Vintage: Capsicum Pflaster

Dieses Schätzchen fand via Medikamentenretoure seinen Weg in die Apotheke einer Kollegin und von dort (als Bild) hierher: Danke!

Unglaublich! Von wann genau das wohl ist? Dass es schon ziemlich alt ist, sieht man an verschiedenem:

1. eine Hausspezialität – von etwas, von dem es heute eine Menge Spezialitäten gibt.

2. Die IKS-Vignette vorne unten auf der Packung … heute ist das die swissmedic mit der Listung.

3. Die Telefonnummer: 6 stellig? wie süss! heute haben wir 10-stellige Telefonnummern

4. Die Preisauszeichnung (unteres Bild) – samt selbstaufgestempelter Chargennummer.

Übrigens: Die Goldene Apotheke hatten wir hier schon im Blog!

Alt und Neu: Efasit Hühneraugenpflaster

Besten Dank an Nina:

Ich hätte da was, das eventuell für Ihre Kategorie „Alt und neu“ interessant wäre: Efasit Hühneraugenpflaster.
Gefunden ganz hinten im Badezimmerschränkchen meiner Mutter. Besonders interessant: „Made in West Germany“

 Die Füsse auf dem Neuen (unten) sehen schon eleganter aus … allerdings sieht man nicht mehr, dass es Hühneraugenpflaster sind.

Zufallsfund

Das ist der Blister, den mir die Pharmaassistentin unter die Augen hält:

Ein Zufallsfund: Sie wollte einem Kunden eigentlich nur zeigen, wie die Tabletten aussehen und findet dann das.

Was gleich auffällt: eines der Blister ist leer (das sollte nicht sein – das ist ein 8er Blister, kein 7er).

Und dann noch etwas … seht ihr was da passiert ist?

– Ja, wir haben das der Firma gemeldet.

Alt und Neu: Otrivin Gel

Oben alt, unten neu. Irgendwie gefällt mir die alte Verpackung – sieht jemand die Gel-Tube im Design?

Damals noch von der Ciba Geigy, heute heisst die Firma Novartis. Damals von der IKS (der Inter-Kantonalen-Kontrollstelle) in die Liste C (apothekenpflichtig) eingeteilt, heute von der swissmedic (auch nur ein Namenswechsel) in der Liste D (auch in Drogerien erhältlich).  … Die Warnhinweise haben sich überproportional vermehrt – wahrscheinlich wie der Preis auch.

Nicht ernst zu nehmen?

Im Laufe eines Tages gehen eine Menge Medikamentenpackungen durch meine Hände. Die meisten sind unauffällig, manche sind wirklich gut designt und dann … fällt mir diese Packung auf:

Was ist das? Comic sans auf einer Medikamentenpackung??

Das musste ich gleich mal nachprüfen:

Tatsächlich. SO was.

Ich bin Apothekerin geworden und nicht Grafiker, aber … das habe ich mitbekommen: Comic Sans ist eine Schrift, auf die man besser verzichtet. Vor allem wenn man ernst genommen werden will. Was bei einem Medikament, denke ich, der Fall sein sollte.

Comic sans wurde ursprünglich von Vincent Connare 1994 für Microsoft entwickelt aus der Schrift in verschiedenen Comicbüchern (darunter Watchmen und The Dark Knight Returns). Die Schrift war eigentlich nur für ein Programm gedacht, wo Comic-artige Sprechblasen Hilfestellung geben sollte. Später wurde es in Windows 95 übernommen und bekam ein Standard-Font.

Mit der weiten Verbreitung des Font stieg aber auch der Widerstand gegen ihn. Ab 1999 entstanden „Bannt Comic Sans“ Seiten – wie die  von 2 Grafik Designern aus Indianapolis. Obwohl nicht ganz ernst gemeint deuten sie auf eines der grössten Probleme in Amateur-Grafik-Design hin: das Missachten der Wahl eines geeigneten Schriftbildes. Ein Font und Typographie hat einen Einfluss auf das Gesamtbild eines Projektes und muss in Hinblick darauf ausgewählt werden. Ein Amateur nimmt oft einfach einen Font den er mag, egal was für einen Einfluss der auf das fertige Design hat.

Dementsprechend ist auch die grösste Beschwerde gegen Comic Sans, dass es einen sehr spezifischen Ton und Gefühl auslöst, wenn es gebraucht wird, hauptsächlich: unreif, kindisch, ungezwungen.   Quelle

… Und jetzt schaut nochmal, für was die Medikamente genommen werden. :-/