Spezifischer Kundenwunsch

Ich mag es ja, wenn der Kunde weiss, was er will. Aber manchmal sind die Wünsche ein bisschen zu … spezifisch.

So letzthin:

Kundin: „Ein Aufbaumittel für meine ältere Mutter, aber …

  • es darf kein Vitamin C enthalten und nicht aufputschend wirken, weil sie es am Nachmittag nehmen soll.
  • Es muss etwas sein, das man in viel Wasser lösen muss, denn sie soll mehr trinken – und anders bekomme ich sie nicht dazu. Also: Brausetablette oder Pulver, keine Tropfen, kein Sirup, den man löffelweise nimmt.
  • Es muss gut schmecken, sonst nimmt sie es nicht.“

Vorschläge? Ich habe nichts gefunden, das ihr passte.

Frustrierend.

Prioritäten, Prioritäten …

Frau, die unglaublich nach Zigaretten stinkt kommt in die Apotheke mit einem Rezept für Ventolin Inhaler. Sie hat keine Krankenkassenkarte dabei und war noch nie mit einem Rezept bei uns.

Frau: „Dann zahle ich es halt. Wieviel?“

Pharmama: „Das macht 17 Franken und 5 Rappen.“

Frau: „Waaas? Aber … ich kann nicht atmen….!!“

Dann geht sie – ohne es genommen zu haben. Als nächstes sehe ich sie mit einem Riesen-Pack Zigaretten – einer sogenannten Zigarettenstange in der Plastiktasche an der Apotheke vorbeilaufen.

Ich könnte mich ja  irren, weil ich nicht rauche, aber … das hat sicher mehr gekostet als das Ventolin. Einiges.

Ja, ja. Prioritäten halt.

Durgol dental

In der Drogerie verlangt der ältere Kunde „Eine kleine Flasche Durgol.“

Als er sieht, dass es die nur in Halb-Liter-Flaschen gibt, will er sie nicht: „Das ist viel zu viel. Ich brauche nur ganz wenig.“

Fragt die Drogistin: „Für was brauchen Sie es denn?“

Kunde: „Für das Gebiss – mein Zahnarzt hat mir das empfohlen.“

….

Im ersten Moment schwankt unsere Drogistin zwischen entsetzt und erstaunt. Durgol ist ein Mittel zum entkalken – zum Beispiel von Kafeemaschinen, Duschköpfen, Pfannen etc. … vom Gebiss, den 3. Zähnen steht aber nichts drauf.

Auf der anderen Seite … das Zeug ist einigermassen sanft und kann für Keramik und Metall eingesetzt werden, also … warum nicht, wenn man es hinterher wieder sehr gut mit Wasser abspült? Nachträgliches Googeln zeigt dann, dass es inzwischen wirklich Zahnärzte gibt, die das bei Kalkflecken auf den 3. Zähnen empfehlen – anstelle von Essigwasser.

Na denn … das wäre vielleicht ein neues Produkt: „Durgol dental“ – in kleinen Flaschen.

irgendwas … indisches?

Weil mit dem Rezept etwas unklar ist, muss ich mit dem Arzt Rücksprache nehmen. Das Problem: es ist ein Spitalrezept und auf den Rezepten steht dann oft nur der Stempel des Oberarztes, aber nicht des Assistenzarztes, den man hatte. Der hat wohl unterschrieben, aber …. was heisst das jetzt?

Pharmama zur Kundin: „Wissen sie, wie der Arzt hiess? Ich kann es leider nicht entziffern.“

Kundin: „Ich weiss nicht … es war etwas langes und ich glaub Indisches…“

Mein Beileid an die Ärzte (Assistenz- und andere), die an Neujahr Notfalldienst haben – ich wünsche Euch (und uns allen) einen ruhigen Rutsch.

Stiiilllle Naaacht ….

Kundin: „Ich hätte gerne, dass sie ein Medikament von meinem Dauerrezept bereitmachen, ich komme es heute Mittag abholen, nachdem ….“ es folgt eine halbe Lebensgeschichte inklusive Hund, Coiffeur, Verwandtenbesuch und Weihnachtsproblemen. Nur die wichtige Info, die fehlt mir noch.

Dann … Stille

Pharmama: „Gerne, und wie ist ihr Name?“

Kundin: „Maier.“

Pharmama „…und der Vorname?“

Kundin: „Anna-Katharina“

…. Stille

Pharmama: „Und welches Medikament sollen wir Ihnen bereit machen?“

Kundin: „Oh, ich weiss nicht. Dr. Repete hat es verschrieben.“

Pharmama: „Nun, sie haben da ein paar Medikamente, die dieser Arzt verschrieben hat. Welches davon brauchen sie?“

Kundin: „Es ist für meinen Bluthochdruck.“

Pharmama: „Also, da hätten sie MetoZerok und Amlodipin…“

Kundin: „Nein, das ist es nicht. Es heisst Sor … irgendwas“

Pharmama: „Sortis? Das ist für das Cholesterin- alles ok, wir machen das auf heute Mittag parat, Frau Maier.“

und viel Glück mit ihrem Hund und nicht zuviel Stress.