zu werden.“

Patientin: „Nein!“

Arzt: „Wie würden sie denn das nennen, wenn sie Sex haben und nichts zur Verhütung machen?“

Fragen zu Kondomen

„Kann man das Gleitmittel mit Methylalkohol entfernen? Ich bin allergisch darauf.“
– Wahrscheinlich schon, aber ich würde empfehlen welche zu kaufen, die schon ohne Gleitmittel sind.

„Kann man Kondome auch in der Badewanne verwenden?“
– Ja, aber es könnte leichter abrutschen

„Kann man Kondome auch ins Flugzeug mitnehmen oder platzen sie dann wegen dem Druckunterschied?“
– Ja, man kann und nein, sie platzen nicht

Kundin kommt mit 1 Pack Kondome und 1 Massageöl. Apothekerin: „Sie wissen aber, dass das Öl das Latex zersetzt? Man darf es nicht als Gleitmittel verwenden, sie müssen etwas auf Wasserbasis verwenden.“
Kundin: „Ehrlich? Ich mache das schon lange so.“ (und das war eine „vom Fach“ )

Junger Mann: hält eine Kondompackung in die Höhe und ruft: „Die kann man wieder verwenden, richtig?“
– Ummm, nein, falsch!

Kunde mit Pack Kondomen: „Haben sie einen Ort wo ich die anprobieren kann?“
– Nein.

Lustige Kondom-Werbung findet man übrigens hier.

Und im Notfall die „Pille danach“…

Inzwischen dürfte es auch einer breiteren Bevölkerung bekannt sein, dass man in der Schweiz die Notfallkontrazeption, die sogenannte Pille danach nicht nur vom Arzt, sondern auch in der Apotheke bekommt.

Allerdings müssen dabei ein paar Dinge abgeklärt werden, darum ist ein persönliches Gespräch mit der Apothekerin nötig.

Keine Abgabe ohne dieses Gespräch.

Dass es wichtig (und richtig) ist, zeigte sich schon bei verschiedenen Fällen:

Fall 1

Ein Mann kommt in die Apotheke und verlangt die Pille danach.

Apothekerin: „Ich muss direkt mit der Frau sprechen, die sie dann nimmt, ansonsten kann ich sie nicht abgeben.“

Mann: „Ja, das ist ein bisschen kompliziert. Wissen Sie, es handelt sich dabei nicht um meine Frau, sondern um meine Freundin. Die ist auch verheiratet und ihr Mann soll nicht herausbekommen, dass sie ein Verhältnis hat.“

Apothekerin: „Ok. Ich muss ja auch nicht mit ihrem Mann sprechen, sondern nur mit der Frau, die es bekommt.- Ich bezweifle, dass sie mir die nötigen Informationen über die gesundheitliche Vorgeschichte geben können.“

Immerhin muss ich auch über Allergien, andere Medikamente und die medizinische Vorgeschichte fragen.

Fall 2

Kundin (in den späten 30ern): „Ich brauche die Pille danach.“

Im Verlauf der Fragen: Apotheker: „Wie verhüten sie normalerweise?“

Frau: „Ich nehme Gynera.“ (eine Pille)

Apotheker: „Haben sie eine Dosis ausgelassen?“

Frau: „Ja, 4“

Apotheker: „Und wo in der Packung sind sie?“

Frau: „Am Ende.“

Apotheker: „Wie viele Tabletten sind noch übrig?“

Frau: „Keine, Ich fange erst in 3 Tagen wieder an.“

Es stellt sich also heraus, dass sie in der 7 tägigen Einnahmepause ist. Der Apotheker erklärt ihr, wie die Pille funktioniert und dass sie die Pille danach nicht braucht (Sie ist auch in der Einnahmepause geschützt)

Frau: „Ich glaube ihnen nicht. Kann ich die Pille danach trotzdem haben?“

Nein! Sie brauchen sie nicht.

Fall 3

Eine andere Kundin antwortete auf die Frage, wann der ungeschützte Geschlechtsverkehr denn stattgefunden hat mit: „Noch nicht.“

Apothekerin: „Erklären sie das bitte.“

Kundin: „Mein Freund kommt heute abend von der Geschäftsreise zurück und da will ich mit ihm schlafen. Ich nehme aber im Moment keine Pille und will nicht schwanger werden.“

Apothekerin: Aha. Sie wissen, dass es auch Kondome gibt?“

Kundin: „Ja, aber mein Freund sagt, dass Kondome ihn stören und er dann nicht so viel spürt.“

Apothekerin: „Ich kann Ihnen die Pille danach nicht geben. Sie ist keine Methode zur Empfängnisverhütung sondern eine Notfallmassnahme.“

Aber Echt!

Fall 4

Anfrage von einem Mädchen am Telefon (sie tönte sehr jung): „Also, wenn ich 5-6 Wochen Schwanger bin und die Pille danach nehme – verliere ich dann das Baby?“

Nein! Die Pille danach wirkt nur innert der ersten 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr (in Amerika nennt man sie auch die Morning after Pill) – danach kann man sie nicht mehr verwenden. Sie bewirkt auch keinen Schwangerschaftsabbruch, also keinen Abort. Sie verhindert nur, dass sich das Ei in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Seltsamer Telefonanruf

Den hatte ich vor ein paar Tagen, danach meinte ich nur zu einer Kollegin: wenn das ein Test war, dann hab ich ihn vermasselt.

Ein Mann mit deutschem Akzent ruft an.

Er nennt seinen Namen nicht (finde ich immer unhöflich) sondern beginnt gleich mit der Frage:

„Hallo, sie sind doch eine Apotheke?“

Pharmama: „Ja.“

Kunde: „Ich kenne mich in den Schweizer Apotheken nicht so aus – führen Sie auch Kondome?“

Pharmama: „Ja, das haben wir auch.“

Kunde: „Oh, gut. Was für Marken haben sie denn?“

Pharmama: „Das kommt wohl auf die Apotheke an. Wir haben Durex und Ceylor“.

Kunde: „Und da gibt es auch unterschiedliche Sorten …?“

Pharmama (hat langsam genug und vermutet ausserdem, dass sie dem seltsamen Kerl nächstens noch die Unterschiede der Kondome erklären muss: „Ja, da gibt es unterschiedliche Sorten. Warum gehen sie nicht einfach in die nächste Apotheke, da wird man ihnen sicher zeigen, was es gibt. Einen schönen Tag noch.“

Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen: Ich hatte schon ein, zwei Mal Anrufe in der Apotheke von irgendwelchen Perverslingen, die sich unter dem Deckmantel einer medizinischen Frage aufgeilen wollten. Seitdem bin ich da etwas gebrannt und einiges kürzer angebunden, wenn ich derartiges vermute.

Wie in diesem Fall.

Diaphragmas und Verhütungsgels

Diaphragmas sind eine eher ältere Methode der Empfängnisverhütung, die heute offensichtlich nicht mehr sehr oft angewendet wird. Es gibt ja heute so viel anderes: die Pille,  Spirale, Pflaster, Nuvaring, Implantate, Spritzen und nicht zu vergessen Kondome.

Die Diaphragma Methode ist eine Barriere Methode (demnach ähnlich wie das Kondom). Über den Gebärmutterhals der Frau wird ein halbkugeliges Gebilde gelegt, das den Eingang dicht abschliesst. Damit das funktioniert, muss es vom Frauenarzt angemessen werden. Zusätzlich sollte man aber noch Spermienabtötende (spermizide) oder Spermienhemmende Gele verwenden. Und damit wären wir beim Thema.

Problem ist: es gibt prakisch keine mehr.

Das habe ich letzthin wieder erfahren, als ich welche bestellen sollte. Patentex ausser Handel, Benzaltex nicht lieferbar, geht wahrscheinlich auch gleich ausser Handel. Nogynex gäbe es noch, ist aber auch mal wieder nicht lieferbar. Und das wars dann.

Anfrage beim zentralen Infodienst für Apotheken und Fachhandel brachte auch keine anderslautende Info.

Ich habe dann angerufen in einer Apotheke in Deutschland. Da gibt es auch nichts mehr, aber sie können aus Frankreich noch etwas importieren. Ummm, ok.

Als ich beim Hersteller für die Diaphragmas anrief, um diese zu bestellen (das geht auch nicht über unseren normalen Lieferanten), fragte mich die am Telefon gleich nach dem Verhütungsgel: ob ich nicht auch gleich eins bestellen wolle? „Oh, ihr habt das auch?“ „Ja, wir importieren sie aus England.“ Klar nehme ich eines für die Kundin.

Bestens, dann weiss ich wenigstens das nächstemal, woher ich das Gel bekomme.

Die Kundin hatte ausserdem noch den Wunsch nach einem Gel das „nicht so chemisch schmeckt“ (kein Kommentar dazu). Ich fürchte, was die Spermizid Gele angeht, hat sie keine grosse Wahl. Sie kann aber probieren, ob die Spermienhemmenden Gele auf Milchsäure- und Zitronensäure Basis besser sind.

Nächstes Problem: auch davon gibt es offiziell keine mehr. Keine fertigen Spezialitäten jedenfalls. Ich vermute, man bekommt noch in der Kondomeria welche und im Internet habe ich eine Apotheke in der Innerschweiz gefunden, die sie als Hausspezialität herstellt. Dort habe ich dann noch ein Zitronensäure-Gel bestellt.

Bisher habe ich noch keine Rückmeldung erhalten, ob das jetzt besser schmeckt … :-)

Die falsche Anwendung

Das ist doch mal was anderes! :

Bericht von einer amerikanischen Apothekerin: Die Patientin kommt und will ihre Verhütungs-Pille wieder haben(das geht dort offenbar auch über die Krankenkasse). Dabei fällt ihr auf, dass die Patientin die Pille in sehr unregelmässigen Abständen holt, also fragt sie nach, wie die Kundin die Pille denn nimmt.

„Oh,“ sagt diese jedes Mal vor dem Sex nehme ich und mein Partner je eine Tablette ein.“

Und die war bisher noch NIE schwanger?

Wow.

Und zweiter Gedanke: dem Freund wachsen noch keine Brüste, oder?