Ich habe die Packungsbeilage gelesen …

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Okay, das hatte ich so noch nicht, aber zumindest eine Frau hat mich einmal gefragt, ob das Mittel überhaupt wirkt. Sie merke gar nichts, weder Wirkung noch irgendwelche Nebenwirkung. Gut, bei einem Cholesterinsenker erwarte ich auch nicht, dass man selber etwas „spürt“ – da ist die Wirkung höchstens im Blut messbar und zeigt sich (hoffentlich) darin, dass sie keinen Herzinfarkt bekommt – also eigentlich ist das Nicht-spüren ja gut :-)

Was ich gestern dagegen hatte war: „Ich habe die Packungsbeilage gelesen und diese Augentropfen haben zu viele Nebenwirkungen. Ich will sie doch nicht.“

„Sie wissen aber, das das Tropfen sind gegen zu hohen Augeninnendruck? Im schlimmsten Fall kann das unbehandelt zu Erblindung führen.“

„Aber diese Tropfen will ich nicht nehmen!“

„In dem Fall würde ich vorschlagen, dass sie den Arzt nach einer Alternative fragen.“

(Nicht, dass ich denke, dass bei anderen weniger drinsteht bei den Nebenwirkungen …..)

Ausserhalb der Öffnungszeiten

Meine Apotheke öffnet um 8 Uhr.

An diesem Morgen steht ein Kunde schon vor dem Eingang, als ich die Türe aufschliesse um hineinzugehen und schaut mich ärgerlich an.

Ein paar Minuten später ist es 8 Uhr und ich öffne die Türe für die Kundschaft. Die Pharmaassistentin installiert die Kassen fertig und stellt die Schütte raus. Ich empfange den Kunden.

Kunde: „Ich komme, mein Medikament abholen.“

Pharmama: „Haben Sie es gestern bestellt? Wie ist der Name?“

Kunde: „Nein, es ist gefaxt worden vom Arzt“

Ich finde das Rezept auf dem Fax. Es wurde gestern abend nach 19 Uhr gefaxt, wenn ich dem Zeitstempel darauf vertrauen kann.

Pharmama: „Ich kann es ihnen gleich bereit machen.“

Kunde: „Warum ist es noch nicht fertig?“

Pharmama: „Weil es erst nach unserem Ladenschluss gestern herein kam?“

Kunde: „Der Arzt hat gesagt, sie hätten es bereit, wenn ich komme!“

Pharmama: „Nun, heute Nacht war ich nicht hier*. Aber ich mache ihnen das gerne jetzt bereit.“

Kunde (vorwurfsvoll): „Und was haben sie gemacht, seit Sie geöffnet haben?“

Pharmama: (meint der das ernst?): „Mit Ihnen diskutieren?“

* und meinen Heinzelmännchen habe ich schon für’s Wochenende frei gegeben …

Starke Arme brauchen starke Manschetten

Ein Mann kauft ein Blutdruckmessgerät. Das hört sich jetzt einfach an, war aber doch ein bisschen mit mehr Arbeit verbunden, als man denkt.

Zuerst einmal wollte er nicht dafür zahlen – wir sollten das der Krankenkasse abrechnen. Der Arzt hat gemeint, es wäre gut, wenn sie auch eines zu Hause habe – Also … !

Nun, der Arzt hätte auch ein Rezept dafür ausstellen können – das steigert die Chance, dass die Krankenkasse das übernimmt enorm. Wobei – auch dann ist das bei den Blutdruckmessgeräten nicht sicher. Die sind nämlich nicht in der MiGeL gelistet- der Mittel und Gegenständeliste, wo drinsteht, was die Grundversicherung zu übernehmen hat – und wieviel sie dafür zahlen. Eventuell (aber nicht sicher) übernimmt die Zusatzversicherung – falls man denn eine hat – einen Teil des Gerätes. Aber das kommt sehr auf die Krankenkasse und Art der Zusatzversicherung an. Ich kann und werde da keine Garantien geben … was denn auch heisst: das Blutdruckgerät muss in der Apotheke bezahlt werden, wenn kein Rezept und keine Zusatzversicherung vorhanden ist.

Ich habe dem Mann das erklärt, dann die verschiedenen Gerätetypen gezeigt: Handgelenk oder Oberarm … ihm dasjenige, das er schliesslich gekauft hat noch anwendungsfertig gemacht (Batterien rein) und demonstriert, wie es misst und den Garantieschein (für 3 Jahre inklusive Gratiskalibrierung) ausgefüllt.

Am nächsten Tag kommt er zurück und verlangt, dass wir ihm ein neues Armband dazu geben und zwar „gratis“! Offenbar ist es nicht gross genug für den Arm seiner Frau – für die das BD Gerät ist. Oh ja – das kann vorkommen. In der Apotheke hatte ich zwar bisher eher das Problem, dass einige Arme zu dünn waren, aber es ist auch vorstellbar, dass es zu dicke Arme gibt. Dass seine Frau aber so viel stärkere Arme hat, hat er beim Kauf nicht erwähnt.

Ich kläre das ab.

Es gibt Maschinen mit grösseren Manschetten. Die kosten auch mehr. Ein Telefon mit der Firma zeigt, dass die sogar so kulant ist, dass sie uns eine Manschette schicken als Austausch – für nur 20 Franken. Die alte können wir beim nächsten Vertreterbesuch zurückgeben. 20 Franken, das ist die Preisdifferenz zur grösseren Manschette. Er muss nicht das ganze neu kaufen, bekommt die neue Manschette per Post und muss nicht mal Porto zahlen.

Denkt ihr er war damit zufrieden?

die falsche Anwendung (17)

Eine Geschichte aus Amerika:

Da war eine Frau, die das Trocknungspäckchen das mit dem Symbicort Inhaler kommt aufschnitt und es ins Mundstück des Inhalators gab – für ihren Mann zum inhalieren. Sie kam dann in die Apotheke um dem Apotheker zu zeigen, was sie getan hat und wunderte sich, dass das nur eines in der Packung hatte.

Sie konnte nicht lesen, was auf dem kleinen Päckchen stand, also sagte der Apotheker es ihr: „Nicht einnehmen!“

Sie sagt: „Aber das weiss ich doch, man inhaliert es!“

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Brrr.

Hier geht’s zu den falschen Anwendungen 1-16

 

Zeitempfinden

Wenn Sie sich darüber beklagen, dass es zu lange gedauert hat, Ihre 5 Medikamente auf Rezept zusammen zu suchen, einzugeben, zu kontrollieren und anzuschreiben – und das waren etwa 6 Minuten – und dann Selber 5 Minuten brauchen, um ihr Geld für das Nikotinkaugummi zusammenzukratzen – alles in kleinem Münz natürlich … da fehlt mir dann auch etwas das Verständnis.

 

Schleichend

Auf dem Rezept steht leider nicht die Dosierung des Medikamentes, von dem es verschiedene Varianten gibt, darum sagen wir der Kundin, Frau Merlin: „Wir rufen beim Arzt an, um das abzuklären und bestellen ihnen dann das richtige Medikament.“ 

Sie bekommt einen Zettel mit zum abholen ihres Mittels. Weil wir nicht wissen, welches Medikament es sein wird, schreiben wir halt nur ihren Namen drauf.

Telefon am Mittag. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, ich glaube, ich sollte ihnen anrufen wegen etwas?“

Pharmama: „Nein, aber wir haben inzwischen dem Arzt angerufen und wissen jetzt, welches Mittel sie bekommen. Sie können es ab 4 Uhr mit dem Zettel abholen kommen.“

(Hmmmm…)

Telefon am Abend. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen – ich glaube ich muss noch etwas bestellen? Was wollten sie von mir wissen?“

Pharmama: „Wir müssen nichts mehr wissen, ihr Medikament ist schon für Sie auf der Seite bereit zum abholen.“

(Ui. das ist nicht gut.)

Am nächsten Tag – noch ein Anruf von Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, aber ich weiss nicht mehr warum?“

Pharmama: „Wir haben etwas für sie bestellt. Sie können es abholen kommen.“

(Wirklich nicht gut!)

Und als sie dann nicht kommt, müssen wir ihr noch ein paar Mal anrufen um sie daran zu erinnern.

So fängt Alzheimer nicht an … das ist schon etwas fortgeschritten. Bisher ist ihr Problem bei uns noch nicht aufgefallen, aber das … ist schon deutlich.