Ethanol-Mepha ?

Mann: „Ich brauche etwas von meinem Dauerrezept.“

Pharmama: „Was brauchen sie?“

Mann: „Mein Etanol-Mepha“

Pharmama: …? denke: Etanol – Ethanol – Alkohol??

ich schaue etwas sparsam und suche in seinem Computerdossier.

Mann: „Die für meinen Blutdruck!“

Pharmama: (der Groschen fällt) „Aah, sie meinen die Atenolol.“

Mann: „Das habe ich ja gesagt.“


Naja, Atenolol und Ethanol ist nicht ganz dasselbe – und dass es Alkohol auf Rezept gibt habe ich auch noch nicht gesehen – ausser vielleicht in Haut-Rezepturen.

Waren Sie schon einmal hier?

Wenn wir Medikamente auf Rezept abgeben, halten wir die Informationen im Computer in einem sogenannten Patienten-dossier fest. Idealerweise nicht in 3 verschiedenen, sondern in dem, das wir für den Patient schon einmal angelegt haben – wenn er bereits etwas bei uns geholt hat.

Wenn man Sie also fragt, ob Sie schon einmal mit einem Rezept hier gewesen sind, bitte antworten Sie nicht so:

  • „Natürlich war ich schon einmal hier. Haben Sie meine Info verloren?“
  • „Mein Mann/Frau/Kind/Haustier/entfernte Verwandte hat hier schon mal ein Rezept eingelöst. Sie sollten mich im Computer haben!“
  • „Ich war schon einmal in einer anderen Apotheke – sind die Computer nicht verlinkt?“ (Nö!)
  • „Ja. Ich glaube schon, das war vor etwa …. 12 Jahren …?“ (Solange gibt es uns noch gar nicht)
  • „Was soll das bedeuten; Sie haben Mühe damit mich zu finden? Ich denke, wir waren schon einmal hier! … Wie? Nein, nicht mit einem Rezept.“ (Na, dann habe ich sie auch nicht drin, wir fichieren nicht jeden Kunden)

Oder wenn es nicht für Sie selbst ist:

  • „Es könnte sein, dass sie meine Frau schon drin haben, vielleicht unter ihrem ledigen Namen … manchmal benutzt sie auch ihren Mittleren Namen als Vorname … natürlich könnte es auch der Name von ihrem letzten Mann sein – und manchmal benutzt sie auch den Doppelnamen seit wir geheiratet haben.“
Meine Lieblingsantwort. Nicht.

… in billigen Gläsern

10 Minuten vor Ladenschluss. Ein (entschuldigt den Ausdruck) ziemlich abgewrackt aussehender Mann läuft in die Apotheke und fragt: „Habt ihr Nadeln?“

Pharmama: „Ja.“

Mann: „Wieviel kosten die?“

Pharmama: „50 Rappen pro Stück.“

Mann: Was? Das ist ja unglaublich teuer!“

Und läuft wieder raus.

Pharmama zur Kollegin, die das mitbekommen hat: „Da juckt es mich auf der Zunge, zu fragen, wie viel denn der Stoff gekostet hat, für den er die Nadel braucht.“

Und die Kollegin merkt an: „Man trinkt teuren Wein ja auch nicht aus billigen Gläsern …“

Aber bitte.

Wenn Sie ein Rezept bringen für ein Medikament -sagen wir mal Marcoumar -und danach noch ein Aspirin kaufen wollen und die Apothekerin Sie auf die (gefährliche) Wechselwirkung zwischen den beiden aufmerksam macht, sagen Sie: „Das macht nichts, ich will das trotzdem!“

Und wenn die Apothekerin sich dann weigert, ihnen das zu verkaufen, stürmen Sie aus der Apotheke, dann kommen sie nach 2 Minuten wieder zurück um weiter zu schimpfen.

Wenn auch der Kunde, der das ganze gezwungenermassen mitbekommen hat, Ihnen dann noch sagt, dass sie besser auf den Rat der Apothekerin hören, rufen sie noch in die Runde: „Ich mache ihnen einen Gefallen, indem ich diese Apotheke benütze! Aber von jetzt an, gehe ich nur noch in die (Discountapotheke), DIE stellen nie in Frage, was ich nehme!“

Und das ist natürlich viel besser für Sie.

Ausnahmesituationen

Kunde mit Rezept – und wie es von Zeit zu Zeit vorkommt, treten dabei einige Fragen auf. Die Pharmaassistentin ruft mich zur Hilfe.

Ich versuche das mit dem Mann zusammen abzuklären – dabei wird er zunehmend ärgerlich. Trotzdem bleibt er höflich und kooperativ. An einem Punkt meiner Befragung, lässt er durchscheinen, dass er demnächst weggeht: in die Ferien. Als ich meine Antworten habe und ihm erkläre, dass die Pharmaassistentin den Arzt anrufen muss, wegen einer Änderung, lässt er seinen Ärger durchscheinen, indem er sagt: „Ich brauche einfach die Medikamente! Ich bin auf Chemotherapie und habe nicht mehr lange zu leben.“

Rechts und links wird es ruhig. Vielleicht war das auch nur mein Eindruck, aber irgendwie scheint in dem Moment alles weiter weg. Selbst der Mann wird jetzt ganz still. Vielleicht ist ihm sein Ausfall etwas peinlich.

Einem Impuls folgend frage ich ihn: „Wohin gehen sie denn in die Ferien?“
Das muss der richtige Schritt gewesen sein, denn sein Gesicht hellte sich sichtbar auf, als er mir antwortete.

Während die Pharmaassistentin telefoniert, hatte ich noch eine sehr nette Unterhaltung mit ihm, wobei ich nicht nur von Ferienort, sondern auch von seinen Enkeln zu hören bekam, auf die er sehr stolz war.

Nachdem wir das mit seinem Rezept endlich aussortiert haben, dankt er mir tatsächlich noch.

Ich bin froh, dass ich zumindest mit den Medikamenten ein bisschen helfen konnte, aber ich denke, das war nicht der Grund für den Dank.

Es ist so wichtig, dass man nicht nur den Patienten, sondern auch den Menschen hinter den möglichen medizinischen Problemen sieht.

Neues von der Nicht-Kundin

Unsere „Nicht-Kundin“ telefoniert im Moment wieder regelmässig.

„Nicht-Kundin“ deshalb, weil wir mit ihr eine Abmachung haben, dass sie alle ihre Medikamente in einer Apotheke holt – das aus Erfahrung, sie hat angefangen, uns, die andere involvierte Apotheke und den Arzt gegeneinander auszuspielen. Ausserdem nimmt sie die Sachen nie, wie vorgeschrieben … Jetzt muss sie einfach alles in der anderen Apotheke beziehen – die haben dann auch die Info, was sie schon bekommt und können so besser schauen, was für sie geht.

Das hält sie aber nicht davon ab, bei uns anzurufen – mindestens 1x täglich, mit so tollen Fragen wie:

Nicht-Kundin (NK): „Könnte ich bitte die Apothekerin sprechen?“
Ja, es muss die Apothekerin sein. Immer. Eine einfache Pharmaassistentin oder gar Drogistin könnte ihre Fragen nicht beantworten. (Sagt sie).
„Ich habe vom Arzt Dulcolax verschrieben bekommen, wie muss ich das nehmen?“
(Wurde das nicht schon in der anderen Apotheke bei der Abgabe erklärt?)
Pharmama: „Am Abend vor dem Schlafen 1-2 Tabletten, dann können sie am anderen Morgen auf die Toilette.“
NK: „Wie lange dauert das, bis das wirkt?“
Pharmama: „Etwa 8 Stunden, darum nimmt man es ja vor dem Schlafen.“
NK: „Wann muss ich dann ins Bett?“
Pharmama: „Dann, wenn sie normalerweise gehen – die Tablette wirkt über Nacht.“
NK: „Dann muss ich nicht länger warten, mit dem Schlafengehen?“
Pharmama: „Nein. …  Denken sie aber bitte daran, dass das den Darm ziemlich vollständig leert, das bedeutet, sie müssen nicht gleich wieder am nächsten Tag auf die Toilette, das kann ein paar Tage dauern und bedeutet nicht, dass man schon wieder verstopft ist. Nehmen sie es nicht regelmässig!“

Nächster Tag, Nächstes Telefon – andere Apothekerin.
NK: „Könnte ich bitte die Apothekerin sprechen?“
„Wieviel kosten die Dulcolax Tabletten bei ihnen?“
„Und die Dulcolax Zäpfchen?“

Nächster Tag, Nächstes Telefon. Ich wieder.
NK: „Könnte ich bitte die Apothekerin sprechen?“
„Wie lange dauert es, bis das Dulcolax wirkt?“
Pharmama: „Das habe ich ihnen doch letzthin schon erklärt? : Etwa 8 Stunden … „(usw.)
NK: „Und die Zäpfchen?“
Pharmama: „Die gehen etwas schneller: zwischen 30 und 60 Minuten normalerweise.“
NK: „Und wenn ich beides genommen habe?“
Pharmama: „… Sie haben die Tabletten und die Zäpfchen genommen?“
NK: „Ja.“
Pharmama: (Grrrrumpf – ich sagte ja, sie hält sich nicht an Therapieanweisungen) „Das soll man nicht. Entweder oder reicht aus.
Ausserdem: wenn sie die Dinger ständig nehmen, können sie bald nicht mehr ohne die auf die Toilette.“
NK: „Und was soll ich jetzt tun?“
Pharmama: “ …damit aufhören für die nächsten paar Tage?“

… Oh ja – und wenden sie sich in Zukunft bitte wieder an die Apotheke, die ihnen die Medikamente auch abgegeben hat. Ich bin sicher, die sind auch daran interessiert, wie sie sie anwenden :-(