Nur kurz dazwischen …

Im Moment sind ja wieder Lehrlingsabschlussprüfungen – und auch bei uns macht ein Lehrling der Drogerie den Abschluss.

Nun hatte sie die Verkaufsprüfung, das heisst es kommen 3 Experten ins Geschäft, einer davon spielt den Kunden mit den verschiedensten Beschwerden und der (noch-) Lehrling muss beraten und verschiedenes „verkaufen“.

Das ganze spielt sich während der normalen Verkaufszeit ab – während der (Noch-) Lehrling mit der Prüfung beschäftigt ist, bedienen wir weiterhin die normalen Kunden und versuchen alle Störungen von der Gruppe fernzuhalten.

Versuchen, denn ….

Man muss sich das vorstellen: Da stehen also gleich 3 Leute um unserem Lehrling, 1 davon mit Notizblock und eifrig am Notizen machen, die anderen beiden mit gespannten Gesichtern zuhörend, was unser Lehrling so sagt … und dann schafft es doch tatsächlich die aufdringliche Kundin sich dazwischenzudrängen: „Ah, Sie sind ja heute hier! Ich hätte da nur kurz eine Frage zu ….“

Sie war nicht aufzuhalten. Wir haben’s versucht.

Merkt die denn gar nichts? Oder ist es ihr egal?

 

welches Auge ist wichtiger?

Kunde in der Drogerie: „Ich hätte gerne eine Lesebrille mit +1 links und +2.5 rechts.“

Drogistin: „Leider haben wir nur Lesebrillen mit der gleichen Korrektur in beiden Gläsern, für das, was sie wollen, müssen sie zum Optiker.“

Kunde: „Dafür habe ich keine Zeit! Geben sie mir eine mit … äh … welches ist das wichtigere Auge?“

Lustig: das kann man herausfinden. Es ist zwar nicht für den Wunsch des Kunden oben geeignet -ich schätze mal das gibt Kopfschmerzen, aber das kann er selber ausprobieren.

Für manche Sportarten (wie z.B. Bogenschiessen) ist es aber wichtig, das zu wissen.

Und so geht es:

1. Beide Hände vom Körper wegstrecken und mit ihnen ein Dreieck bilden, durch das man schauen kann (siehe Bild).

2. Mit beiden Augen offen schaut man durch das entstandene Loch und fixiert etwas – einen Türgriff oder einen Lichtschalter, oder so.

3. Dann schliesst man das linke Auge . Bleibt das anvisierte Objekt im Blickfeld ist man dominant auf dem rechten Auge. Ist das Objekt nicht mehr sichtbar, respektive sind die Hände nach rechts gerutscht, ist man dominant auf dem linken Auge.

4. Jetzt das Ganze als Kontrolle nochmals, nur schliessen wir jetzt zum Test das rechte Auge. Bleibt das anvisierte Objekt im Blickfeld ist man dominant auf dem linken Auge. Ist das Objekt nicht mehr sichtbar, respektive sind die Hände nach links gerutscht, ist man dominant auf dem rechten Auge.

Oder: 1. und 2. wie oben, dann bringt man die Hände so wie sie sind näher an das Gesicht, wobei man weiter das Objekt anvisiert. Wenn die Hände das Gesicht berühren, befindet sich das Loch vor dem dominanten Auge.

Ziemlich erstaunlich, ich hätte gedacht, man schaut etwa durch beide Augen gleich. Ich bin offenbar dominant auf dem linken Auge. Ihr?

Zu spät.

Oh, eine wirklich ehrliche Arztpraxis.

Sie haben extra angerufen, um sich dafür zu entschuldigen, dass sie ein Rezept vergessen haben zu faxen, das sie dem Patient versprochen haben.

Betreffender Patient war am Vorabend da und sehr sauer, dass seine Medikamente nicht bereit waren. Er hat uns sogar beschuldigt, das Rezept verloren zu haben.

Gut, der Patient denkt wohl immer noch, dass wir schuld sind, aber: Merci.

Verdünnungsmittel?

Der Kunde fragt:
„Wenn ich Marcoumar in die Toilette werfe – macht das dann das Wasser dünner?“

Marcoumar ist ein Mittel zur Verminderung der Blutgerinnung.
Im Volksmund gelegentlich auch „Blutverdünner“ genannt.
Auf Wasser hat es allerdings keinen derartigen Einfluss (das ist ja auch „dünn“ genug, oder?).

Des Lebens kleine Lernerfahrungen

Der Kundin, die nicht sehr gut zu Fuss ist wurde ein Medikament nach Hause gebracht, das sie nach eigener Angabe dringend brauchte. Sie machte aber die Türe nicht auf als der Lehrling, den wir geschickt haben klingelte.

Weil der Lehrling wusste, dass sie es dringend braucht, wir ihr aber gesagt haben, dass das nicht in den Milchkasten soll -wo man es einfach herausnehmen kann- hat er es durch den Briefkastenschlitz gesteckt (ja, dafür hat er das Medikament in die einzelnen Blister und die Verpackung auseinandernehmen müssen, aber er hat alles reinbekommen).

Am nächsten Tag ruft die Kundin an, sie habe nichts bekommen.

Man weist sie darauf hin, dass man sie am Vortag nicht erreicht hat und das Medikament im Briefkasten ist.

Da sei es nicht – meint sie – es muss gestohlen worden sein!

Grumpf. Aus dem Briefkasten geangelt? Muss ich noch sagen, dass es sich bei dem Medikament um ein Beruhigungsmittel gehandelt hat? – Merke: Blutdruckmittel werden nie gestohlen und je höher die Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs oder Abhängigkeit ist, desto eher gehen die Medikamente „verloren“.

Während wir noch am diskutieren sind, was wir machen – kommt das nächste Telefon.

Dieselbe Kundin. Sie habe das Medikament gefunden – es tut ihr leid, sie mache den Briefkasten sonst nie auf …

Puuuh!

Jedenfalls gibt es jetzt bei uns auch neue Richtlinien: problematische Medikamente werden nur noch direkt ausgehändigt und weder in Milch – noch in Briefkasten gelegt.

Wie schrieb noch Douglas Adams?
„These are life’s little learning experiences.“
„You know what a learning experience is? A learning experience is one of those things that says, ‚You know that thing you just did? Don’t do that.’ “

Und diese hier sind …

Eine ziemlich typische Situation heute. Auf dem Rezept ist nicht mehr nur ein Schmerzmittel, sondern (fast automatisch) auch noch der Magenschutz dazu.

Ja, Schmerzmittel gehen auf den Magen – und wenn man sie eine Zeitlang nimmt, macht es Sinn, da den Nebenwirkungen vorzubeugen. Das scheint bei den meisten Ärzten ziemlich „drin“ und „in“ zu sein.

Was noch nicht so angekommen ist, ist, dass man das auch bei den Antibiotika könnte: die machen so oft Durchfall, dass es da Sinn machen könnte auch gleich ein Probiotika aufzuschreiben (vorzugsweise nicht eins auch auf Bakterienbasis …). Das würde vielleicht auch noch ein paar Leute mehr dazu bewegen, das Antibiotikum auch wirklich lange genug zu nehmen. Bei wie vielen höre ich nachher: „Ich habe das Antibiotikum XYZ nicht vertragen.“ – da denken einige sie hätten eine Allergie, dabei ist es eine gewöhnliche (und häufige) Nebenwirkung. Unangenehm zwar, aber nicht bedrohlich.