Voltaren wird 25 Jahre alt

… aber wisst ihr eigentlich, woher der Name „Voltaren“ kommt?

Ganz einfach: dem Ciba-Geigy Mitarbeiter in Basel fiel nichts gescheites ein, wie man die Medikamente mit Diclofenac nennen sollte …   also kombinierte er den Platz vor der Firma – den Voltaplatz mit Renus (eigentlich Rhenus) – dem lateinischen Namen für den Rhein, der ja auch durch Basel fliesst.

Und seither geht seine Namenskreation um die Welt.

Vergleich Apothekenbesuch in Amerika und in der Schweiz

In Amerika:
Man gibt das Rezept in der Apotheke ab. Die Pharmaassistentin (Tech genannt) nimmt es entgegen und sagt: „Kommen Sie in 15 Minuten (oder 30 oder einer Stunde oder in 2 … – je nach Auslastung der Apotheke) wieder.“

Während dieser Zeit wird das Rezept ausgeführt: ein Tech gibt es in den Computer ein, dort wird eine Wechselwirkungsprüfung mit anderen Medikamenten im eventuell schon vorhandenen Patientendossier erstellt. Man schaut, welche Generika im Moment an Lager sind (je nach Einkauf) und sucht die passenden aus.

Dann werden die Tabletten oder Kapseln abgezählt (manchmal von einem Roboter, manchmal von einer Assistentin) und in Dosen abgefüllt. Die Dosen werden beschriftet mit Name des Patienten, des Arztes, der Apotheke, Medikamentenname, Inhaltsstoff, Dosierung, Vorsichtsmassnahmen und ob es möglich ist, die Dose wieder auffüllen zu lassen.
Am Ende kontrolliert ein Apotheker mittels einem Programm, das auch die Bilder der verschiedenen Tabletten enthält, ob auch die richtigen Tabletten abgefüllt wurden, es wird die Dosierung überprüft, die Etikettierung etc.

Es wird mit der Krankenkasse via Computer Kontakt aufgenommen. Die Info über die Medikamente wird übermittelt, die Krankenkasse meldet dann zurück, ob die Medikamente übernommen werden und wie hoch der Selbstbehalt ist, der sofort in der Apotheke bezahlt werden muss.
Bei Wiederauffüllungen oder Mehrfachbezügen meldet sie unter Umständen, dass das Medikament noch nicht wiederholt werden darf, erst in X Tagen, ansonsten zahlen sie es nicht.
Will man derartige Einschränkungen umgehen, muss man eine sehr gute Erklärung haben und die Apotheke muss die Erlaubnis für einen „Frühbezug“ telefonisch von der Krankenkasse einholen und eventuell muss der Arzt dazu auch noch das ok geben (das ist ziemlich unangenehm, wenn man z.B. länger in die Ferien geht) – das dauert dann nochmals bis zu mehreren Stunden.

Beim Abholen der Medikamente wird gefragt: „Brauchen sie noch eine Beratung oder haben sie Fragen?“ nur falls ja wird der Apotheker geholt – der ist sonst nur im Hintergrund mit der Kontrolle der ausgeführten Rezepte beschäftigt. Der Selbstbehalt wird bezahlt.

Dagegen bei uns in der Schweiz:
Man kommt mit dem Rezept, die Medikamente werden sofort herausgenommen und bereit gemacht. Es existieren nur fertig abgepackte Medikamentenschachteln. Der Kunde wird gefragt, ob man das aufgeschriebene Original mit einem Generikum ersetzen darf. Es wird auf Wechselwirkungen geprüft, die Dosierung wird angeschaut. Die Medikamentenpackungen werden beschriftet mit der Dosierung und dem Namen des Patienten – und ob es eventuelle Wiederholungen gibt
Mit der Krankenkassenkarte kann gegebenenfalls gleich die Versicherungsdeckung via Internetverbindung überprüft werden. Direkt bezahlt werden muss nur das, was nicht von der Versicherung übernommen wird.
Dabei sind die Chancen von der Apothekerin direkt bedient zu werden ziemlich gut: 1:2 bis 1:3. Auf jeden Fall aber kontrolliert sie das Rezept auch direkt.

… was bei uns noch ein wenig fehlt ist die Missbrauch-Kontrolle. Klar schaut ein guter Apotheker (oder Pharmaassistentin) wann der letzte Bezug war (in dieser Apotheke) und fragt gegebenenfalls nach. Aber: Wir haben keinen Zugriff auf die Bezüge in anderen Apotheken, was in Amerika bei der Krankenkasse gespeichert wird.
Auf der anderen Seite habe ich bis jetzt das Gefühl, dass die Missbrauchsquote bei weitem nicht so hoch ist wie in Amerika.

Was mich jetzt noch interessieren würde: kann jemand aus Deutschland und Österreich schreiben, wie das bei ihnen läuft?

Wahrscheinlich muss ich noch dankbar sein

Also Situation ist wie folgt: mein Mann ist selbstständig erwerbend in unserem Wohn-Kanton, ich arbeite in einem anderen Kanton. Seit Anfang dieses Jahr gilt die Gesetzesänderung, nach der die Familienzulage nicht wie bisher über meinen Arbeitgeber ausbezahlt wird, sondern via die Familienausgleichskasse bei der mein Mann ist. Grund: Weil ich nicht in dem Kanton arbeite, in dem wir wohnen, aber mein Mann schon.

Und das ist ein Problem, denn die Kasse lässt sehr lange auf sich warten mit der Auszahlung (jetzt, Mitte Jahr bekommen wir die erste Auszahlung – nicht mehr monatlich) .. und ich feststellen darf, dass es einiges weniger ist wie vorher.

Da habe ich gedacht, es sei jetzt Schweizweit so, dass die Familie für das Kind eine Familienzulage von (mindestens) 200 Franken pro Monat bekommt.

Aber nach dem was auf dem Schein von der Familienausgleichskasse jetzt steht sind es insgesamt 1700 Franken im Jahr (und nicht 2400 Franken).

Ja was jetzt?

Der Grund liegt darin, dass mein Mann selbständig erwerbend ist.

Und als solcher hat er nicht mal in allen Kantonen ein Anrecht auf Kinderzulage.

Wir wohnen aber in einem Kanton, in dem er einen Anspruch geltend machen kann – wahrscheinlich muss ich noch sagen „zum Glück“. Allerdings ist das an das Einkommen gebunden – und da er weniger verdient als ich – eben; gibt es halt nicht 200 Franken im Monat.

Und als Selbständigerwerbender muss er natürlich selbst Beiträge in die Familienausgleichskasse einzahlen. Bei seinen Einkünften etwa 1000 Franken im Jahr.

Also bleiben im Jahr 1700 – 1000 = 700 Franken statt 2400 (respektive 1400). Ehrlich, auch das merkt man.

Aber das Beste: Wenn er gar nicht arbeiten würde (und weniger als 41’000 Franken verdienen würde im Jahr- und das tut er jetzt schon, arbeitend) – dann hätten wir Anspruch auf die vollen 200 Franken pro Monat / 2400 Franken im Jahr.

Toll.

Jetzt weiss ich wieder, warum ich arbeite. Nämlich nicht nur, weil ich es so interessant ist.

Sorry. Fertig gejammert.

Ist Patriotismus eigentlich ansteckend?

So wie’s aussieht schon. Die einzige andere Erklärung, wäre noch, dass die Schweizerfahnen einen Weg gefunden haben, sich ungeschlechtlich zu vermehren – nächtliche Zellteilung vielleicht?

Jedenfalls werden es immer mehr.

Heute habe ich auf meinem 20 Minütigen Arbeitsweg 28 gezählt (Girlanden ausgenommen)!  Normalerweise sind es maximal 2.

Morgen fängt also die EM an.

Ich kann nicht sagen, dass ich vollends begeistert bin, speziell weil das ausgetüftelte „Verkehrskonzept“ mir einen Riesenumweg auferlegt. Grrrr. Und dabei musste ich schon heute abend einer Horde betrunkener Fans ausweichen. Das kann ja lustig werden. (Haben wir in der Apotheke genug Alka Seltzer an Lager?).