Was sage ich?

Wenn man jemanden betreffend Schlafproblemen berät und ihm ein (pflanzliches) Schlafmittel verkauft hat … wünscht man ihm dann nicht besser statt einen „Schönen Tag!“ … eine „Gute Nacht!“ ?

:-)

Häppchen-weise

Vor einiger Zeit habe ich spezielle Kundentypen in der Apotheke gesammelt (siehe Zusammenstellung hier). Mir ist noch einer aufgefallen: der Häppchenweise Erklärer.

Um das richtig zu lesen, muss man jedesmal nach einer seiner Antworten eine längere Pause machen – bis ich die nächste Frage stelle, weil von ihm selber nichts kommt.

Pharmama: „Grüetzi“

Mann: „Grüetzi. Ich habe da ein Problem.“

Pharmama: „Ja? Was für ein Problem?“

Mann: „Ein Problem mit meinem Bauch.“

Pharmama: „Und was ist das Problem mit ihrem Bauch? Schmerzt er?“

Mann: „Nein. Das Problem liegt mehr im Darm.“

Pharmama: „Im Darm? Was sind denn die Beschwerden?“

Mann: “Das Problem mit meinem Darm ist, dass er nicht richtig arbeitet.“

Pharmama: „Wie … arbeitet er nicht richtig?“

Mann: „Ich kann nicht mehr auf die Toilette.“

(Ah.)

Pharmama: „Und seit wann sind sie verstopft?“

Mann: „Seit ich vor etwa 1 Woche 2 Schüsseln Weizenzkleie pur aufs Mal gegessen habe.“

Wenn er das gleich gesagt hätte ….

Wegen Augentropfen!

Mann um die 50 in der Apotheke: „Meine Tochter hat eine Augeninfektion und der Arzt im Spital hat gesagt, ich soll Antibiotika Augentropfen verlangen in der Apotheke.“

Das ist … seltsam, denn auch die Ärzte im Spital wissen, dass es für Antibiotika Augentropfen ein Rezept braucht. Wieso sollten sie das Rezept dann nicht gleich mitgeben?

Pharmama: „Okay, idealerweise wäre es das beste, wenn wir einen Blick auf die Patientin selbst werfen können. Könnte Sie herkommen?“

Mann: „Ach, die ist schon zu Hause … sie … fühlt sich nicht so gut.“

Pharmama: „Hmm … was für Symptome hat sie denn?“

Mann: „Ich weiss nicht. Aber sie sagt, sie braucht Antibiotika Augentropfen.“

Man merke auch, dass es inzwischen sie ist, die sagt, sie brauche Antibiotika Augentropfen und nicht der Arzt.

Pharmama: „Hmm, es ist also nicht für Sie selbst, und Sie wissen nicht, was für Beschwerden sie hat … nein, Antibiotische Augentropfen kann ich Ihnen in dem Fall nicht geben ohne Rezept. Wenn Sie wollen habe ich hier aber auch sehr wirksame desinfizierende Augentropfen, die ich ihnen geben kann, bis …“

Mann: „Oh das ist lächerlich! Wegen Augentropfen! Können Sie sie mir nicht einfach geben?“

Pharmama: „Tut mir leid, nein. Nicht ohne Rezept vom Arzt.“

Mann: „Aber sie hat doch schon Kontakt mit dem Arzt gehabt!“

(Sagen Sie …)

Pharmama: „Dann ist es sicher kein Problem, ihm zum Beispiel nochmals rasch anzurufen, damit er das Rezept faxt.“

Mann: „Murmeltirgendetwasunverständlichesaberverärgertes!“

Stapft raus.

Rezeptpflichtig ist rezeptpflichtig. Selbst in der Schweiz brauche ich, wenn ich das abgeben soll ohne Rezept ein paar wirklich gute Gründe.

Schlechter Tag?

Wir hatten da eine etwas …. schwierige Kundin. Angefangen hat das eigentlich, als ich bei ihrer Beratung kurz von der sich entschuldigenden Pharmaassistentin unterbrochen wurde um ein Rezept zu kontrollieren. Eine kleine aber wichtige Sache von hier nicht mal einer Minute und taktischer-weise zu einem Zeitpunkt, wo die Kundin gerade einen Moment überlegte, ob sie das Medikament jetzt kauft oder nicht.

Das gab dann die leicht gereizte Reaktion: „Sind Sie im Stress?“,

„Nein“ antworte ich freundlich „… ich habe nur diverse Aufgaben. Jetzt sind Sie wieder dran.“

Nachdem ich ihr ihr Wunschprodukt verkauft habe (waren es Tabletten gegen Allergie?) geht die Kundin noch in die Kosmetikabteilung.

Die Drogistin ist dort und begrüsst sie freundlich.

Wieder eine eher giftige Reaktion: „Ich kann selber schauen. Ich klaue schon nichts!“

Die sehr liebe Drogistin, die dafür da ist, zu helfen, ist darob zwar etwas vor den Kopf gestossen, lächelt aber tapfer und geht zur Kasse nicht weit daneben, um weiter Produkte etikettieren.

Währenddem hufft und pufft die Kundin und wirft ihr böse Blicke zu, während sie Lippenstifte malträtiert, äh … testet.

Schliesslich wirft sie ihren letzten Lippenstift hin und stampft zurück zu mir in die Apotheke, wo sie laut reklamiert, wie übel sie sich von der Drogistin behandelt fühle.

Ich höre ihr zu, mache einen Erklärungsansatz von wegen: „Das ist bei uns Vorschrift, dass immer jemand in der Nähe des Kunden bleiben muss…“ aber eigentlich hört mir die Kundin gar nicht zu.

Ganz offensichtlich merkt sie aber, dass ich die Kollegin NICHT deswegen massregeln will. Worauf sie auch mir gegenüber ausruft von wegen: „Mieser Service“ und „wie man hier Kunden behandelt ist unglaublich“ und „ob sie mir ihr vorher gekauftes Produkt zurück geben soll?!?“

Bevor ich etwas dazu sagen kann (es wäre auch nicht viel mehr gekommen als: „Das ist ganz allein Ihre Entscheidung … aber überlegen sie sich das, bevor sie gehen, wenn sie später wieder kommen, kann ich eine Retoure nicht mehr akzeptieren“) geht sie.

Ich schaue meine Drogisten-Kollegin an; Sie schaut mich an und zuckt die Achseln, da … kommt die Kundin zurück! Aber nur um in den Raum zu werfen: „Sie brauchen gar nicht über mich zu reden!“

Wieder aus dem Laden, über die Strasse und zum Cafe gegenüber, wo sie anfängt sich bei irgendeinem dort sitzenden und Kaffe trinkenden Kunden – der sie offenbar gar nicht kennt, so entsetzt wie er aussieht – lautstark über uns zu beklagen.

Mangels adäquater Reaktion lässt sie schliesslich auch ihn stehen (oder besser sitzen) und stapft davon.

Der Mann schaut uns an, wir ihn. – Er lächelt bloss und hebt die Tasse zum Gruss.

Ja, die hatte einen schlechten Tag.

Aber die kommt wieder.

Und sei es nur um sich auch noch bei meiner Kollegin beklagen.

Bitte?

Der nicht mal so alte Typ kommt zur Apo-Theke, deutet auf das Regal hinter mir und grunzt:

„Aspirin“.

Ich musste mich stark zurückhalten, nicht auch zu zeigen und zu grunzen: „Apotheke.“, „Regal.“ „Kasse“

Ich war natürlich anständig, aber das erinnert mich an das Restaurant-Schild auf dem stand:

  • Sirup! – 2 Franken
  • Sirup, Bitte – 1 Franken
  • Könnte ich bitte ein bisschen Sirup haben? – 0 Franken

Original hier:

So ein M…!

Kundenreklamation nach Weihnachten.

Die Kundin hat von uns ein Thermo-Shirt gekauft. Wir haben ihr diese Grösse, die wir nicht mehr hatten von einer anderen Drogerie besorgt, weil man das sonst nur vom Hersteller direkt bekommt – und dann neben dem Porto für Einzelposten extra Kleinmengenzuschlag zur Lieferung zahlen darf.

Jedenfalls hat sie das Teil mit nach Italien genommen, um es dort zu verschenken – und musste feststellen, dass in der mit M angeschriebenen Schachtel ein Grösse S drin ist.

So ein M…! (und damit meine ich nicht die Grösse)

Vermutung: in der Drogerie, wo wir das bestellt haben ist die Verwechslung passiert … und die haben jetzt wohl eine Schachtel mit Grösse S verkauft, das Grösse M drin hatte.

Natürlich haben wir das Produkt zurückgenommen und der Kundin das Geld zurückgegeben. Das verunglückte Geschenk jedoch lässt sich so nicht wieder gutmachen.

:-(