Positive Erfahrungen

Es ist schon eine Zeitlang her, da hat mir Leserin Carola eine Geschichte geschickt, die sie in der Apotheke erlebt hat.

Hier ist sie.

Ich bin letztens auf Ihren Blog gestoßen und habe die letzten Tage gerne in ihm gestöbert, über humorvolles gelacht und über etwas weniger tolle Geschichten den Kopf geschüttelt. Da ist mir eine nette Geschichte wieder eingefallen die ich dieses Jahr mit einer netten Apothekerin erlebt habe und die Sie vielleicht auch lesen möchten

Jedenfalls habe ich an einem Samstagmorgen nach dem Aufwachen festgestellt dass meine Meerschweinchen dringend zum Tierarzt müssen, das eine hatte eine münzgroße kahle Stelle, das andere ein Auge blutig gekratzt und ebenfalls ein paar kahle Stellen – wahrscheinlich Pilz. Ein Tierarzt, der tatsächlich am Samstag auf hatte, hat den Verdacht bestätigt und ein Mittel gegen Pilzinfektionen verschrieben und eine Augensalbe da das Mittel nicht im Kopfbereich angewandt werden darf. Also ab in die Apotheke, mittlerweile schon 12 Uhr. Dort hatten sie die Salbe nicht, Bestellung würde auch erst Montag ankommen, ich könne es aber in der Apotheke am Ende der Straße versuchen dort sei auch ein Augenarzt in der Nähe. Also mit den Meerschweinchen noch dort hin, leider auch keine Augensalbe da – Bestellung Montag morgens da.

Dann habe ich beschlossen lieber noch die zwei Apotheken in meiner Nähe zu fragen (fragen kostet ja nichts und das Auge brauchte dringend Behandlung – bestellen würde ich ja auch da noch können). Meerschweinchen zu Hause abgelegt, auf zur Apotheke gemacht. Erste Apotheke hatte die Salbe nicht da. Also zur nächsten gegangen, mittlerweile nur noch 15min vor dem Ende der Öffnungszeit. Reingegangen und die Apothekerin, die eindeutig schon am Schließen war gefragt ob sie vielleicht die Salbe da habe oder noch schnell bestellen könne. Sie meinte ich habe Glück, die Bestellung würde sie erst in 10min abgeben und würde schnell gucken ob sie die Salbe vorrätig habe. Leider nein. Daraufhin fragte sie warum ich denn die Salbe bräuchte, meine Augen schienen ja ganz ok zu sein. Mittlerweile hatte ich das Rezept des TA rausgeholt und erklärt wofür ich sie brauchte. Sie schaute sich den Zettel an, griff zum Telefon und meinte nur kategorisch: „Nein das geht so nicht, das arme Tier kann nicht das ganze Wochenende leiden nur weil diese Salbe grad nicht da ist!“ Und telefonierte alle Apotheken ab die länger am Samstag geöffnet waren. Hat dann auch tatsächlich eine Apotheke gefunden die sie noch bestellen konnte :-). Das ganze hat dann allerdings doch bis 15min nach ihrer eigentlichen Öffnungszeit gedauert. Ich werds ihr nie vergessen.

Super nett die Dame – mein Meerschweinchen hat es ihr auch gedankt, bis Montag war das Auge dann auch nur noch verkrustet, der Juckreiz hatte eindeutig abgenommen und nach 3 Wochen Behandlung war der Pilz dann weg.

Finde es wirklich toll wie Sie und eben auch andere Apotheker sich einsetzen, selbst wenn sie selber nicht immer den besten Tag haben und dann noch Kunden so kurz vor dem Feierabend reinschneien.

Na, das gebe ich auch gerne so weiter!

Hüpf, Hüpf!

„Halt den Kopf schräg .. die Seite nach unten, wo das Wasser im Ohr ist und spring auf und ab, bis das Wasser rauskommt!“

Mein Rat an einen Jungen, der in die Apotheke kam, weil sein Ohr zu war. Die Mutter wollte eigentlich Ohrentropfen oder etwas zum Ohren-spülen.

Aber dann fand ich heraus, dass er schwimmen war und das seit dem Schwimmen so ist.

Er hat verdutzt geschaut (mir wohl nicht geglaubt), dann habe ich es vorgemacht. Er macht das – und das Wasser läuft aus dem Ohr raus.

Problem gelöst.

(Und wieder nichts verkauft. Ich muss wirklich an meinen Empfehlungen und Zusatzverkäufen arbeiten …)

Was haltet ihr davon?

Situation:

Es ist Freitag Abend, halb sieben. In die Apotheke kommen 2 junge Männer. Der mit dem Rezept in der Hand erkenne ich als Sohn einer Stammkundin, der andere hält sich im Hintergrund.

Das ist das Rezept, das ich überreicht bekomme:

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Irgendwelche Gedanken dazu?

Gefängnistattoos?

Ich bin nicht gegen Tattoos (hab' ja auch selber eines), aber ich finde es wichtig, dass man sich bewusst ist, was man da macht. Also … ein sichtbares Tattoo wird bei der Umwelt Reaktionen hervorrufen. Positive oder Negative.

Wieso also muss es ein Gefängnistattoo sein?

Immer wieder erstaunlich, wenn man das auf einem Kunden sieht. 3 Punkte auf dem Dreieck zwischen Daumen und Hand. Eine Träne im Augenwinkel, ein Spinnennetz am Ellbogen.

Und bei manchen bin ich mir ziemlich sicher, dass das nicht im Gefängnis gemacht wurde.

Warum also?

SD-Nebenwirkungen

Eine Frau mittleren Alters bringt mir eine Schachtel von einem Medikament. Ponstan. Mefenaminsäure – für die deutschen Leser (bei denen es das nicht gibt): das ist ein ziemlich häufig gebrauchtes Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung … und der für Frauen netten „Neben-„Wirkung, dass es die Periode nicht nur etwas schmerzfreier, sondern auch kürzer machen kann.

Frau: „Ich hätte gerne eine von diesen.“

Pharmama: „Die sind rezeptpflichtig ….“

Frau: „Ah, das wusste ich nicht.“

Sie schaut etwas verloren auf die Packung.

Pharmama: „Wo haben sie die das letzte Mal bekommen?“

Frau: „Die sind nicht für mich, sondern für meine Tochter. Der Arzt hat sie ihr immer gegeben. Jetzt sind sie ausgegangen. Sie braucht sie für ihre Monatlichen Beschwerden.“

Pharmama: „Ich könnte anfragen, ob er ein Rezept faxt oder schickt und ich es abgeben darf.“

(Wenn die Tochter das noch nie bei uns hatte, frage ich lieber erst nach, vor allem wenn sie nicht selber hier ist – eine der Voraussetzungen, wenn ich eine Ausnahme machen und die Rezeptpflicht umgehen will).

Ich nehme die Daten der Tochter auf – sie hat auch bei uns schon Rezepte eingelöst, wenn auch nicht dafür und frage welcher Arzt – der ist in einem SD Kanton ansässig. – also: er ist ziemlich sicher selbstdispensierend – deshalb hat die Tochter dieses Medikament auch immer von ihm bekommen.

Ich rufe an und schildere mein Anliegen der Praxisassistentin: „Könnten Sie uns ein Rezept faxen, damit wir ihr das geben können? Sie sind ihr ausgegangen.“

Praxisaassistentin: „Ich muss fragen, ich weiss nicht, ob Doktor SD das macht.“

Der Arzt selber kommt ans Telefon: „Nein, die haben wir selber an Lager und verkaufen sie. Sagen sie ihr, sie soll die bei uns holen kommen.“

Nett.

Nicht.