Verweigert

Vorausschickend: Ich sage nicht gerne nein. Aber manchmal muss es sein. Aus gesetzlichen Gründen, aus Vernunftsgründen und manchmal auch nur für meinen Seelenfrieden.

Telefon Kundin: „Ich bräuchte da eine Auskunft vom Arzt – ich erreiche ihn aber nicht. Könnten Sie ihm nicht anrufen, dass er mir zurückrufen soll?“
Pharmama: „Äh, nein, das können sie direkt selbst machen, dafür brauchen sie mich nicht.“
Kundin: „Nein, rufen sie ihm an, das geht schneller.“
Pharmama: „Das macht keinen Unterschied, ob sie oder ich es sind, die ihm telefonieren, nur dass es nochmals eine Verzögerung gibt, weil er dann sie ja noch zurückrufen muss.“
Kundin: „Aber bei ihnen nimmt er eher ab, als wenn ich anrufe.“
Pharmama: „Das glaube ich nicht. Ausserdem bin ich hier ziemlich beschäftigt. Das müssen sie wirklich selber machen, ich habe hier keine Zeit  für sie herumzutelefonieren.“
Kundin: „Aber ihre Kollegin hat das schon gemacht, und dann hat er nach einer Stunde zurückgerufen!“
Pharmama: „Ich mache es aber nicht. Ausserdem muss ich jetzt, da warten schon wieder ein paar Kunden …“ (Ja, ehrlich!)

Kommt noch dazu: wenn ich jetzt einwillige die Sekretärin zu spielen, bin ich wirklich ständig am Telefon nur um zu schauen, ob ich jetzt vielleicht durchkomme und dann ruft die Kundin wahrscheinlich noch 10 x zurück, ob ich den Arzt jetzt schon erreicht habe. Das kann ich beides jetzt wirklich nicht brauchen. Plus: mach so etwas einmal, dann kommt sie immer wieder mit solchen Anliegen.

Darum: Nein.

Das musste ich so lernen. Fällt es Euch einfach, „Nein“ zu sagen?

Dechiffrierung

Telefon Kundin:
„Mein Mann ist gerade beim Arzt gewesen, der hat ihm ein neues Rezept ausgestellt.
Wir sind beide nicht allzu gut zu Fuss, ich schicke jemanden mit dem Rezept.
Darauf steht … Se..r..o… hmm. „

Apothekerin: „Seropram vielleicht? Oder Seroquel?“
Kundin: „Irgendetwas mit 20mg …“
Apothekerin: „Wahrscheinlich Seropram. Was noch?“
Kundin: „Das zweite heisst …. Nein, das kann ich gar nicht lesen.“

Kundin (ärgerlich): Jetzt rufe ich extra an, weil ich denke, sie könnten es vielleicht vorbereiten. Und dann schreibt der Arzt sowas von …
Also ich schicke jemanden mit dem Rezept.
Nichts für ungut!“

Hängt auf.

Jaja, die schönen handgeschriebenen Rezepte. Überlasst die Dechiffrierung dem Apotheker … der kann das. (Meistens)

Ja – was jetzt?

Telefon um 5 nach 8 Uhr (wir öffnen um 8):
Pharmama: „Pharmamas Apotheke.“
Mann (murmelnd) „Ich habe gerade eine ganze Box Taschentücher durchgelassen… was ist gut für das?“
Pharmama: „Haben sie eine Erkältung oder eine Allergie?“
Mann: „Denken sie es ist ein Virus?“
Pharmama: „Was für Beschwerden haben sie denn?“
Mann: „Jetzt keine mehr.“
Pharmama: „Na … dann ist ja alles ok, oder?“
Mann: „Ja, Danke. Auf wiederhören!“
….

Huh?

Ich glaube ich brauche einen Kaffee.

Rufnummerunterdrückung

Ich bin zuhause, es ist Mittag. Das Telefon läutet.
Auf dem Display steht ‚Unbekannt‘ – normalerweise nehme ich das Telefon nicht mal ab, denn in 99.9% der Fälle sind es doch nur Werbeanrufe – und die hasse ich. Die lassen sich nicht mal durch das Sternchen im Telefonbuch abhalten.
Aber der Anrufer ist hartnäckig, den hatte ich in den letzten Tagen schon 2 -3 x. Und das letzte Mal war einfach niemand am Apparat, als ich abnahm.
Es gibt Leute, die versuchen so die Häuser auszukundschaften, die leer sind, um sie nachher auszuräumen. Darum nehme ich nochmal ab.

Telefon: „Pharmama“ (Nein, ich melde mich schon mit meinem richtigen Nachnamen.)
Unbekannt: „….“
Pharmama: „Hallo? … HALLO!…“
Nichts, also hänge ich wieder ab.
Es vergeht keine Minute, läutet es wieder. Wieder: ‚Unbekannt‘.
Pharmama: „Hallo?“
Unbekannt: “Ist das Frau Pharmama?“ – Kein Wunder weiss ‚Unbekannt‘ meinen Namen, habe ich ihn doch gerade vorher genannt. Jetzt will ich aber erst wissen WER da anruft.
Pharmama: „Wer ist am Apparat?“
Unbekannt: „Sind sie Frau Pharmama?“
Pharmama: „Wer sind SIE denn?“
Unbekannt: „Hier ist (unverständliches, aber ein Verein, Firma oder ähnliches) aus Paris“ – Ich merke: seinen Namen hat er immer noch nicht gesagt …
Pharmama (holt tief Luft): „Ahem, nur dass sie es gleich wissen, Werbeanrufe mag ich gar nicht. Da können wir das gleich kurz machen.“
Unbekannt: „Ah, ähhh, nein, keine Werbung…“
– na da bin ich mal gespannt, was kommt.
Unbekannt: „Wir bieten Ausflüge an.“
Pharmama :„Nein, danke. Für unsere Ausflüge und Ferien schauen wir gerne selber.“
Unbekannt: „Ah, ok. Wiederhören.“

Was denkt ihr: Werbung oder Timesharing-Angebot?

Absoluter Notfall

Es ist abends, 6 Uhr 45, kurz vor Ladenschluss.
Telefon.
Eine Frau – im Hintergrund andauerndes Kindergebrüll.
Ich höre zu, was sie zu klagen hat. Im folgenden meine Seite des Gespräches:

„Ja, das ist schon tragisch, was ihnen als alleinerziehende Mutter da so spät abends passiert ist – dass der Sohn den Flaschentrinkaufsatz kaputtgebissen hat und sie jetzt keinen mehr haben. Aber: Nein, ich kann jetzt niemanden vorbeischicken einen bringen.“

„Warum? – es ist kurz vor Ladenschluss, wir sind nur noch zu zweit, und sie haben gesagt, sie wohnen wo? 3, 4 Quartiere weiter. Ah, ja.“

„Da gibt es aber auch Apotheken und Drogerien und andere Geschäfte, oder?“

„Nein, sorry. Auch wenn ihr Kind jetzt schon im Pyjama ist und sie nicht aus dem Haus können und keinen haben, den sie schicken könnten. Das muss jetzt leider warten bis morgen.“

„Was? Verdursten? Nein – das glaube ich eher nicht. Haben sie es schon mit einer Tasse versucht?“

„Doch, ich bin auch selbst Mutter und ich verstehe, dass das unangenehm ist. Daran lässt sich im Moment aber nichts ändern. Tut mir leid.
Gute Nacht!“

Sollte ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Beratung per Telefon

Jedesmal, wenn ich diesen Witz höre, muss ich daran denken, warum ich die Gesundheitsberatung per Telefon nicht so ideal finde …

Zwei Jäger gehen auf die Jagd und wandern durch den Wald. Plötzlich greift sich der eine an die Kehle und stürzt zu Boden. Der andere Jäger gerät in Panik und ruft den Notarzt an: „Ich glaube mein Freund ist tot, was jetzt?“
Der Arzt sagt: „Beruhigen Sie sich! Zunächst einmal müssen Sie sichergehen, dass Ihr Freund wirklich tot ist.“
Kurze Pause, dann ein Schuss.
Dann kommt er wieder ans Telefon. „OK, erledigt, und was jetzt?”