Bostitched

Für Nicht-Schweizer: ein Bostitch ist eine Heftklammer.

… Jaja, ich weiss. Die Dinge die man hier lernt – oder: was ich nie wissen wollte.

Das hier ist ein Rezept, das ich letztens mal bekommen habe. Kreativ.

Ja, das in der Mitte ist ein kopierter Zettel der ausgeschnitten und dann auf das Rezept ge-bostitcht wurde.

Schreibfaul? Ging es so schneller? Wollte der Arzt absolut sichergehen dass das Medikament und die Dosierung korrekt rüberkommen? Kein Klebstoff und kein Klebeband zur Hand?

Versteht mich nicht falsch: es ist ein absolut korrektes Rezept, aber unsere Abrechnungsstelle, die alle Rezepte einscannen muss hat daran garantiert keine Freude!

Rettung in der Not

Die Kundin, die bei der Assura versichert ist und bei uns regelmässig Medikamente bezieht, hat einen Grossteil ihrer Quittungen für ihre bezogenen Medikamente verloren.
Das ist ganz schlecht, denn ohne Quittungen zahlt die Krankenkasse das Geld nicht zurück. Sie sind der Beleg für den Bezug.

Nur gut, dass sie wirklich immer zu uns kommt, so kann ich einfach in ihr Dossier gehen, alle Medikamente, die innert einem bestimmten Zeitraum abgegeben wurden aufrufen und das als Beleg ausdrucken (für andere Apotheken, die das machen: unbedingt Stempel und Unterschrift auf den Ausdruck!).
So bekommt sie doch noch ihr Geld zurück.
Die Weihnachtsgeschenke können doch noch gekauft werden ..

Übrigens: als Tipp: man kann in manchen Kantonen einen Teil des Geldes, das man für Medikamente ausgegeben hat von den Steuern abziehen. Wenn man nun eine Stammapotheke hat und auch selbstbezahlte Medikamente in sein Patientendossier aufnehmen lässt, kann man die am Jahresende auch einfach ausdrucken lassem. Plus es hat den Vorteil, dass man auch bei den OTC Medis gleich sieht, ob sie sich mit denen auf Rezept vertragen.

Liebe Frau Vorsichtig

Liebe Frau Vorsichtig,

irgendwie finde ich das ja persönlich noch herzig, wenn sie auf dem Rezept unter dem, was der Arzt geschrieben hat, dasselbe Medikament und die Dosierung selbst noch mal draufsetzen, weil sie denken, ich könnte es sonst nicht lesen – ich kann ihnen versichern, das kann ich. Aber wenn sie was draufschreiben, verfälscht das das Rezept – ein Dokument. Ihr gutgemeintes Gekritzel macht das Rezept also eigentlich ungültig, daher sollten sie das besser sein lassen.

Danke.

Placebo auf Rezept

Rezept:

„1OP Placebo XXX Tbl“

Das habe ich in den jetzt 10 Jahren erst ein einziges Mal gesehen. Von daher hat mich das Rezept erst mal vor ein paar grössere Probleme gestellt, denn: an Lager habe ich das nicht.

Für Laien: Placebo (vom lateinischen „ich gefalle“ ) sind im Prinzip Arzneimittel die keinen Wirkstoff enthalten. Dummies sozusagen.

Unser Grossist hat das nicht. Bei der telefonischen Nachfrage meinten sie, ich könne es noch in Deutschland oder bei der Firma Spirig probieren.

Die Firma Spirig stellt tatsächlich Placebotabletten her, wie sie mir am Telefon erklären. „Was für welche sollen es denn sein?“ Sie haben alle Arten, im Prinzip kann ich ihnen sagen wie sie aussehen sollen (rund, oval, mit oder ohne Bruchrille, verschiedene Grössen, Farben ..) aber … ich muss gleich 5000 Stück nehmen.

Wow. Ich brauche höchstens 100. Der Grund für die Riesenmenge ist wohl, dass sie Placebotabletten hauptsächlich für Studien herstellen.

In Deutschland bekomme ich schliesslich meine Placebos. Offensichtlich brauchen sie das dort doch noch ab und zu.

Ich hab dem Arzt noch angerufen, was ich denn auf die Packung schreiben soll. „Ach ja“, sagt er „Schreiben sie es an mit ‚bei Bedarf 1 Tablette einnehmen.’“

Die Kundin war zufrieden.

Natürlich kann ich auch noch selbst Kapseln abfüllen mit z.B. Mannitol oder Traubenzucker, aber dann sind sie nicht in einem Blister, sondern in einem Döschen abgepackt – und natürlich ohne spezielle Packung, so sieht das nicht soooo professionell aus – und das Aussehen ist die halbe Wirkung, nicht nur was Placebos betrifft …