Ich schaue nur noch ein bisschen …

50 Minuten lang – über Mittag – stand die Drogistin etwa einen Meter neben der Kundin, die sie verschiedenes fragte „Wo haben sie das?" und "Haben sie dies?“ und dazwischen immer wieder meinte: „Ich schaue gerne selber ein bisschen" und „Sie können ruhig helfen gehen!“

Meine Kollegin liess sich nicht beirren und blieb auf ihrem Platz.

Der Rest von uns war in der Zeit seeehr beschäftigt – eigentlich meine Mittagszeit, die ich so halt zu 2/3 unten im Laden „verbracht“ habe. Obwohl meine Kollegin eigentlich die „Erlaubnis“ der Kundin hatte, andere bedienen zu gehen.

Wieso die Hartnäckigkeit?

Die Kundin – tatsächlich hat sie auch eine Kundenkarte bei uns – klaut.

Wenn man die auch nur eine Minute aus den Augen lässt, verschwindet (wieder) eine der teureren Lauder Cremen.

Das lohnt sich nicht – auch wenn die Drogistin in der Zeit andere bedienen und Sachen hätte verkaufen können.

Wir haben es herausgefunden, weil eine genaue Korrelation zwischen Besuchen von ihr bei uns und dem Verschwinden einer speziellen Lauder Creme besteht. Einmal mag Zufall sein, aber nachdem der Verdacht auf sie gefallen ist, ist das tatsächlich Rückverfolgbar.

Ich denke, sie hat gemerkt, dass wir sie jetzt im Auge behalten. Sehr gut im Auge behalten. Hoffentlich kommt sie das nicht so bald wieder versuchen.

:-(

Fast.

Frau in der Apotheke: „Ich möchte gerne Tropfen gegen Halsschmerzen.“

Pharmama: „Zum gurgeln?“

Frau: „Nein, zum einnehmen.“

Pharmama: „Hmm, da kenne ich jetzt grad keine. Wissen Sie noch wie es geheissen hat?“

Frau: „Nein, aber es fängt mit einem R an und es ist rotblau gestreift.“

Pharmama: (Beim Schubladenziehen): „Resyl plus?“ 

Frau: "Ja. genau!"

Pharmama: "Das ist nicht gegen Halsschmerzen. Das sind Tropfen gegen trockenen Husten."

Frau: "Ich nehme sie trotzdem."

Pharmama: "…"

Es ist schon weg

Der Mann eilt mit sicheren Schritten zur Theke und drückt mir eine Krankenkassenkarte in die Hand: "Ist das Rezept für meine Frau schon gekommen? Ich habe vor einer Stunde beim Arzt angerufen und eines verlangt."

Ich schaue auf den Namen auf der Karte und suche dann – erfolglos.

Pharmama: "Nein, bis jetzt ist noch nichts gekommen. Aber es ist Mittagszeit, vielleicht machen die das grad um 2 Uhr."

Mann: "Ich komme dann später nochmals vorbei."

Okay. Also schon eher etwas dringendes. Das Rezept soll übrigens für seine Frau sein.

Als er um 3 Uhr wieder kommt, ist immer noch nichts gefaxt worden, also biete ich ihm an anzurufen und nachzufragen.

Pharmama zur Praxisgehilfin(PG): „Wir sollten ein Rezept gefaxt bekommen für Frau Istnichthier aber bis jetzt ist nichts gekommen. Könnten Sie mal nachschauen?"

PG: (kurz angebunden) "Es wurde geschickt."

Pharmama: "Oh, ich habe nichts bekommen. Haben Sie es vielleicht an eine andere Apotheke geschickt?"

PG: "Sie sind doch Pharmama's Apotheke?"

Pharmama: "Ja."

PG: "Dahin haben wir es geschickt."

Pharmama: "Nun, ich habe nichts bekommen. Könnten Sie es bitte noch einmal faxen?"

PG: "Es ist weg."

Pharmama: "Aber Sie können es doch sicher noch einmal durch den Fax lassen?"

PG: "Es ist auf der Post."

Pharmama: "Äh – das heisst, wenn Sie sagen 'geschickt' haben Sie es nicht gefaxt, sondern auf die Post ….?"

PG: "Ja."

Pharmama: "Oh. …

Kein Wunder ist es noch nicht hier."

PG: "Ist es denn dringend?"

Pharmama: "Nun, der Mann der Kundin ist hier und hätte es gerne jetzt. Für was das Rezept ist, weiss ich aber auch nicht, ich habe es nicht bekommen."

PG: "Dann machen Sie ihm doch einen Vorbezug." (Ja, wir dürfen das in der CH)

Pharmama: "Okay – wenn Sie mir noch bitte sagen für was?"

Rascheln –

PG: "Für Antitux Hustensirup."

Pharmama: "Mit der Dosierung?"

PG: "3 x täglich 1 Messlöffel."

Pharmama: "Okay – dann mache ich jetzt einen Vorbezug dafür und das Rezept kommt per Post?"

PG: "Ja, gut."

Pharmama: "Bestens! Wiederhören."

 

… und eine Stunde später wird das Rezept gefaxt.

Hat sie es doch noch gefunden? Ein neues ausstellen lassen? Wir wissen es nicht.

Aber: Auch gut.

Sie können mir das ruhig geben …

Ich habe eine längere Diskussion wegen dem abgelaufenen Rezept für ein Beruhigungsmittel bei einer Frau, mit der wir schon diverse Probleme hatten …

Pharmama: „Nein, für ein neues Rezept müssen Sie erst einen Termin beim Arzt machen und eines verlangen. Vorher können wir Ihnen das Medikamente nicht geben.“

Später am Tag ruft sie an:

Frau: „Sie können mir das Medikamente jetzt geben, ich habe einen Termin mit dem Arzt abgemacht!“

Pharmama: „Das ist gut, aber Sie müssen ihren Arzt wirklich sehen und ihn dazu bringen ein Rezept auszustellen. Den Termin zu machen allein reicht nicht …“

herziger Versuch.