Der Arzt Beschränkt hier die Wahlfreiheit des Patienten – wohl in der Hoffnung Missbrauch einzudämmen.
Nun – für den Patienten ist das wahrscheinlich immer noch besser, als dass der Arzt ihm kein Rezept mehr ausstellt.
Der Arzt Beschränkt hier die Wahlfreiheit des Patienten – wohl in der Hoffnung Missbrauch einzudämmen.
Nun – für den Patienten ist das wahrscheinlich immer noch besser, als dass der Arzt ihm kein Rezept mehr ausstellt.
Kunde: „Ich hätte gerne die Blutdruckmedikamente von meinem Dauerrezept.“
Er gibt mir Name und Adresse.
Ich schaue bei uns im Computer.
"Tut mir leid, ihr Dauerrezept ist im Juni abgelaufen, sie müssen vom Arzt ein neues verlangen."
Kunde: "Aber ich habe ein neues Rezept bekommen. Warum haben sie es nicht?"
Pharmama: „Es tut mir leid, aber … Ich sehe hier kein neues Rezept.“
Kunde: "Ach, Nein, das habe ich hier…“ – und zieht es aus der Tasche und reicht es mir.
Pharmama: Sprachlos – und macht sich an die Arbeit.
Die Frau in der Apotheke: „Winterswil. Mein Arzt hat ein Rezept gefaxt.“
Keine Frage, sondern eine Feststellung. Leider ist dem nicht so.
Frau Winterswil: „Dann rufe ich ihm nochmals an.“ Und geht.
Eine Stunde später ist sie wider da: „Hat mein Arzt das Rezept jetzt gefaxt?“
Pharmaassistetin (PA): „Nein, immer noch nicht – sollen wir ihm anrufen?“
Frau Winterswil: „Ja, gerne.“
Wir erreichen den Arzt, der uns das Rezept faxt.
Die Pharmaaasistentin legt die zwei Medikamente parat.
Frau Winterswil: „Das eine brauche ich nicht.“
Die PA gibt das andere Medikament ein. Dabei bemerkt sie…
PA: „Der Arzt hat Tenoretic mite aufgeschrieben. Das letzte Mal hatten sie das normale Tenoretic. Hat er etwas von einer Dosierungsänderung gesagt?“
Frau Winterswil: „Nein. Aber das ist die Packung, die ich auch schon hatte. Das ist schon richtig.“
PA: „Ja? Bei uns hatten sie das letzte Mal die Tenoretic normal. Soll ich nicht lieber beim Arzt nachfragen?“
Frau Winterswil: „Nein, nicht nötig. Das sind die, die ich schon hatte.“
PA: „Die Packungen sehen wirklich sehr ähnlich aus…“
Frau Winterswil: „Nein, diese sind richtig.“
Nun gut, die PA gibt sie ab, erklärt mir aber bei meiner Kontrolle vorher was damit ist.
…
Etwa zwei weitere Stunden später geht das Telefon. Es ist Frau Winterswil.
Frau: „Sie haben mir das falsche abgegeben. Die Tabletten, die ich bisher hatte waren grösser!“
Blöderweise erwischt sie am Telefon eine Drogistin, die das ganze nicht mitbekommen hat.
Die Drogistin kommt aufgeregt zu mir: „Du, die Kundin sagt, wir hätten ihr etwas falsch abgegeben!"
Erst mal erschrecken. Dann: „Wie heisst sie?“
Drogistin: „Winterswil.“
Pharmama: „Oh, das ist diejenige, die… ich erinnere mich. Sag ihr, sie kann sie zurückbringen, wenn sie sie noch nicht geöffnet hat. Wir rufen sonst morgen nochmal den Arzt an, was es genau sein soll und tauschen es gegebenfalls aus.“
(Inzwischen ist es nach 5 Uhr und die PA auch schon im Feierabend)
Drogistin nachdem sie wieder am Telefon war: „Sie sagt, sie habe schon eine Tablette genommen, was sie denn machen soll?“
Jetzt schaffe ich es ans Telefon – vorher habe ich aber noch das Originalrezept herausgesucht.
„Frau Winterswil? Hier ist Pharmama. Ich bin die Apothekerin …
Ich habe das Rezept vor mir. Aufgeschrieben vom Arzt wurde Tenoretic mite. Abgegeben von uns wurde Tenoretic mite – und die Pharmaassistentin hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie bisher die normalen Tenoretic hatten- ja?“
Frau Winterswil (widerwillig): „Ja.“
Pharmama: „Wie haben sie die Tenoretic bisher denn genommen?“
Frau Winterswil: „Vorher musste ich eine halbe Tablette pro Tag nehmen.“
Pharmama: „Okay. Der Arzt hat ihnen nichts gesagt von einer Dosisänderung und er hat auch auf dem Rezept nicht aufgeschrieben, wie sie die jetzt nehmen müssen. Wenn sie aber eine ganze Tablette von den mite nehmen, so ist das dasselbe, wie eine halbe von den normalen. Okay?“
Frau Winterswil: „Okay.“
Pharmama: „Dann würde ich vorschlagen, sie machen mit 1 Tablette pro Tag von diesen mite weiter. Und Sie können morgen ja noch den Arzt anfragen, ob das so richtig ist.“
Frau Winterswil: „Gut. Das mache ich.“
Problem gelöst. Wahrscheinlich war das schon Absicht vom Arzt das so aufzuschreiben, aber ein bisschen mehr Info der Patientin gegenüber – oder für uns auf Rezept – wäre schön und würde mir solche Schreckmomente ersparen.
Die Frau in der Apotheke: „Winterswil. Mein Arzt hat ein Rezept gefaxt.“
Keine Frage, sondern eine Feststellung. Leider ist dem nicht so.
Frau Winterswil: „Dann rufe ich ihm nochmals an.“ Und geht.
Eine Stunde später ist sie wider da: „Hat mein Arzt das Rezept jetzt gefaxt?“
Pharmaassistetin (PA): „Nein, immer noch nicht – sollen wir ihm anrufen?“
Frau Winterswil: „Ja, gerne.“
Wir erreichen den Arzt, der uns das Rezept faxt.
Die Pharmaaasistentin legt die zwei Medikamente parat.
Frau Winterswil: „Das eine brauche ich nicht.“
Die PA gibt das andere Medikament ein. Dabei bemerkt sie…
PA: „Der Arzt hat Tenoretic mite aufgeschrieben. Das letzte Mal hatten sie das normale Tenoretic. Hat er etwas von einer Dosierungsänderung gesagt?“
Frau Winterswil: „Nein. Aber das ist die Packung, die ich auch schon hatte. Das ist schon richtig.“
PA: „Ja? Bei uns hatten sie das letzte Mal die Tenoretic normal. Soll ich nicht lieber beim Arzt nachfragen?“
Frau Winterswil: „Nein, nicht nötig. Das sind die, die ich schon hatte.“
PA: „Die Packungen sehen wirklich sehr ähnlich aus…“
Frau Winterswil: „Nein, diese sind richtig.“
Nun gut, die PA gibt sie ab, erklärt mir aber bei meiner Kontrolle vorher was damit ist.
Etwa eine weitere Stunde später geht das Telefon. Es ist Frau Winterswil.
Frau: „Sie haben mir das falsche abgegeben. Die Tabletten, die ich bisher hatte waren grösser!“
Blöderweise erwischt sie am Telefon eine Drogistin, die das ganze nicht mitbekommen hat.
Die Drogistin kommt zu mir: „Du, die Kundin sagt, wir hätten ihr etwas falsch abgegeben!
Erst mal erschrecken. Dann: „Wie heisst sie?“
Drogistin: „Winterswil.“
Pharmama: „Oh, das ist diejenige, die… ich erinnere mich. Sag ihr, sie kann sie zurückbringen, wenn sie sie noch nicht geöffnet hat. Wir rufen sonst morgen nochmal den Arzt an, was es genau sein soll und tauschen es gegebenfalls aus.“
(Inzwischen ist es nach 5 Uhr)
Drogistin nachdem sie wieder am Telefon war: „Sie sagt, sie habe schon eine Tablette genommen, was sie denn machen soll?“
Jetzt schaffe ich es ans Telefon – vorher habe ich aber noch das Originalrezept herausgesucht.
„Frau Winterswil? Hier ist Pharmama. Ich bin die Apothekerin.
Ich habe das Rezept vor mir. Aufgeschrieben vom Arzt wurde Tenoretic mite. Abgegeben von uns wurde Tenoretic mite – und die Pharmaassistentin hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie bisher die normalen Tenoretic hatten- ja?“
Frau Winterswil (widerwillig): „Ja.“
Pharmama: „Wie haben sie die Tenoretic bisher denn genommen?“
Frau Winterswil: „Vorher musste ich eine halbe Tablette pro Tag nehmen.“
Pharmama: „Okay. Der Arzt hat ihnen nichts gesagt von einer Dosisänderung und er hat auch auf dem Rezept nicht aufgeschrieben, wie sie die jetzt nehmen müssen. Wenn sie aber eine ganze Tablette von den mite nehmen, so ist das dasselbe, wie eine halbe von den normalen. Okay?“
Frau Winterswil: „Okay.“
Pharmama: „Dann würde ich vorschlagen, sie machen mit 1 Tablette pro Tag von diesen mite weiter. Und Sie können morgen ja noch den Arzt anfragen, ob das so richtig ist.“
Frau Winterswil: „Gut. Das mache ich.“
Problem gelöst
Pharmama: "Ich sehe Sie haben hier auf Rezept von Arzt B Ibuprofen 600mg aufgeschrieben bekommen."
Patientin: "Ja."
Pharmama: "Und vor ein paar Tagen haben Sie vom Arzt A auch Ibuprofen 400mg verschrieben bekommen. Das ist derselbe Wirkstoff – einfach in einer anderen Dosierung."
Patientin: "Ja?"
Pharmama: "Sie sollten noch Tabletten haben vom ersten Rezept– brauchen Sie diese hier wirklich noch?"
Patientin: "Ja – das ist für einen anderen Schmerz!"
Oookay. Das sind beides allgemeine Schmerzmittel. Wie alle sonst auch.
Pharmama: "Bitte beachten Sie aber, dass Sie nicht mehr als insgesamt 2400mg pro Tag einnehmen dürfen. … also nicht von beiden die maximale Dosierung. … es sind entweder 4 Tabletten von den 600ern oder 6 Tabletten von den 400ern … oder …"
Patientin: "Ja, schon klar."
(Ich hoffe, das ist es. Wirklich.)
Das ist ein Unsinn, den es so zumindest in Deutschland nicht gibt: Dauerrezepte für Benzos. Benzodiazepine haben sicher ihre Berechtigung, aber wenn ich so was sehe, dann nerve ich mich:
Zur Erinnerung. Bei Seresta steht im Arzneimittelbuch und in der Packungsbeilage folgende Einsatzgebiete:
Symptomatische Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen. Zusatzbehandlung von Angstzuständen bei Depressionen.
Kurzzeitbehandlung von angst- und spannungsbedingten Schlafstörungen.
Seresta/Seresta forte ist bei Alkoholikern zur Behandlung von akuten Entzugserscheinungen wie Tremor und Angstzuständen geeignet.
und unter Dauer der Anwendung:
Die Behandlungsdauer ist so kurz als möglich zu wählen und sollte im Allgemeinen einen Zeitraum von 2–3 Monaten nicht überschreiten.
Im Falle einer Langzeittherapie sollte regelmässig die Notwendigkeit einer Weiterführung der Behandlung abgeklärt werden.
Es ist ein hochgradig abhängig machendes Beruhigungs- und Schlafmittel. Der Arzt verschreibt ihr das schon seit langem so. Am liebsten hätte er ja Jahresrezepte ausgestellt – das zumindest hat er eingestellt, nachdem ich ihm einmal mitgeteilt habe, dass das für Bezodiazepine – die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen – nicht geht. 6 Monate ist das Maximum dafür.
Die Patientin ist ein herziges älteres Fraueli, der ich nicht wirklich einen Vorwurf machen kann und will. Sie ist ganz sicher nicht Alkoholikerin. Und ich halte ihr sehr zugute, dass sie zumindest bisher nicht angefangen hat eigenständig die Dosierung zu steigern.
Trotzdem: an dem Rezept ist in meinen Augen so einiges nicht okay:
Ein Kardiologe verschreibt also Schlafmittel. Regelmässig. Behandlungsgrund: Krankheit (heisst was genau?). Zu nehmen bis auf weiteres … Nö, ein Abbau ist da nicht geplant. Wieso auch? Geht ihr ja gut mit, oder?
Grummel.
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