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Wir sind am 18.10. (hoffentlich) wieder zurück. Euch allen auch eine gute Zeit!

Wem bis dahin langweilig ist, empfehle ich einen Blick ins Archiv oder die Zufallsfunktion (beides zu finden in der rechten Seitenleiste).

Wachbleiben (2)

Die Patientin kommt mit einem Rezept in die Apotheke. Es ist (wie bei dem Arzt üblich) miserabel geschrieben und (wie bei der Patientin üblich) das von oben bis unten gefüllt. Sie geht alle paar Monate zum Arzt und lässt sich dann so ziemlich alles aufschreiben, was aufgeschrieben werden kann.

Die Kommunikation mit ihr wird etwas dadurch behindert, dass sie nicht gut deutsch redet (und kein französisch, englisch oder italienisch) … aber wir kommen zu schlag.

Allerdings haben wir heute festgestellt, dass sie da wohl ein Kommunikationsproblem mir dem Arzt hatte.

Auf dem Rezept stand

1 OP Stilnox XXX – D.S: 1 Tablette bei Bedarf

  • die hatte sie bisher noch nie.

Also sagt die Pharmaassistentin bei der Abgabe: „Davon nehmen sie bei Bedarf vor dem Schlafen je 1 Tablette.“

Patientin: „Nein. Nicht Schlafen.“

PA leicht irritiert: „Doch, das ist zum Schlafen.“ Und macht das internationale Zeichen für Schlafen (ihr wisst ja: wie man einen Kopf auf die zum Kopfkissen gefalteten Hände ablegt. :-) )

Patientin kopfschüttelnd: „Nein, das zum nicht schlafen.“

Eine kurze Diskussion später war das folgende klar: Die Patientin hat tatsächlich vom Arzt etwas zum „Nicht-Schlafen“ verlangt – und nicht etwas, weil sie nicht schläft. Der Grund: sie wurde auf ihrer letzten Reise nachts, unterwegs beim Schlafen bestohlen. (Ich vermute in einem Zug oder Bus). Und deshalb will sie jetzt dieses Mal unbedingt wach bleiben. Und dafür wollte sie etwas vom Arzt.

Man kann sich nur vorstellen, was passiert wäre, wenn sie jetzt eine Tablette Stilnox genommen hätte.

Wachgeblieben wäre sie damit eher nicht.

Reiseapotheke fix und fertig

Kunde in der Apotheke: „Habt ihr auch fertige Reiseapotheken?“

Pharmama: „Nein, ich habe nur Autoapotheken. Und da sind keine Medikamente drin.“

Mann: „Gibt es das denn nicht?“

Pharmama: „Jedenfalls habe ich schon länger keine mehr gesehen.“

Mann: „Weshalb denn? Das wäre doch noch praktisch!“

Pharmama: „Na – ich könnte mir vorstellen, dass das daran liegt, dass man die individuell sowieso anpassen muss – manches hat man schon zu Hause und braucht es nicht noch einmal, anderes braucht nicht jeder. Für in die Arktis brauchen sie keinen Mückenschutz und für die Schweiz nicht zwingend ein Durchfallmittel.“

Mann: „Ah – das macht Sinn.“

Das war vor ein paar Wochen, offenbar hat aber jemand gefunden, das ist eine Marktlücke, die man füllen muss.

Jedenfalls hat man in der Drogerie einer Kaufhauskette, die hier ungenannt bleiben soll, tatsächlich so Reiseapotheken als Aktion verkauft.

Eine Reiseapotheke mit Medikamenten drin (Liste D zwar, aber … Medikamente: Dafalgan, Imodium, Fenistil etc.) im Griffverkauf (lies: Schütte) nahe beim Eingang – Halt da wo es am meisten auffällt und läuft.

Nun … offenbar ist das auch dem Kantonsapotheker aufgefallen :-)  Jetzt darf das Kaufhaus alle diese fertigen Apotheken zurückziehen und muss eine Strafe zahlen, zusätzlich zu den Kosten für den Besuch des Kantonsapothekers.

Medikamente gehören halt nicht in die Selbstbedienung. Schön, dass dem nachgegangen wurde.

Ich hoffe auch das Kaufhaus hat etwas dadurch gelernt.

Nicht alle Medikamente reisen problemlos mit

reisemedi

Vielleicht für dieses Jahr etwas spät, aber auch von Euch gehen sicher einige in die Ferne … Dafür ein paar Tipps von Eurer Apothekerin:

Reisen – die gesundheitliche Seite – woran man denken sollte (ausser an Pass und Tickets und Geld)

Medikamente auf Reisen – darauf muss man achten.

Betäubungsmittel (darunter fallen auch starke Schmerzmittel) brauchen spezielle Vorbereitung für Grenzübertritte: Reisen mit Betäubungsmitteln innerhalb Europas

Die Apotheke als Touristenattraktion

Ich besuche in den Ferien ja noch gerne Apotheken – aber das hat bei mir mit professionellem Interesse zu tun und weniger, weil das offizielle Touristenattraktionen sind. Die gibt es zwar auch – es gibt sehr schöne (auch noch funktionelle) historische Apotheken, die man sich auf seinen Reisen anschauen kann – einige davon hatte ich auch schon hier auf dem Blog. (Wer ein paar wirklich hübsche Bilder sehen will, kann das hier: Die schönsten Apotheken der Welt – eine rein subjektive Auswahl von mir (die ich bei Gelegenheit mal anpassen könnte).

Hier ist eine Apotheke in Paris, die zu den meist-besuchtesten und bekanntesten Touristenattraktionen gehören dürfte:

parismonge1 parismonge2

Die Bilder sind von Google Street view – da ich die noch nicht von Euch bekommen habe. Falls jemand ein Foto hat, ersetze ich die oben gerne.

In Paris gibt es viel zu sehen (Louvre, Eifelturm, Arc de triumphe, Notre Dame …) – aber wusstet ihr, dass es dort eine Apotheke gibt, die als Touristenattraktion gilt?

Naja, zumindest für Leute aus Ost-Asien.

Die Apotheke im Latin Quarter heisst „Pharmacie de Monge“ und ist sehr beliebt bei den Asiaten, speziell bei Süd-Koreanern.

Die Apotheke hat ihr Sortiment inzwischen an die Ostasiatischen Kunden angepasst. Das heisst … sie verkaufen günstige Kosmetik.

Ein 21jähriger Student aus Korea erklärt: „Hier ist es sieben mal günstiger. Nein, nicht wirklich – aber es ist mindestens drei mal günstiger. Und zu Hause gibt es nicht viel Auswahl.“

Die Apotheke wurde vor 12 Jahren auf eine Karte für Touristen eingetragen, als ein Koreanischer Journalist, der in der Gegend wohnte über die Apotheke auf einem Blog berichtet hat. Heute ist die Apotheke in verschiedenen koreanischen Touristen-Führern für Paris aufgeführt. Sie haben nicht nur das Sortiment auf die ausländische Kundschaft angepasst, sie haben auch Angestellte angestellt, die mehrere Sprachen sprechen … eher ungewöhnlich für Paris (sagt der Artikel).

Von den 50 Angestellten, Apothekern oder Verkäufern sprechen 9 Koreanisch, 3 Chinesisch und 1 Japanisch. Ausser dem können sie Italienisch, Portugiesisch, Arabisch, Englisch und Französisch.

Im Artikel im Quartz wird erwähnt, dass die Koreaner durchschnittlich 8 verschiedene Kosmetikprodukte pro Tag verwenden … Franzosen deren durchschnittlich drei.

Quellen: http://qz.com/376772/globalization-in-a-nutshell-a-pharmacy-in-paris-is-a-korean-tourist-attraction/

http://www.lemonde.fr/m-plan-b/article/2015/03/20/ma-pharmacie-est-une-attraction-touristique_4597728_4498071.html

Zurück

Zurück vom kleinen Paradies. Fast könnte man sagen, ‚leider‘, aber irgendwie komme ich (trotz allem) auch wieder gerne nach Hause. Auch wenn der Weg lange ist. Ich bin jetzt seit bald 24 Stunden auf – naja, auf den Beinen kann ich nicht sagen, da wir die Hauptzeit sitzend im Flugzeug und Auto verbracht haben. Und ich muss noch ein bisschen durchhalten, ansonsten holt mich der Jetlag ein.

Aber schön war’s:
Einsame Strände …
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Exotische Unterkünfte …
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(Ja, da sitzt Max)

Und wie jedes Paradies hat das hier auch seine Schlangen:
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Die Begegnung in einem Nationalpark war ausgesprochen spannend. Es handelt sich (schwer zu erkennen bei dem Knoten) um eine King Cobra (die helle, lange) und eine Python (die hübsch gefleckte, verknotete), die hier wohl um Leben und Tod kämpften. Offensichtlich ist die Kobra, die noch nicht allzu lange her gefressen hat, auf die Python gestossen und hat sich dabei ein bisschen übertan. Die war nämlich, obwohl kleiner und ungiftig, ziemlich wehrhaft.

Apropos Essen … muss ich das jetzt wirklich wieder selber kochen?? Ugh.