Lehm … woher?

Kunde: „Haben Sie Anliker Lehm?“

Ich schaue nach, sehe aber, dass wir das nicht mehr führen.

Pharmama: „Leider nicht mehr, aber …“

Kunde: (vorwurfsvoll): „Sie sind jetzt schon die Dritte Drogerie, die das nicht hat!!“

Pharmama:  „Das kann ich mir gut vorstellen, das braucht man heute nicht mehr so häufig, weil es wirksamere und besser anzuwendende Dinge gibt …“

Kunde: „grmpf“

Pharmama: (ok, ich habe verstanden, sie wollen unbedingt das) „…. Ich kann es ihnen, wenn das hilft auf heute Mittag 4 Uhr bestellen.“

Kunde: „Ja …. (überlegt) ok.“

Ich gebe alles in den Computer ein, schreibe den Bestellzettel: „Das macht dann 19 Franken.“

Kunde: „Muss ich das jetzt schon bezahlen?“

Pharmama:  „Ja.“ (die Erfahrung zeigt uns, dass es dann auch wirklich abgeholt wird)

Kunde: „Aber: ist es dann ganz sicher auch hier?“

Pharmama: „Ja, nach 4 Uhr ist es hier“ (wir haben die Möglichkeit auch gleich per Computer abzufragen, ob es kommt)

Kunde: zahlt, grummelt aber immer noch.

Das ist genau der Typ Kunde, der das erst grossartig bestellt … um dann nie mehr von sich hören lässt, worauf wir das Produkt mit Verlust wieder zurückschicken dürfen ….

Das ist etwas, was ich mich letzthin gefragt habe, als ich an der Baustelle vorbeigekommen bin. Anliker ist auch der Name eines Baugeschäftes. Die … heben auch Gruben aus. Woher kommt der Lehm nochmal? Neee (denke ich) … Oder?

Stealth modus?

Ich gehe zur Kundin, die im Laden steht und etwas anschaut:

Pharmama: „Grüezi , kann ich Ihnen helfen?“

Die Kundin ignoriert mich komplett. Ich stelle mich auf ihre andere Seite und versuche es nochmal – mit dem gleichen Ergebnis.

Hmpf. Dann halt nicht. Ich bleibe in der Nähe nur für den Fall, aber die Kundin schaut nur auf die Ware, nicht auf mich, oder ob jemand anders da ist.

Etwas später.

Jemand anderes kommt herein und ich gehe zu ihr, sie zu bedienen. Die Kundin nennt mir ihren Wunsch und ich laufe quer durch den Laden, das Mittel aus der Schublade zu holen.

Dabei komme ich an der ersten Kundin vorbei.

Erste Kundin: „He Sie! Können Sie mir helfen?“

Pharmama: „Ja, sobald ich hier fertig bin.“

Vielleicht liegt es daran, dass ich einen „Stealth modus“ habe? Wenn ich jetzt noch herausfinden könnte, wie man den an- und abstellt ….

Pflaster

Kundin: „Angenommen ….ich habe ein Nikotin-Pflaster und ein Verhütungs-Pflaster. Heben die sich gegenseitig auf?“

Pharmama: „Nein.“

Kundin: „Was, wenn ich sie verwechsle?“

Pharmama: „Machen Sie das nicht.“

Hoppla. Mein Fehler!

Ein junger Mann kommt in die Apotheke und fragt nach: „dem Gel, das wärmend ist bei Hautkontakt.“

Die Pharmaassistentin denkt an das neue wärmende Gleitmittel für das im Moment so Werbung gemacht wird und bringt ihn zu den Kondomen und Gleitmitteln.

Mann: „Oh, nein. Meine Grossmama braucht das nicht, sie braucht ein Gel gegen Schmerzen und Arthritis.“

Oh ….

Kommt sofort!

Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

Keine Hilfe

Telefon.

Frau: „Ich habe hier 2 wirklich alte Packungen Amoxicillin und sie riechen auch nicht besonders gut – die Tabletten, meine ich. Kann ich sie trotzdem nehmen?“

Pharmama: „Ich würde das nicht machen, nein.“

Frau: „Aber, mein Arzt hat sie mir damals aufgeschrieben!“

Pharmama: „Wenn sie über dem Verfall sind und sie nicht sicher sein können, dass das das richtige Antibiotikum ist – nochmals, Nein, ich kann ihnen nicht empfehlen, dass sie die nehmen sollen.“

Frau: „Sie waren mir nicht gerade eine Hilfe.“

Sagt’s und hängt auf.

Bitte.

Bin ich denn nur eine Hilfe, wenn ich sage, was sie hören wollen?