die falsche Anwendung (17)

Eine Geschichte aus Amerika:

Da war eine Frau, die das Trocknungspäckchen das mit dem Symbicort Inhaler kommt aufschnitt und es ins Mundstück des Inhalators gab – für ihren Mann zum inhalieren. Sie kam dann in die Apotheke um dem Apotheker zu zeigen, was sie getan hat und wunderte sich, dass das nur eines in der Packung hatte.

Sie konnte nicht lesen, was auf dem kleinen Päckchen stand, also sagte der Apotheker es ihr: „Nicht einnehmen!“

Sie sagt: „Aber das weiss ich doch, man inhaliert es!“

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Brrr.

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Zeitempfinden

Wenn Sie sich darüber beklagen, dass es zu lange gedauert hat, Ihre 5 Medikamente auf Rezept zusammen zu suchen, einzugeben, zu kontrollieren und anzuschreiben – und das waren etwa 6 Minuten – und dann Selber 5 Minuten brauchen, um ihr Geld für das Nikotinkaugummi zusammenzukratzen – alles in kleinem Münz natürlich … da fehlt mir dann auch etwas das Verständnis.

 

Schleichend

Auf dem Rezept steht leider nicht die Dosierung des Medikamentes, von dem es verschiedene Varianten gibt, darum sagen wir der Kundin, Frau Merlin: „Wir rufen beim Arzt an, um das abzuklären und bestellen ihnen dann das richtige Medikament.“ 

Sie bekommt einen Zettel mit zum abholen ihres Mittels. Weil wir nicht wissen, welches Medikament es sein wird, schreiben wir halt nur ihren Namen drauf.

Telefon am Mittag. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, ich glaube, ich sollte ihnen anrufen wegen etwas?“

Pharmama: „Nein, aber wir haben inzwischen dem Arzt angerufen und wissen jetzt, welches Mittel sie bekommen. Sie können es ab 4 Uhr mit dem Zettel abholen kommen.“

(Hmmmm…)

Telefon am Abend. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen – ich glaube ich muss noch etwas bestellen? Was wollten sie von mir wissen?“

Pharmama: „Wir müssen nichts mehr wissen, ihr Medikament ist schon für Sie auf der Seite bereit zum abholen.“

(Ui. das ist nicht gut.)

Am nächsten Tag – noch ein Anruf von Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, aber ich weiss nicht mehr warum?“

Pharmama: „Wir haben etwas für sie bestellt. Sie können es abholen kommen.“

(Wirklich nicht gut!)

…

Und als sie dann nicht kommt, müssen wir ihr noch ein paar Mal anrufen um sie daran zu erinnern.

So fängt Alzheimer nicht an … das ist schon etwas fortgeschritten. Bisher ist ihr Problem bei uns noch nicht aufgefallen, aber das … ist schon deutlich.

Habe ich zuviel bezahlt?

Eigentlich war ja meine Pharmaassistentin an ihm, aber als er gemerkt hat, dass ich die Apothekerin bin, wendet er sich nach dem Kauf seines Schmerzmittels an mich.

älterer Kunde: „Sie sind Apothekerin?“

Pharmama: „Ja.“

Kunde: „Ich hätte da eine Frage – wegen Sortis.“

Pharmama: „Ja?“

Kunde: „Also, ich habe immer (zieht Zettel aus der Hosentasche) 221 Franken* dafür bezahlt.“

Pharmama: „Ja.“ 

Kunde: „Ausser beim letzten Mal, da waren es nur noch 170 Franken.*

Und jetzt … habe ich bei meinem Freund etwas gesehen – er sagte, das sei sein Sortis – und das hat nur noch 80 Franken* gekostet.“

Pharmama: „Jaaa…“

Kunde: „Wieso?“

Pharmama: „Wieso es günstiger geworden ist?“

Kunde: „Ja. Habe ich zuviel bezahlt?“

Pharmama: „Nein – solange das Sortis noch in der Patentzeit war, war es so teuer, wie sie geschrieben haben. Etwas über 200 Franken. Jetzt ist das Patent aber abgelaufen und es kommen die Nachfolgepräparate – die sogenannten Generika. Sortis hat deshalb die Preise gesenkt … auch als Anreiz für die Kunden, beim Sortis zu bleiben.

Die Generika sind aber trotzdem noch einiges günstiger. Sie heissen einfach anders.“

Kunde: „Ah. – Und was muss ich machen, damit ich diese bekomme? Soll der Arzt mir ein neues Rezept verschreiben?“

Pharmama: „Nein, sie können das in der Apotheke in der sie das Sortis-Rezept haben einfach anmelden. Die können das gegen das Generikum austauschen. Dafür brauchen wir den Arzt nicht.“

Kunde: „Und was ist mit der Krankenkasse?“

Pharmama: „Die werden sehr zufrieden mit ihnen sein :-) sie werden keine Probleme machen.“

*alle Preise nur geschätzte Angaben

Heute ist es meine Schuld

Heute bin ich offenbar Schuld.

Es ist meine Schuld, dass die Krankenkasse meldet, dass Sie nur noch Grundversichert sind … ich nehme an, Sie bekommen wieder eine Zusatzversicherung, sobald die ausstehenden Prämien bezahlt sind.

Es ist meine Schuld, dass Sie nicht bemerkt haben, dass die Karte der neuen Versicherung zuhause in einem Brief in dem riesigen Haufen Post auf ihrem Küchentisch liegt.

Es ist meine Schuld, dass der Arzt Ihnen kein Dauerrezept mehr ausstellt, bis er Sie persönlich gesehen hat.

Es ist meine Schuld, dass Ihnen der Arzt ein Medikament aufgeschrieben hat, das Ihre Versicherung nicht bezahlt.

Es ist meine Schuld, dass Ihre Versicherungsprämien dieses Jahr kräftig gestiegen sind.

Es ist meine Schuld, dass das Produkt, das Sie zur Ansicht bestellt haben wieder zurückgeschickt wurde – nachdem es 8 Tage hier war und man Ihnen zwei Mal telefonisch Nachricht gegeben hat.

Es ist meine Schuld, dass wir nicht genug Packungen von ihren Medikamenten für die 3 Monate langen Ferien an Lager haben – und zum Bestellen reicht es auch nicht mehr, weil Sie ja heute mittag abfliegen.

…

und an was bist Du heute Schuld?