das übliche …

Der 10 jährige Junge bekommt Fenistil Tabletten gegen seine „übliche Pollenallergie“ verschrieben. Das ist O-Ton der Mutter, die das Rezept einlösen kommt.

Ein Dauerrezept – ich sehe, er hat es in den letzten Jahren schon öfters gehabt.

Jetzt – ich sehe nicht ein, warum ein 10 jähriges Kind müde in der Schule sitzen sollte, darum ergreife ich die Gelegenheit  seine Mutter zu fragen: „Hat er denn schon etwas anderes versucht?“

Mutter: „Nein. Das ist immer dasselbe, wie er es als Kind bekommen hat.“

Pharmama: „Ich frage nur, weil es inzwischen anderes gibt – das nicht so müde macht.“

Mutter: „Das … wäre gar nicht so schlecht. Er hängt im Sommer wirklich mehr herum am Tag.“

Am Schluss rief ich den Arzt an und änderte das Rezept auf etwas, das nicht so müde machen sollte.

Die Mutter kam nach ein paar Tagen zurück, um sich zu bedanken: die Tabletten haben super geholfen ohne die (für sie) normalen Nebenwirkungen. Er wird die in Zukunft weiter benutzen.

Das ist Erfolg für mich.

Kundenservice?

Eine Geschichte aus Österreich: Danke an den/die Einsender/in:

Gestern Kundin: "Sagen Sie mir nur die Pharmazentralnummer von den Curaprox-Bürsten!"

Ich: "Warum?"

Sie: "Weil ich es dann woanders billiger kaufe."

Ich: "Warum soll ich es Ihnen dann sagen?"

Sie: "Kundenservice."

Ich: "Aber Sie kaufen es ja nicht bei mir, also sind Sie auch kein Kunde …"

Sie: "Sagen Sie es mir nun?"

Ich: "Nein."

Dann ist sie wutentbrannt rausgegangen.

das versüsst dann den ganzen Tag …

–

Ehrlich. Ich find's okay. Alles muss man sich nicht gefallen lassen. Auch als "Dienstleister" nicht.

Für Apothekenaussenseiter (und Schweizer, die PZN kenne ich hier so auch nicht):

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist ein in Deutschland bundeseinheitlicher Identifikationsschlüssel für Arzneimittel und andere Apothekenprodukte. Sie ist eine siebenstellige Nummer (6 Ziffern + Prüfziffer) mit vorangestelltem Minus-Zeichen, die Arzneimittel nach Bezeichnung, Darreichungsform, Wirkstoffstärke und Packungsgröße eindeutig kennzeichnet. – Und offensichtlich gibt es die in Österreich auch. 

 

Ich mach‘ doch schon alles!

Frau kommt und will wissen, was sie noch machen kann für ihre Lunge. Es wird einfach nicht besser mit ihrem verschleimten Husten.

Ich frage, was sie schon versucht: "Schleimlösende Mittel, Hustentees, einreiben mit Vicks Vaporup und sogar – inhalieren."

"Und wie inhalieren sie?"

"Mit einem Vernebler, den ich zu Hause habe."

 (teure Dinger meistens).

"Und was für Flüssigkeit?"

"Dieser."  

Sie gibt mir eine Packung Ampullen mit isotonischem Salzwasser. Steril … naja, jedenfalls waren sie das vor ihrem Ablaufdatum 2003 …

Ich schaue nur noch ein bisschen …

50 Minuten lang – über Mittag – stand die Drogistin etwa einen Meter neben der Kundin, die sie verschiedenes fragte „Wo haben sie das?" und "Haben sie dies?“ und dazwischen immer wieder meinte: „Ich schaue gerne selber ein bisschen" und „Sie können ruhig helfen gehen!“

Meine Kollegin liess sich nicht beirren und blieb auf ihrem Platz.

Der Rest von uns war in der Zeit seeehr beschäftigt – eigentlich meine Mittagszeit, die ich so halt zu 2/3 unten im Laden „verbracht“ habe. Obwohl meine Kollegin eigentlich die „Erlaubnis“ der Kundin hatte, andere bedienen zu gehen.

Wieso die Hartnäckigkeit?

Die Kundin – tatsächlich hat sie auch eine Kundenkarte bei uns – klaut.

Wenn man die auch nur eine Minute aus den Augen lässt, verschwindet (wieder) eine der teureren Lauder Cremen.

Das lohnt sich nicht – auch wenn die Drogistin in der Zeit andere bedienen und Sachen hätte verkaufen können.

Wir haben es herausgefunden, weil eine genaue Korrelation zwischen Besuchen von ihr bei uns und dem Verschwinden einer speziellen Lauder Creme besteht. Einmal mag Zufall sein, aber nachdem der Verdacht auf sie gefallen ist, ist das tatsächlich Rückverfolgbar.

Ich denke, sie hat gemerkt, dass wir sie jetzt im Auge behalten. Sehr gut im Auge behalten. Hoffentlich kommt sie das nicht so bald wieder versuchen.

:-(

Fast.

Frau in der Apotheke: „Ich möchte gerne Tropfen gegen Halsschmerzen.“

Pharmama: „Zum gurgeln?“

Frau: „Nein, zum einnehmen.“

Pharmama: „Hmm, da kenne ich jetzt grad keine. Wissen Sie noch wie es geheissen hat?“

Frau: „Nein, aber es fängt mit einem R an und es ist rotblau gestreift.“

Pharmama: (Beim Schubladenziehen): „Resyl plus?“ 

Frau: "Ja. genau!"

Pharmama: "Das ist nicht gegen Halsschmerzen. Das sind Tropfen gegen trockenen Husten."

Frau: "Ich nehme sie trotzdem."

Pharmama: "…"