Ausnahmslos

Nein, liebe Lehrtochter, Du kannst es mir schon glauben, wenn ich sage ‚von den Resyl plus (oder Paracodin oder Makatussin*) gibt es pro Kunde nur eine Packung‘, dann ist das so.

Keine Ausnahmen heisst:
Auch nicht, wenn sie der Nachbarin/Freundin/Mutter eins mitbringen soll …
Auch nicht wenn die Person sagt, dass sie in die Ferien geht und Vorrat braucht, weil sie nicht weiss, ob es das da gibt …
Auch nicht eine Packung für zu Hause und eine für die Ferienwohnung …
Und vor allem auch nicht, wenn sie sagt, sie nimmt sie ständig und will nicht die ganze Zeit in die Apotheke gehen müssen deswegen.

Und Du brauchst auch nicht bei jedem Kunden mit einer neuen Ausrede oder Erklärung wieder zu mir zu kommen nur um dir nochmals sagen zu lassen: es bleibt dabei: keine Ausnahmen.

*Das sind Hustenmittel mit dem Wirkstoff Codein, die gerne missbraucht werden.

Kein Weg zurück!

Telefonanruf in einer wirklich hektischen Periode.

Mann: „Hallo, ich versuche schon eine ganze Weile durchzukommen, was ist los?“
Apothekerin: „Ja, es war ziemlich hektisch hier und wir hatten viel zu tun. Wie kann ich ihnen helfen?“
Mann: „Ich habe heute ein Medikament bei ihnen abgeholt, es heisst Perindopril.“
Apothekerin: „Ok?“
Mann: „Ich weiss nicht, was das ist, ich hatte bisher Coversum.“
Apothekerin: „Ah, das ist das Generikum. Es hat aber denselben Wirkstoff in derselben Dosierung, das sollte also in Ordnung sein. Wenn sie ein Problem damit haben, rufen sie vielleicht den Arzt an, der neu das Generikum aufgeschrieben hat.“
Mann: „Sind sie sicher, dass es dasselbe ist?“

Apothekerin: „Ja, bin ich.“
Mann: „Sind sie Apothekerin?“
Apothekerin: „Ja.“
Mann: Ich schreibe jetzt Coversum auf die Packung!“
Apothekerin: „Ja, machen sie das.“
Mann: „Ich schreibe jetzt! Keine Möglichkeit das rückgängig zu machen!“
Apothekerin: „Ok, fahren sie fort.“
Mann: „Fast fertig!“
Apothekerin: „Ok …“
Mann: „Also. Fertig!“
Apothekerin: „Gut gemacht! Ich wünsche noch einen schönen Abend!“

Bei Bedarf

Auf dem Rezept steht: Bei Bedarf.

Pharmama: „Nehmen Sie das Schmerzmittel nur, wenn sie Schmerzen haben.“
Kunde: „Muss ich sie auch nehmen, wenn ich keine Schmerzen habe?“
Pharmama: „Nein, nur wenn sie Schmerzen haben.“
Kunde: „Was passiert, wenn ich sie nehme wenn ich keine Schmerzen habe?“

Ahnungslos

Kundin: „Könnten sie für mich in der PUK anrufen und ihnen sagen, dass die dritten Tabletten, die sie mir da mitgegeben haben nicht wirken? Die ersten zwei sind ok, aber die dritten, die nützen gar nichts!“
Pharmama: „Und für was waren die Tabletten?“
Kundin: „Keine Ahnung? Sagen sie es ihnen einfach!“
Pharmama: „Wie hiessen sie denn?“
Kundin: „Das weiss ich nicht mehr.“
Pharmama: „Und wie haben sie ausgesehen?“
Kundin: Hab ich vergessen.“
Pharmama: „Dann sollten sie das denen in der PUK das nächste Mal wenn sie dort sind, selbst sagen.“

Da rufe ich jetzt lieber nicht an. Die PUK, die Psychiatrische Uni-Klinik käme sonst noch auf die Idee mich einzubestellen, wenn ich sage: „Ich rufe an für Frau Kompliziert, ich soll ihnen ausrichten, dass von den 3 Arten Tabletten, die sie ihr gegeben haben die eine gar nichts nützt. Nein, welche oder wofür sie ist, weiss ich auch nicht, aber sie halten das fest, ja?“

Blutdruck? Blutdruck.

Bei der Dossier-erstellung in der Apotheke:

Apothekerin: „Haben sie irgendwelche chronische Krankheiten?“
Patient: „Blutdruck.“
Apothekerin: „Hoher oder niedriger Blutdruck?“
Patient: „Nein, nur Blutdruck.“

Na, wenn er keinen Blutdruck hätte, würde er wohl kaum vor mir stehen.

Umhauend

in der Apotheke

Kunde mit Rezept für Ibuprofen 600: „Ist das ein starkes Schmerzmittel?“
Pharmama: „Ja, stärker als das 400er, das wir ohne Rezept verkaufen dürfen.“
Kunde: „Wow. Dann wird es mich wirklich umhauen.“
Pharmama: „Warum? Es ist nicht so eines wie Tramal oder Oxycontin.“
Kunde: „Also … dann darf ich Autofahren, wenn ich es nehme?“
Pharmama: „Ah … ja.“

– irgendwie schien er etwas enttäuscht.