Bald wohl auch bei uns …

In Amerika reguliert die FDA (das ist wie die swissmedic in der Schweiz, die zuständig ist für Zulassung und Sicherheit der Medikamente) den maximalen Paracetamol-Gehalt nach unten. Der Grund ist, dass das Paracetamol die Hauptursache für medikamentös bedingtes Leberversagen ist. Neu dürfen maximal 325mg Paracetamol pro Tablette vorhanden sein.

Betroffen sind allerdings nur Kombi-präparate mit Codein, Hydrocodon, Butalbital – alle rezeptpflichtig, weil sie als Opiate, respektive Barbiturat unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Wer ein bisschen in amerikanischen Blogs liest (von Ärzten und Apothekern), weiss, das das Problem dabei hauptsächlich im Missbrauch eben dieser Produkte liegt. Es gibt anscheinend eine Menge Leute, die das nur nehmen, weil es ihnen einen „Kick“ gibt – dass da noch Paracetamol drin ist, ist dafür nebensächlich – und genau darum gibt es diese „akzidentelle Überdosierung“.

Mehr als 4g Paracetamol pro Tag sind giftig für die Leber … und wer dazu Alkohol trinkt verschlimmert das Problem noch.
Das Missbrauchsproblem der Tabletten wird durch diese Massnahme allerdings kaum kleiner .. eher grösser.

Mehr nachzulesen hier: http://www.fda.gov/Drugs/DrugSafety/InformationbyDrugClass/ucm239871.htm

Und weil Amerika was neu entdeckte Nebenwirkungen und Produktrückzüge Vorreiter ist (kaum verwunderlich, wenn man an die Menge Leute denkt, die dort Medikamente schlucken – und auch an die vielen Medikamente, die es praktisch im Supermarkt in Grosspackungen zu haben gibt – Wechselwirkungen irgendwer?) dann kann man sich vorstellen, dass diese Einschränkung bald auch zu uns kommt.

Alt und Neu: Bepanthen Salbe

Lange haben wir nichts interessantes zurückbekommen, aber jetzt gleich ein paar Sachen auf’s Mal. Ich schätze da hat jemand den Medikamentenschrank von jemand älterem ausgemistet.

Hier also Bepanthen Salbe. links von heute, rechts die alte Version. Neu von Bayer, vorher von Roche. Dazwischen gab es noch eine Variante, wo die ganze Packung rosa war – vielleicht bekomme ich die auch mal. Die sah so aus:

Soviel ich weiss gibt es in Deutschland von der Bepanthen nur eine Art Salbe (korrigiert mich, wenn es nicht stimmt). In der Schweiz dagegen bekommt man Bepanthen Salbe – sehr fett, für’s Babypopo oder als Hautschutz, Bepanthen Creme – zur Hautpflege und Bepanthen plus Creme mit einem Desinfektionsmittel drin als Wundcreme. Zu unterschieden sind sie am farbigen Strich drauf: rosa für die Salbe, hellblau für die Creme und orange für die plus Creme.

 

Alt und Neu: Bioflorin und Betadine

Nathalie schickt mir diese Bilder und Beschreibung

Beim Bioflorin war die deutsche Seite nicht fotografierbar, da vollgekrizelt. Verfall 12.1999!

An das Packungsdesign erinnere ich mich noch gut – ist das wirklich schon 10 Jahre her?

 

Betadin hat Verfalldatum 11.2008.

Die Betadine-Packungen fand und finde ich nicht besonders gut. Da sehen alle so gleich aus, man muss wirklich gut lesen, ob man jetzt die Lösung, die Seife, das Gurgelmittel oder was auch immer in der Hand hat.

Und als Extra:

Das Panadol extra hat mich fasziniert! Leider konnte ich bis jetzt nicht herausfinden, aus welchem Land es stammt. Das Verfalldatum ist übrigens 05.2006, also nicht gerade antik :-)

Ich schätze mal das kommt aus der Türkei? Interessant nicht nur das unterschiedlich farbige Design sondern auch, dass es von einer anderen Firma vertrieben wird.

Alt und Neu: Fissan

Eigentlich nur alt. Diese wunderbare alte Büchse brachte ein auch älterer Kunde letzthin mit und wollte Puder – möglichst denselben, zum auffüllen.

Leider gibt es den Fissan Puder in der Schweiz gar nicht mehr. Er nahm dann etwas anderes und hat mir seine Büchse überlassen :-)

Eine wunderschöne Blechbüchse!

Alt und Neu: Valium

Noch ein Fundstück aus der Retourenkiste:

Ah, Valium gab es früher (wieviel früher weiss ich leider nicht) also auch im Döschen, nicht im Blister. Interessant: die Tabletten sind dieselben geblieben – eine kann man noch knapp unten im Glas-fläschchen erahnen.

Alt und Neu, 5: Sanalgin

Eine echte Rarität! :-)

Kein Verfalldatum zu finden auf der alten Packung (links), allein das sagt schon etwas aus über das Alter.

Die Inhaltsstoffe sind auch nicht mehr die gleichen. Das alte Sanalgin enthielt eine Mischung aus Dimethylaminoantipyrin (gar nicht mehr als Humanarzneimittel zugelassen), Phenacetin (seit 1986 nicht mehr im Handel wegen seiner Nierenschädigung) und Coffein – das neue Sanalgin N enthält die (nierensichere) Weiterentwicklung von Phenacetin: das Paracetamol und (immer noch) Coffein.

Ganz toll fand ich auch die Innenansicht des Medikamentes: Nix Blister, Nix Luftdicht. Die unförmigen Rondellen neben den Tabletten sind übrigens Watteteile, damit die Tabletten nicht so herumrutschen.

Hinten auf der Packung stand übrigens:

„Schmerzmittel sollen dauernd oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden.“