So this is crazy …

Quelle: Dating fails

Übersetzung (in etwa) : Hey, hier hast Du Midol,
diese Krämpfe sind schon crazy (irre),
Aber sieh mal die positive Seite:
… es ist kein Baby!

Vom Lied „Call me maybe“ gibt es ja inzwischen einige Nachahmer / Verarscher. Den hier fand ich süss: Das Cookie-Monster im Element.

(Und jetzt muss ich versuchen, den Song wieder aus meinem Ohr zu bekommen.)

chronische Schmerzen

Leute reagieren sehr unterschiedlich auf Schmerzen. Und Leute reagieren sehr unterschiedlich wenn sie Schmerzen haben im Gegensatz zu wenn sie keine Schmerzen haben. Das kann sein, als hätte man mit 2 verschiedenen Personen zu tun.

Ich habe das Phänomen schon ein paar Mal beobachtet in der Apotheke – wir haben ja auch diverse chronische Schmerz Patienten, aber es überrascht mich immer wieder.

Praktisch immer Schmerzen zu haben ist enorm anstrengend, auslaugend … ich glaube auch, dass man sich das kaum vorstellen kann, wenn man das nicht hat. Auch nur ab und zu Schmerzen zu haben – auch wenn die dann heftig sind, ist nicht wirklich vergleichbar. Man muss ja trotzdem weiter-funktionieren. Jeden Tag. Trotz ständigen Schmerzen … und da kann es durchaus sein, dass man manchmal einfach … ein bisschen durchdreht.

Zum Beispiel die Frau, die ich gestern am Telefon hatte. Ich musste ihr anrufen, um ein Problem mit der Versicherung zu lösen und sie … hat mich unglaublich fertig gemacht am Telefon. Sie war herablassend, sie war … richtig gemein. Sie hat mir Sachen angehängt … die ich nicht mal Ansatzweise wiederholen möchte – und am Schluss hat sie mir noch das Telefon aufgehängt ohne sich zu verabschieden. Dabei wollte ich ihr eigentlich nur helfen.

Item. Sowas macht einen fertig … und das für den Rest des Tages. Und es nimmt einem so ziemlich jede Motivation, ihr danach noch zu helfen.

Und heute … ruft sie an.

Ich habe sie am Telefon – und kaum höre ich ihre Stimme, steht mir die gestrige Situation wieder vor Augen (oder Ohren).

Sie fragt, ob ich gestern am Telefon war.

Und. Entschuldigt. Sich.

!

Sie habe gestern einen ganz schlechten Tag gehabt, viele Schmerzen, dann kam noch dieses und jenes dazu … und als ich angerufen habe, war das einfach … zu viel.

Ich war so sauer gestern, so verletzt, so überzeugt, dass ich mit ihr nichts mehr zu tun haben will.

Aber jetzt? Ich verstehe das.

Und für das nächste Mal auch.

Ruhe sanft, Frank

In der Zeitung war letzte Woche eine Todesanzeige von einem unserer Patienten … nennen wir ihn Frank. Das kam für uns nicht ganz unerwartet, Frank hatte Krebs und sah schon länger nicht mehr so gut aus.

Bedauernd mache ich einen Vermerk im Patientendossier von Frank: „Verstorben“.

Heute kommt eine Frau in die Apotheke und will von dem Dauer-Rezept von Frank die Schmerztabletten beziehen.

Die Pharmaassistentin schaut entsetzt auf meinen Vermerk und holt mich.

Pharmama zur Frau mit dem Tablettenwunsch: „Entschuldigung … meinen sie die MST retard für Frank? Der Frank, der letzte Woche gestorben ist?“

Weg war sie.

Armer Frank – ich hoffe, sie haben ihm genug Tabletten übriggelassen, dass er nicht mit Schmerzen sterben musste.

mehr Batteriebetriebenes …

Vor 3 Jahren hatte ich schon einmal einen Post darüber, dass der Trend in Richtung geht Batterien in so ziemlich alles zu stecken (siehe: Batteriebetriebenes).

Das neuste: Tampons.

Ja, Tampons. Der Tampon vibriert, soll gegen Periodenbeschwerden helfen und ist für eine Einmal-Anwendung von 60 Minuten.

Was mir hier ein bisschen Bedenken macht (unter anderem :-) ist die Entsorgung:

Für eine fachgerechte Entsorgung von Tamia wird die Batterie separat recycelt; alle übrigen Teile können im Hausmüll entsorgt werden

Und *wer* fizzelt da danach die Batterie raus? Wo ist die überhaupt – oben oder unten?

Das hat mich etwas zum lachen gebracht: Wenn man „Tamia“ googelt, kommt dieses Video zuoberst:

So into you? passt.

Schwierige Schmerztherapie

Schmerzen, speziell chronische Schmerzen zu therapieren ist nicht einfach. Aber manchmal machen es sich die Patienten auch selbst schwerer als nötig.

Die Patientin kommt in die Apotheke und fragt mich: „Was kann ich noch nehmen gegen meine Schmerzen? Mein Arzt hat mir Tilur und Dafalgan aufgeschrieben.“

Ich möchte ihr in dem Fall eigentlich nicht *noch* ein weiteres Mittel zum einnehmen geben (mehr Mittel bedeutet auch immer mehr Nebenwirkungen und Wechselwirkungen) darum frage ich erst mal: „Wie nehmen sie die?“

Patientin: „Tilur morgens und abends 1 Tablette. Dafalgan nehme ich nicht.“

Pharmama: „Wieso nicht?“

Patientin: „Da habe ich Magenschmerzen davon bekommen.“

Pharmama: „Vom Dafalgan? Das ist so ziemlich das am besten magenverträgliche Schmerzmittel. 
Probieren sie doch ein, zwei Tage das Dafalgan so zu nehmen, wie der Arzt es verordnet hat: 3 x täglich 1 Tablette.“

Patientin: „Aber: ich möchte nicht noch mehr Schmerzmittel einnehmen!“

Was soll ich ihr dann empfehlen? Sie hat mich am Anfang doch genau danach gefragt: nach etwas zum *nehmen* gegen ihre Schmerzen … einem Schmerzmittel ….

Pharmama: „Sie können es auch mit Schmerzpflastern oder -Salben versuchen …“

Patientin: „Nein, da ist auch Chemie drin. Gibt es da nicht etwas natürliches?“

Pharmama: „Wie wäre es mit Teufelskrallenwurzel-tabletten? Die wirken entzündungshemmend und…“

Patientin: „Nein, das sind auch Tabletten, das will ich nicht. Was gibt es sonst noch?“

Pharmama: (zweifelnd) „So was wie Tee? – … aber selbst im Weidenrindentee hat es prinzipiell dasselbe drin wie in den Schmerzmitteln … nur in einer geringeren Menge. Dass das ausreicht, glaube ich eher nicht.“ (Und in den Mengen, die sie dann trinken möchte, würde sie sicher Magenprobleme bekommen).

Patientin: „Und sonst?“

Pharmama: “ …. Sie könnten es ja mit Homöopathie versuchen.“

Jau, *das* ist dann genau der Moment, wo auch ich die Homöopathie *empfehle*.

Umhauend

in der Apotheke

Kunde mit Rezept für Ibuprofen 600: „Ist das ein starkes Schmerzmittel?“
Pharmama: „Ja, stärker als das 400er, das wir ohne Rezept verkaufen dürfen.“
Kunde: „Wow. Dann wird es mich wirklich umhauen.“
Pharmama: „Warum? Es ist nicht so eines wie Tramal oder Oxycontin.“
Kunde: „Also … dann darf ich Autofahren, wenn ich es nehme?“
Pharmama: „Ah … ja.“

– irgendwie schien er etwas enttäuscht.