Also doch!

Da habe ich doch im letzten Oktober in der Apotheke einen seltsamen Telefonanruf gehabt von einem Mann, der mich über Kondome ausfragen wollte (Siehe Post hier). Ich war damals sehr kurz angebunden, v.a. weil ich vermutete, dass er  weniger aus Interesse, als aus persönlicher Befriedigung – nicht unbedingt seiner Neugier – anrief.

Trotzdem war ich danach unsicher, ob ich ihn nicht etwa zu Unrecht verdächtige – das bin ich jetzt nicht mehr.

Denn heute kommt die Drogistenlehrtochter zu mir und sagt, sie habe da gerade einen Mann am Telefon, der sich anhört, wie der den ich damals hatte. Er hat ihr die genau gleiche Geschichte erzählt! Die Lehrtochter hat ihn in die Warteschleife gesetzt, um mich zu fragen, wie sie damit umgehen soll. Ich hab ihr geraten ihn einfach abzuklemmen, aber eigentlich wäre es noch besser gewesen, wenn ich ans Telefon gegangen wäre und gesagt hätte: „Sagen Sie mal, Kenne ich Sie nicht? Das habe ich doch schon einmal gehört. Wie war nochmal Ihr Name?“.

Jedenfalls hatte er inzwischen abgehängt ….

Also liebe Mit-Apothekerinnen, Drogistinnen und Pharmaassistentinnen: Da ist tatsächlich jemand, der versucht sexuelle Befriedigung über Telefonanrufe in Apotheken zu bekommen. (Schauder)

Telefonvermittlung

Telefon:  – (es ist Nachmittag und der Laden ist voller Kunden)

Pharmama: Pharmama’s Apotheke, Pharmama am Apparat“

Mann: Hallo, sind sie die Apotheke beim Kaufhaus …?“.

Pharmama: „Ja.“

Mann: „Verbinden sie mich mit dem Kaufhaus Kundendienst. Ich kann die Nummer nicht finden.“

Pharmama: Das kann ich nicht. Wir sind ein eigenständiges Geschäft, unsere Telefonanlagen sind nicht verbunden.“

Mann: „Dann schicken sie jemanden, der jemanden vom Kundendienst ans Telefon holt.“

Pharmama: „Entschuldigen sie, das kann ich auch nicht, dafür habe ich einfach zuwenig Leute. Rufen sie doch die Auskunft an und fragen sie nach der richtigen Telefonnummer, ok?“

Mann: „Aber…“

Pharmama: „Haben Sie sonst noch eine Frage an die Apotheke?“

Mann:Nein….“

Pharmama: „In dem Fall: auf Wiederhören.“

(Wie gesagt, der Laden war voll).

Feierabend!

Telefonanruf um halb sechs am Samstag: „Wann schliessen sie?“

Pharmama: „Um 6“.

Anrufer: „Dann kann ich ihnen jetzt das Rezept rasch vorbeibringen und um 7 Uhr abholen?“

Pharmama: „Äääh,  nein.“

(Igitt)

Kundin am Telefon: Ich brauche einen Rat von ihnen. Ich fühle mich seit Tagen nicht sehr gut, schlapp halt und seit vorgestern habe ich auch ziemlich hoch Fieber.“
Apothekerin: „Haben sie denn noch andere Beschwerden? Schnupfen zum Beispiel oder Husten?“
Kundin: „Nein, das nicht, aber ich habe einen ziemlich eklig riechenden grünlichen Ausfluss.“
Apothekerin: „Aha …“
Kundin: „Könnte das mit dem Tampon zusammenhängen, den ich gestern noch in mir gefunden habe? Meine letzte Periode ist aber schon fast 3 Wochen her …“

Bingo.
Vergessene Tampons sind sehr häufig die Ursache von z.T. heftigen Entzündungen in Scheide und Unterleib. Samt den entsprechenden Symptomen einer Infektion -bis zur Blutvergiftung.

Nicht auf den Mund …

Telefon.

Kunde: „Kann man Herpes bekommen vom Küssen?“

Apothekerin: „Wenn die andere Person es hat, ja.“

Kunde: „Und was ist mit der Variante auf dem Mund?“

Apothekerin: „Entschuldigung?“

Kunde: „Ich habe sie nicht auf den Mund geküsst …“

Apothekerin (gibt sich mental eine Ohrfeige): „Ja, auch dann.“

Lippenherpes (Herpes labialis) auch Fieberbläschen genannt und Herpes (Herpes genitalis) werden beide von Herpes simplex Viren verursacht. Der Lippenherpes mehr vom Typ 1, Genitalherpes mehr vom Typ 2.

Aber man kann auch vom Genitalherpes Fieberblasen bekommen….

nervige Vertreter

Da schickt mir doch die sunrise einen Brief mit folgendem Text:

Sie haben sich vor kurzem für Sunrise click&call 15000+ entschieden. Dafür danken wir ihnen nochmals herzlich. …Leider ist Ihre Anmeldung bis heute nicht bei uns eingetroffen… Bitte unterschreiben Sie…

Darauf werde ich nicht mal antworten, geschweige denn das unterschreiben und zurückschicken, denn das stimmt einfach nicht. Vielleicht versucht das einer dieser Telefonvertreter einfach bei allen, die er kontaktiert hat – selbst wenn sie auf Telefonwerbung so allergisch reagieren wie ich.

Es gibt einfach unmögliche Vertreter. Die haben wir in der Apotheke auch. So wie vor ein paar Wochen.

Am Samstag bekomme ich ein Telefon von einer unglaublich aufdringlichen Vertreterin, die mir 3 Packungen von ihrem Mittel schicken will, weil wir ja im nächsten Monat Werbung dafür auf unserem Bildschirm im Laden machen. Nun, das mag sein, dass die Werbung da läuft, allerdings wird das von der Zentrale organisiert und das bedeutet nicht, dass ich darum die Produkte, die da beworben werden auch an Lager nehmen muss. Das liegt nämlich in der Eigenverantwortung von jedem Geschäftsführer. Die Vertreterin besteht jedoch darauf, dass ich das müsse und sie werde 3 Packungen schicken. Meine Antwort darauf: Nein!

Ehrlich, ich brauche dieses spezielle Mittelchen nicht. Ich möchte jetzt hier nicht die Firma diffamieren, aber ich kann ich mir nicht mal im Ansatz vorstellen, wie die in der Werbung versprochene Fettverbrennung und „Fettumverteilung“ vor sich gehen soll. Mal abgesehen davon, dass das biologisch nicht möglich ist: Ich kann meinen Körperzellen nicht sagen: „He Fettzellen! ein bisschen weniger an den Hüften und mehr am Busen, dann könnt ihr bleiben, ok?“ und genauso wenig überzeugt bin ich von ihrer anderen Indikation: der Gewichtsabnahme. O-Ton Werbepamphlet „… in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung und körperlicher Bewegung.“ – Dann nimmt man auch so ab, da brauche ich nicht noch irgendwelche Kapseln zu schlucken.

Das Mittel ist entsprechend auch nicht als Medikament sondern nur als Nahrungsmittelzusatz zugelassen.

Langer Rede kurzer Sinn: die Zentrale kann zwar entscheiden dafür Werbung zu machen, ich kann mich aber genauso dafür entscheiden das Mittel nicht zu empfehlen und es auch nicht an Lager zu nehmen. Wenn es jemand will, kann ich das auch über unseren normalen Lieferanten bestellen.

(Fortsetzung folgt)