Ist das auch sicher dasselbe?

Eine Frau kommt mit 2 Schachteln Vitamintabletten in der Dose – eine alte, die sie mitgebracht hat und eine neue Packung. Die Packung hat aber aussen in der Zwischenzeit gewechselt, sie hat ein neues Design

Kundin: „Sind das dieselben?“

Pharmaassistentin: Ja. Wie sie an dem Namen auf der Etikette sehen können, das sind dieselben.“

Kundin: „Sind sie sicher?“

PA: „Ja.“

Kundin: „Wie können sie sicher sein? Sie sehen unterschiedlich aus?“

PA: „Es ist der gleiche Name drauf und dieselbe Menge Wirkstoffe in denselben Dosierungen, sehen sie die Angaben in mg?“

Kundin: „Ja, aber die Packung ist ganz anders, Wie können sie da sicher sein?“

PA: „Es ist dasselbe, ich verspreche es.“

Kundin: „Kann ich die Dose aufmachen und nachschauen?“

PA: Nein, die hat ein Sicherheitssiegel. Dann müssten sie sie schon vorher kaufen.“

Kundin: „Aber woher soll ich dann wissen, dass es wirklich dasselbe ist?“

PA. Dreht die Packungen so, dass beide Strichcode nach oben schauen: „Sehen sie die Zahlen hier unter den Strichen? Es sind dieselben, also ist dasselbe drin.“

Kundin: „Sind sie sicher?“

PA: „Jaa!“

Kundin: Ok, dann kaufe ich sie. Aber wenn es nicht dieselben sind, dann bringe ich sie wieder zurück.“

PA: Natürlich. Danke und einen schönen Tag noch.“

Compliance

Letzhin hatte ich ein Gespräch mit einem Patienten darüber, wie wichtig es ist, die Medikamente so einzunehmen, wie sie verschrieben wurde (also: regelmässig).

Darauf mischt sich die Frau des Patienten, die zugehört hatte ein: „Er nimmt seine Medikamente IMMER wie vorgeschrieben, ausser wenn er sie nicht nimmt.“

Ja. Eben.

Französisch duschen

Französisch duschen nennt man das, wenn jemand statt zu duschen oder zu baden sich lieber mit Parfüm einsprüht um den Körpergeruch zu überdecken.

Wir haben da einen … Kunden kann ich nicht wirklich sagen, denn der hat noch nie etwas gekauft. Dafür kommt er ein, zweimal die Woche (manchmal auch öfter), geht in die Parfümerieabteilung und sprüht sich mit den Testern ein. Mit mehreren … und ausgiebig.

Das ist besonders eklig, weil er dabei Parfüms mischt und die süssesten aussucht, die er finden kann … dementsprechend nicht nur Männerparfüms.

Wenn er den Laden wieder verlässt, leiden wir (und die Kunden) noch eine gute halbe Stunde an den entstandenen Duftwolken. Als „Dank“ wirft er dafür etwa 10 Rappen in die Trinkgeldkasse.

Hmpf.

Jedenfalls haben wir schon ein paar Anläufe genommen das Verhalten einzuschränken und / oder zu unterbinden. Aber weder direkt daneben stehen, noch Hinweise darauf, dass die Tester für Kunden (Betonung!) gedacht sind haben bisher geholfen.

Letzte Mitarbeitersitzung haben wir das auch wieder thematisiert und sind übereingekommen, dass er das nächste Mal  wenn er kommt, höflich aber bestimmt darauf hingewiesen wird doch bitte nur 1 Tester nimmt und bitte nur 1 x sprüht. „Das reicht zum schauen, wie es riecht.“

Falls er das nicht macht, ist eine Verwarnung auszusprechen.

Und wenn er sich dann immer noch nicht daran hält, dann bekommt er Hausverbot.

Im Moment sind wir bei Stufe 1. Er hat zwar reklamiert und gesagt, er habe eine „Abmachung“, dass das ok sei, wenn er nachher etwas ins Trinkgeldkässeli wirft. Nein, hat er nicht und nein, es ist auch nicht ok!

Fortsetzung folgt?

Namensgebung

Kunde: „Ich brauche etwas von meinem Dauerrezept.“

Apothekerin: „Ok. Wie ist der Name?“

Kunde: „Pedro Fernando Miguel Rafael Xavier João António Francisco de Assis Júlio Amélio de Saxe-Coburgo-Gotha e Bragança.“*

Apothekerin: „Okay ….. und was steht auf der Krankenkassenkarte?“

*Das ist ein echter Name, aber NICHT von einem unserer Kunden. Der Träger dieses Namens ist auch schon länger tot.

Aber: es gibt (v.a. in der spanisch sprechenden Bevölkerung) wirklich sehr lange Namens-kombinationen und dann ist es oft schwierig den richtigen Kunden zu finden im Computer. (War der Nachname jetzt ‚de Saxe’ oder ist es unter ‚Coburg‘ oder Braganca? Und der Vorname ist Pedro oder …

Wirklich müde

Kunde in der Apotheke: „Ich bin wirklich müde, was kann ich da nehmen?“

Apothekerin: „Wieviele Stunden haben sie denn letzte Nacht geschlafen?“

Kunde: So 2-3 vielleicht.“

Nun, ich würde zu einem Kaffee raten und dazu nächste Nacht etwas länger zu schlafen.

Ja, es gibt Kautabletten mit Koffein (Wakkers) oder Guarana, aber es geht nichts über etwas mehr Schlaf!

Vor allem, wenn man nicht ein Kleinkind zuhause hat, das einen Nachts vielleicht ein paarmal weckt …

Sie muss denken ich lüge

Gelegentlich bekommen wir auch Rezepte gefaxt, oder wir müssen etwas bestellen und bereiten dann die Medikamente auf Wunsch alle für den nächsten Tag vor. Jedenfalls war das so ein Fall und die Patientin rief an, um zu fragen, ob ihr Rezept fertig ist.

Pharmama: „XY Apotheke, Pharmama am Apparat.“

Kundin: „Ja, ich möchte wissen, ob meine Medikamente bereit sind. Der Name ist Jane Doe.“

Pharmama: Ja, ich habe die Medikamente alle hier. Es liegt alles bereit, Sie können sie abholen.“

Kundin: „Wirklich? Sie sind bereit?“

Pharmama: „Ja, sie sind bereit.“

Kundin:Dann kann ich sie jederzeit abholen kommen?“

Pharmama: „Sicher, kommen sie einfach vorbei.“

Kundin: „Wann schliessen sie?“

Pharmama: „Um 7 Uhr.“

Kundin: „Dann kann ich sie heute Abend um 6.30 Uhr holen?“

Pharmama: „Ja, sie sind jetzt schon bereit, aber sie werden um halb 7 auch noch hier sein.“

Kundin: „Kann ich gleich jetzt vorbeikommen?“

Pharmama: „Ja, das können sie.“

Kundin: „Kann ich auch meinen Mann schicken?“

Pharmama: „Ja, sie können schicken wen sie wollen.“

Kundin: „Und sie werden sie ihm geben?“

Pharmama: (denkt: Oh, Mann, wie lange geht das Telefon noch?) „Ja, wir geben ihm die Medikamente.“

Kundin: „Ok, dann schicke ich ihn vorbei … solange sie nur bereit sind.“

Pharmama: „Ja, das sind sie.“

Klick.

(Jetzt brauche ich was zu trinken)